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Index

Inhalt: Die in diesem Band versammelten Märchen bieten
einen hervorragenden Einblick in die Welt der Roma, in ihre
Traditionen, Mythen und Bräuche, in ihren Glauben und ihre
Lebensphilosophie. Die Märchen wurden über viele
Jahrzehnte an den verschiedensten Orten und aus den
unterschiedlichsten Gründen aufgezeichnet. In einem kleinen
Anhang werden die einzelnen Märchen genau dargestellt,
Erzähler, Zeit und Ort der Aufzeichnung angegeben und kurze
Anmerkungen hinsichtlich einer thematischen Zuordnung gemacht.
Besonders lesenswert: "Der Moskito". 139-146. 8 Seiten. Dieser
Text ist ein besonders originelles Schwankmärchen. Ein
Moskito kämpft gegen eine Kerze; indem er seine
Körperteile mit einem Bauern tauscht, wird er Mensch. Sowohl
die Torheit des vermeintlichen Helden als auch der
Bürgermeister als Amtsperson werden verspottet. Der
ursprünglich törichte Held geht schließlich als
Sieger hervor, gewinnt den Bürgermeisterposten sowie eine
reiche Bauerntochter. Lesealter: 12
"Der geschorene Priester". 300-303. 4 Seiten. Bulgarisches
Rom-Märchen. Bei diesem Schwankmärchen wird ein
Geistlicher verspottet, der sich mit der Ehefrau eines Rom
vergnügen will. Der Rom rächt sich an der Frau des
Geistlichen, indem er sie seinerseits verführt. Lesealter:
14
"Die Hütte von Sonne und Mond". 328-329. 1 Seite.
Italienisches Rom-Märchen. Das gute Mädchen, die
Stieftochter, wird im Winter mit einem Eimer Erdbeeren belohnt.
Die beiden unfreundlichen Stiefschwestern werden mit großen
Nasen und Schwänzen bestraft. Lesealter: 10
"Der Tod der Roma-Literatur". 475-476. 2 Seiten. Dieses
Rom-Märchen aus Bosnien-Herzegowina erklärt, warum die
Roma keine eigene Literatur besitzen: Der gelehrte Rom-König
ertrinkt in der Sintflut, und sein Esel frißt alle
gelehrten Bücher, die ganze schöne Literatur der Roma,
auf und verhungert am Ende. So stirbt die Literatur der Roma, und
darum, so die Schlussfolgerung, haben die Roma keine Bücher,
aus denen sie ihre Sprache und ihre Wissenschaft lernen
könnten. Mit diesem Motiv ist dieses Märchen ein
besonders wertvolles Zeugnis der Roma-Kultur, da es versucht, die
eigene Unwissenheit und fehlende Bildung zu erklären.
Lesealter: 12
Inhalt: Aus den verschiedensten Epochen, zu den unterschiedlichen Lebensbereichen und von renommierten sowie unbekannten indianischen Autoren haben die Herausgeber Lieder und Gedichte von eindringlicher Schönheit und beklemmender Intensität zusammengestellt. Sehr gut lässt sich anhand der jüngeren Gedichte feststellen, wie das Selbstbewusstsein wieder wächst, wie die alten Werte wieder wichtig werden.
Hauptfiguren: Die aufständischen Bauern, die sich von der
Fron der Grafen befreien wollen.
Schauplatz, Hintergrund: Die Bauernkriege
Thema, Problem: Unterdrückung und Revolution
Inhalt: Aufforderung an die slowenische Bauerngemeinschaft, sich
nicht länger unterdrücken zu lassen. Ein Aufruf zum
Kampf.
Inhalt: 65 bekannte indianische Persönlichkeiten werden vorgestellt. Anhand ihres Schicksals erzählt der Autor die Geschichte der nordamerikanischen Indianer. Er berichtet aber auch von den Lebensgewohnheiten der einzelnen Stämme, und davon, welche Häuser sie bauten, wie sie ihr Gemeinwesen organisierten und wie sie sich Feinden und Freunden gegenüber verhielten.Ein wichtiges Buch zur Entkitschung verschiedener Ikonen (Pocahontas, Hiawatha, Sitting Bull...)
Keine Autoreninformation vorhanden
Hauptfiguren: ein Mann, eine Frau
Thema, Problem: Liebe, Treue
Inhalt: Ein Mann versucht ein Mädchen zu vergessen, das
allen Burschen schöne Augen macht. Das Mädchen jedoch
beteuert seine Treue.
Hauptfiguren: der Junge Slon-he (später als "Sitting
Bull" bekannt)
Schauplatz, Hintergrund: Amerika im 19. Jh. beim Volk der Dakota
Sioux
Thema, Problem: Wie sich ein Junge durch seine Tapferkeit
behauptet
Inhalt: Es ist die Kindheitsgeschichte des großen
Häuptlings Sitting Bull, der sich seinen Namen durch eine
mutige Tat verdiente. Als Kind nennt man ihn "der Langsame"
(Slon-he), was ihn sehr unglücklich macht. Eines Tages
hört er, daß sein Vater und andere Krieger des Stammes
ihre Feinde, die Crow, erwarten. Slon-he, damals erst
vierzehnjährig, ist der erste, der die Feinde angreift und
seinem Volk den Sieg bringt. Von nun an heißt er "der
Büffelbulle, der sich niedersetzt".
Hauptfiguren: ein lyrisches Ich
Schauplatz, Hintergrund: Rumänien heute, aber eigentlich
eine Märchenwelt, die Traumwelt einer Frau.
Inhalt: S. 15: Schicksal (2 S.) Handlung: Eine Art Totentanz
eines Mädchens mit dem Tod; das Leben ist eine tägliche
Qual, und nur selten gibt es schöne, unvergeßliche
Augenblicke. Bewertung: Ein sehr eindringlich geschriebenes
Gedicht, sehr rhythmisch und klangvoll in der Sprache, allerdings
eher zum Leiselesen geeignet (wie alle Gedicht in diesem Band).
Leseerlebnis: Uns gefällt dieses Gedicht besonders gut, als
eines der wenigen, die nicht eher unverständlich oder
kitschig sind, es könnte im Stil Celans
„Todesfuge“ angelehnt sein. Die tiefere Ebene des
Gedichtes ist äußerst interessant und könnte eine
ansprechende Untersuchung ergeben. Sonstiges: Im Unterricht im
Vergleich mit anderen Gedichten, wahrscheinlich in Deutsch.
Interessant könnte ein Sprachvergleich zwischen den
einzelnen Übersetzungen sein (Englisch/Deutsch), allerdings
eher im Gymnasium. Lesealter: ab 14, 15 Jahren, damit die
Stimmung und die möglichen Querverbindungen (Celan)
erfaßt werden können. S. 49: Zigeunerinnenfluch (3 S.)
Hauptfigur: Ein Zigeunermädchen, das seinen Geliebten im
Verdacht hat, ihm untreu zu sein oder der es bereits verlassen
hat. Stichwort: Frauen, Liebe Handlung: Das Verlassene droht,
ihren Geliebten zu verfluchen, falls er sie noch einmal beleidigt
oder betrügt; in recht farbigen Ausdrücken schildert
diese, was ihm geschehen soll. Die letzte Strophe ist
versöhnlich, um das Lied zu einem guten Ausklang zu bringen:
in einem neuen Leben wird sie ihn erwarten und ihn für immer
lieben. Bewertung: Durch die Farbigkeit der Redewendungen wirkt
das Gedicht sehr lebendig, manchmal fast schon komisch, trotzdem
schwingt die ernste Absicht des Mädchens immer mit und kommt
besonders am Schluß zum Tragen. Wirkung des Inhalts,
Leseerlebnis: Was auf den ersten Blick nur amüsant und
belustigend wirkt, kann, wenn es ernster gelesen wird, auch eine
tiefere Dimension besitzen und sollte in diesem Sinne gelesen
werden. Sonstiges: Das Gedicht ist ab einem Alter von etwa 14
Jahren geeignet, wenn das Publikum die Gefühle hinter dem
Gedicht nachvollziehen kann. Das Problem bei diesem und
überhaupt den meisten Gedichten dieses Bands ist, daß
die Gedichte oft kitschig und sentimental wirken und von einem
jüngeren Publikum eher als lächerlich aufgefaßt
werden können. Lesealter: 14. S. 81: Gedicht ohne Titel (1
S.) Hauptfigur: Ein junges verliebtes Mädchen, das mit
Trauer und Angst an die Zukunft denkt. Handlung: Bis jetzt war es
glücklich, doch letzte Nacht muß etwas geschehen sein,
was es in Trauer stürzt, das Vertrauen gebrochen und das
Mißtrauen geweckt hat. Wirkung des Inhalts: Das
Mädchen spricht seinen Geliebten direkt an, es trauert um
die vergangene Zeit und weiß nicht, was es tun soll. Uns
hat das Gedicht wegen seiner Kürze (10 Zeilen), seiner
Knappheit und Trefflichkeit gefallen; es wirkt sehr schlicht und
doch schön in Klangfarbe und Wortwahl. Thema: Die
Vergänglichkeit der Liebe. Sonstiges: Im direkten Unterricht
ist es nicht zu gebrauchen, aber als Lesebuchtext, den man sich
irgendwann einmal durchlesen kann, ist es sehr geeignet.
Lesealter: Ab 14 Jahren. S. 101: Gedicht ohne Titel (1 S.)
Hauptfigur: Ein Mädchen, das in jemanden verliebt ist, ohne
Hoffnung zu haben. Handlung: Ein Liebesschwur, der über alle
Zeiten und alle Orte reicht, wird hier ausgesprochen: sie liebt
ihn, und er verläßt sie morgen. Sie wird immer an ihn
denken - und er wird es nie wissen. Wirkung, Leseerlebnis:
Ebenfalls ein sehr kurzes, prägnantes Gedicht, sehr
leidenschaftlich, aber die Note am Schluß ist traurig und
hoffnungslos. Interessant: Auf Deutsch wird er „es nicht
wissen“. auf Englisch „will not know it any
more“ - „nicht mehr“, er wird sie also
vergessen. Ein Vergleich mit dem Original wäre
zweckdienlich! Thema: Eine Liebe ohne Hoffnung Lesealter: 13 Die
anderen Gedichte des Bandes besprechen wir nicht einzeln, da sie
für ein junges Publikum eher ungeeignet sind - sentimentale
oder fast kitschige Gedichte sind für Kinder oder
Pubertierende eher peinlich und Anlaß zum Lachen - dadurch
würde ihr Sinn verloren gehen. Thema, Problem: Das Thema
Liebe wird hier in vielen Facetten abgehandelt: Als Fluch, als
Schwur, als Erinnerung etc., aber nicht nur die Liebe zwischen
Mann und Frau, sondern auch zur Natur, zur Nacht, zu den Sternen,
den Bäumen usw. Gefühle werden behandelt: Traurigkeit,
Freude, Einsamkeit und das Träumen.
Luminit*a Mihai Cioaba* ist eine der wenigen Romnia, die schreiben. Sie ist die Tochter des (selbsternannten) verstorbenen Romakönigs Rumäniens und schreibt vor allem fast naiv, oft auch kitschig anmutende Lyrik.
GedichteHauptfiguren: Helena und ihre Kinder
Schauplatz, Hintergrund: eine Stadt
Thema, Problem: Spielsucht, ihre Folgen, die Auswirkungen auf das
soziale Umfeld und die Heilung
Inhalt: Helena sorgt gut für ihre Familie, trotz ihrer
Armut; eines Tages werden Spielautomaten aufgestellt. In der
Hoffnung, Geld zu gewinnen, beginnt sie zu spielen, gewinnt
anfangs, verliert aber dann nur noch. Sie wird spielsüchtig,
verliert immer wieder und merkt nicht, daß ihre Kinder
hungern. Der Sohn droht ihr, daß der tote Vater ihn zu sich
nehmen würde, wenn sie nicht aufhören würde. Sie
hat einen Alptraum, und ihr Sohn bekommt Fieber.
Schließlich kann sie sich von ihrer Sucht lösen. Aber
die Automaten bringen Unfrieden unter die Roma, die ab jetzt
nicht mehr friedlich zusammenleben. Es ist ein modernes
Märchen, wohl eher eine realistische Erzählung,
möglicherweise mit autobiographischen Zügen. Der
Einbruch der Zivilisation und ihrer Gefahren in das friedliche
Leben der Roma wird hier recht drastisch am Beispiel einer Frau
dargestellt, die erst nach längerer Zeit begreift, was mit
ihr geschieht. Der Automat wird personifiziert und als böser
lockender Teufel mit roten Augen dargestellt. Der Teufel ist es
auch, der Unfrieden zwischen die Roma bringt, sodaß sie
neidisch werden.
Ilona Ferkova kommt aus Tschechien.
MärchenInhalt: Diese Märchensammlung vereint neunzehn Märchen der polnischen Roma, die von Jerzy Ficowski gesammelt und aufgeschrieben wurden. Es sind Märchen, die einen Eindruck von der Nähe der Roma zu Tier und Natur, von der Sehnsucht, in die Ferne zu ziehen, und dem Glauben an die Freiheit jenseits des materiellen Besitzes vermitteln. Besonders lesenswert: "Die Erschaffung der Welt". 109-113. 5 Seiten. Dieses Märchen hat die ewig währende Rivalität zwischen Gott und dem Teufel zum Thema. "Woher die Menschen mit den hellen Haaren kamen". 114-117. 4 Seiten. In diesem Märchen kommt die Tochter von König Nebel zu den Roma und lebt mit ihnen. Aus der Ehe der Nebelprinzessin mit einem Romajüngling geht das Volk der blonden Menschen hervor.
Jerzy FICKOWSKI zog lange mit den Roma durch Polen. Im Laufe der Zeit begann er, die Märchen und Geschichten, die sie erzählten, aufzuschreiben.
MärchenHauptfiguren: die Autorin
Schauplatz, Hintergrund: verschiedene, darunter auch das
Konzentrationslager in Auschwitz
Thema, Problem: Eine leidgeprüfte Frau versucht, ihre
Verfolger zu verstehen
Inhalt: "Meine Kindheit", "Mein Holocaust" und "Weiterleben nach
dem Nullpunkt", das sind die drei Teile, aus denen Philomena
Franz ' Buch besteht. Sie beschreibt ihre glückliche
Kindheit und die darauffolgenden Schrecken in den
nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Kraft zum
Überleben gab ihr der Glaube. Kennzeichnend für diesen
Text sind das völlige Fehlen von Aggressivität und das
Bemühen der Autorin, ihre Mörder zu verstehen.
Philomena Franz, geboren 1922 in Biberach an der Riß, trat schon mit sieben Jahren als Folkloretänzerin und Sängerin auf. 1943 wurde sie als Sintiza nach Auschwitz deportiert, sie mußte auch die Konzentrationslager Ravensbrück und Oranienburg durchleiden. Sie schrieb Zigeunermärchen und hielt Vorlesungen in Schulen.
AutobiographieHauptfiguren: Soubaya, 15, Inder
Schauplatz, Hintergrund: das Hinterland von Réunion, einer
Insel nahe Madagaskar
Thema, Problem: Rassismus unter Kindern
Inhalt: Weil sein Vater einen neuen Job bekommt, muss Soubaya die
Schule wechseln. Zum ersten Mal ist er der einzige "Andere", der
einzige Inder unter Weißen. Der Konflikt mit der
Schulleitung beginnt im Speisesaal: Soubaya darf als Hindu kein
Rindfleisch essen. Das regelt sein Vater. Aber mit den
Mitschülern muss Soubaya schon alleine fertig werden...
Axel Gauvin wurde 1944 auf Réunion geboren. Studium der Naturwissenschaften. Arbeitete als Lehrer. Setzte sich in seinen literarischen Arbeiten für die kreolische Sprache und Kultur ein. Gauvin schreibt auf Französisch und Kreolisch Gedichte, Erzählungen, Dramen.
RomanHauptfiguren: Hunde, die denken und heulen
Thema, Problem: mangelnde Völkerverständigung
Inhalt: Bei Vollmond heulen die Hunde den Mond an und beneiden
die Menschen um ihre Sprachgewandtheit. Ist Verstehen automatisch
dort, wo Sprache ist?
Hauptfiguren: Ein Mann und sein Kind
Thema, Problem: Probleme im Zusammenleben von Kind und
Erwachsenen
Inhalt: Die ersten zehn Jahre im Leben eines Kindes und die
Geschichte des ihm zugehörigen Erwachsenen. Der
Erzähler schildert als kühler Beobachter das
Zusammenleben der beiden Hauptfiguren, die ständigen Orts-
und Schulwechsel, die Probleme auf beiden Seiten, auf eine
beeindruckende Weise, die beinahe ohne direkte Rede auskommt.
Großteils werden die Gefühle des Erwachsenen
beschrieben, der von seiner Frau getrennt lebt und bei der das
Kind zeitweise wohnt. So wechselt es auch in andere Länder
und fühlt manchmal sein Anderssein deutlich.
Handke, Peter, geb. 06. 12. 1942 in Griffen, Kärnten. Studium in Graz. Erster großer Bühnenerfolg „Publikumsbeschimpfung“ (1966). Bedeutender österreichischer Schriftsteller.
ErzählungHauptfiguren: zwei Freunde
Schauplatz, Hintergrund: ein Fluß
Thema, Problem: Sturheit und daraus resultierende,
möglicherweise fatale Folgen
Inhalt: Ein Geiziger und sein freigebiger Freund gehen am Ufer
eines Flusses spazieren; der Geizige rutscht aus und fällt
ins Wasser. Der Freund ruft ihm immer wieder zu, er solle ihm
seine Hand geben. Der Geizige hört nur das Wort
„geben" und denkt nicht daran. Als er schon fast am
Ertrinken ist, ruft der Freund: „Nimm meine Hand!" Der
Geizige hört das Wort „nimm", greift sofort zu und
wird gerettet.
Fatma Heinschink, Romni, geb. 1948 in der Türkei, lebt in Österreich. Sie kennt viele alte Lieder und Geschichten ihrer Roma-Gruppe
ParabelInhalt: Diese Liedersammlung ist als Ergebnis des Forschungsprojektes "Die traditionelle Musik ethnischer Gruppen in Österreich" entstanden, das am Institut für Volksmusikforschung der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien durchgeführt wird, und basiert auf Tonbandaufnahmen aus dem stilistisch vielfältigen Repertoire der verschiedenen Romagruppen in Österreich. Möglich wurde das Vorhaben durch die Bereitschaft der Betroffenen. Da die Roma in Österreich keine einheitliche Gruppe darstellen, ist auf die Vielfalt bei der Auswahl der Musikaufnahmen Rücksicht genommen worden. Unter den Liedern der Sammlung befinden sich auch einige, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind; sie verdeutlichen besonders eindrücklich, wie sehr die Musik und die Lieder für die Roma Mittel der Überlieferung sind. Beigefügt ist eine Musikkassette mit Aufnahmen aller in der Sammlung vorkommenden Lieder.
Ursula HEMETEK ist Assistentin am Institut für Volksmusikforschung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Musik von Minderheiten in Österreich, insbesondere der Roma und der burgenländischen Kroaten. Ursula Hemetek ist Obfrau der Initiative Minderheiten.
LiedersammlungHauptfiguren: Mitglieder von drei Generationen einer
ungarischen Roma-Familie
Schauplatz, Hintergrund: Ungarn vor dem Zweiten Weltkrieg und
einige Jahre danach
Thema, Problem: Außenseiter, Geächtete, Einsamkeit und
Hilflosigkeit, Feindschaft zwischen Gruppen, auf der anderen
Seite Familiengefühl und der Zusammenhalt der Sippe bis in
den Tod
Inhalt: Es ist die Geschichte einer Romasippe, die mit
Zusammengehörigkeitsgefühl und Stolz versucht, das
Beste aus den erbärmlichen Lebensumständen zu machen.
Zusätzliche Bedrohung geht von den Nazis aus, denen die
Famile nur ganz knapp entkommt. Die Geschichte der Familie Kanya
in der Straße der Zigeuner außerhalb des Dorfes
beginnt mit Rozi Gyura, einer Bäuerin, ihrem Zigeunermann
Jenö Kanya und dessen Schwester Babi und den Kindern: die
Suche Peters, der zeichnerisch begabt ist und den
Zigeunerchristus sucht, der allen helfen und die Welt in Ordnung
bringen wird; Ernös Vision von einem alten Mann, der die
Urmusik der Zigeuner beherrscht. Ein widerborstiger, aber
faszinierend geschriebener Roman; bisweilen mit phantastischen,
märchenhaften und mythischen Elementen. Die Wolken von
mörderischen Insekten, der Fluch, der auf den Kanyas lastet
und andere Elemente lassen vermuten, daß Mythen mit
„realistischen“ Berichten vermischt wurden.
József Holdosi wurde 1951 in Vép, einer ungarischen Zigeunersiedlung, geboren. Sein Vater starb mit dreißig Jahren, so daß die Mutter ihre beiden Söhne allein aufziehen mußte. Holdosi besuchte die Schule, studierte nach dem Abitur Pädagogik in Pécs und ist heute Lehrer für ungarische Geschichte und Literatur in Szombathely.
RomanHauptfiguren: eine Frau
Schauplatz, Hintergrund: ein Haus in einem Dorf in einer
Märchenwelt
Thema, Problem: ein typisches Märchen um zwei Liebende, die
im Tod vereint sind
Inhalt: Der Ehemann fällt im Krieg; aus Sehnsucht und Trauer
erbittet die Ehefrau von einer Hexe Hilfe; um Mitternacht holt
der Tote seine Frau ab. Sie gerät in ein Spukhaus und leidet
entsetzliche Angst; als es hell wird, ist der Tote erlöst.
Die Frau stirbt kurz darauf vor Angst; auf ihrem Grab wächst
eine Rose, aus der täglich drei Tropfen Blut quellen. Es ist
ein romantisches, sehr eindringliches Märchen mit der
Botschaft: Lebende und Tote sollten nichts miteinander zu tun
haben; und die Erlösung eines Menschen durch Liebe.
Deutliche Symbolik: ein weißes Pferd (aus dem Jenseits),
die Toten in den Särgen (das Totenreich, in dem sich die
Frau - im Traum? - aufhält), die Rose auf ihrem Grab, aus
der jeden Tag drei Blutstropfen quellen (ewige Liebe). Trotz des
traurigen Schlusses ein Happyend.
Josef Horvath, Rom, kommt aus dem Burgenland.
MärchenHauptfiguren: der Wal und die Frau
Schauplatz, Hintergrund: das Meer
Thema, Problem: Ehrfurcht vor der Natur
Inhalt: Zwei werdende Mütter treiben aufeinander zu: eine
junge Frau, die ihren Mann auf einem Segeltörn begleitet,
und ein Wal auf dem Weg in sichere Gewässer.
Keri Hulme wurde 1947 in Christchurch geboren. Stammt mütterlicherseits von Maori-Vorfahren ab (vom Stamm der Kai Tahu), väterlicherseits aus Schottland und England. Sie schreibt seit ihrem 20. Lebensjahr. Mehrfach ausgezeichnet.
ErzählungHauptfiguren: Ich-Erzählerin
Schauplatz, Hintergrund: Küstenstädtchen beim Fest der
ersten Sprotte
Thema, Problem: Ehrfurcht vor der Natur
Inhalt: Die Bewohner der Küste erwarten im Frühling
sehnsüchtig die Sprotten, die den Fluss hinauf zu ihren
Laichplätzen ziehen. Aus der ungeheuren Masse von Fischen
fangen sie, soviel sie brauchen. Nur einer vergisst sich in
seiner Gier...
Keri Hulme wurde 1947 in Christchurch geboren. Stammt mütterlicherseits von Maori-Vorfahren ab (vom Stamm der Kai Tahu), väterlicherseits aus Schottland und England. Wächst als Tochter eines Malermeisters auf. Muss wegen finanzieller Schwierigkeiten ihr Jusstudium aufgeben. Arbeitet in verschiedenen Jobs, zum Beispiel als Fischerin, Köchin, Tabakpflückerin, Postangestellte, Auarbeiterin. Sie schreibt seit ihrem 20. Lebensjahr. Mehrfach ausgezeichnet.
ErzählungHauptfiguren: die Wölfe
Schauplatz, Hintergrund: bei den Inuit in der Eiswüste
Thema, Problem: wie die Natur das Gleichgewicht hält
Inhalt: Amorak heißt "Geist des Wolfes" in der Sprache der
Inuit. Die Inuit haben erkannt, daß Jägertiere und
Beutetiere einander brauchen, daß eines ohne das andere
nicht überleben kann. Diese Geschichte will zeigen,
daß der Wolf eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat -
die Zahl der Beutetiere unter Kontrolle zu halten.
Hauptfiguren: Ein armer Türke, seine Ehefrau und ihre
neun Kinder
Schauplatz, Hintergrund: Türkei, Rumänien heute;
Märchenwelt
Thema, Problem: Man soll seinen Träumen vertrauen.
Inhalt: Ein armer Türke träumt zehn Jahre lang, er
solle in einem Gasthaus in Rumänien einen Kaffee trinken
gehen, um das große Glück zu ernten. Schließlich
verkauft er alles und fährt hin, findet das Hotel und
bestellt den Kaffee; durch ein Mißgeschick kommt er mit dem
Wirt ins Gespräch und erzählt diesem seinen Traum; der
Wirt lacht und sagt, er hätte ebenfalls seit langem den
Traum, in der Türkei in einem bestimmten Haus unter der
Feuerstelle Gold zu finden, aber er sei nicht so dumm, wegen
eines Traumes alles aufzugeben. In der Beschreibung des Hauses
erkennt der Türke sein eigenes Haus wieder, er fährt
heim und findet tatsächlich einen Kessel voll Gold. Ein
Märchen mit der Fabel, Träumen zu vertrauen und nicht
immer ungläubig zu sein, dazu der Topos vom armen Mann, der
plötzlich durch ein ungeheures Glück reich wird.
Thema, Problem: politische und soziale Diskriminierung
Inhalt: Ein Rom denkt über sein Leben nach - nirgendwo
erwünscht zu sein, immer von den Gadje verachtet zu werden,
obwohl er weder missgestaltet noch sonstwie deformiert ist; die
soziale Ausgrenzung und die Verachtung, die aus Angst und
instinktiver Ablehnung gegenüber dem Fremden besteht und dem
Rom das Leben zur Hölle macht, wird hier thematisiert. Der
zweite Abschnitt des Gedichtes jedoch vermittelt eine völlig
andere Botschaft: Heute gibt es auch andere Gadje, solche, die
den Roma helfen wollen, damit diese keine Angst mehr zu haben
brauchen. Doch auch die Roma werden zur Mitarbeit aufgerufen -
auch sie müssen sich anstrengen, um ein Zusammenleben zu
ermöglichen. Ein sehr ergreifendes Gedicht, sehr
eindrucksvoll geschrieben.
Dragan Jevrmoviæ wurde 1946 in Slatina (Serbien) geboren. Seit 1970 lebt er in Wien. Er ist Gründungsmitglied von "Romano Centro" und seit 1996 Obmann des Vereins.
GedichtHauptfiguren: der (namenlose) Sohn des Häuptlings, die
"große Mutter", die Meerfrau
Schauplatz, Hintergrund: Amerika
Thema, Problem: Gute Menschen werden gerettet.
Inhalt: Diese Legende der Huichol-Indianer erzählt vom
kriegerischen Häuptling und seinem friedliebenden Sohn, der
gern auf der Flöte spielt, von der alten Frau (die
"große Mutter"), die mit ihrem Stab die Wunden der Erde
heilt und alles zum Wachsen und Gedeihen bringt, und von der
großen Flut, die Menschen und Tiere verschlingt. Um sich
vor der Flut zu retten, baut der Häuptlingssohn ein
großes Schiff, wie es ihm die "große Mutter" geraten
hat. Mehrere Monate verwüstet die Flut die Erde. Nach der
Flut gibt ihm die alte Frau Maiskörner und Bohnen und
verläßt ihn. Der junge Mann baut sich eine Hütte
und legt ein Feld an, auf dem er Mais und Bohnen pflanzt. Dann
taucht ein Delphin auf, der seine Einsamkeit lindert. Später
entdeckt er, daß der Delphin in Wirklichkeit eine Meerfrau
ist. Wunderschöne Illustrationen.
Schauplatz, Hintergrund: Himmel und Erde
Thema, Problem: Gott, der alles regelt und befiehlt; der
barmherzige Todesengel, der die Seelen holt.
Inhalt: Gott schickt den Engel aus, daß er die Seele einer
Frau hole; der Engel sieht, daß sie ein kleines Kind hat,
kehrt mit leeren Händen zu Gott zurück und erzählt
ihm alles. Gott läßt ihn daraufhin einen Stein
aufschlagen, in dem ein kleiner Wurm kriecht, und sagt: Ich sorge
für diesen Wurm, also werde ich auch für das Kind
sorgen, du brauchst dir nicht den Kopf zu zerbrechen, was
geschehen wird. Der christliche Einfluß ist hier sehr
stark, was eher untypisch für Roma ist, die normalerweise
eher den Totenglauben pflegen und ansonsten die jeweilige
Religion des Landes, in dem sie leben, annehmen. Man kann hier
auf das Problem des totalen, blinden Gehorsams ohne Nachdenken
hinweisen. Im Einklang mit der Bibel steht die Aussage, daß
Gott sich um wirklich alles kümmert.
Ilija Jovanovic. Rom, geboren 1950 in Rumska/Serbien, seit 1972 in Österreich, arbeitet im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, Präsident des Roma-Vereins Romano Centro, Lyriker (Romanes, Serbokroatisch, Deutsch).
ParabelHauptfiguren: Ich-Erzählerin
Schauplatz, Hintergrund: Kärnten zur Zeit der
Zwangsaussiedlung der Kärntner Slowenen unter den
Nationalsozialisten
Thema, Problem: Widerstand der Partisanen macht es möglich,
drei Jahre hindurch der militärischen Macht zu
trotzen.
Inhalt: Packende Lebenserinnerungen in einfachen Worten. Helene
erlebt die beginnende Zwangsaussiedlung der Kärntner
Slowenen unter den Nationalsozialisten. Die Alleinerzieherin von
5 Kindern – der Mann wurde zur Wehrmacht eingezogen –
entschließt sich zum Widerstand. Wird insgeheim Partisanin
unter dem Namen „Jelka", unterstützt die
„Waldleute" von ihrem Hof aus, sammelt Lebensmittel,
Kleidung, Informationen, läßt sich nicht in Fallen der
Gendarmerie locken. Fliegt dann doch auf, flieht in die Berge,
erlebt Kämpfe, wird gefangengenommen und in Klagenfurt
inhaftiert. Einer List ihrer Tochter verdankt sie ihr Leben.
Enttäuschung nach dem Krieg: Englische Besatzer protegieren
Nazis aus Angst vor jugoslawischen Ansprüchen. Doch die
mutige Frau läßt sich nicht unterkriegen –
„Wir werden uns nimmer das Maul verbieten lassen!"
Helene Kuchar (gest. 1985), Kärntner Slowenin, Magd, Bäuerin. Während des 2. Weltkrieges Partisanin, nach dem Krieg in der OF (Demokratische Front der Kärntner Slowenen) engagiert.
Autobiographie (Tonbandprotokoll)Hauptfiguren: Das Waisenkind Tai, das neue Eltern
findet.
Thema, Problem: Elend der Kinder, Folgen des Krieges, Neubeginn
in einer fremden Welt.
Inhalt: Der Junge Tai hat seine Eltern im Krieg verloren, ist
ganz allein und wird schließlich von einer
Rot-Kreuz-Schwester in ein fernes Land gebracht, wo bereits neue
Eltern auf ihn warten. Mit deren Hilfe bewältigt er sein
Schicksal, doch ganz vergessen wird er seine Heimat nicht.
Maria KULNIK, geb. in Kärnten. Lebt in Kärnten und Wien.
ErzählungHauptfiguren: Halgato
Schauplatz, Hintergrund: Slowenien/das Über-Mur-Gebiet, die
Barackensiedlung Lacki roma; Titos Regiment der
Nachkriegszeit
Thema, Problem: Außenseitertum, Flucht vor der
Realität
Inhalt: Halgato (eigentlich heißt er Sandor,
„Halgato“ ist auf Ungarisch die Bezeichnung für
ein melancholisches Musikstück), dessen Leben hier
erzählt wird, ist ein kleiner Junge, der zum Geigenspielen
gezwungen wird; später beherrscht er dieses Instrument
außergewöhnlich gut, für ihn ist die Musik eine
Möglichkeit, vor der Realität zu fliehen; auch wenn
Halgato die Augen schließt, kapselt er sich völlig von
seiner Umgebung ab. Er ist völlig verwirrt, als seine
Familie sich radikal verändert, und er weiß nicht, was
er tun soll oder kann. Dadurch gilt er bald als
Außenseiter. Später vergewaltigt er die Freundin
seines Halbbruders Pisti, Iza, und wird einige Zeit später
krank; was ihm bleibt, ist ein bitterer Triumph über Pisti
und der Entschluß, seine Hütte weiter weg von Lacki
roma aufzubauen - er flieht. Iza verschwindet (ins Kloster). Als
Pisti einige Zeit später als großer Herr
zurückkommt, für sein Milieu wohlhabend, bemerkt er,
daß er zwar ein Haus hat, aber allein verlassen ist. Das
ist Halgatos bitterer Triumph über seinen Bruder: Dieser
will kein Zigeuner mehr sein, aber was er will, kann er nur mit
Hilfe der Zigeuner erreichen, und Halgato wird ihm dabei nicht
helfen. Pisti erschießt sich. Der Roman fordert ein
gewisses Maß an Verständnis für die Denkweise der
Roma. Der Stil ist realistisch und nüchtern und
unterstützt die Atmosphäre der Handlung. Der Leser
nimmt ein Gefühl von Hoffnungs- und Hilflosigkeit mit.
Geboren 1939 im slowenischen Über-Mur-Gebiet . Bisher wurden vier Gedichtbände, drei Dramen und acht Romane publiziert. „Halgato“ (im Original: „Namesto koga roza cveti“ - Statt wessen die Rose blüht“) in Slowenien 1992 zum Roman des Jahres gekürt, verfilmt („Halgato“, 1993/94).
RomanHauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: Kanada der fünfziger und sechziger
Jahre
Thema, Problem: Ein Mann sucht seine Wurzel; Lebensbedingungen
der Roma in Kanada
Inhalt: Der autobiographische Roman spielt im Kanada der
fünfziger und sechziger Jahre. Lee ist ein Rom, der von
Nicht-Zigeunern erzogen wurde. Als junger Mann kehrt er zu den
Zigeunern zurück. Durch seine Arbeit (Bildung eines
Zigeunerkomitees, Beitritt zum internationalen Romakomitee)
versucht er die Verelendung der kanadischen Zigeuner zu stoppen.
Ein Vorhaben, das letztendlich scheitert. Am Ende wandert Lee mit
seiner Frau und seinen drei Töchtern nach Europa aus.
Hauptfiguren: Der Bauer Martin Krpan, der Kaiser in Wien, der
bösartige Riese Brdavs
Schauplatz, Hintergrund: österreichische Monarchie
Thema, Problem: Der Kaiser holt den Bauern, wenn er nicht mehr
weiter weiß
Inhalt: Der fürchterliche Riese Brdavs fordert alle Helden
des Kaiserreiches zum Kampf heraus, doch er scheint unbesiegbar.
Der Kaiser lässt den starken Bauern Krpan kommen, der es
tatsächlich schafft, den Riesen zu besiegen. Die Kaiserin
jedoch, die mit seinem Benehmen nicht ganz einverstanden ist,
will ihn um seinen Lohn prellen, sogar als Hofnarren möchte
man ihn in Wien behalten. Doch der stolze Bauer bekommt am
Schluss, was ihm zusteht.
Keine Information über den Autor vorhanden.
SageHauptfiguren: eine Alte und ein Alter
Schauplatz, Hintergrund: ein Haus aus Kraut und ein Haus aus Salz
in einer Märchenwelt
Thema, Problem: Liebesgeschichte zwischen alten Leuten - ein
Thema, das sehr selten in Märchen aufgegriffen wird
Inhalt: Das Haus aus Salz des Alten zerrinnt in einem Regenguss,
und er bittet die Alte, zu ihr kommen zu dürfen; zuerst
widerstrebend, lässt sie ihn ein. Dann bittet er, sich an
ihrem Ofen wärmen, sich auf die Matratze legen, unter ihre
Decke kriechen und schließlich sie, die Alte, wärmen
zu dürfen. Sie erlaubt alles, immer zuerst ablehnend; die
Geschichte schließt mit dem Satz: „Schnell machten
sie eine ganz besondere Hochzeit. Die Alte und der Alte hatten
geheiratet. Dort das Schlechte - bei uns das Gute.“ Die
Idee Haus aus Salz und Haus aus Kraut ist bemerkenswert;
eventuell haben Salz und Kraut in der Kultur der Roma auch
symbolische Bedeutung: Salz kommt in der abendländischen
Märchenkultur öfters als wichtigste Zutat in Speisen,
d.h. als wichtigstes geschmackgebendes Gewürz auch des
Lebens vor (z.B. die Königstochter, die ihrem Vater sagt,
sie liebe ihn so sehr wie Salz - Die Schöne und das
Biest).
Autoreninformation nicht vorhanden
MärchenHauptfiguren: Khantschi, der junge, schöne Rom, der immer
auf der Flucht ist, und sein Freund Georges
Schauplatz, Hintergrund: das kaiserliche Russland vor und
während des Ersten Weltkrieges, Spanien, Frankreich, England
und Amerika; im Zweiten Weltkrieg Hitlerdeutschland
Thema, Problem: Das Leben eines Ausgestoßenen, Unterschiede
zwischen der Denkweise der Gadje und dem Weltbild der Roma
Inhalt: Die Kris (das Romagericht) einer Romasippe in Russland
(noch zur Kaiserzeit) verurteilt Khantschi, einen jungen Rom, und
stößt ihn aus, weil er seine Ehefrau umgebracht hat
(aus Eifersucht). Von da an ist Khantschi ( der Name bedeutet
„nichts“) ständig auf der Flucht. Er wird von
der Polizei verhaftet und deportiert, kann aber später
fliehen. Dann heiratet er Rakli, eine Romni. Ihre Sippe nimmt ihn
trotz seiner Ächtung auf und akzeptiert ihn. Nach Jahren
trifft Khantschi Georges, der in Khantschis alte Sippe
eingeheiratet hat. Bald müssen sie das Gebiet verlassen, sie
werden auf ein Schiff gebracht, wo Khantschi von Pervo, seinem
Ex-Schwager, und den anderen gefunden und halb umgebracht wird.
Die Revolution ist in vollem Gange. Zu dieser Zeit zieht die
Familie in Frankreich und Spanien umher und versucht, den
Kriegswirren des Ersten Weltkrieges möglichst zu entkommen.
Als die Sippe in einer kleinen Stadt länger bleibt, werden
Khantschi und Rakli zum Christentum bekehrt. In der
Zwischenkriegszeit ziehen sie herum; im Zweiten Weltkrieg wird
die gesamte Familie deportiert und in ein Konzentrationslager
gebracht. Pervo gesteht Khantschi, dass dessen Frau ihn wirklich
betrogen hatte, Khantschi somit nach dem Roma - Gesetz zu Unrecht
geächtet wurde und sein Leben lang unschuldig flüchten
musste... Als Pervo Khantschi fragt, ob er ihm verzeihen kann,
wie es Christenpflicht ist, sagt Khantschi, er müsse es als
Christ wohl tun, aber - er sei ein Rom. Der Text ist relativ
einfach zu lesen, mit unkomplizierter Syntax, einfachen
Sätzen und vielen kurzen Absätzen.
Mateo MAXIMOFF: geboren 17.01.1917 im Hafenviertel von Barcelona, Vater: Kalderash-Rom aus dem Kaukasus, Mutter: Manouche-Zigeunerin aus dem Baskenland. 1920 Umzug nach Frankreich; notdürftiges Erlernen von Lesen und Schreiben; sein Vater konnte 14 Sprachen und brachte ihm vieles bei. Mit 14 wird Mateo Waise und ernährt seine vier Geschwister als Kesselflicker und Stummfilm-Vorführer. Mit 40 beginnt er, die Welt zu bereisen; er war zweimal verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 1962 lebt er als Pastor der Zigeunermission in Romainville bei Paris.
RomanHauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: Amerika im 19. Jh. beim Stamm
Sioux
Thema, Problem: Weisheit der Natur, die List der scheinbar
Schwachen, die Macht der Liebe und Freundschaft
Inhalt: In diesen 33 Geschichten werden Mythen, Märchen und
Legenden der Sioux erzählt. Die Indianer betrachten die
Natur als Ratgeberin und vertrauen deren geheimnisvollen
Kräften. Die Liebe spielt eine zentrale Rolle in ihrem
Leben, auch wenn sie manchmal enttäuscht. Ihre Gesellschaft
kennt keine soziale Trennung zwischen arm und reich.
Vermeintliche Toren sind in Wirklichkeit Weise. Auch die Kleinen
können durch List die Starken besiegen. Tod und die
Überwindung der Trauer spielen auch eine wichtige Rolle.
Marie L. McLaughlin, geb. 1842, hat die Mythen und Legenden der Sioux 1913 aufgeschrieben. Sie war zu einem Viertel Indianerin; ihre Großmutter gehörte zum Stamm der Sioux. Da sie bis zu ihrem 14. Lebensjahr bei den Indianern aufwuchs und auch später mit ihrem Ehemann in der Nähe des Stammesgebietes lebte, beherrschte sie deren Sprache und kannte deren Geschichten aus "erster Hand".
Mythen, MärchenHauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: Kärnten
Thema, Problem: Liebe zur Heimat; Kampf gegen den Nationalismus,
Kampf für die Minderheiten
Inhalt: Eine Muß-Lektüre für den Leser, der sich
für die Minderheiten in der heutigen Gesellschaft
interessiert. Mit seiner Wortgewalt schreibt der Autor für
seine heimatliche Sprache und gegen alten sowie neuen
Nationalismus. Während er episodenweise seine
Lebensgeschichte erzählt, gibt er - gewürzt mit Ironie
und Humor - Einblick in seine Kultur. Besonders lesenswert sind:
Micka S. 15-16 Das erste Auto S. 18-21 Ignaz Muri S. 23-25
Jägerlatein S. 28 Aufklärungsstunde S. 31-32 Die Flucht
S. 48-52 Törli S. 53-56 Eine turbulente Nacht S. 77-80
Filzhammer & Co S. 125-132 Eine merkwürdige Geschichte
S. 170-181 Die Nougateisbombe S.227-238 Fragen eines Kindes in
Kärnten S. 213-215: Eine kleine Geschichte über
Umweltfragen. Warum wachsen kein Mohn mehr und keine Kornblumen
im Kornfeld? Eine Kinderfrage, die alle Erwachsenen unmittelbar
angeht.
Janko Messner, 1921 in Aich/Dob bei Bleiburg/Pliberk als Bauernsohn geboren. Gymnasium in Klagenfurt/Celovec und St. Paul im Lavanttal. 1941 Nazi-Wehrmacht, Strafbataillon. Schwerkriegsgeschädigt, die Hoffnung auf Medizin- oder Klavierstudium ausgeträumt. 1946-1949 Studium der Slowenistik in Ljubljana, danach Honorarprofessor am Gymnasium in Ravne na Koros*kem (Slowenien). 1955 Rückkehr nach Österreich, hier bis 1962 arbeitslos. Übersetzer aus dem Slowenischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Slowenische. Von 1962-1980 Professor am Bundesgymnasium für Slowenen in Klagenfurt/Celovec. Lange Jahre Vorsitzender des Slowenischen Schriftstellerverbandes in Österreich/Drus*tvo slovenskih pisateljev v Avstriji. Träger zahlreicher literarischer Auszeichnungen. Wohnhaft bei Klagenfurt/Celovec.
ErzählungenHauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: Kärnten und andere Orte
Thema, Problem: Alltag bei den Kärntner Slowenen
Inhalt: Ein Sammelband mit vielfältigen Geschichten voller
Witz und Scharfsinn über Kärntner Slowenen. Besonders
lesenswert sind: Amanda S. 102-128: Ein Mann erzählt seiner
Frau über eine sizilianische Widerstandskämpferin, der
er im 2. Weltkrieg begegnet ist. "Arme Menschen sind in allem
wahrhaftiger ... überhaupt in der Gastlichkeit." Sexbombe S.
184-198: Köstlich witzige, aber auch tragikomische
Geschichte über einen Mann, der das Wort "Bombe" nicht
leiden kann. Hühnergeschichte S. 242-244: Beispiel für
selbstlose Liebe einer Mutter, die zugunsten ihrer Kinder auf
gutes Essen verzichtet. Warte mit dem Essen nicht auf mich S.
261-276: Die Fernsehsendung "Wer will mich?" bringt den
arbeitslosen Hansi Skok auf eine originelle Idee, die ihn und
seine Frau retten soll.
Janko Messner, 1921 in Aich/Dob bei Bleiburg/Pliberk als Bauernsohn geboren. Gymnasium in Klagenfurt/Celovec und St. Paul im Lavanttal. 1941 Nazi-Wehrmacht, Strafbataillon. Schwerkriegsgeschädigt, die Hoffnung auf Medizin- oder Klavierstudium ausgeträumt. 1946-1949 Studium der Slowenistik in Ljubljana, danach Honorarprofessor am Gymnasium in Ravne na Koros*kem (Slowenien). 1955 Rückkehr nach Österreich, hier bis 1962 arbeitslos. Übersetzer aus dem Slowenischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Slowenische. Von 1962-1980 Professor am Bundesgymnasium für Slowenen in Klagenfurt/Celovec. Lange Jahre Vorsitzender des Slowenischen Schriftstellerverbandes in Österreich/Drus*tvo slovenskih pisateljev v Avstriji. Träger zahlreicher literarischer Auszeichnungen. Wohnhaft bei Klagenfurt/Celovec.
ErzählungenInhalt: Die Liebe ist alles: Geht ohne Liebe alles den Weg des Bösen? S. 24 Pygmalions Rache: In Anlehnung an den Sagenkönig Pygmalion, der sich eine Mädchenstatue schuf und sich in sie verliebte. Aphrodite hauchte ihr Leben ein. S. 51 Hommage à Joica Flander-Meta: Erinnerung an einen Freund, der als Partisane erschossen wird, und zugleich Warnung vor dem Neonazismus in Kärnten. S. 68 Monolog mit Goethe: Im Stil des großen Dichters. S. 95 Insel Lastovo: Beschreibung einer Insel, aber auch der Beziehung zwischen Mann und Frau. S. 132
Janko Messner, 1921 in Aich/Dob bei Bleiburg/Pliberk als Bauernsohn geboren. Gymnasium in Klagenfurt/Celovec und St. Paul im Lavanttal. 1941 Nazi-Wehrmacht, Strafbataillon. Schwerkriegsgeschädigt, die Hoffnung auf Medizin- oder Klavierstudium ausgeträumt. 1946-1949 Studium der Slowenistik in Ljubljana, danach Honorarprofessor am Gymnasium in Ravne na Koros*kem (Slowenien). 1955 Rückkehr nach Österreich, hier bis 1962 arbeitslos. Übersetzer aus dem Slowenischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Slowenische. Von 1962-1980 Professor am Bundesgymnasium für Slowenen in Klagenfurt/Celovec. Lange Jahre Vorsitzender des Slowenischen Schriftstellerverbandes in Österreich/Drus*tvo slovenskih pisateljev v Avstriji. Träger zahlreicher literarischer Auszeichnungen. Wohnhaft bei Klagenfurt/Celovec.
GedichteHauptfiguren: ein Zigeunerkind und seine Mutter
Schauplatz, Hintergrund: eine Stadt im Winter
Thema, Problem: Je mehr man hat, desto weniger gern gibt man.
Oder: Die Armen sind großzügiger als die
Reichen.
Inhalt: Als Bettler erlebt der Autor in seiner Kindheit die
Bereitschaft zum Geben eher bei den Leuten, die wenig besitzen,
als bei den Wohlhabenden.
Romedius Mungenast, geb. 1953 in Tirol, ÖBB-Angestellter, Erzähler, Lyriker.
GedichtHauptfiguren: der Autor und seine Familie
Schauplatz, Hintergrund: verschiedene Orte in Europa
Thema, Problem: Episoden aus dem Leben einer Romafamilie in der
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Inhalt: Es ist die Geschichte einer Flucht vor dem
Entwurzelt-werden. Sie fängt mit der Liebesgeschichte der
Eltern des Autors an. Dann folgen die Gründung der Familie,
die Flucht während des Zweiten Weltkriegs und die Begegnung
mit der Frau seines Leben, der Sängerin Ruzsa Lakatos. Der
Autor erzählt mit Humor, Lebensfreude, aber auch mit
Schmerz. Auffallend kurz ist das Kapitel über den Naziterror
und den Mord an über 600.000 Roma. Da spürt der Leser
die Sprachlosikeit des Schmerzes.
Miroslav Nikolic*, geboren 1940 in Serbien, verbrachte sein Leben in Jugoslawien, Italien, Frankreich, Belgien, Deutschland und Österreich. Er hat viele Berufe ausgeübt. Er spielt Gitarre und Geige in einem Roma-Ensemble.
AutobiographieHauptfiguren: ein Priester, der sich mit Frauen eingelassen
hat und dadurch sündig geworden ist
Schauplatz, Hintergrund: ein Dorf in einer Märchenwelt
Thema, Problem: das alte Märchentopos von einem schlauen
Menschen, der den Teufel prellt und täuscht, und ein dummer
Teufel, der sich täuschen lässt
Inhalt: Einen sündigen Priester will der Teufel holen, gibt
dem Delinquenten jedoch noch eine Chance: Dieser muss ihm etwas
zeigen, was er noch nie zuvor gesehen hat. Der Priester sucht und
sucht und findet nichts, niemand kann ihm helfen. Als er eine
Ziege in ihrem Stall sieht, hat er eine Idee: Er holt seine dicke
Magd, zieht sie aus und stellt sie statt der Ziege in den Stall.
Als der Teufel um Mitternacht erscheint, muss er aufgeben: Er
hätte noch nie eine Ziege gesehen, die die Euter vorne und
den Bart hinten hätte... und der Priester lebt weiter.
Karl NITSCH war ein bekannter und traditionsbewusster Lovara aus Wien und Ehrenmitglied von Romano Centro. Er starb im Dezember 1993 in Wien.
MärchenHauptfiguren: Kinder versus Erwachsene
Schauplatz, Hintergrund: ein Dorf auf dem Lande
Thema, Problem: Kinder lösen Probleme anders
Inhalt: Eines Tages verschläft die Sonne. Die Erwachsenen
geben jede Hoffnung auf oder versuchen mit Gewalt, sie
aufzuwecken. Nur die Kinder haben Verständnis für
dieses kleine Missgeschick und wecken mit ihren freundlichen
Rufen die Sonne auf.
Novosel, Andi. Geboren 1948 in Neuberg/Nova Gora, Burgenland. Arbeitermittelschule, Mitarbeiter beim ORF, Dichter: Lyrik, Erzählungen (Kroatisch und Deutsch).
ErzählungHauptfiguren: ein Angehöriger der slowenischen
Volksgruppe
Thema, Problem: Heimatlosigkeit, Verunsicherung
Inhalt: Der Erzähler schwankt zwischen Hass und Liebe
aufgrund der Tatsache, dass er zwei Kulturen angehört und
zweisprachig ist. Manchmal verliert er dabei das innere
Gleichgewicht.
Jani OSWALD, von 1981 bis 1989 Herausgeber und Redakteur der Literaturzeitschrift "mladje", schreibt Gedichte.
GedichtThema, Problem: Der Mensch strebt nach einer besseren sozialen
Ordnung.
Inhalt: In der Lyrik drückt sich der Kampf zwischen dem
Bedürfnis nach einer besseren sozialen sowie geistlichen
Ordnung und einer rücksichtslosen Realität aus.
Avgust Pavel wurde 1886 in Cankova (Kaltenbrunn) im damaligen Ungarn geboren und starb 1946 in Szombathely (Steinamanger). Er überlebte zwei Weltkriege, die auch in seinen Werken ihren Niederschlag gefunden haben. Er war Dichter, Übersetzer, Ethnograph und Bibliothekar.
GedichtThema, Problem: Liebe zur Natur
Inhalt: Ein kleines Gedicht über eine kleine unbekannte
Blume, von der die Dichterin sich Wärme verspricht. Die 19
in einfacher Sprache geschriebenen Zeilen laden ein zum
Nachdenken, Weiterdenken und Weiterphantasieren.
Josefa Prelog, geb. 1926, begann mit 55 Jahren zu schreiben. Ihre Lyrik schreibt sie sowohl deutsch als auch slowenisch.
GedichtHauptfiguren: der Waasensteffl
Schauplatz, Hintergrund: ein See im Burgenland
Thema, Problem: unerwiderte Liebe
Inhalt: Der Fischer Niklas zieht eines Tages ein grünes
Geschöpf, das wie halb Zwerg halb Frosch aussieht, ans Land.
Die Familie des Fischers nimmt das Geschöpf zu sich und
nennt es Waasensteffl. Waasensteffl, der einfache Arbeiten
geschickt verrichtet, kann nicht sprechen und keine
Gemütsregung zeigen. Er hängt aber an der jüngsten
Tochter der Familie. An dem Tag, an dem sie einen Mann aus dem
Dorf heiratet, verschwindet er.
Ana Schoretits, geboren 1952 in der kroatischen Gemeinde Zagersdorf/Cogrs*tov im nörd-lichen Burgenland; Lyrik, Theaterstücke, Prosa; freie Mitarbeiterin beim ORF, seit es kroatische Radiosendung gibt.
SageThema, Problem: sozialkritische Gedichte
Inhalt: In diesem zweisprachigen Lyrikband sind ausgewählte
Gedichte aus dem umfangreichen Werk der wortgewaltigen Dichterin
zu finden. Sie sind kritisch mit einem satirischen Einschlag.
Beispiele: „immer mehr / versucht mein Ohr / die Rufe der /
Marktschreier des Lebens / zu ignorieren, / die ihre Ware /
verschleudern / im Ausverkauf der Welt" „geradeaus /
kompromißlos / als Einzelgestalt / den Sturm der Lüge
/ im Gesicht / getragen"
Ana Schoretits, geboren 1952 in der kroatischen Gemeinde Zagersdorf/Cogrs*tov im nördlichen Burgenland; Lyrik, Theaterstücke, Prosa; freie Mitarbeiterin beim ORF, seit es eine kroatische Radiosendung gibt.
GedichteHauptfiguren: der Fluss
Schauplatz, Hintergrund: südliche Pazifikküste
Kanadas
Thema, Problem: Alltag bei Indianern
Inhalt: David Seven Deers, ein Bildhauer, will seine Heimat
verlassen und in Europa Kunst studieren. Vor seiner Abreise
übergeben ihm die Ältesten aus dem Dorf ein Bündel
eng beschriebener Seiten, die aufgezeichneten Geschichten des
Stammes, samt der Bitte, das Dorf nicht zu vergessen. In Hamburg
entschließt sich Seven Deers, den Skwahla-Fluss die
Geschichte seines Stammes erzählen zu lassen.
David Seven Deers wurde in den 40er Jahren im Dorf der Skwahla am Ufer des Stolo (=Fraser River) in British Columbia geboren. Bildhauer, ging vor etwa fünf Jahren nach Europa, Hamburg. Hier redigierte er die Geschichte seines Volkes aus den Aufzeichnungen, die ihm die Ältesten mitgegeben hatten. Lebt in Hamburg und arbeitet an einem Totempfahl, der Grundstein für ein neues Rundhaus seines Volkes werden soll.
LegendeHauptfiguren: Ceija Stojka, als junges Mädchen und dann
als Mutter.
Schauplatz, Hintergrund: Wien, Österreich und angrenzende
Länder in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis
heute
Thema, Problem: Ein Leben nach dem Krieg, Probleme, schöne
Momente und Erlebnisse, Familiensorgen und die Entwicklung einer
Persönlichkeit
Inhalt: Nach dem Konzentrationslager zieht die Familie Ceijas in
einem alten Wohnwagen herum. Die Erzählung überspringt
häufig große Zeiträume, sodass bald von den
Kindern Ceijas die Rede ist, die sie aufzieht und wieder verliert
(der Sohn Jano stirbt durch eine Überdosis Heroin), ihre
Tochter Silvia heiratet; ihr zweiter Sohn, Hojda, bleibt lange
unverheiratet. Ceijas Leben in der Familie ist das Thema des
Buches, das lebendig und ansprechend behandelt wird; der Stil des
Buches ist der mündlichen Rede ähnlich. Dieser Eindruck
wird durch das Interview mit Ceija im zweiten Teil des Buches
noch verstärkt. Durch die Lückenhaftigkeit der
Erzählung wirkt auch der Stil so, als wären
Erinnerungsbilder, besonders aus der frühen Kindheit, ohne
engen Zusammenhang nebeneinander gestellt. Als
„Milieuschilderung“, als Schilderung einer heute
vergessenen Lebensweise, ist das Buch sehr interessant, aber auch
desillusionierend: kein leichtes Zigeunerleben, sondern Arbeit,
Probleme mit den Behörden und manchmal ungewolltes Anpassen
an die Welt der Gadje (Nicht-Zigeuner). Da der Standpunkt der
Frauen in der Familie besonders hervorgehoben wird, ist das Buch
auch in der Behandlung dieses Aspektes interessant.
Ceija STOJKA wurde 1933 in einem Gasthaus in Kraubath/Steiermark geboren. Sie kommt aus einer Familie reisender Roma. Nach der Rückkehr aus dem KZ, das außer ihr nur einige Geschwister und ihre Mutter überlebten, lebte sie als Marktfahrerin in Wien und Umgebung, heute ist sie im Ruhestand. Neben ihrer Autobiographie „Wir leben im Verborgenen“ (Picus 1988) verfasste Ceija Stojka Gedichte, Lieder und Liedtexte auf Romanes und Deutsch.
AutobiographieHauptfiguren: die Autorin
Schauplatz, Hintergrund: verschiedene, auch mehrere
Konzentrationslager
Thema, Problem: Kampf ums Überleben zur Zeit des
Nationalsozialismus
Inhalt: Im erzählerischen ersten Teil des Buches (beim
zweiten Teil handelt es sich um ein ausführliches
Gespräch, das die Herausgeberin Karin Berger mit der Autorin
führt) wird der Leser mit den Lebenserfahrungen eines
Zigeunerkindes zur Zeit des Nationalsozialismus (Ceija Stojka war
in mehreren Konzentrationslagern eingesperrt) konfrontiert. Im
Interview mit Berger ist es die Erwachsene, die über die
Situation der Roma in Österreich reflektiert, deren Probleme
analysiert und sich an die frühen Kindheitsjahre erinnert,
als sie noch mit ihrer Familie durch Österreich fuhr.
Hauptfiguren: Karl Stojka mit seiner Familie
Schauplatz, Hintergrund: Österreich 1931 - 1937; ab 1943 die
Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Dann die
Nachkriegszeit in Wien und Frankreich bis 1968; Amerika Anfang
der Siebzigerjahre, schließlich ab 1973 wieder Wien
Thema, Problem: Das Leben und Überleben in den deutschen
Konzentrationslagern, das erzwungene Selbständigwerden eines
Kindes, Erfolg und Sesshaftwerdung, das Familienleben und die
Sippenhaftung der Roma, Probleme mit der Gesellschaft
Inhalt: Als Karl vor einer Autobahnkreuzung steht denkt er an
sein bisheriges Leben: die Geburt und Kindheit in Österreich
in einer fahrenden Romafamilie, 1931 bis 1937 die freie
Lebensweise, die nächsten zwei Jahre noch weiteres Fahren,
bis die Stojkas 1939 in Wien eine Hütte bauen; Karl wird
eingeschult. Dann die Verhaftung seiner Sippe und
schließlich seiner Familie (1943) und der Abtransport ins
Konzentrationslager Auschwitz, ein Jahr später nach
Buchenwald. Das Überleben dieser Jahre und des Todesmarsches
nach Flossenbürg folgen, dann die Befreiung.
Schließlich 1946 Wiedersehen in Wien mit seiner Mutter und
seinen drei Schwestern - sechs Überlebende der gesamten
Sippe. 1948 geht Karl zur Fremdenlegion und fährt nach
Frankreich, flieht aber wieder, kommt auf Umwegen nach Wien
zurück und heiratet 1949 die Roma - Frau Ruppa, die ihn
jedoch nach drei Jahren mitsamt den Kindern verlässt, da er
immer viel herumreist und hausiert. 1956 heiratet er zum zweiten
Mal und betreibt bis zur Reise nach Amerika ein
Teppichgeschäft. 1973 kommt die Familie nach Wien
zurück. Am Schluss des Bandes sind auch einige Fotos der
Stojka-Sippe enthalten.
Karl STOJKA: 1931 in der fahrenden Sippe der Stojkas geboren. Zu seiner Lebensgeschicht siehe oben. Er hat auch eine Karriere als Maler gemacht und seine Werke seit 1990 auf bedeutenden Ausstellungen gezeigt.
AutobiographieHauptfiguren: eine alte, arbeitsame, energische Frau
Schauplatz, Hintergrund: ein Dorf
Thema, Problem: die tägliche Arbeit einer Bäuerin und
die sich dabei immer neu ergebenden Probleme
Inhalt: Eine alte Frau kauft mit einem gefundenen Geldstück
ein Schaf; dieses will ihr seine Wolle nicht geben, weil es nicht
genügend Milch bekommt; die Ziege will nicht mehr Milch
geben, weil etc. Die Kette endet bei der Schwiegertochter, die
geschlagen wird, damit sie gehorcht - ab hier läuft die
Kettenreaktion rückwärts. Den fröhlichen
Schluß bildet ein großes Fest, bei dem der
Erzähler „anwesend" ist. Es ist ein lustiges
Märchen, das einem im deutschen Sprachraum bekannten Schema
folgt - die Kettenreaktion, die vor- und rückwärts
abläuft, die sprechenden Tiere und Elemente, etc. Neu ist
hier die Rahmenhandlung: eine Frau findet Geld und kauft Vieh; am
Schluß verdient sie viel Geld und gibt ein großes
Fest. Die Behauptung des Erzählers, er habe an dem Fest
teilgenommen, dient der Legitimation der Erzählung, also
ihrem Anspruch auf Wahrheitsgehalt.
Lev Tcherenkov ist ein international geschätzter Experte auf dem Gebiet Roma-Sprache und -Kultur. Er selbst ist in zwei Kulturen beheimatet (die Mutter ist Romni, der Vater Russe).
MärchenHauptfiguren: das Zigeunerkind Muscha
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland zur Zeit des
Nationalsozialismus
Thema, Problem: Ein Kind lernt, mit Haß und
Fremdenfeindlichkeit umzugehen.
Inhalt: Das Zigeunerkind Muscha wird 1938 von einem deutschen
Ehepaar adoptiert und bekommt einen deutschen Namen. Sie
müssen es vor den Nazis verstecken. Eindrucksvoll wird
beschrieben, wie Muscha zuerst mit anderen Kindern befreundet
ist, dann aber von ihnen gemieden und ausgestoßen wird.
Anja Tuckermann, geb. 1961, lebt in Berlin. Sie ist Schriftstellerin und Journalistin, schreibt Prosa und Lyrik für Kinder und Erwachsene. 1992 wurde sie mit dem Kurt-Magnus-Preis ausgezeichnet.
RomanHauptfiguren: Ein Erzähler, Mitglied der slowenischen
Volksgruppe in Österreich
Schauplatz, Hintergrund: Österreich, Volksgruppengesetz
1976
Thema, Problem: Assimilierung führt zu Verlust von
Identität
Inhalt: Slowenischnamige Orte werden eingedeutscht. Der Autor
sucht die Orte seiner Kindheit und findet sie nicht.
Hauptfiguren: verschiedene Kinder
Schauplatz, Hintergrund: Kärnten
Thema, Problem: Alltag und Kindheit in Kärnten
Inhalt: Diese Geschichten schildern slowenische Kinder in
Südkärnten mit warmer Zuneigung und ohne Idealisierung.
Besonders lesenswert sind: Schmerz (S. 41-50): über
kindliche Abneigung gegen die Schule. Der erste Brief (S. 83-94):
eindringliche Schilderung, wie ein Kind nach dem Diktat der
Mutter an seinen Bruder schreibt. Maiglöckchen (S. 7-14):
Ein Bub hat Angst, in eine Schlucht, die man "Hölle" nennt,
zu gehen. Aber aus Liebe zur Mutter, die sich Maiglöckchen
wünscht, überwindet er seine Angst und pflückt in
der Schlucht die Blumen für sie.
Voranc Prezihov (eigentlich Lovro Kuhar), geb. 1893 in Köttlach (Unterkärnten) und gest. 1950, war Waldarbeiter sowie Autodidakt.
ErzählungenHauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Thema, Problem: Naturschutz in Kanada
Inhalt: Der Ich-Erzähler und seine Frau leben, wie es die
Indianer seit jeher getan haben. Sie freunden sich mit Bibern an
und ziehen zwei Biberjunge auf.
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule wurde 1888 als Archibald Belaney in Hastings/Großbritannien geboren. Mit 16 ging er nach Nordamerika, wurde von den Cree in ihren Stamm aufgenommen, gab 1928 Jagd und Fallenstellerei auf und kämpfte schreibend und auf Vortragsreisen für den Naturschutz. Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule starb 1938 in Beaver Lodge, Prince-Albert-Nationalpark.
ErzählungHauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Thema, Problem: Überleben in der Wildnis
Inhalt: Durch die Mißachtung einiger wichtiger
Überlebensregeln in der Wildnis wird der Ich-Erzähler
vorübergehend schneeblind.
Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Thema, Problem: indianische Lebensweise
Inhalt: Die Weisheiten und die Lebensgeschichte seines
indianischen Lehrers.
Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Thema, Problem: indianische Lebensweise
Inhalt: Die Geschichte von Hiawatha, wie sie bei den Indianern
erzählt wird.
Hauptfiguren: Red Landreville, ein junger Trapper
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Thema, Problem: Überleben in der Wildnis
Inhalt: Wie ein unerfahrener Trapper trotz der vielen
Mißgeschicke, die ihm widerfahren, seinen Humor nicht
verliert.
Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Thema, Problem: Naturschutz
Inhalt: Überlegungen zum Naturschutz und wie der
Ich-Erzähler selbst vom Jäger zum Naturschützer
geworden ist.
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Inhalt: Aus dieser Sammlung von Kurzgeschichten greifen wir
heraus: "Kii-wä-kennos Söhne". Seite 7-12. 6 Seiten.
Die Geschichte eines Baums, und was er in seinem langen Leben
alles gesehen hat. Thema: Alltag der Indianer. "Wenn ein
Waldläufer herumgewirbelt wird". Seite 13-17. 5 Seiten. Der
Ich-Erzähler verwendet bei seiner Nachtwanderung zum ersten
Mal eine Taschenlampe und verirrt sich. Thema: Überleben in
der Wildnis. "Eine verborgene Stadt". Seite 31-42. 12 Seiten.
Eine Reisegesellschaft wird in einer indianischen Stadt
beherbergt. Thema: indianische Lebensweise, Zusammenleben
zwischen Weißen und Indianern. "Red Landreville". Seite
43-51. 9 Seiten. Wie ein unerfahrener Trapper trotz der vielen
Missgeschicke, die ihm widerfahren, seinen Humor nicht verliert.
Thema: Überleben in der Wildnis. "Der Weise vom Pelikansee".
Seite 53-66. 14 Seiten. Die Weisheiten und die Lebensgeschichte
des indianischen Lehrers des Ich-Erzählers. Thema:
indianische Lebensweise. "Hiawatha". Seite 73-82. 10 Seiten. Die
Geschichte von Hiawatha, wie sie bei den Indianern erzählt
wird. Thema: indianische Lebensweise. "Jetzt bist du blind!".
Seite 83-92. 10 Seiten. Durch die Missachtung einiger wichtiger
Überlebensregeln in der Wildnis wird der Ich-Erzähler
vorübergehend schneeblind. Thema: Überleben in der
Wildnis. "Da der Indianer nicht mehr ist, ist auch deine Stunde
gekommen". Seite 93-116. 24 Seiten. Die Geschichte eines Baums,
und was er in seinem langen Leben alles gesehen hat. Thema: Kampf
um Naturschutz in Kanada. "Von der Zerstörung der Natur".
Seite 117-121. 5 Seiten. Überlegungen zum Naturschutz und
wie der Ich-Erzähler selbst vom Jäger zum
Naturschützer geworden ist. Thema: Naturschutz.
Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Thema, Problem: indianische Lebensweise, Zusammenleben zwischen
Weißen und Indianern
Inhalt: Eine Reisegesellschaft wird in einer indianischen Stadt
beherbergt.
Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Thema, Problem: Überleben in der Wildnis
Inhalt: Er verwendet bei seiner Nachtwanderung zum ersten Mal
eine Taschenlampe und verirrt sich.
Hauptfiguren: die beiden Jungen, 13 und 14 Jahre alt
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Thema, Problem: Alltag der Indianer
Inhalt: Kii-wä-keno kommt im Winter bei der Jagd ums Leben.
Seine beiden Söhne beschließen, so wie es
vorgeschrieben ist, den Tod des Vaters registrieren zu lassen und
machen sich auf den beschwerlichen Weg vom Winterlager in die 200
km entfernte Handelsniederlassung.
Hauptfiguren: der Baum
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Thema, Problem: indianische Lebensweise, Kampf um Naturschutz in
Kanada
Inhalt: 8 Geschichten vom Trapper- und vom Indianerleben.
Hauptfiguren: der Baum
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in
der Wildnis
Thema, Problem: Kampf um Naturschutz in Kanada
Inhalt: Die Geschichte eines Baums, und was er in seinem langen
Leben alles gesehen hat.
Hauptfiguren: Nauka und Pimmi
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland und Frankreich nach dem
Zweiten Weltkrieg
Thema, Problem: Ächtung, Ausstoßung aus der Sippe und
Verflucht-Werden; Liebe, die durch das Eindringen eines
bedauerswerten und lieben Mädchens unabsichtlich auf die
Probe gestellt wird; ein inniges Verhältnis der Schwestern
zueinander
Inhalt: Nauka ist ein schönes fünfzehnjähriges
Zigeunermädchen, das die Marionettentanzpuppe Sara besonders
gut tanzen lassen kann; sie soll Mateo, den jungen
Puppenschnitzer, heiraten und hat eine siebenjährige
Schwester, Pimmi, auf die sie immer gut aufpasst; Pimmi ist
störrisch, wild und auf ihre Art weise. Als Nauka und Pimmi
sich zwischen den Dörfern verirren und nicht
zurückkommen, zieht ihre Sippe weiter. Zufällig treffen
die Schwestern Onkel Panelon, Mateos Vater, der vor langer Zeit
den Tod seiner Frau Parni und seiner vier Kinder verschuldet hat.
Panelon wurde fünf Jahre lang geächtet und wird bis
jetzt von den Totengeistern und seiner Schuld getrieben. Nauka
und Pimmi finden endlich ihre Sippe im Winterquartier wieder. Als
das taubstumme Zigeunermädchen Tereina von ihren
Dienstherren, sesshaften Zigeunern, zu sehr gequält wird,
nimmt die Sippe sie auf. Da Mateo sich um sie kümmert, wird
Nauka eifersüchtig und traurig. Die Familie Naukas
verlässt die Sippe, weil Mateo Nauka damit beleidigt hat,
die Sitte verletzt und damit Zank und Streit in die Sippe
gebracht hat. Schließlich jedoch treffen sie sich im
Frühling beim Sarafest im Süden (in Frankreich) wieder;
dort heiraten Mateo und Nauka, und Tereina wird als Mateos
Schwester und Panelons Tochter anerkannt. Ein leicht lesbarer und
poetischer Roman. Die Sippe erscheint als Zentrum des Lebens,
wird aber manchmal fast zu positiv dargestellt;
möglicherweise ist das die Perspektive eines Kindes.
Ursula Wölfel, 1922 in Duisburg geboren; Studium der Germanistik und Pädagogik. Zuerst Lehrerin und pädagogische Assistentin, seit 1961 freie Schriftstellerin. 1962 Mond Mond Mond. Deutscher Jugendbuchpreis. 1972 Mitglied im PEN-Club. Österreichischer Förderpreis für Jugendliteratur. 1991 Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises. Weitere Werke sind: Fliegender Stern (1959), Sinchen hinter der Mauer (1960), Joschis Garten (1965), Die grauen und die grünen Felder (1970) u.v.a.m.