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Biblioteca Culture del Mondo: Letteratura del mondo a lezioneInitiative Minderheiten: Literatur der Welt im Unterricht

Literatur der Welt im Unterricht / Letteratura del mondo a lezione

MINDERHEITEN (sozial): 34 Texte

HOMOSEXUELLE / KUBA
Arenas, Reinaldo
Bevor es Nacht wird
Berlin: das zebra bei diá, 1993. 297 Seiten. ATS 145.
Hauptfiguren: Ich-Erzähler (homosexueller Dichter)
Schauplatz, Hintergrund: Kuba, Havanna, New York und Miami
Thema, Problem: homosexueller Dichter in Kuba, Aidskranker in den USA
Inhalt: Sehr farbig geschriebener, emotionaler Lebensbericht: Jahre der Kindheit, der Unterdrückung als Schriftsteller, Flucht, Krankheit etc.
Reinaldo Arenas wurde 1943 als Bauernsohn in Aguas Claras im Osten Kubas geboren. Übersiedelte 1952 nach Havanna, Studium. Erste Romane und Erzählungen, erste Auszeichnungen. Geriet aber wegen seiner kritischen Haltung gegenüber den Auswüchsen der Revolution Castros und wegen seiner Homosexualität in Mißkredit. Darf ab 1970 in Kuba nicht mehr veröffentlichen. Konnte nach Haft und Aufenthalt in Arbeitslagern 1980 Kuba verlassen, lebte dann in New York und Miami. Beging am 6.12.1990 in New York Selbstmord (Aids).
HOMOSEXUELLE
Bradley, Marion Zimmer
Trapez
München: Heyne, 1988. 704 Seiten. ATS 123.
Sprache des Originals: Amerikanisch.
Hauptfiguren: Tommy Zane, Hochtrapezkünstler (Flieger und Fänger); Mario Santelli, der etwas ältere Liebhaber von Tommy Zane, ebenfalls Hochtrapezkünstler (Flieger), springt den "Salto Mortale"; Antonio Santelli, Großvater Marios, Hochtrapezkünstler; Johnny, Marios Bruder, Hochtrapezkünstler; Stella Kincaid, Frau Johnnys; Bart Reeder, Filmschauspieler und ehemaliger Liebhaber Marios
Schauplatz, Hintergrund: USA (Städte sowie Dörfer); US-amerikanisches Zirkusmilieu reisender ArtistInnen; 1944-1953
Thema, Problem: Coming Out eines jungen Artisten, die Schwierigkeiten, eine schwule Paarbeziehung in einer feindlichen Umwelt zu leben, die Selbstdiskriminierung homosexueller Männer
Inhalt: Der jüngere Tommy und der ältere Mario sind beide Mitglieder der Hochtrapeztruppe "Flying Santellis" in den Vereinigten Staaten. Beide träumen den Traum aller Trapezkünstler vom "Salto Mortale". Sie verlieben sich ineinander und gehen eine schwierige, vor anderen verheimlichte Liebes- und Lebensbeziehung ein. Der Roman lebt von glaubwürdig gezeichneten Hauptfiguren, die sich im Laufe der Handlung persönlich weiterentwickeln in einer Zeit, die vor der Entstehung einer starken und offensiven Lesben- und Schwulenbewegung angesiedelt ist. Und er vermittelt ganz nebenbei viel Wissenswertes über das US-amerikanische Zirkusmilieu vor der Zeit der Dominanz des Fernsehens.

Marion Zimmer Bradley, geboren 1930, lebt in Berkeley/USA. Science Fiction und Science Fantasy Autorin, Hauptwerk "Die Nebel von Avalon". Hat in der US-amerikanischen Science Fiction pionierinhaft das Thema Homosexualität enttabuisiert und es vorurteilslos und als gleichberechtigt dargestellt.
HOMOSEXUELLE
Burke, Phyllis
Eine Familie ist eine Familie ist eine Familie. Ein autobiographischer Bericht
St.Gallen, Berlin, Sao Paulo: edition diá, 1993. 244 Seiten. ATS 123.
Sprache des Originals: Amerikanisch.
Hauptfiguren: Phyllis Burke, die Erzählerin; Cheryl, Phyllis' Lebensgefährtin; Jesse, Cheryls kleiner Sohn
Schauplatz, Hintergrund: USA (San Francisco), 80er und Anfang der 90er Jahre, Lesben- und Schwulengemeinde San Franciscos
Thema, Problem: Leben einer lesbischen Familie mit einem Kleinkind, US-amerikanische Lesben- und Schwulenbewegung
Inhalt: Als Phyllis Burkes Lebenspartnerin Cheryl durch künstliche Befruchtung ein Wunschkind bekommt, ändert sich das Leben beider grundlegend. Die Geburt des kleinen Jesse, den beide gemeinsam aufziehen, wird zum Anlaß, für die Anerkennung ihrer Partnerinnenschaft und für ihre neue Familie zu kämpfen. Größter Erfolg: Phyllis darf schließlich offiziell den Sohn ihrer Geliebten adoptieren. Sehr persönliche autobiographische Darstellung einer lesbischen Lebensbeziehung, des Lebens mit einem Kind und zugleich ein faszinierendes Porträt der US-amerikanischen lesbisch-schwulen BürgerInnenrechtsbewegung.

Phyllis Burke, lebt als Schriftstellerin, Journalistin und Universitätsdozentin in San Francisco, ist Aktivistin in der US-amerikanischen Lesben- und Schwulenbewegung.
HOMOSEXUELLE
Dijk, Lutz van
"Ein erfülltes Leben trotzdem..." Erinnerungen Homosexueller 1933 - 1945. Elf biographische Texte
Reinbek: Rowohlt, 1992. 150 Seiten. ATS 80.
Hauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: Österreich, Deutschland, Niederlande, Großbritannien, Polen (vorwiegend städtische Bereiche) mit Konzentration auf die NS-Zeit
Thema, Problem: (Über-)Leben schwuler Männer während der Zeit des Nationalsozialismus, ergänzt durch Informationen des Erzählers über die nicht erfolgte Entschädigung von homosexuellen Opfern des Nationalsozialismus.
Inhalt: In elf autobiographischen, zum Teil anonymen Lebensberichten erzählen elf schwule Männer ihre zum Teil sehr unterschiedlichen Erfahrungen als Jugendliche sowie junge Erwachsene während der Zeit des Nationalsozialismus und geben zugleich auch Auskunft über ihre ersten schwulen Liebeserfahrungen. Der Bogen spannt sich von Widerstandskämpfern (etwa der Österreicher Erich Lifka und der Berliner Gad Beck) bis zu Männern, die wegen ihrer Homosexualität in Konzentrations- und Vernichtungslager eingewiesen worden waren (Auschwitzhäftling Karl B.). Gemeinsam ist allen trotz aller Diskriminierungen der Umgebung und des mörderischen Terrors des NS-Systems - die Selbstverständlichkeit, mit der sie immer zu ihrer homosexuellen Identität standen.

Lutz van Dijk, geb. 1955 in Berlin. Mitarbeiter der niederländischen Anne-Frank-Stiftung, hat Lebensläufe von schwulen Männern zugänglich gemacht, die die NS-Zeit erlebt und überlebt haben, arbeitet vorwiegend mit der Methode der Oral History in der Schwulenforschung.
DROGENSÜCHTIGE
F., Christiane
Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Hamburg: Stern, 1993. 324 Seiten. ATS 145.
Sprache des Originals: Deutsch.
Hauptfiguren: Christiane
Schauplatz, Hintergrund: Berlin
Thema, Problem: Drogen
Inhalt: Christiane, aufgewachsen in einem Arbeiterviertel in Berlin, sucht sich ihre Geborgenheit bei Freunden, die mit Drogen experimentieren. Mit zwölf Jahren raucht sie in einem evangelischen Jugendhaus das erste Mal Haschisch, und mit 13 kommt sie in einer Diskothek zum Heroin. Von diesem Zeitpunkt an führt sie ein Doppelleben: einerseits die Schülerin und andererseits die Abhängige, die das Geld für ihre Sucht durch Prostitution am Kinderstrich verdient. Als ihre Mutter es nach zwei Jahren bemerkt, ist Christiane am Ende und will entziehen, doch sie findet keinen Therapieplatz, was zu mehreren Rückfällen führt. Die Geschichte ist authentisch geschrieben, wodurch eine Identifikation mit Christiane möglich wird. Dies bewirkt eine Abschreckung bei den Jugendlichen.

Kai Hermann und Horst Rieck, Journalisten des STERN, trafen die fünfzehnjährige Christiane F. 1978 in Berlin, als sie als Zeugin in einem Prozess aussagen musste. Aus dem für zwei Stunden geplanten Interview wurde eine zweimonatige Zusammenarbeit, aus der dieses Buch entstand. Christiane wurde immer wieder rückfällig.
Autobiographie, ab 14 J., 324 Seiten
KÖRPERLICH BEHINDERTE
File, Manfred
Mein Leben
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien : ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 44 - 45. ATS 268.
Hauptfiguren: der mehrfach behinderte Autor
Schauplatz, Hintergrund: ein Heim
Thema, Problem: wie ein schwer behinderter Mensch seine Probleme bewältigt
Inhalt: Der Autor erzählt von seiner Kindheit und seinem Werdegang zum Maler.
Manfred File, geb. 1965 in Tirol, lebt und arbeitet als Maler in einer geschützten Werkstatt in Innsbruck.
Autobiographie - ab 9 J. - 2 Seiten - Bibliothek: IM-I
HOMOSEXUELLE
Fischer, Erica
Aimée & Jaguar. Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943
Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1996. 315 Seiten. ATS 184.
Hauptfiguren: Lilly und die Jüdin Felice
Schauplatz, Hintergrund: Berlin im Zweiten Weltkrieg
Thema, Problem: homosexuelle Liebe zur Zeit des Nationalsozialismus
Inhalt: Lilly Wust, 28 Jahre alt, verheiratet, Mutter von 4 Kindern, verliebt sich in die 21-jährige Jüdin Felice Schragenheim. Ihr Glück ist nur von kurzer Dauer. Am 21. August wird Felice verhaftet und zunächst in das KZ Theresienstadt verschleppt. Sie wird nicht mehr zurückkommen. Erica Fischer hat die Geschichte von Aimée (Lilly) und Jaguar (Felice) aufgezeichnet.

Erica Fischer, geboren 1943 in der englischen Emigration der Eltern. 1948 Rückkehr mit ihren Eltern nach Österreich. Studierte am Dolmetschinstitut der Universität Wien. Lebt seit 1988 als freie Journalistin, Schriftstellerin und Übersetzerin in Deutschland.
Roman - ab 16 J. - 315 Seiten
HOMOSEXUELLE
Forrest, Katherine V.
Tradition
Hamburg: Argument, 1993. 253 Seiten. ATS 117.
Sprache des Originals: Amerikanisch.
Hauptfiguren: die lesbische Kriminalkommissarin Kate Delafield
Schauplatz, Hintergrund: Los Angeles
Thema, Problem: wie eine lesbische Frau sich behauptet
Inhalt: Die lesbische Kriminalkommissarin muß den Mord an einem homosexuellen Restaurantbesitzer klären. Der Täter ist bald gefunden, doch wie werden die Geschworenen den Mord an einem Homosexuellen beurteilen, wenn sich schon Ed Taylor, der Partner Delafields, und der Gerichtsmediziner durch schwulenfeindliche Äußerungen auszeichnen?

Katherine V. Forrest, geboren 1939 in Kanada, lebt mit ihrer Lebensgefährtin in Los Angeles. Sie arbeitet als Schriftstellerin und Redakteurin für den Frauenverlag "The Naiad Press". Bis jetzt erschienen vier Kriminalromane mit der Kommissarin Delafield.
Roman - ab 16 J. - 253 Seiten - Bibliothek: IM-I
HOMOSEXUELLE
Forrest, Katherine V.
Die Tote hinter der Nightwood Bar
Hamburg: Argument, 1993. 232 Seiten. ATS 117.
Sprache des Originals: Amerikanisch.
Hauptfiguren: die lesbische Kriminalkommissarin Kate Delafield
Schauplatz, Hintergrund: Los Angeles
Thema, Problem: wie eine lesbische Frau sich behauptet
Inhalt: Heldin des Krimis von Katherine V. Forrest ist die lesbische Kriminalkommissarin Kate Delafield von der Mordkommission in Los Angeles. Sie muß, zusammen mit ihrem schwulenfeindlichen Kollegen Ed Taylor, den Mord an einem jungen Mädchen aufklären, das tot hinter einer Lesbenbar gefunden wurde. Es geht in diesem Krimi nicht nur um die Suche nach dem Täter, sondern auch um die Schwierigkeiten einer lesbischen Frau im männlich dominierten Polizeiapparat.
Roman - ab 16 J. - 232 Seiten - Bibliothek: IM-I
GEISTIG BEHINDERTE
Grill, Evelyn
Wilma
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1994. 131 Seiten. ATS 116.
Hauptfiguren: die geistig behinderte Wilma und ihre Pflegemutter Agnes
Schauplatz, Hintergrund: ein Dorf in einer österreichischen Bergprovinz
Thema, Problem: die Außenseiter-Existenz
Inhalt: Evelyn Grill erzählt die ineinander verflochtenen Lebenswege zweier Frauen, deren Außenseiter-Existenz in der dörflichen Enge österreichischer Bergprovinz zur Provokation wird. Die in geistiger Behinderung sprachlose Wilma beunruhigt mit ihrer monströsen Körperlichkeit die Dorfbewohner, ihre Pflegemutter Agnes versucht mit streng geregelter Lebensführung dem "Unabänderlichen" zu trotzen.

Evelyn Grill, geboren bei Steyr/Oberösterreich, lebte nach einem Jusstudium in Linz, seit 1986 wohnt sie in Deutschland.
Erzählung - ab 16 J. - 131 Seiten
HOMOSEXUELLE
Grossmann, Thomas
Schwul - na und?
Reinbek: Rowohlt, 1991. 220 Seiten. ATS 94.
Hauptfiguren: Im strengen Sinne keine, da Sachbuch. Aufgrund der verwendeten Sprache und vor allem der Präsentation der Thematik Homosexualität kann aber durchaus der Autor selbst (Thomas Grossmann) eine Identifikationsfigur sein als selbstbewußter schwuler Psychologe.
Schauplatz, Hintergrund: Gegenwart, Konzentration auf Deutschland
Thema, Problem: Homosexualität - beide Geschlechter, aber doch mehr "schwulenlastig", Einführung und Ratgeber vor allem für junge Lesben und Schwule, wie sie zu glücklichen erwachsenen Lesben und Schwulen werden können; leichtverständliche Darstellung, was es zum Thema Homosexualität zu wissen gibt.
Inhalt: Wie leben junge, erwachsene und ältere Lesben und Schwule? Vor welchen Problemen stehen sie? Und wie können sie trotz aller Vorurteile glücklich sein? Dieser Ratgeber-Klassiker gibt Auskunft über Freuden und Leiden, über lesbischen und schwulen Alltag, bietet viele Interviews mit jungen Lesben und Schwulen und zeigt Beispiele geglückten lesbischen bzw. schwulen Lebens mit vielen praktischen Tips. Das Buch ermutigt lesbische und schwule Jugendliche und erläutert komplizierte soziologische, politische, geschichtliche Zusammenhänge in einer einfachen Sprache mit weitgehendem Verzicht auf Fachchinesisch.

Thomas Großmann, geboren 1951 in Hamburg. Arbeitet u.a. in der Beratung von Lesben und Schwulen sowie deren Angehörigen, Autor einiger einschlägiger Ratgeber.
Sachbuch - ab 14 J. - 220 Seiten
HOMOSEXUELLE
Hauser, Maria
Im Himmel kein Platz? Lebensgeschichten von homosexuell Liebenden
Linz: Edition Sandkorn, 1993. 197 Seiten. ATS 285.
Hauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: verschiedene
Thema, Problem: die Liebes- und Leidensgeschichten der Homosexuellen in unserer Gesellschaft
Inhalt: Ausgehend vom "Coming Out" ihres eigenen schwulen Sohnes beschreibt Maria Hauser überzeugend die Befindlichkeit homosexueller Frauen und Männer in unserer Gesellschaft. Mit viel Einfühlungsvermögen schildert sie die Schwierigkeiten, auf die homosexuelle Menschen treffen, wenn sie zu ihrem Glauben stehen und das Recht fordern, als gleichwertige Menschen und Christen von der katholischen Kirche anerkannt zu werden.

Maria Hauser wurde 1931 im Mühlviertel in Österreich geboren. Sie arbeitete bis zu ihrer Pensionierung als Kindergärtnerin. 1989 erschien ihr erstes Buch. "Im Himmel kein Platz?" war ihr zweites Buch.
Biographie - ab 16 J. - 197 Seiten - Bibliothek: IM-I
ARME
Hinton, Susan E.
Die Outsider
München: dtv, 1983. 171 Seiten. ATS 65.
Sprache des Originals: Amerikanisch.
Hauptfiguren: Ponyboy, der Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: Armenviertel einer Großstadt
Thema, Problem: Konflikt zwischen Jugendbanden verschiedener sozialer Herkunft; Eigendynamik eines sozialen Umfelds
Inhalt: Ponyboy ist erst vierzehn Jahre alt, lebt mit seinen beiden Brüdern Darry und Sodapop zusammen. Ihre Eltern kamen bei einem Auotunfall ums Leben. Seither sorgt Darry, mit zwanzig Jahren der älteste der Brüder, für die beiden jüngeren. Die Curtisbrüder sind Mitglieder der Greasers, einer Jugendbande, die in erster Linie auf die Freundschaft baut, die die Bandenmitglieder miteinander verbindet. Die Jugendlichen kommen zum Teil aus zerrütteten Familienverhältnissen oder haben niemanden mehr, der sich um sie kümmert. Ihr Zuhause, ihre Familie ist die Bande. Anschaulich und einfühlsam beschreibt die damals sechzehnjährige Autorin die einzelnen Charaktere in einer saloppen Sprache, die den jugendlichen Lesern einen leichten Zugang zum Text eröffnet. Auch gelingt es ihr, die Socs, obwohl sie die Gegenspieler der Greasers sind, als Jugendliche zu beschreiben, denen zwar im Leben mehr geschenkt wird, weil sie reiche Eltern haben, aber ansonsten sich mit den gleichen Ängsten, Sorgen und Sehnsüchten auseinanderzusetzen haben wie die Greasers. Ponyboy überwindet während der sich überstürzenden Ereignisse Feindbilder und erkennt den Menschen in den Eltern, die versagen, im Lumpen, der aus Verbitterung, Einsamkeit und Freundschaft sein Leben opfert, im reichen Soc, der die Greasers bekämpft und mit seinem Mädchen Sonnenuntergänge bewundert.

Susan E. Hinton schrieb mit 16 Jahren dieses Buch, Francis Coppola verfilmte die Romanvorlage.
Roman - ab 12 J. - 171 Seiten
GEISTIG BEHINDERTE
Härtling, Peter
Das war der Hirbel
München: dtv, 1978. 94 Seiten. ATS 57.
Sprache des Originals: Deutsch.
Hauptfiguren: Hirbel
Schauplatz, Hintergrund: Kinderheim
Thema, Problem: Soziale und körperliche Behinderung
Inhalt: Hirbel ist zwar schon zehn Jahre alt, wirkt aber wegen seiner geistigen Behinderung wie ein Sechsjähriger, er hat oft Kopfschmerzen und Krämpfe. In seiner Welt herrscht eine andere Logik als in seinem Umfeld. Einfühlsam nimmt der Autor mitunter den Standpunkt des kleinen Hirbel ein und beschreibt die Sicht der Dinge mit dessen Augen. Ohne zu werten, ohne die Welt in Gut und Böse auseinanderfallen zu lassen, wird der Hirbel zum Schnittpunkt der Perspektiven und Bedingungen, unter denen das Leben eines behinderten Kindes Gestalt annimmt. Die kindgemäße Sprache ermöglicht den Kindern die Identifizierung mit der Hauptfigur und erreicht somit eine Erweiterung des Gesichtsfeldes der kindlichen Welt und setzt Gefühle frei.

Peter Härtling, 1933 in Chemnitz geboren, Literaturredakteur, Mitherausgeber einer Zeitschrift, Cheflektor und Geschäftsführer eines großen Verlags, Deutscher Jugendbuchpreis für "Oma".
Erzählung - ab 10 J. - 94 Seiten - Bibliothek: Landesbücherei IBK
ZIRKUSWELT
Kaiser-Golgoje, Irmgard Monika
Windhunde - Stars in der Manege
Mürlenbach/Eifel: Kynos Verlag, 1990. 149 Seiten. ATS 309.
Hauptfiguren: Barsoi-Windhunde
Schauplatz, Hintergrund: Zirkus
Thema, Problem: Alltag im Zirkus zwischen Menschen und Tieren
Inhalt: In diesem Roman, der aus einer Folge von Erzählungen besteht, setzt die Autorin nicht nur den russischen Barsoi-Windhunden ein Denkmal, sondern sie zeichnet auch ein Porträt der Menschen im Zirkus, ihres Alltags, ihrer Freuden - einer Welt, die den meisten verborgen ist. Neben den Erzählungen enthält das Buch auch einige Gedichte über die Barsoi und Hunde als Freunde des Menschen.

Irmgard Kaiser (Monika ist ihr Künstlername) wurde am 24. 4. 1929 als Tochter eines Spenglers geboren, kam aber bereits im Alter von sieben Jahren als Vollwaise in eine Klosterschule, aus der sie in den Wirren der Nachkriegszeit ausriss. Sie gelangte nach Bremerhaven, wo sie als Küchenmädchen arbeitete, und entdeckte bei einem Besuch des Zirkus Carl Althoff die Welt der Fahrenden. Es gelang ihr, als Pferdepflegerin eingestellt zu werden. In den folgenden Jahren arbeitete sie sich langsam nach oben. 1953 arbeitete sie beim Zirkus Roland-Bremen, wo sie ihren Mann kennenlernte, den sie 1954 heiratete. 1959 lernte das Ehepaar in Bremen einen alten Russen kennen, der bislang eine Kosakentruppe geführt hatte. Er gab sein Wissen und zwei eintrainierte Pferde an das Ehepaar Kaiser weiter; es entstand eine berühmte Kosakenreitergruppe. 1974 wurde die Nummer durch einige russische Windhunde (Barsoi) vergrößert; die Kosakennummer wurde durch die unendliche Geduld Monika Kaisers bei der Arbeit mit den Hunden zu einer einmaligen Darbietung, die sie berühmt machte. Monika Kaiser verstarb am 13. 1. 1986 während eines Gastspieles des Circo Cesare Togni in Neapel. Die vier Kinder der Kaisers traten in die Fußstapfen der Eltern und arbeiteten von klein an in der Kosakennummer mit. Der Sohn Juri führt die Arbeit mit den Windhunden weiter, die Tochter Scarlett ist heute Direktorin des bekannten Circus Flic Flac.
Roman - ab 12 J. - 149 Seiten
AUßENSEITER
Klimke, Christoph
Der Test oder: Chronik einer veruntreuten Seele
Stuttgart: Radius, 1992. 95 Seiten. ATS 184.
Hauptfiguren: ein namenloser Mann
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland
Thema, Problem: Melancholie und Wut durch den bevorstehenden, endgültigen Abschied vom Leben
Inhalt: Klimke erzählt von einem Menschen, der durch das Ergebnis seines Aids (?) Tests gezwungen ist, sein bisheriges Leben neu zu beurteilen. Er läßt sein Leben an sich vorüberziehen und versucht dadurch, sich selbst neu zu (er)finden.

Christoph Klimke, geboren 1959, lebt seit 1984 als Schriftsteller in Berlin. Er hat Gedichte, Erzählungen und Theaterstücke veröffentlicht.
Erzählung - ab 16 J. - 95 Seiten - Bibliothek: IM-I
ARME
Lang, Franz
Der Hungerweg
München: dtv, 1995. 183 Seiten. ATS 72.
Sprache des Originals: Deutsch.
Hauptfiguren: Die Schwabenkinder
Schauplatz, Hintergrund: Südtirol, der Weg ins Schwabenland, Ravensburg und Umgebung
Thema, Problem: Politische Ignoranz gegenüber der Armut von Kindern; das Leid über Beziehungen, die nicht andauern können, weil sie den Gesetzen der Armut gehorchen müssen
Inhalt: Im frühen Frühjahr, noch liegt Schnee, brechen die Kinder der Bergbauern Südtirols unter der Obhut von Schwingshackl ins Schwabenland auf. Der Weg führt über den Reschen nach Landeck, von dort über den Arlbergpass nach Ravensburg. Die Kleider und das Schuhwerk können den noch winterlichen Wetterverhältnissen nicht standhalten. Sebastian wird krank. Um ihren Hunger zu stillen, um Unterschlupf für die Nacht zu finden, ist Schwingshackl mit seinen nahezu fünfzig Kindern vom guten Willen der Leute abhängig, die in den Dörfern ansässig sind, die auf ihrem Weg liegen. Nicht immer haben sie Glück. Manchmal war schon eine Gruppe Kinder vor ihnen da. Der Kindermarkt in Ravensburg entscheidet über Wohl und Wehe der Kinder. Zu wem werden sie kommen? Wer wird sich ihrer den Sommer über annehmen? Möchte sie überhaupt ein Bauer in seine Dienste nehmen, so abgerissen und ausgemergelt, wie sie aussehen? Schwingshackl wird den Eltern zu Hause das Geld überbringen, das er für seine Schützlinge herausschlagen kann. Die Kinder erhalten Kleidung und hoffentlich genug zu essen für ihre Arbeit. Der Geschichte sind eine Landkarte, auf der der Weg der Schwabenkinder eingezeichnet ist, beigelegt und einige Originaldokumente, z. B.eine Meldekarte, die vom Verein zum Schutz der Schwabenkinder 1890 eingeführt wurde. Franz Lang berichtet ausschließlich von lieben, armen Kindern und von lieben, guten Arbeitgebern.

Othmar Franz LANG 8. 7. 1921 in Wien geboren, freier Schriftsteller, beschäftigt sich mit unterschiedlichsten Themen, bisweilen werden ihm Harmonisierungstendenzen vorgeworfen.
Roman - ab 10 J. - 183 Seiten - Bibliothek: Landesbücherei IBK
AUßENSEITER
Lobe, Mira
Das kleine Ich-bin-Ich
München, Wien: Jungbrunnen, 1972. 32 Seiten. ATS 166.
Hauptfiguren: ein buntes Tier
Schauplatz, Hintergrund: Tierreich
Thema, Problem: Identitätssuche
Inhalt: "Auf der bunten Blumenwiese geht ein buntes Tier spazieren" und ist vorerst noch guter Dinge, bis ein Frosch es fragt, wer es sei. "Wer vergißt, wer er ist, der ist dumm, Bum!" Und dumm mag das bunte Tier nicht sein. So fragt es Pferde, Kühe, Hunde und andere Tiere, ob sie ihm nicht sagen könnten, was es für ein Tier sei. Aber die Tiere können ihm nicht weiterhelfen. Da wird das bunte Tier ganz traurig, weil es denkt, daß es vielleicht überhaupt bloß ein Niemand sei. "Aber dann, mit einem Ruck bleibt das Tier plötzlich stehen" und kommt zur Erkenntnis über sich.

Mira Lobe: 1913 in Görlitz/ Schlesien geboren, 1936 Emigration aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Palästina, 1950 Rückkehr nach Wien, 1980 Österr. Würdigungspreis für Kinder- & Jugendliteratur.
Erzählung - ab 6 J. - 32 Seiten
AUßENSEITER
Lobe, Mira
Die Sache mit dem Heinrich
Wien- München: Jungbrunnen, 1989. 126 Seiten. ATS 145.
Sprache des Originals: Deutsch.
Hauptfiguren: Julia, teilweise Heinrich
Schauplatz, Hintergrund: Wien
Thema, Problem: Misshandlung von Kindern und die Hilflosigkeit der Umgebung
Inhalt: Heinrich lebt in einer einfachen Gegend, in der niemand gerne anderen hilft. Er wird von seinem Stiefvater geschlagen. Die meisten Kinder in seiner Klasse finden es normal, wenn er blaue Striemen am Rücken hat. Eine "gsunde Tachtel" hat jeder von ihnen schon bekommen. Außer Julia, die nicht versteht, warum keiner etwas unternimmt. Sie versucht, Heinrich zu helfen, doch solange er nicht sagen will, was mit ihm passiert, kann niemand helfen: Julias Eltern nicht, die Lehrerin nicht und auch nicht die Polizei. Doch Julia gibt nicht auf, obwohl sie oft kurz davor ist. Sie bringt einen Polizisten dazu, vor Heinrichs Haus "aufzupassen". Genau an diesem Abend verliert Heinrichs Stiefvater völlig die Beherrschung und wirft den Jungen das Stiegenhaus hinunter.
Erzählung - ab 12 J. - 126 Seiten - Bibliothek: Landesbücherei IBK
SOZIAL UNTERDRÜCKTE
Manzi, Alberto
Amigo, ich singe im Herzen
Reinbek: Rowohlt, 1980. 125 Seiten. ATS 58.
Sprache des Originals: Italienisch.
Hauptfiguren: Pedro
Schauplatz, Hintergrund: Hazienda in Südamerika
Thema, Problem: Ausbeutung und Unterdrückung von Armen
Inhalt: Die Menschen, die auf der Hazienda leben, wissen, dass alles dort, auch sie selbst, dem Padrone gehört, doch sie glauben, dass sie dankbar sein müssen, weil sie für ihren Herrn arbeiten dürfen. Sie sind zwar nicht glücklich, aber sie leben. Nur einer beginnt nachzudenken und erkennt die Ungerechtigkeit: Pedro. Er ist anders, denn er verzichtet auf die tägliche Ration Koka, das den Menschen das schwere Leben erleichtert. Er bringt auch die anderen dazu nachzudenken. Er hat bei einem Priester lesen und schreiben gelernt und lehrt jetzt die Menschen im Dorf. Doch die Aufseher schikanieren ihn und seine Freunde, weil sie Angst vor einem Aufstand haben. Viele im Dorf resignieren, doch Pedro gibt nicht auf. Seine Freiheit und die der anderen ist ihm mehr wert als sein Leben. Er wird von den Aufsehern umgebracht. Doch er hat etwas bewirkt, er hat die Menschen wachgerüttelt. Zum Schluss stellt Manzi die Frage: Wie viele Pedros müssen noch sterben, damit der Mensch endlich lernt, den Menschen zu achten?

Alberto Manzi: 1924 in Rom geboren, Lehrer, 1954 Auswanderung nach Südamerika, unterstützte via Fernsehen die Alphabetisierungskampagne, 1967 gründete er in Ecuador eine landwirtschaftliche Kooperative - nach einigen Jahren Rückkehr nach Italien, seine Romane wurden in 36 Sprachen übersetzt.
Erzählung - ab 12 J. - 125 Seiten - Bibliothek: Landesbücherei
ARME
Manzi, Alberto
El Loco
Wien, München: Jugend und Volk, 1980. 192 Seiten. ATS 72.
Sprache des Originals: Italienisch.
Hauptfiguren: El Loco (der Verrückte)
Schauplatz, Hintergrund: Dorf in Südamerika
Thema, Problem: Unterdrückung der Indios
Inhalt: Die Indios leben in dem Dorf, ohne zu merken, wie sie unterdrückt werden. Erst als die Erzbaugesellschaft Land der Comunidad (Gemeinschaft der Indios mit alten Traditionen) will und die Indios dieses verweigern, bekommen sie die Macht der Weißen in ihrem Land zu spüren. Man versucht sie einzuschüchtern, indem man ihnen Wasser nimmt und sogar Menschen ermordet. Doch El Loco, der Verrückte des Dorfes, bringt die Menschen durch seine "dummen Fragen" zum Nachdenken. Er zeigt ihnen auch, dass "Verrückte", wie das behinderte Mädchen, das sie "Speichlerin" nennen, helfen können. Viele Junge lehnen sich gegen die Autorität der Weißen auf., vor allem Furiosa, die bewegende Figur neben El Loco. Sie schaffen es, die Mächtigen für eine Weile aus dem Dorf zu vertreiben. Doch die Weißen kommen mit den Soldaten zurück. Sie zerstören viel, doch sie können den Stolz und Mut der Indios nicht mehr brechen. Auch wenn es den Eingeborenen nicht gleich gelingt, ihr Dorf zu befreien, und sie immer wieder Niederlagen erleben, geben sie nicht auf.

Erzählung - ab 12 J. - 192 Seiten - Bibliothek: Landesbücherei IBK
HOMOSEXUELLE
Meißner-Johannknecht, Doris
Amor kam in Leinenschuhen
Ulm: Ravensburger Taschenbuchverlag, 1996. 125 Seiten. ATS 57.
Sprache des Originals: Deutsch.
Hauptfiguren: Johanna, genannt Jojo
Schauplatz, Hintergrund: Berlin, zwischen West und Ost
Thema, Problem: Ich bin ein Mädchen - und bin verliebt - in ein Mädchen. Darf ich das?
Inhalt: Johanna zieht mit ihren Eltern von einer Kleinstadt nach Berlin. Die Geschäfte gehen gut, und Johannas Vater möchte expandieren, indem er den neuen Markt im Osten zu nutzen sucht - er ist Grundstücksmakler. Die Mutter - schön und begehrenswert - expandiert ebenfalls: Ihr Liebesleben. Was Johanna weiters nicht stört, so lange sie ihre Ruhe hat. Johanna läßt nicht bloß Freunde, Großmutter und ihr Pferd in der Kleinstadt zurück, sondern auch ihre Kindheit. In Berlin wird sie von der "großen, weiten" Welt erwartet, mit der Johanna anfangs nichts anzufangen weiß, bis sie Franziska trifft. Franziska steht ihr erst mal ablehnend gegenüber: Gehört doch Johannas Vater zu den "Raubrittern", die den Osten ausbeuten. Eine gemeinsame Arbeit über Christa Wolf bringt die beiden einander näher - zu nahe? In ihrer Liebe zu Franziska entdeckt Johanna immer mehr von ihrem Selbst. Im Dreieck: Franziska - Christa Wolf - Ich, zwischen den Welten ihrer reichen Eltern und den bescheideneren Verhältnissen in Franziskas Familie entwickelt Johanna ihre Persönlichkeit.

Doris Meißner-Johannknecht, 1947 in Dortmund geboren, studierte und unterrichtete Deutsch, Literatur und Erziehungswissenschaften, rezensierte zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, bevor sie selbst zu schreiben begann.
Roman - ab 14 J. - 125 Seiten
ARME
Pausewang, Gudrun
Ich habe Hunger. Ich habe Durst
Ulm: Ravensburg Verlag, 1984. 141 Seiten. ATS 64.
Sprache des Originals: Deutsch.
Hauptfiguren: Mama Soto und ihre Kinder
Schauplatz, Hintergrund: Dorf & Stadt in Südamerika
Thema, Problem: Kulturelle und soziale Entwurzelung
Inhalt: Die Sotos, eine Indiofamilie aus den Bergen, lebt nun schon seit drei Generationen auf dem Ziegenhügel von dem, was sie der Natur durch Anbau und Tierhaltung abgewinnen kann. Eines Tages kauft ein Fabriksbesitzer aus dem Nachbardorf Mama Soto den Ziegenhügel gegen ihren Willen ab, und sie zieht, von ihren Verwandten, Freunden und Nachbarn beneidet, mit ihren Kindern in die Stadt. Ihre älteste Tochter findet rasch Gefallen an dem Leben, das man sich für Geld kaufen kann. Mama Soto dagegen findet sich in der Stadt nur schwer zurecht. Daran gewöhnt, dass der, der hat, gibt, überschätzt sie ihre finanziellen Mittel, indem sie den Ärmsten der Armen hilft. Schon bald landet sie mit ihren Kindern im Armenviertel und kann sie nicht vor Kriminalität und krummen Geschäften bewahren. Lange verbietet ihr der Stolz und der Schmerz um den verlorenen Ziegenhügel zurückzukehren. Erst nach dem Tod ihres jüngsten Kindes macht sie sich auf den Heimweg. Durch die Sichtweise der Indiofrau wird dem jungen Leser bewusst, dass der Preis für Geld und Annehmlichkeit der Verlust von Natur, kultureller Verschiedenheit und Freundschaft sein kann.

Gudrun Pausewang, 1928 geboren, war als Lehrerin in Südamerika tätig, später in Hessen, neben Jugendbüchern veröffentlichte sie auch Erwachsenenromane.
Roman - ab 11 J. - 141 Seiten
KÖRPERLICH BEHINDERTE
Radtke, Peter
M wie Tabori. Erfahrungen eines behinderten Schauspielers
München: Piper, 1990. 170 Seiten. ATS 108.
Hauptfiguren: Peter Radtke, George Tabori
Schauplatz, Hintergrund: München
Thema, Problem: Erarbeitung eines Theaterstückes
Inhalt: Das Buch handelt vom Erarbeitungsprozeß des Theaterstückes "M" von George Tabori nach einer Vorlage von Euripides (Medea) in den Münchner Kammerspielen. Radtke beschreibt, wie er als schwerstbehinderter Schauspieler lernt, seine Behinderung in den Erarbeitungsprozeß einzubringen. Sowohl für Radtke als auch für die nichtbehinderten SchauspielerInnen unter George Tabori als Regisseur wird die Arbeit zu einem faszinierenden Abenteuer. Kunst und Behinderung befruchten einander.

Peter Radtke, geboren 1943 in Freiburg/Breisgau, ist Autor, Journalist, Fernsehmacher, Schauspieler, Geschäftsführer der Arbeitgemeinschaft "Behinderte in den Medien", Präsident von EUCREA-International. Behindert seit seiner Geburt (Glasknochenkrankheit) wächst er als Sohn eines Schauspielerehepaares auf. Seine Talente werden gefördert, sein Selbstvertrauen und Mut gegenüber Nichtbehinderten gestärkt. Er studiert Germanistik und Romanistik und engagiert sich in der Behindertenbewegung. Daneben schreibt er Texte (u.a. Theaterstücke), inszeniert und spielt selber.
Biographie - ab 15 J. - 170 Seiten
HOMOSEXUELLE
Rick, Karin
Côte d´Azur. Zwei Frauen - eine Liebesgeschichte
Wien: Wiener Frauenverlag, 1993. 61 Seiten. ATS 148.
Hauptfiguren: Ich-Erzählerin und Felicitas
Schauplatz, Hintergrund: Südfrankreich
Thema, Problem: eine Liebesbeziehung zwischen zwei Frauen
Inhalt: Zwei Frauen reisen nach Südfrankreich. Diese Reise symbolisiert die ideale Situation des Glücks. Negative Reaktionen von Mitreisenden werden nur am Rande wahrgenommen. Im Mittelpunkt steht für beide Frauen das uneingeschränkte Bekenntnis zu ihrer Liebe.

Karin Rick, geboren 1955 in Wien, Studium der Publizistik und Kunstgeschichte, Dolmetscher- und Übersetzerausbildung. 1980-85 Lehrauftrag an der Universität Nancy, Frankreich. Arbeit als Schriftstellerin, Herausgeberin und Übersetzerin. Zur Zeit im Kulturmanagement tätig.
Erzählung - ab 16 J. - 61 Seiten - Bibliothek: IM-I
KÖRPERLICH BEHINDERTE
Riess, Erwin
Herr Groll erfährt die Welt
Berlin: Elefanten Press, 1996. 189 Seiten. ATS 218.
Hauptfiguren: Herr Groll, Rollstuhlfahrer, und Herr Tritt
Schauplatz, Hintergrund: Wien und Umgebung, Berlin, New York
Thema, Problem: ein Nichtbehinderter wird über die Lebenssicht eines Behinderten aufgeklärt
Inhalt: Herr Groll, ein Berufsunfähigkeitspensionist und Rollstuhlfahrer, hat beschlossen, sich durch seine Behinderung in keiner Weise behindern zu lassen. Der nichtbehinderte Soziologe Tritt begleitet ihn. Er hofft, durch Groll Material für soziologische Studien zu erhalten. In Erzählungen und Dialogen rollen Episoden aus dem Leben behinderter Menschen ab. Groll besucht Golfplätze, inspiziert Behindertentoiletten, streicht einen Gartenzaun, besucht eine städtische Bücherei, kidnappt Kulturpolitiker, um ins Theater eingelassen zu werden ... Stets erteilt er dem ebenso hilfsbereiten wie hilflosen Soziologen eine Lehre. Dabei führt er diesen - und den Leser - in die Geschichte der internationalen Behindertenbewegung, des Independent Living Movement ein. Mit sarkastischem Witz wird das Leben eines Menschen vorgeführt, der es nichts und niemandem, am allerwenigsten einer behindertenfeindlichen Umwelt gestattet, in sein Leben einzugreifen. Er hat verstanden, daß das ihm aufgezwungene Leben gleichzeitig eine große Chance darstellt, denn "Wer im Rollstuhl sitzt, schaut der Wirklichkeit unter den Rock".

Erwin Riess, selbst behindert, ist seit Jahren in der Behindertenbewegung aktiv, schreibt Essays, Erzählungen und Theaterstücke. Er lebt in Wien.
Kurzgeschichten, Dialoge, Satire
ab 14 J. - 189 Seiten - Bibliothek: IM-I"
ARME
Rosegger, Peter
Peter der Waldbauernbub. Erzählungen
Innsbruck: Club Obelisk Verlag, 1993. 109 Seiten. ATS 88.
Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: Krieglach in der Steiermark und Umgebung
Thema, Problem: Armut, wie sie früher war - vor ca. 130 Jahren
Inhalt: Peter Rosegger erzählt in diesen Geschichten vom einfachen Leben seiner Waldheimat. Ob der Bub mit seinem Oheim Jochen mit der Dampflok fährt, um schließlich ohne Geld den Heimweg zu Fuß anzutreten, oder ob er sich vergeblich einen Taschenfeitel wünscht und wegen dieses einen unerfüllten Wunsches den Wert anderer Geschenke nicht mehr ermessen kann, oder ob er gar aus unverständigem Mitleid sein Sonntagsjöpple mit dem Herrgott teilt, Peter Rosegger beschreibt Erlebnisse und Glücksgefühle, die man nicht für Geld kaufen kann.

Peter Rosegger wuchs als armer Waldbauernbub in der Steiermark auf. 1878 erste öffentliche Lesung in Wien, 1902 Mitbegründer der "Waldschule" in Alpl, 1918 als geehrter Autor in Kieglach gestorben.
Erzählung - ab 8 J. - 109 Seiten
HOMOSEXUELLE
Samasow, Magliane
Die Tafeln der Maeve
Berlin: Quer-Verlag, 1996. 392 Seiten. ATS 291.
Hauptfiguren: Helen, lesbische Archäologin, die in der Jetztzeit lebt,; Anachytha, ihre Geliebte in der Jungsteinzeit; Maeve, die Mutter von Anachytha
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland, Irland; Gegenwart, 21. Jahrhundert, Jungsteinzeit; dörfliche Gemeinschaften im Irland der Gegenwart und der Vergangenheit
Thema, Problem: Erforschung einer alten matriarchalen Kultur, Darstellung der vielfältigen Beziehungen, die Frauen in Vergangenheit und Gegenwart miteinander leben
Inhalt: Die junge engagierte Archäologin Helen will sich ihre wissenschaftlichen Sporen bei Ausgrabungen uralter Steinüberreste auf der Insel Irland verdienen. Ganz im geheimen hofft sie Beweise für eine untergegangene matriarchale Kultur erbringen zu können. Doch schon einige Tage nach ihrer Ankunft auf der "grünen Insel" überstürzen sich die Ereignisse: Sie wird in eine alte steinzeitliche, von Frauen dominierte und von Frauenliebe geprägte Kultur versetzt; sie verliebt sich glücklich, aber Gauner aus der Gegenwart versuchen die Geschichte zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Ein lesbischer Fantasy-Roman mit Tiefgang, der anschaulich schildert, wie eine steinzeitliche Kultur in Europa ausgesehen haben könnte. Und zugleich ein spannender Abenteuerroman mit glaubwürdigen Personen.

Magliane Samasow, freischaffende Kurs-, Seminar- und Reiseleiterin, Schriftstellerin, lebt und arbeitet in Badmünstereifel, in der bundesdeutschen Lesbenbewegung aktiv.
Roman - ab 16 J. - 392 Seiten
HOMOSEXUELLE
Schoppmann, Claudia
Zeit der Maskierung. Lebensgeschichten lesbischer Frauen im "Dritten Reich"
Berlin: Orlanda Frauenverlag, 1993. 160 Seiten. ATS 218.
Hauptfiguren: verschiedene Frauen
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland während der NS-Zeit, vorwiegend großstädtische Bereiche
Thema, Problem: (Über-)Leben lesbischer Frauen während der Zeit des Nationalsozialismus, ergänzt durch einen Aufsatz der Autorin mit Grundlageninformationen über die nationalsozialistische Frauenpolitik sowie über die Situation von Lesben während der NS-Zeit.
Inhalt: Claudia Schoppmann stellt zehn Frauen vor, die in autobiographischen Erzählungen über ihr Überleben als lesbische Frauen während der NS-Zeit berichten; so z.B. die berühmte frauenrechtlerische Kabarettistin Claire Waldoff oder die mit der NS-Ideologie sympathisierende Schriftstellerin Ruth Margarethe Roellig. Besonders beeindruckend: Manche der Frauen konnten nur durch die Solidarität anderer überleben; andere wieder waren im antifaschistischen Widerstand aktiv.

Claudia Schoppmann, 1958 geboren, lebt heute als freie Autorin und Wissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Lesben im Nationalsozialismus in Berlin. Zweiter Schwerpunkt deutschsprachige Schriftstellerinnen im Exil. Arbeitet mit den Methoden der Oral History sowie der historischen Archivforschung und der Auswertung schriftlicher Quellen. Ist bis heute die wissenschaftliche Pionierin in diesem Bereich historischer Lesbenforschung.
Biographie - ab 16 J. - 160 Seiten
HOMOSEXUELLE
Toder, Nancy
Die Wahl des Glücks
Berlin: Krug & Schadenberg, 1994. 411 Seiten. ATS 291.
Sprache des Originals: Amerikanisch.
Hauptfiguren: Sandy, lesbische Collegestudentin (zu Handlungsbeginn 17 Jahre alt, aus dem ArbeiterInnenmilieu), dann in der Lesbenbewegung aktive Psychotherapeutin; Jennifer, Collegestudentin (ebenfalls 17 Jahre alt zu Beginn der Romanhandlung), Liebespartnerin Sandys bis zum Collegeabschluß, dann Familientherapeutin; Shelly, Geliebte und Lebenspartnerin Sandys; Barry, Ehemann Jennifers
Schauplatz, Hintergrund: USA, 60er bis 80er Jahre, Großstädte und Hawaii; US-amerikanischer StudentInnencampus, PsychologInnenkongreß
Thema, Problem: Coming Out einer jungen Lesbe, die erste Liebesbeziehung mit einer Gleichaltrigen und deren innere und äußere Schwierigkeiten, Überprüfung der jeweils getroffenen Lebens- und Liebeswahl sowohl durch die lesbische als auch die heterosexuelle Frau.
Inhalt: Sandy und Jennifer lernen sich als siebzehnjährige Collegestudentinnen im Studentinnenwohnheim kennen, verlieben sich und werden ein Paar. Nach dem Collegeabschluß trennen sie sich auf Wunsch Jennifers. Acht Jahre später, in denen sie keinen Kontakt mehr miteinander hatten, begegnen sie sich wieder auf einem PsychologInnenkongreß. Sandy lebt in einer glücklichen lesbischen Beziehung und ist eine anerkannte lesbische Psychotherapeutin; Jennifer hat geheiratet, ist kinderlos geblieben und arbeitet als Familientherapeutin. Die Wiederbegegnung wird für beide zum Anlaß, ihre früher getroffenen Lebensentscheidungen zu reflektieren. Einfühlsame Schilderung des schwierigen Heranwachsens junger Frauen und der sozialen Beziehungen im amerikanischen höheren Schulsystem. Ein ermutigendes Buch vor allem für junge Lesben mit einer beeindruckenden lesbischen Hauptheldin.

Nancy Toder, amerikanische klinische Psychologin, hat sich auf die psychotherapeutische Arbeit mit lesbischen Frauen spezialisiert.
Roman - ab 16 J. - 411 Seiten
HOMOSEXUELLE
van Dick, Lutz
Verdammt starke Liebe. Eine wahre Geschichte
Reinbek: Rowohlt, 1992. 160 Seiten. ATS 66.
Hauptfiguren: der Pole Stefan und der Deutsche Willi
Schauplatz, Hintergrund: Polen im Zweiten Weltkrieg
Thema, Problem: homosexuelle Liebe zur Zeit des Nationalsozialismus
Inhalt: Lutz van Dick erzählt die wahre Geschichte einer verbotenen Liebe während des zweiten Weltkriegs. Der Pole Stefan und der junge Wehrmachtssoldat Willi verlieben sich ineinander. Als Willi an die Ostfront versetzt wird, schreibt ihm Stefan in seiner Verzweiflung einen Brief. Dieser Brief landet bei der Gestapo und Stefan wird verhaftet.

Lutz van Dick, geboren 1955 in Berlin, Schriftsteller und Lehrer in Hamburg. Mitarbeit bei der Initiative "Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden" sowie bei der "Anne-Frank-Stiftung" in Amsterdam.
Roman - ab 16 J. - 160 Seiten
ARME, KÖRPERLICH BEHINDERTE
von der Grün, Max
Vorstadtkrokodile
Reinbek bei Hamburg: rororo, 1978. 153 Seiten. ATS 65.
Hauptfiguren: der Junge Hannes
Schauplatz, Hintergrund: eine Vorstadt in Deutschland
Thema, Problem: Integration von Behinderten; Gruppenzwang, und wie man ihn überwindet
Inhalt: Hannes muß eine Mutprobe bestehen, damit ihn die "Vorstadtkrokodile" aufnehmen. Allerdings zeigen sich die Bandenmitglieder gar nicht mutig, als Hannes in Gefahr gerät. In der Umgebung wird eingebrochen, immer wieder. Die Vorstadtkrokodile sind auf Einbrecherjagd. Dabei ist ihnen Kurt sehr behilflich, obwohl er im Rollstuhl sitzt und ihn erst niemand außer Hannes dabei haben wollte. Schließlich geraten die "Vorstadtkrokodiler" in einen Gewissenskonflikt: Sollen sie den Bruder von Frank, der zu den Einbrechern gehört, anzeigen? Ist ihnen dann Frank böse? Der Autor zeigt auf, wie Kindern durch Einstellungen und Haltungen von zu Hause Vorurteile vermittelt werden. Zugleich erzählt er aber davon, wie Prägungen durch andere Erfahrungen verändert werden können.
Max von der Grün: kaufmännische Lehre, Maurer und Angestellter, ab 1951 Bergmann im Ruhrgebiet, seit 1963 freier Schriftsteller in Dortmund.
Roman - ab 9 J. - 153 Seiten
ARME
Wölfel, Ursula
Die grauen und die grünen Felder
Ulm: Ravensburger Taschenbuch, 1982. 92 Seiten. ATS 57.
Sprache des Originals: Deutsch.
Hauptfiguren: Kinder
Schauplatz, Hintergrund: Lebensraum von Kindern überall auf der Welt
Thema, Problem: Armut, soziale Ungerechtigkeit, Anderssein und Angst haben
Inhalt: In diesen vierzehn wahren Geschichten erzählt die Autorin über Schwierigkeiten und Ängste, die Kinder aller Welt in einer Welt der Erwachsenen haben. Die Kinder von der Teichstraße machen die Erfahrung, dass die anderen Kinder vom Bahnweg genauso Kinder sind wie sie, obwohl sie Türken- und Zigeunerkinder sind, und dass ihre Eltern eigentlich ganz freundlich sind, grad so wie ihre Eltern. Juanita lehnt sich in einer zornigen Geste gegen den Unterschied, der zwischen ihr und der reichen Juanita besteht, auf und verliert so ihre Scham wegen ihrer Armut. Hannes, der Außenseiter, geht bei einem Schulausflug verloren, und einige seiner Mitschüler denken darüber nach, ob ihr Verhalten ihm gegenüber überhaupt recht ist. Und Manni freut sich über seine neuen Sandalen, er sabbert vor Freude und die Kinder ekeln sich vor ihm. Ein schwarzer Junge muss die Erfahrung machen, dass in der Stadt manche Dinge nur für Weiße sind. Während die Mutter von Diu Tee kocht, brausen Flieger heran, und wie sie wieder weg sind, ist sein Bruder Son tot. Ein Junge, den die Eltern nachts oft alleine lassen, überwindet seine Angst vor dem Nachtvogel - ganz alleine.
Ursula Wölfel, 1922 in Duisburg geboren; Studium der Germanistik und Pädagogik. Zuerst Lehrerin und pädagogische Assistentin, seit 1961 freie Schriftstellerin. 1962 Mond Mond Mond. Deutscher Jugendbuchpreis. 1972 Mitglied im PEN-Club. Österreichischer Förderpreis für Jugendliteratur. 1991 Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises. Weitere Werke sind: Fliegender Stern (1959), Sinchen hinter der Mauer (1960), Joschis Garten (1965), Die grauen und die grünen Felder (1970) u.v.a.m.
Biographie - ab 10 J. - 92 Seiten - Bibliothek: Landesbücherei IBK
GEISTIG BEHINDERTE
Wölfli, Adolf
"0 Grad 0/000: Entbranntt von Liebes, =Flammen"
Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch, 1996. 130 Seiten. ATS 140.
Thema, Problem: Erfahrungen und das Innenleben eines Schizophrenen
Inhalt: 85 ausgewählte Gedichte aus dem umfangreichen Werk Adolf Wölflis, eines schöpferischen Schizophrenen, schildern eine Welt mit eigenwilligen Strukturen.
Adolf Wölfli (1864-1930) verbrachte 30 Jahre seines Lebens in der Irrenanstalt Waldau bei Bern. Er ist eines der bekanntesten Beispiele für einen schöpferischen Schizophrenen. Durch zahlreiche Ausstellungen und Kataloge wurde er als Zeichner bekannt. Für Wölfli selbst galt seine schriftstellerische Tätigkeit als sein eigentliches Lebenswerk.
Letzte Aktualisierung: 20.8.2003 | URL: www.bibmondo.it/att/percorsi/im-min-so.html | XHTML 1.0 / CSS | WEBdesign, Info: M. di Vieste
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