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Biblioteca Culture del Mondo: Letteratura del mondo a lezioneInitiative Minderheiten: Literatur der Welt im Unterricht

Literatur der Welt im Unterricht / Letteratura del mondo a lezione

MINDERHEITEN (religiös): 18 Texte

MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / USA
Carmi, Daniella
Samir und Jonathan
München, Wien: Carl Hanser, 1996. 191 Seiten. ATS 190.
Sprache des Originals: Hebräisch.

Hauptfiguren: Der palästinensische Junge Samir und der israelische Junge Jonathan, beide Patienten im Krankenhaus
Schauplatz, Hintergrund: ein jüdisches Krankenhaus im Israel der Gegenwart
Thema, Problem: Toleranz
Inhalt: Samir lebt in einem von Israelis besetzten palästinensischen Dorf. Nach einem Fahrradunfall muß er in einem "Krankenhaus der Juden" operiert werden. Hier ist ihm alles fremd: die israelischen Kinder, Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger, die hebräische Sprache und vor allem die Ruhe. Die anderen Kinder reagieren auf Samir zunächst gleichgültig oder ablehnend. Dann beginnt Jonathan mit Samir über seine Träume von fernen Galaxien zu reden. Ein Buch über Freundschaft, Toleranz und die Annäherung fremder Welten.

Daniella CARMI, geboren in Tel Aviv, lebt heute in Jerusalem. Sie studierte Soziologie und Philosophie.

Erzählung
ab 12 J.
191 Seiten
Bibliothek: Landesbücherei IBK"
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / NIEDERLANDE
Frank, Anne
Tagebuch
Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch, 1996. 316 Seiten. ATS 95.
Sprache des Originals: Niederländisch.

Hauptfiguren: die Autorin, ihre Familie
Schauplatz, Hintergrund: Niederlande während des Nationalsozialismus
Thema, Problem: Verfolgungen durch die Nazis und das Leben einer jüdischen Familie während des Untertauchens
Inhalt: Anne Frank führte vom 12. Juni 1942 bis 1. August 1944 im Alter von dreizehn bis fünfzehn Jahren Tagebuch, das sie liebevoll Kitty nannte. In ihren Aufzeichnungen äußerte sie ihre Abneigungen, ihren Ärger sowie ihre Zuneigungen. Sie vertraute Kitty an, was sie den Mitversteckten gegenüber empfand, was sie und ihre Familie machten, was in der Enge des Amsterdamer Hinterhauses geschah. Dazwischen kamen Erinnerungen aus ihrer Kindheit sowie Schulzeit. Berührend sind die Schilderungen von schwerem Alltäglichen während des Untertauchens, von der ständigen Furcht, entdeckt zu werden, aber auch die Beschreibungen von Erfreulichem wie ihre Zuneigung für Peter van Daan. Ein paar Monate vor der Festnahme träumte sie noch von einem glücklichen Leben in der Freiheit.

Anne Frank, am 12. Juni 1929 als Kind jüdischer Eltern in Frankfurt am Main geboren, flüchtete 1933 mit ihren Eltern vor den Nazis nach Amsterdam. Als die Nazi-Armee 1941 die Niederlande überfiel und besetzte, versteckte sich die Familie Frank mit Freunden in einem Hinterhaus an der Amsterdamer Prinsengracht. Die Untergetauchten wurden im August 1944 von Nazi-Schergen festgenommen und nach Auschwitz verschleppt. Anne Frank starb 1945 in Bergen-Belsen. Ihr Todestag ist nicht bekannt.

Tagebuch
ab 14 J.
316 Seiten
Bibliothek: IM-I"
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN
Innocenti, Roberto
Rosa Weiss
Frankfurt am Main: Alibaba, 1986. 30 Seiten. ATS 183.
Sprache des Originals: Italienisch.

Hauptfiguren: Rosa Weiss, ein kleines jüdisches Mädchen
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland während des Nationalsozialismus
Thema, Problem: die Verfolgung von Juden durch das nationalsozialistische Regime
Inhalt: Rosa geht gern am Fluß spazieren. Doch eines Tages tauchen Panzer und Soldaten in Lastwagen auf. Kinder verschwinden. Rosa folgt den Lastwagenspuren und steht vor einem Stacheldrahtzaun - sie hat ein Konzentrationslager entdeckt. Von nun an bringt sie Essen ins Lager. Eines Tages ist die Front der Alliierten da; Rosa wird vor der Befreiung erschossen.

Erzählung
ab 7 J.
30 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / USA
Klüger, Ruth
weiter leben. Eine Jugend
München: dtv, 1994. 284 Seiten. ATS 99.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Die Autorin und ihre Mutter
Schauplatz, Hintergrund: Das Wien der 30er Jahre, diverse Konzentrationslager, das Nachkriegsbayern, die Vereinigten Staaten und das Deutschland der Gegenwart
Thema, Problem: schweres Leben von emigrierten Juden
Inhalt: Dies ist ein autobiographischer Roman, in dem die Autorin nicht nur ihre Kindheit in Wien, ihre Deportation nach Theresienstadt im Alter von elf Jahren, ihr Überleben im Konzentrationslager und die Emigration in die Vereinigten Staaten in den Nachkriegsjahren schildert; sie schreibt auch über anti- und philosemitische Tendenzen im Deutschland der Gegenwart, ihr Verhältnis zu den Deutschen und zu Amerika und die Wichtigkeit von Lyrik für ihr eigenes Überleben. Diese Biographie, die mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet wurde, geht weit über die "üblichen" Konzentrationslager-Biographien hinaus. Sie reicht bis in die Gegenwart und setzt sich sehr kritisch mit dem aktuellen Verhältnis zwischen Deutschen und (emigrierten) Juden und Jüdinnen auseinander.

Ruth Klüger, geboren 1931 in Wien, wurde mit 11 Jahren in die Konzentrationslager Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau und Christianstadt verschleppt und emigrierte 1947 in die Vereinigten Staaten. Heute ist sie Professorin für Germanistik an der University of California/ Irvine.

autobiographischer Roman
ab 16 J.
284 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / USA
Lehrman, Robert
Mamas Laden
Frankfurt a.M.: Alibaba, 1995. 143 Seiten. ATS 145.
Sprache des Originals: Englisch.

Hauptfiguren: Eine jüdische Emigrantin aus dem zaristischen Russland und ihre sechs Kinder
Schauplatz, Hintergrund: die jüdische Emigrantenszene des Jahres 1917 in den USA
Thema, Problem: Eine jüdische Frau strebt nach Selbständigkeit
Inhalt: Für viele Juden im zaristischen Russland des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts war Amerika das gelobte Land. Sie wollten Hunger, Erniedrigung und Angst um das nackte Leben, das durch immer wiederkehrende Pogrome gefährdet war, hinter sich lassen. Andererseits hatten sie nicht die Absicht, ihr bisheriges Leben, das durch die Grundsätze der Religion bestimmt war, zu verändern. So nahmen sie praktisch das innere, das kulturelle Ghetto mit übers Meer. "Mamas Laden" ist die Geschichte einer Frau und ihrer Kinder, die sich in einer schwierigen Situation entschließen, ihre Selbständigkeit höher zu setzen als die einschränkende Geborgenheit des kulturellen Ghettos. Anstatt zu den Verwandten nach New York zu ziehen, eröffnen sie einen kleinen Laden in der amerikanischen Provinz.

Robert Lehrman lebt in Washington, DC und ist Mitarbeiter eines Abgeordneten des Repräsentantenhauses. Das Buch basiert auf einer Episode aus seiner Familie.

Erzählung
ab 10 J.
143 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN
Michels, Tilde
Freundschaft für immer und ewig
München: dtv junior, 1995. 124 Seiten. ATS 77.

Hauptfiguren: Susi und Esther, zwei deutsche Mädchen
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland kurz vor der Machtergreifung Hitlers
Thema, Problem: Freundschaft zwischen zwei Mädchen
Inhalt: "Freundschaft für immer und ewig" haben sich Susi und Esther geschworen und ihren Bund mit Ringen besiegelt, die in der Mitte ein Hakenkreuz haben. Esthers Vater verbietet seiner Tochter, diesen Ring zu tragen. Da erfährt Susi, daß Esther Jüdin ist. Als die Schikanen gegen Juden und Andersdenkende in Deutschland zunehmen, wird die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe gestellt.

Tilde Michels wurde in Frankfurt a. M. geboren. Nach einem Fremdsprachenstudium lebte sie einige Zeit in Frankfurt und England. Derzeit lebt sie in München, schreibt Kinder- und Bilderbuchtexte und arbeitet für Rundfunk und Fernsehen. Bisher sind rund 40 Bücher von ihr erschienen.

Erzählung
ab 9 J.
124 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: ISLAM, HINDU
Nasrin, Taslima
Scham. Lajja
Frankfurt am Main: Fischer, 1996. 303 Seiten. ATS 109.
Sprache des Originals: Bengalisch.

Hauptfiguren: Familie Datta
Schauplatz, Hintergrund: Bangladesch im Dezember 1992
Thema, Problem: Hindus in Bangladesch als Opfer fundamentalistischer Moslems
Inhalt: Im Dezember 1992 wurde die Babri-Moschee durch hinduistische Fanatiker zerstört. In der Folge wurden die Hindus in Bangladesch hilflose Opfer der Rachefeldzüge von Moslems. Die Mitglieder der hinduistischen Arztfamilie Datta, Protagonisten des Romans, reagieren unterschiedlich auf die Bedrohung: der Arzt Sudhamay weigert sich, das Land zu verlassen, das er "Heimat" nennt. Suranjan, sein Sohn, versinkt in Lethargie. Maya, die lebenslustige Tochter, die einen Moslem liebt und die Grenzen zwischen den Religionen einreißen will, muß diese Überzeugung mit dem Leben bezahlen. Am Ende resignieren die Dattas und müssen einsehen, daß ihnen nur der Weg ins indische Exil bleibt.

Taslima Nasrin, 1962 in Mymensingh, damals Ost-Pakistan, heute Bangladesch, geboren, ist Ärztin. Seit Mitte der 70er Jahre schreibt sie, zunächst Zeitungsartikel, später Essays und Romane. An ihremRoman „Scham. Lajja", der von Februar 1993 bis zu seinem Verbot fünf Monate Lang in Bangladesch lieferbar war, entzündete sich der Protest fundamentalistischer Moslems. Die Autorin wurde von den islamischen Autoritäten ihres Landes mit dem Todesurteil, der "Fatwa", bedroht und floh außer Landes. Seit Sommer 1994 lebt sie in Schweden. Sie wurde mit dem Kurt-Tucholsky-Preis ausgezeichnet.

Roman
ab 14 J.
303 Seiten
Bibliothek: IM-I"
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / USA
Newman, Lesléa
A Letter to Harvey Milk
: A Letter to Harvey Milk.
Ithaka/New York: Firebrand Books, 1988. Seite 32 - 47.
Sprache des Originals: Englisch.

Hauptfiguren: Hary Weinberg, ein 77jähriger jüdischer Immigrant, seine Kursleiterin
Schauplatz, Hintergrund: San Francisco in den 80er Jahren, ein Schreibworkshop in einem Freizeitzentrum für Senioren
Thema, Problem: Eine wunderbare Geschichte über Toleranz und Verständnis, Homosexualität und Vergangenheitsbewältigung.
Inhalt: Der Witwer Harry nimmt in einem Seniorenzentrum an einem Schreibworkshop teil. Als er aufgefordert wird, einen Brief an einen Menschen aus seiner Vergangenheit zu schreiben, adressiert er ihn an Harvey Milk, den 1978 ermordeten Bürgermeister von San Francisco, der seine Homosexualität offen gelebt hatte. Während der alte Mann an seinen Aufzeichnungen arbeitet, kommt es zu einer intensiven Auseinandersetzung mit seiner jüdisch-lesbischen Kursleiterin und seiner eigenen Vergangenheit, und Harry schreibt eine Geschichte nieder, die er noch niemandem erzählt hat...

Lesléa Newman, 1956 in Brooklyn geboren, ist selbst Jüdin und lebt heute in Northampton, Massachusetts als Schriftstellerin. Mit "A Letter to Harvey Milk" gewann sie 1987 den "Raymond Carver Short Story Contest".

Kurzgeschichte
ab 16 J.
16 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / USA
Orgad, Dorit
Der andere Sohn
Frankfurt a. M.: Alibaba, 1994. 159 Seiten. ATS 145.
Sprache des Originals: Hebräisch.

Hauptfiguren: Der arabische Medizinstudent Chamid und Miriam, eine alte, geistig verwirrte Frau, seine Vermieterin
Schauplatz, Hintergrund: Tel Aviv 1966/67
Inhalt: Chamid kommt nach Tel Aviv, um Medizin zu studieren. Vergeblich sucht er als Araber in einer jüdischen Stadt nach einem Zimmer. Bis er auf Miriam trifft. Sie hat ihren Sohn im arabisch-israelischen Krieg verloren und ist seitdem etwas wunderlich. Sie lässt Chamid bei sich wohnen und nennt ihn Chaim. Ihre Töchter sind entsetzt... Ein Buch, das zeigt, dass die Wunden, die der Krieg schlägt, heilen können und daß Hass keine Dauerlösung ist.

Dorit Orgad wurde in Deutschland geboren, lebt aber seit frühester Kindheit in Israel. Sie ist Historikerin, Journalistin und lehrt jüdische Philosophie an der Bar-Ilan-Universität in Tel Aviv.

Erzählung
ab 12 J.
159 Seiten
Bibliothek: " (vergriffen)

MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / RUMÄNIEN, PALÄSTINA
Orlev, Uri
Lydia, Königin von Palästina
Weinheim, Basel: Beltz und Gelberg, 1997. 238 Seiten. ATS 92.
Sprache des Originals: Hebräisch.

Hauptfiguren: Lydia, ein jüdisches Mädchen
Schauplatz, Hintergrund: das Rumänien der dreißiger Jahre
Thema, Problem: die Situation rumänischer Juden, Emigration nach Palästina, die Probleme eines Kindes mit der Trennung ihrer Eltern und deren neuen Partnern
Inhalt: Lydia ist ein Wildfang. Sie weiß genau, was sie will, und sie ist überzeugt davon, daß sie auch alles erreichen kann, wenn sie nur darum kämpft. Ihre Eltern leben getrennt. Lydia kann die Freundin des Vaters und den Freund der Mutter nicht ausstehen. Als deutsche Soldaten Rumänien besetzen, schickt ihre Mutter sie mit einem Flüchtlingstransport nach Palästina, wo Lydia im Kibbuz auf sie wartet. Auch hier setzt sie sich mit Zähigkeit durch. Doch als die Mutter endlich kommt, ist plötzlich alles anders. Sie hat nämlich einen neuen Freund, und Lydia muß nun endgültig auf eigenen Beinen stehen.

Uri Orlev wurde 1931 in Warschau geboren und verbrachte einen Teil seiner Kindheit im Warschauer Ghetto. 1943 wurde er mit seinem Bruder und seiner Tante ins KZ Bergen-Belsen deportiert. Nach der Befreiung wanderte er nach Palästina aus, wo er über 20 Jahre in einem Kibbuz lebte. Orlev schrieb zahlreiche Bücher für Kinder, die mehrfach ausgezeichnet wurden und gehört zu den bedeutendsten Kinderbuchautoren Israels. Für sein Gesamtwerk erhielt er 1996 den internationalen Hans-Christian-Andersen-Preis.

Erzählung
ab 8 J.
238 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / ISRAEL
Shalom, Shin
Galiläisches Tagebuch
Hannover: Schönbach, 1990. 131 Seiten. ATS 197.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler (jüdischer Lehrer)
Schauplatz, Hintergrund: Palästina; die Jahre vor und nach der Entstehung Israels
Thema, Problem: der immer größer werdende Vertrauensverlust zwischen den beiden Nationen
Inhalt: Ein jüdischer Lehrer liebt ein arabisches Mädchen. Eine unmögliche Liebe aus mehreren Gründen, auch deshalb, weil sich das Verhältnis zwischen ortsansässigen Arabern und den erst vor kurzem eingewanderten Juden ständig verschlechtert.

Shin Shalom (eigentlich: Shalom Joseph Shapira) wurde 1904 in Parzew bei Lublin geboren. Ging bereits 1922 als Pionier und Siedler der ersten Stunde nach Palästina. 1930 - 1931 Studium und Dozentur für Hebräisch in Nürnberg und Erlangen. Zahlreiche Auszeichnungen. Shin Shalom lebt heute in Haifa.

Roman
ab 14 J.
131 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / USA
Singer, Isaac B.
Feinde, die Geschichte einer Liebe
München: dtv, 1976. 236 Seiten. ATS 94.
Sprache des Originals: Jiddisch.

Hauptfiguren: Herman Broder, polnisch-jüdischer Emigrant, arbeitet als Ghostwriter für einen amerikanischen Rabbi.
Schauplatz, Hintergrund: Die jüdische Emigrantenszene im New York der 50er Jahre
Thema, Problem: Singer schildert hier die Situation der Überlebenden des Holocaust. Auch wenn sie dem Wahnsinn physisch entkommen sind, sind sie für den Rest ihres Lebens gezeichnet. Sie leben in Angst, Resignation und Pessimismus.
Inhalt: Mit Hilfe der polnischen Bäuerin Jadwiga, die ihn versteckte, hat Herman Broder den Holocaust physisch überlebt, fühlt sich aber nach wie vor verfolgt. Nach der Emigration in die USA heiratet er Jadwiga aus Dankbarkeit. Intellektuell und erotisch fühlt er sich jedoch zu Mascha hingezogen, die im Konzentrationslager überlebt hat. Da taucht plötzlich Tamara, Hermans totgeglaubte Ehefrau auf. Hilflos und unentschlossen steht Herman zwischen diesen drei Frauen, bis er sich eines Tages der Situation entzieht, indem er verschwindet.

Isaac Bashevis Singer wurde 1904 in Polen geboren. Nach einer traditionell-jüdischen Erziehung besuchte er das Rabbinerseminar und arbeitete später als Journalist für eine jiddische Zeitung in Warschau. 1935 emigrierte er in die USA, wo er bald als Redakteur für den "Jewish Daily Forward" wurde. Für "Feinde, die Geschichte einer Liebe" erhielt er 1974 den National Book Award. 1978 erhielt der den Nobelpreis für Literatur für sein Gesamtwerk. Isaac B. Singer starb 1991.

Roman
ab 16 J.
236 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / USA
Spiegelman, Art
Maus. Die Geschichte eines Überlebenden
Reinbek: Rowohlt, 1989. 159 Seiten. ATS 218.
Sprache des Originals: Englisch.

Hauptfiguren: Der Autor und sein Vater
Schauplatz, Hintergrund: Der New Yorker Stadtteil Queens in den 70er Jahren und das von den Deutschen besetzte Polen während des Zweiten Weltkrieges
Thema, Problem: Mord an Euorpas Juden
Inhalt: Maus handelt vom Mord an Europas Juden. Berichtet wird die authentische Leidensgeschichte des polnischen Juden Wladek Spiegelman, der Auschwitz überlebte. Sein Sohn Art hat sie in Form eines Comicstrips aufgezeichnet, und zwar, indem er sie in die Tierwelt übertragen hat. So sind die Juden Mäuse, die Deutschen Katzen und die Polen Schweine. Der Comic hat zwei Handlungsstränge: Die Geschichte von Spiegelmans Vater, die dieser seinem Sohn erzählt und den Konflikt zwischen einem verbitterten, alten, am Leben zerbrochenen Mann, für den allein bürgerliche Werte zählen, und seinem Sohn, der den Ansprüchen seines Vaters nicht gerecht werden kann und will. Erst über den Akt des Erzählens findet eine vorsichtige Annäherung zwischen Vater und Sohn statt.

Art Spiegelman, geboren 1948 in Stockholm, Sohn polnisch-jüdischer Eltern, lebt als Comic-Zeichner in New York.

Comic
ab 14 J.
159 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN
Strobl, Ingrid
Anna und das Anderle. Eine Recherche
Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch , 1995. 111 Seiten. ATS 118.

Hauptfiguren: Die Buchhändlerin Anna
Inhalt: Die Buchhändlerin Anna, in Innsbruck aufgewachsen und jetzt Besitzerin einer Buchhandlung in Deutschland, kehrt auf der Suche nach den Ursprüngen ihrer politischen Identität nach Tirol zurück. Ihr Aufenthalt in Innsbruck wird zu einem Streifzug durch die nationalsozialistische Vergangenheit - aber nicht nur Vergangenheit, sondern auch Gegenwart - Innsbrucks. Hier muß sie sich mit den eigenen Wurzeln auseinandersetzen und damit, "daß man in keiner anderen Sprache so rhythmisch, so herzhaft, so natürlich dahersagen kann: Saujud, dreckata." Hier begegnet sie der Ritualmordlegende über das "Anderle von Rinn" wieder, die sie als Kind tief beeindruckt hat, und erkennt darin eine der Wurzeln ihres eigenen, unbewußten und als Antizionismus getarnten Antisemitismus. Ein besonders empfehlenswertes Buch für TirolerInnen, die schon immer mehr über die Tiroler Beteiligung am Holocaust wissen wollten.

Ingrid Strobl wurde 1952 in Innsbruck geboren, studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Wien und promovierte über "Rhetorik im Dritten Reich". Sie war langjährige Redakteurin bei "Emma" und lebt derzeit als freie Autorin und Filmemacherin in Köln. Ihr Forschungsschwerpunkt, mit dem sie sich in etlichen Publikationen befaßt, ist der Widerstand jüdischer Frauen gegen den Nationalsozialismus.

Essay
ab 16 J.
111 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN
Strobl, Ingrid
"Sag nie, du gehst den letzten Weg". Frauen im bewaffneten Widerstand gegen Faschismus und deutsche Besetzung
Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch, 1989. 351 Seiten. ATS 123.

Hauptfiguren: jüdische Partisaninnen in den Niederlanden, in Frankreich, Warschau, Wilna, Bialystok, Krakau, Minsk, Tito-Partisaninnen in Jugoslawien und spanische Partisaninnen im Kampf gegen die faschistische Franco-Diktatur
Schauplatz, Hintergrund: das von den Deutschen besetzte bzw. eroberte Europa
Thema, Problem: Jüdische Partisaninnen leisten Widerstand.
Inhalt: Dieses Buch basiert auf Interviews mit Frauen, die sich dem bewaffneten Kampf gegen Faschismus und Nationalsozialismus anschlossen. Während ihre männlichen Kollegen nach dem Krieg als Helden gefeiert wurden, fielen sie dem Vergessen anheim. Mit diesem Buch leistet Ingrid Strobl einen wichtigen Beitrag zur Erforschung weiblicher Geschichte, indem sie sehr lebendig Einzelschicksale wiedergibt. Ein spannendes und informatives Buch.

Ingrid Strobl wurde 1952 in Innsbruck geboren, studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Wien und promovierte über "Rhetorik im Dritten Reich". Sie war langjährige Redakteurin bei "Emma" und lebt derzeit als freie Autorin und Filmemacherin in Köln. Ihr Forschungsschwerpunkt, mit dem sie sich in etlichen Publikationen befaßt, ist der Widerstand jüdischer Frauen gegen den Nationalsozialismus.

Dokumentation / Interviews
ab 14 J.
351 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / USA
Vos, Ida
Wer nicht weg ist, wird gesehn
Frankfurt a.M.: Fischer Schatzinsel, 1996. 174 Seiten. ATS 94.
Sprache des Originals: Holländisch.

Hauptfiguren: Rahel, ihre kleine Schwester und ihre Eltern
Schauplatz, Hintergrund: die von den Deutschen besetzten Niederlande während des Zweiten Weltkrieges
Thema, Problem: Eine jüdische Familie wird verfolgt
Inhalt: Ida Vos erzählt in diesem Buch ihre eigene Geschichte. Es ist die Geschichte von Ria, die eigentlich Rahel heißt und gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester in den von den Nazis besetzten Niederlanden untertauchen muss. Sie werden von einer Familie versteckt, müssen mehrmals ihr Versteck wechseln, werden getrennt, und die beiden Mädchen kommen schließlich - als Arierinnen getarnt - zu Pflegeeltern.

Ida VOS wurde 1931 in den Niederlanden geboren. In diesem 1989 erschienenen Buch schreibt sie ihre Kindheitserinnerungen nieder.

Erzählung
ab 10 J.
174 Seiten
Bibliothek: "
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / UKRAINE
Weiss, Ruth
Sascha und die neun alten Männer
Wuppertal: Peter Hammer, 1997. Seite 1 - 79. ATS 131.

Hauptfiguren: der Bub Sascha und Dr. Kantor
Schauplatz, Hintergrund: eine ukrainische Stadt
Thema, Problem: wie Juden heute leben
Inhalt: Bei seinem Detektivspiel verfolgt Sascha den alten Dr. Kantor. Dieser nimmt ihn mit zu acht alten Männern, die in einem alten Haus wohnen. Die Männer erzählen Sascha vom Judentum, seinen Sitten und Gebraüchen, und der Bub lernt eine neue Kultur kennen.

Ruth Weiss wurde 1924 in Bayern geboren. 1936 verließ sie Deutschland und lebte mit ihren Eltern in Südafrika. Sie arbeitete viele Jahre als Journalistin und schrieb zahlreiche Bücher.

Erzählung
ab 9 J.
79 Seiten
Bibliothek: IM-I"
MINDERHEITEN / RELIGIÖS: JÜDISCHE LEBENSWELTEN / UKRAINE
Weiss, Ruth
Das Fest der Lichter
Wuppertal: Peter Hammer, 1997. Seite 81 - 120. ATS 131.

Schauplatz, Hintergrund: die Zeit zu Weihnachten bei einer christlichen und einer jüdischen Familie
Thema, Problem: Das jüdische Fest der Lichter (Chanukka) wird mit dem Weihnachtsfest verglichen.
Inhalt: Zwei Freundinnen, Lea und Eva-Maria, feiern Weihnachten und Chanukka - beide sind Feste der Lichter. Unaufdringlich wird die Kultur der Juden geschildert.


Letzte Aktualisierung: 20.8.2003 | URL: www.bibmondo.it/att/percorsi/im-min-re.html | XHTML 1.0 / CSS | WEBdesign, Info: M. di Vieste
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