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Biblioteca Culture del Mondo: Letteratura del mondo a lezioneInitiative Minderheiten: Literatur der Welt im Unterricht

Literatur der Welt im Unterricht / Letteratura del mondo a lezione

MINDERHEITEN (ethnisch): 65 Texte

ROMA-SINTI
Zigeunermärchen aus aller Welt
in: Mode, Heinz (Hrsg.).: Zigeunermärchen aus aller Welt..
Frankfurt am Main/Leipzig: Insel Verlag, 1991. 543 Seiten. ATS 291.

Inhalt: Die in diesem Band versammelten Märchen bieten einen hervorragenden Einblick in die Welt der Roma, in ihre Traditionen, Mythen und Bräuche, in ihren Glauben und ihre Lebensphilosophie. Die Märchen wurden über viele Jahrzehnte an den verschiedensten Orten und aus den unterschiedlichsten Gründen aufgezeichnet. In einem kleinen Anhang werden die einzelnen Märchen genau dargestellt, Erzähler, Zeit und Ort der Aufzeichnung angegeben und kurze Anmerkungen hinsichtlich einer thematischen Zuordnung gemacht. Besonders lesenswert: "Der Moskito". 139-146. 8 Seiten. Dieser Text ist ein besonders originelles Schwankmärchen. Ein Moskito kämpft gegen eine Kerze; indem er seine Körperteile mit einem Bauern tauscht, wird er Mensch. Sowohl die Torheit des vermeintlichen Helden als auch der Bürgermeister als Amtsperson werden verspottet. Der ursprünglich törichte Held geht schließlich als Sieger hervor, gewinnt den Bürgermeisterposten sowie eine reiche Bauerntochter. Lesealter: 12
"Der geschorene Priester". 300-303. 4 Seiten. Bulgarisches Rom-Märchen. Bei diesem Schwankmärchen wird ein Geistlicher verspottet, der sich mit der Ehefrau eines Rom vergnügen will. Der Rom rächt sich an der Frau des Geistlichen, indem er sie seinerseits verführt. Lesealter: 14
"Die Hütte von Sonne und Mond". 328-329. 1 Seite. Italienisches Rom-Märchen. Das gute Mädchen, die Stieftochter, wird im Winter mit einem Eimer Erdbeeren belohnt. Die beiden unfreundlichen Stiefschwestern werden mit großen Nasen und Schwänzen bestraft. Lesealter: 10
"Der Tod der Roma-Literatur". 475-476. 2 Seiten. Dieses Rom-Märchen aus Bosnien-Herzegowina erklärt, warum die Roma keine eigene Literatur besitzen: Der gelehrte Rom-König ertrinkt in der Sintflut, und sein Esel frißt alle gelehrten Bücher, die ganze schöne Literatur der Roma, auf und verhungert am Ende. So stirbt die Literatur der Roma, und darum, so die Schlussfolgerung, haben die Roma keine Bücher, aus denen sie ihre Sprache und ihre Wissenschaft lernen könnten. Mit diesem Motiv ist dieses Märchen ein besonders wertvolles Zeugnis der Roma-Kultur, da es versucht, die eigene Unwissenheit und fehlende Bildung zu erklären. Lesealter: 12


INDIANER / NORDAMERIKA
Der Gesang des Schwarzen Bären. Lieder und Gedichte der Indianer
in: Arens, Werner; Braun, Hans Martin (Hrsg.).München: C.H.Beck, 1992. 356 Seiten. ATS 145.
Sprache des Originals: Englisch/Deutsch.

Inhalt: Aus den verschiedensten Epochen, zu den unterschiedlichen Lebensbereichen und von renommierten sowie unbekannten indianischen Autoren haben die Herausgeber Lieder und Gedichte von eindringlicher Schönheit und beklemmender Intensität zusammengestellt. Sehr gut lässt sich anhand der jüngeren Gedichte feststellen, wie das Selbstbewusstsein wieder wächst, wie die alten Werte wieder wichtig werden.


KÄRNTNER SLOWENEN / ÖSTERREICH
Zu Hauf, zu Hauf gemeines Volk!
in: Baumgartner, Gerhard: 6 x Österreich..
Klagenfurt: Drava, 1995. Seite 43. ATS 277.
Sprache des Originals: Slowenisch.

Hauptfiguren: Die aufständischen Bauern, die sich von der Fron der Grafen befreien wollen.
Schauplatz, Hintergrund: Die Bauernkriege
Thema, Problem: Unterdrückung und Revolution
Inhalt: Aufforderung an die slowenische Bauerngemeinschaft, sich nicht länger unterdrücken zu lassen. Ein Aufruf zum Kampf.


INDIANER / NORDAMERIKA
Augustin, Siegfried
Die Geschichte der Indianer. Von Pocahontas bis Geronimo 1600 - 1900
Droemer, 1995. 559 Seiten. ATS 423.

Inhalt: 65 bekannte indianische Persönlichkeiten werden vorgestellt. Anhand ihres Schicksals erzählt der Autor die Geschichte der nordamerikanischen Indianer. Er berichtet aber auch von den Lebensgewohnheiten der einzelnen Stämme, und davon, welche Häuser sie bauten, wie sie ihr Gemeinwesen organisierten und wie sie sich Feinden und Freunden gegenüber verhielten.Ein wichtiges Buch zur Entkitschung verschiedener Ikonen (Pocahontas, Hiawatha, Sitting Bull...)

Keine Autoreninformation vorhanden


TSCHECHEN / ÖSTERREICH
AutorIn wird nicht benannt
Hundertmal nahm ich mir vor
in: Baumgartner, Gerhard.: 6 x Österreich..
Klagenfurt: Drava, 1995. Seite 155. ATS 277.
Sprache des Originals: Tschechisch.

Hauptfiguren: ein Mann, eine Frau
Thema, Problem: Liebe, Treue
Inhalt: Ein Mann versucht ein Mädchen zu vergessen, das allen Burschen schöne Augen macht. Das Mädchen jedoch beteuert seine Treue.

Volkslied
ab 12 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
INDIANER / AMERIKA
Bruchac, Joseph, und Baviera, Rocco
Sie nannten ihn Slon-he. Die Geschichte des Sitting Bull
Freiburg: Kerle, 1997. 30 Seiten. ATS 181.
Sprache des Originals: Amerikanisch.

Hauptfiguren: der Junge Slon-he (später als "Sitting Bull" bekannt)
Schauplatz, Hintergrund: Amerika im 19. Jh. beim Volk der Dakota Sioux
Thema, Problem: Wie sich ein Junge durch seine Tapferkeit behauptet
Inhalt: Es ist die Kindheitsgeschichte des großen Häuptlings Sitting Bull, der sich seinen Namen durch eine mutige Tat verdiente. Als Kind nennt man ihn "der Langsame" (Slon-he), was ihn sehr unglücklich macht. Eines Tages hört er, daß sein Vater und andere Krieger des Stammes ihre Feinde, die Crow, erwarten. Slon-he, damals erst vierzehnjährig, ist der erste, der die Feinde angreift und seinem Volk den Sieg bringt. Von nun an heißt er "der Büffelbulle, der sich niedersetzt".

Biographie
ab 6 J.
30 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Cioaba*, Luminit*a Mihai
O Angluna la phuveako / Radacina Pamintului / Die Wurzel der Erde / Earth´s Root
Sibiu (Hermannsstadt): Editura Neo Drom, 1994. 126 Seiten.
Sprache des Originals: Romanes.

Hauptfiguren: ein lyrisches Ich
Schauplatz, Hintergrund: Rumänien heute, aber eigentlich eine Märchenwelt, die Traumwelt einer Frau.
Inhalt: S. 15: Schicksal (2 S.) Handlung: Eine Art Totentanz eines Mädchens mit dem Tod; das Leben ist eine tägliche Qual, und nur selten gibt es schöne, unvergeßliche Augenblicke. Bewertung: Ein sehr eindringlich geschriebenes Gedicht, sehr rhythmisch und klangvoll in der Sprache, allerdings eher zum Leiselesen geeignet (wie alle Gedicht in diesem Band). Leseerlebnis: Uns gefällt dieses Gedicht besonders gut, als eines der wenigen, die nicht eher unverständlich oder kitschig sind, es könnte im Stil Celans „Todesfuge“ angelehnt sein. Die tiefere Ebene des Gedichtes ist äußerst interessant und könnte eine ansprechende Untersuchung ergeben. Sonstiges: Im Unterricht im Vergleich mit anderen Gedichten, wahrscheinlich in Deutsch. Interessant könnte ein Sprachvergleich zwischen den einzelnen Übersetzungen sein (Englisch/Deutsch), allerdings eher im Gymnasium. Lesealter: ab 14, 15 Jahren, damit die Stimmung und die möglichen Querverbindungen (Celan) erfaßt werden können. S. 49: Zigeunerinnenfluch (3 S.) Hauptfigur: Ein Zigeunermädchen, das seinen Geliebten im Verdacht hat, ihm untreu zu sein oder der es bereits verlassen hat. Stichwort: Frauen, Liebe Handlung: Das Verlassene droht, ihren Geliebten zu verfluchen, falls er sie noch einmal beleidigt oder betrügt; in recht farbigen Ausdrücken schildert diese, was ihm geschehen soll. Die letzte Strophe ist versöhnlich, um das Lied zu einem guten Ausklang zu bringen: in einem neuen Leben wird sie ihn erwarten und ihn für immer lieben. Bewertung: Durch die Farbigkeit der Redewendungen wirkt das Gedicht sehr lebendig, manchmal fast schon komisch, trotzdem schwingt die ernste Absicht des Mädchens immer mit und kommt besonders am Schluß zum Tragen. Wirkung des Inhalts, Leseerlebnis: Was auf den ersten Blick nur amüsant und belustigend wirkt, kann, wenn es ernster gelesen wird, auch eine tiefere Dimension besitzen und sollte in diesem Sinne gelesen werden. Sonstiges: Das Gedicht ist ab einem Alter von etwa 14 Jahren geeignet, wenn das Publikum die Gefühle hinter dem Gedicht nachvollziehen kann. Das Problem bei diesem und überhaupt den meisten Gedichten dieses Bands ist, daß die Gedichte oft kitschig und sentimental wirken und von einem jüngeren Publikum eher als lächerlich aufgefaßt werden können. Lesealter: 14. S. 81: Gedicht ohne Titel (1 S.) Hauptfigur: Ein junges verliebtes Mädchen, das mit Trauer und Angst an die Zukunft denkt. Handlung: Bis jetzt war es glücklich, doch letzte Nacht muß etwas geschehen sein, was es in Trauer stürzt, das Vertrauen gebrochen und das Mißtrauen geweckt hat. Wirkung des Inhalts: Das Mädchen spricht seinen Geliebten direkt an, es trauert um die vergangene Zeit und weiß nicht, was es tun soll. Uns hat das Gedicht wegen seiner Kürze (10 Zeilen), seiner Knappheit und Trefflichkeit gefallen; es wirkt sehr schlicht und doch schön in Klangfarbe und Wortwahl. Thema: Die Vergänglichkeit der Liebe. Sonstiges: Im direkten Unterricht ist es nicht zu gebrauchen, aber als Lesebuchtext, den man sich irgendwann einmal durchlesen kann, ist es sehr geeignet. Lesealter: Ab 14 Jahren. S. 101: Gedicht ohne Titel (1 S.) Hauptfigur: Ein Mädchen, das in jemanden verliebt ist, ohne Hoffnung zu haben. Handlung: Ein Liebesschwur, der über alle Zeiten und alle Orte reicht, wird hier ausgesprochen: sie liebt ihn, und er verläßt sie morgen. Sie wird immer an ihn denken - und er wird es nie wissen. Wirkung, Leseerlebnis: Ebenfalls ein sehr kurzes, prägnantes Gedicht, sehr leidenschaftlich, aber die Note am Schluß ist traurig und hoffnungslos. Interessant: Auf Deutsch wird er „es nicht wissen“. auf Englisch „will not know it any more“ - „nicht mehr“, er wird sie also vergessen. Ein Vergleich mit dem Original wäre zweckdienlich! Thema: Eine Liebe ohne Hoffnung Lesealter: 13 Die anderen Gedichte des Bandes besprechen wir nicht einzeln, da sie für ein junges Publikum eher ungeeignet sind - sentimentale oder fast kitschige Gedichte sind für Kinder oder Pubertierende eher peinlich und Anlaß zum Lachen - dadurch würde ihr Sinn verloren gehen. Thema, Problem: Das Thema Liebe wird hier in vielen Facetten abgehandelt: Als Fluch, als Schwur, als Erinnerung etc., aber nicht nur die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern auch zur Natur, zur Nacht, zu den Sternen, den Bäumen usw. Gefühle werden behandelt: Traurigkeit, Freude, Einsamkeit und das Träumen.

Luminit*a Mihai Cioaba* ist eine der wenigen Romnia, die schreiben. Sie ist die Tochter des (selbsternannten) verstorbenen Romakönigs Rumäniens und schreibt vor allem fast naiv, oft auch kitschig anmutende Lyrik.

Gedichte
ab 14 J.
126 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Ferkova, Ilona
Die eisernen Teufel
in: Verein „Romano Centro": Zeitschrift "Romano Centro", Heft 5 / Juni 1994.
Wien: Eigenverlag Romano Centro, 1994. Seite 8. ATS 25.
Sprache des Originals: Romanes.

Hauptfiguren: Helena und ihre Kinder
Schauplatz, Hintergrund: eine Stadt
Thema, Problem: Spielsucht, ihre Folgen, die Auswirkungen auf das soziale Umfeld und die Heilung
Inhalt: Helena sorgt gut für ihre Familie, trotz ihrer Armut; eines Tages werden Spielautomaten aufgestellt. In der Hoffnung, Geld zu gewinnen, beginnt sie zu spielen, gewinnt anfangs, verliert aber dann nur noch. Sie wird spielsüchtig, verliert immer wieder und merkt nicht, daß ihre Kinder hungern. Der Sohn droht ihr, daß der tote Vater ihn zu sich nehmen würde, wenn sie nicht aufhören würde. Sie hat einen Alptraum, und ihr Sohn bekommt Fieber. Schließlich kann sie sich von ihrer Sucht lösen. Aber die Automaten bringen Unfrieden unter die Roma, die ab jetzt nicht mehr friedlich zusammenleben. Es ist ein modernes Märchen, wohl eher eine realistische Erzählung, möglicherweise mit autobiographischen Zügen. Der Einbruch der Zivilisation und ihrer Gefahren in das friedliche Leben der Roma wird hier recht drastisch am Beispiel einer Frau dargestellt, die erst nach längerer Zeit begreift, was mit ihr geschieht. Der Automat wird personifiziert und als böser lockender Teufel mit roten Augen dargestellt. Der Teufel ist es auch, der Unfrieden zwischen die Roma bringt, sodaß sie neidisch werden.

Ilona Ferkova kommt aus Tschechien.

Märchen
ab 9 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Ficowski, Jerzy
Die Schwester der Vögel. Märchen der polnischen Roma
Berlin: Elefanten Press, 1996. 128 Seiten. ATS 199.
Sprache des Originals: Polnisch.

Inhalt: Diese Märchensammlung vereint neunzehn Märchen der polnischen Roma, die von Jerzy Ficowski gesammelt und aufgeschrieben wurden. Es sind Märchen, die einen Eindruck von der Nähe der Roma zu Tier und Natur, von der Sehnsucht, in die Ferne zu ziehen, und dem Glauben an die Freiheit jenseits des materiellen Besitzes vermitteln. Besonders lesenswert: "Die Erschaffung der Welt". 109-113. 5 Seiten. Dieses Märchen hat die ewig währende Rivalität zwischen Gott und dem Teufel zum Thema. "Woher die Menschen mit den hellen Haaren kamen". 114-117. 4 Seiten. In diesem Märchen kommt die Tochter von König Nebel zu den Roma und lebt mit ihnen. Aus der Ehe der Nebelprinzessin mit einem Romajüngling geht das Volk der blonden Menschen hervor.

Jerzy FICKOWSKI zog lange mit den Roma durch Polen. Im Laufe der Zeit begann er, die Märchen und Geschichten, die sie erzählten, aufzuschreiben.

Märchen
ab 12 J.
128 Seiten

ROMA-SINTI
Franz, Philomena
Zwischen Liebe und Haß
Freiburg im Breisgau: Herder, 1985. 93 Seiten. ATS 100.

Hauptfiguren: die Autorin
Schauplatz, Hintergrund: verschiedene, darunter auch das Konzentrationslager in Auschwitz
Thema, Problem: Eine leidgeprüfte Frau versucht, ihre Verfolger zu verstehen
Inhalt: "Meine Kindheit", "Mein Holocaust" und "Weiterleben nach dem Nullpunkt", das sind die drei Teile, aus denen Philomena Franz ' Buch besteht. Sie beschreibt ihre glückliche Kindheit und die darauffolgenden Schrecken in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern. Kraft zum Überleben gab ihr der Glaube. Kennzeichnend für diesen Text sind das völlige Fehlen von Aggressivität und das Bemühen der Autorin, ihre Mörder zu verstehen.

Philomena Franz, geboren 1922 in Biberach an der Riß, trat schon mit sieben Jahren als Folkloretänzerin und Sängerin auf. 1943 wurde sie als Sintiza nach Auschwitz deportiert, sie mußte auch die Konzentrationslager Ravensbrück und Oranienburg durchleiden. Sie schrieb Zigeunermärchen und hielt Vorlesungen in Schulen.

Autobiographie
ab 14 J.
93 Seiten
Bibliothek: IM-I"
INDIEN / LA RéUNION (AFRIKA)
Gauvin, Axel
Kindheitshunger
Wuppertal: Peter Hammer, 1995. 195 Seiten. ATS 145.

Hauptfiguren: Soubaya, 15, Inder
Schauplatz, Hintergrund: das Hinterland von Réunion, einer Insel nahe Madagaskar
Thema, Problem: Rassismus unter Kindern
Inhalt: Weil sein Vater einen neuen Job bekommt, muss Soubaya die Schule wechseln. Zum ersten Mal ist er der einzige "Andere", der einzige Inder unter Weißen. Der Konflikt mit der Schulleitung beginnt im Speisesaal: Soubaya darf als Hindu kein Rindfleisch essen. Das regelt sein Vater. Aber mit den Mitschülern muss Soubaya schon alleine fertig werden...

Axel Gauvin wurde 1944 auf Réunion geboren. Studium der Naturwissenschaften. Arbeitete als Lehrer. Setzte sich in seinen literarischen Arbeiten für die kreolische Sprache und Kultur ein. Gauvin schreibt auf Französisch und Kreolisch Gedichte, Erzählungen, Dramen.

Roman
ab 12 J.
195 Seiten

UNGARN / ÖSTERREICH
Gyula, Pulay
Hundelied
in: Baumgartner, Gerhard.: 6 x Österreich..
Klagenfurt: Drava, 1995. Seite 102. ATS 277.
Sprache des Originals: Ungarisch.

Hauptfiguren: Hunde, die denken und heulen
Thema, Problem: mangelnde Völkerverständigung
Inhalt: Bei Vollmond heulen die Hunde den Mond an und beneiden die Menschen um ihre Sprachgewandtheit. Ist Verstehen automatisch dort, wo Sprache ist?

Gedicht
ab 10 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
KÄRNTNER SLOWENEN / ÖSTERREICH
Handke, Peter
Kindergeschichte
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1984. 105 Seiten. ATS 79.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Ein Mann und sein Kind
Thema, Problem: Probleme im Zusammenleben von Kind und Erwachsenen
Inhalt: Die ersten zehn Jahre im Leben eines Kindes und die Geschichte des ihm zugehörigen Erwachsenen. Der Erzähler schildert als kühler Beobachter das Zusammenleben der beiden Hauptfiguren, die ständigen Orts- und Schulwechsel, die Probleme auf beiden Seiten, auf eine beeindruckende Weise, die beinahe ohne direkte Rede auskommt. Großteils werden die Gefühle des Erwachsenen beschrieben, der von seiner Frau getrennt lebt und bei der das Kind zeitweise wohnt. So wechselt es auch in andere Länder und fühlt manchmal sein Anderssein deutlich.

Handke, Peter, geb. 06. 12. 1942 in Griffen, Kärnten. Studium in Graz. Erster großer Bühnenerfolg „Publikumsbeschimpfung“ (1966). Bedeutender österreichischer Schriftsteller.

Erzählung
ab 14 J.
105 Seiten
Bibliothek: UB-I"
ROMA-SINTI
Heinschink, Fatma
Der Geizige
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 66 - 67. ATS 268.
Sprache des Originals: Romanes.

Hauptfiguren: zwei Freunde
Schauplatz, Hintergrund: ein Fluß
Thema, Problem: Sturheit und daraus resultierende, möglicherweise fatale Folgen
Inhalt: Ein Geiziger und sein freigebiger Freund gehen am Ufer eines Flusses spazieren; der Geizige rutscht aus und fällt ins Wasser. Der Freund ruft ihm immer wieder zu, er solle ihm seine Hand geben. Der Geizige hört nur das Wort „geben" und denkt nicht daran. Als er schon fast am Ertrinken ist, ruft der Freund: „Nimm meine Hand!" Der Geizige hört das Wort „nimm", greift sofort zu und wird gerettet.

Fatma Heinschink, Romni, geb. 1948 in der Türkei, lebt in Österreich. Sie kennt viele alte Lieder und Geschichten ihrer Roma-Gruppe

Parabel
ab 8 J.
2 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Hemetek, Ursula
Romane g'ìla. Lieder und Tänze der Roma in Österreich
Wien: , 1992. 83 Seiten. ATS 200.

Inhalt: Diese Liedersammlung ist als Ergebnis des Forschungsprojektes "Die traditionelle Musik ethnischer Gruppen in Österreich" entstanden, das am Institut für Volksmusikforschung der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien durchgeführt wird, und basiert auf Tonbandaufnahmen aus dem stilistisch vielfältigen Repertoire der verschiedenen Romagruppen in Österreich. Möglich wurde das Vorhaben durch die Bereitschaft der Betroffenen. Da die Roma in Österreich keine einheitliche Gruppe darstellen, ist auf die Vielfalt bei der Auswahl der Musikaufnahmen Rücksicht genommen worden. Unter den Liedern der Sammlung befinden sich auch einige, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind; sie verdeutlichen besonders eindrücklich, wie sehr die Musik und die Lieder für die Roma Mittel der Überlieferung sind. Beigefügt ist eine Musikkassette mit Aufnahmen aller in der Sammlung vorkommenden Lieder.

Ursula HEMETEK ist Assistentin am Institut für Volksmusikforschung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Musik von Minderheiten in Österreich, insbesondere der Roma und der burgenländischen Kroaten. Ursula Hemetek ist Obfrau der Initiative Minderheiten.

Liedersammlung
ab 12 J.
83 Seiten

ROMA-SINTI
Holdosi, József
Die Straße der Zigeuner
Berlin: Verlag Neues Leben, 1978. 242 Seiten. ATS 212.
Sprache des Originals: Ungarisch.

Hauptfiguren: Mitglieder von drei Generationen einer ungarischen Roma-Familie
Schauplatz, Hintergrund: Ungarn vor dem Zweiten Weltkrieg und einige Jahre danach
Thema, Problem: Außenseiter, Geächtete, Einsamkeit und Hilflosigkeit, Feindschaft zwischen Gruppen, auf der anderen Seite Familiengefühl und der Zusammenhalt der Sippe bis in den Tod
Inhalt: Es ist die Geschichte einer Romasippe, die mit Zusammengehörigkeitsgefühl und Stolz versucht, das Beste aus den erbärmlichen Lebensumständen zu machen. Zusätzliche Bedrohung geht von den Nazis aus, denen die Famile nur ganz knapp entkommt. Die Geschichte der Familie Kanya in der Straße der Zigeuner außerhalb des Dorfes beginnt mit Rozi Gyura, einer Bäuerin, ihrem Zigeunermann Jenö Kanya und dessen Schwester Babi und den Kindern: die Suche Peters, der zeichnerisch begabt ist und den Zigeunerchristus sucht, der allen helfen und die Welt in Ordnung bringen wird; Ernös Vision von einem alten Mann, der die Urmusik der Zigeuner beherrscht. Ein widerborstiger, aber faszinierend geschriebener Roman; bisweilen mit phantastischen, märchenhaften und mythischen Elementen. Die Wolken von mörderischen Insekten, der Fluch, der auf den Kanyas lastet und andere Elemente lassen vermuten, daß Mythen mit „realistischen“ Berichten vermischt wurden.

József Holdosi wurde 1951 in Vép, einer ungarischen Zigeunersiedlung, geboren. Sein Vater starb mit dreißig Jahren, so daß die Mutter ihre beiden Söhne allein aufziehen mußte. Holdosi besuchte die Schule, studierte nach dem Abitur Pädagogik in Pécs und ist heute Lehrer für ungarische Geschichte und Literatur in Szombathely.

Roman
ab 17 J.
242 Seiten
Bibliothek: ÖTF"
ROMA-SINTI
Horvath, Josef
Die Frau und der Tote
in: Verein „Romano Centro": Zeitschrift "Romano Centro", Heft 1 / Juni 1993.
Wien: Eigenverlag Romano Centro, 1993. Seite 6. ATS 25.
Sprache des Originals: Romanes.

Hauptfiguren: eine Frau
Schauplatz, Hintergrund: ein Haus in einem Dorf in einer Märchenwelt
Thema, Problem: ein typisches Märchen um zwei Liebende, die im Tod vereint sind
Inhalt: Der Ehemann fällt im Krieg; aus Sehnsucht und Trauer erbittet die Ehefrau von einer Hexe Hilfe; um Mitternacht holt der Tote seine Frau ab. Sie gerät in ein Spukhaus und leidet entsetzliche Angst; als es hell wird, ist der Tote erlöst. Die Frau stirbt kurz darauf vor Angst; auf ihrem Grab wächst eine Rose, aus der täglich drei Tropfen Blut quellen. Es ist ein romantisches, sehr eindringliches Märchen mit der Botschaft: Lebende und Tote sollten nichts miteinander zu tun haben; und die Erlösung eines Menschen durch Liebe. Deutliche Symbolik: ein weißes Pferd (aus dem Jenseits), die Toten in den Särgen (das Totenreich, in dem sich die Frau - im Traum? - aufhält), die Rose auf ihrem Grab, aus der jeden Tag drei Blutstropfen quellen (ewige Liebe). Trotz des traurigen Schlusses ein Happyend.

Josef Horvath, Rom, kommt aus dem Burgenland.

Märchen
ab 7 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
MAORI / NEUSEELAND
Hulme, Keri
Ein Wal singt
in: Keri Hulme: Der Windesser. Te Kaihau.
Frankfurt am Main: Fischer, 1989. Seite 56 - 66. ATS 123.

Hauptfiguren: der Wal und die Frau
Schauplatz, Hintergrund: das Meer
Thema, Problem: Ehrfurcht vor der Natur
Inhalt: Zwei werdende Mütter treiben aufeinander zu: eine junge Frau, die ihren Mann auf einem Segeltörn begleitet, und ein Wal auf dem Weg in sichere Gewässer.

Keri Hulme wurde 1947 in Christchurch geboren. Stammt mütterlicherseits von Maori-Vorfahren ab (vom Stamm der Kai Tahu), väterlicherseits aus Schottland und England. Sie schreibt seit ihrem 20. Lebensjahr. Mehrfach ausgezeichnet.

Erzählung
ab 16 J.
11 Seiten

MAORI / NEUSEELAND
Hulme, Keri
König Fisch
in: Keri Hulme (Hrsg.).: Der Windesser. Te Kaihau..
Frankfurt / Main: Fischer, 1989. Seite 28-33. ATS 123.

Hauptfiguren: Ich-Erzählerin
Schauplatz, Hintergrund: Küstenstädtchen beim Fest der ersten Sprotte
Thema, Problem: Ehrfurcht vor der Natur
Inhalt: Die Bewohner der Küste erwarten im Frühling sehnsüchtig die Sprotten, die den Fluss hinauf zu ihren Laichplätzen ziehen. Aus der ungeheuren Masse von Fischen fangen sie, soviel sie brauchen. Nur einer vergisst sich in seiner Gier...

Keri Hulme wurde 1947 in Christchurch geboren. Stammt mütterlicherseits von Maori-Vorfahren ab (vom Stamm der Kai Tahu), väterlicherseits aus Schottland und England. Wächst als Tochter eines Malermeisters auf. Muss wegen finanzieller Schwierigkeiten ihr Jusstudium aufgeben. Arbeitet in verschiedenen Jobs, zum Beispiel als Fischerin, Köchin, Tabakpflückerin, Postangestellte, Auarbeiterin. Sie schreibt seit ihrem 20. Lebensjahr. Mehrfach ausgezeichnet.

Erzählung
ab 10 J.
6 Seiten

INUIT / AMERIKA
Jessell, Tim
Amorak
Esslingen: Esslinger Verlag, 1994. 27 Seiten. ATS 218.
Sprache des Originals: Amerikanisch.

Hauptfiguren: die Wölfe
Schauplatz, Hintergrund: bei den Inuit in der Eiswüste
Thema, Problem: wie die Natur das Gleichgewicht hält
Inhalt: Amorak heißt "Geist des Wolfes" in der Sprache der Inuit. Die Inuit haben erkannt, daß Jägertiere und Beutetiere einander brauchen, daß eines ohne das andere nicht überleben kann. Diese Geschichte will zeigen, daß der Wolf eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hat - die Zahl der Beutetiere unter Kontrolle zu halten.

Legende
ab 6 J.
27 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Jevremovic, Dragan
Der arme Türke geht nach Rumänien
in: Verein „Romano Centro": Zeitschrift "Romano Centro", Heft 12 / März 1996.
Wien: Eigenverlag, 1996. Seite 12. ATS 25.
Sprache des Originals: Romanes.

Hauptfiguren: Ein armer Türke, seine Ehefrau und ihre neun Kinder
Schauplatz, Hintergrund: Türkei, Rumänien heute; Märchenwelt
Thema, Problem: Man soll seinen Träumen vertrauen.
Inhalt: Ein armer Türke träumt zehn Jahre lang, er solle in einem Gasthaus in Rumänien einen Kaffee trinken gehen, um das große Glück zu ernten. Schließlich verkauft er alles und fährt hin, findet das Hotel und bestellt den Kaffee; durch ein Mißgeschick kommt er mit dem Wirt ins Gespräch und erzählt diesem seinen Traum; der Wirt lacht und sagt, er hätte ebenfalls seit langem den Traum, in der Türkei in einem bestimmten Haus unter der Feuerstelle Gold zu finden, aber er sei nicht so dumm, wegen eines Traumes alles aufzugeben. In der Beschreibung des Hauses erkennt der Türke sein eigenes Haus wieder, er fährt heim und findet tatsächlich einen Kessel voll Gold. Ein Märchen mit der Fabel, Träumen zu vertrauen und nicht immer ungläubig zu sein, dazu der Topos vom armen Mann, der plötzlich durch ein ungeheures Glück reich wird.

Märchen
ab 7 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Jevremoviæ, Dragan
Mutter, warum hast du mich zur Welt gebracht?
in: Heinschink, Mozes; und Hemetek, Ursula (Hrsg.).: : Roma. Das unbekannte Volk. Schicksal und Kultur..
Wien: Böhlau, 1994. Seite 127.
Sprache des Originals: Romanes.

Thema, Problem: politische und soziale Diskriminierung
Inhalt: Ein Rom denkt über sein Leben nach - nirgendwo erwünscht zu sein, immer von den Gadje verachtet zu werden, obwohl er weder missgestaltet noch sonstwie deformiert ist; die soziale Ausgrenzung und die Verachtung, die aus Angst und instinktiver Ablehnung gegenüber dem Fremden besteht und dem Rom das Leben zur Hölle macht, wird hier thematisiert. Der zweite Abschnitt des Gedichtes jedoch vermittelt eine völlig andere Botschaft: Heute gibt es auch andere Gadje, solche, die den Roma helfen wollen, damit diese keine Angst mehr zu haben brauchen. Doch auch die Roma werden zur Mitarbeit aufgerufen - auch sie müssen sich anstrengen, um ein Zusammenleben zu ermöglichen. Ein sehr ergreifendes Gedicht, sehr eindrucksvoll geschrieben.

Dragan Jevrmoviæ wurde 1946 in Slatina (Serbien) geboren. Seit 1970 lebt er in Wien. Er ist Gründungsmitglied von "Romano Centro" und seit 1996 Obmann des Vereins.

Gedicht
ab 12 J.
1 Seite

INDIANER / AMERIKA
Jooß, Erich
Der Sohn des Häuptlings. Eine Geschichte von der großen Flut
Mödling/Wien: St. Gabriel, 1995. 30 Seiten. ATS 189.

Hauptfiguren: der (namenlose) Sohn des Häuptlings, die "große Mutter", die Meerfrau
Schauplatz, Hintergrund: Amerika
Thema, Problem: Gute Menschen werden gerettet.
Inhalt: Diese Legende der Huichol-Indianer erzählt vom kriegerischen Häuptling und seinem friedliebenden Sohn, der gern auf der Flöte spielt, von der alten Frau (die "große Mutter"), die mit ihrem Stab die Wunden der Erde heilt und alles zum Wachsen und Gedeihen bringt, und von der großen Flut, die Menschen und Tiere verschlingt. Um sich vor der Flut zu retten, baut der Häuptlingssohn ein großes Schiff, wie es ihm die "große Mutter" geraten hat. Mehrere Monate verwüstet die Flut die Erde. Nach der Flut gibt ihm die alte Frau Maiskörner und Bohnen und verläßt ihn. Der junge Mann baut sich eine Hütte und legt ein Feld an, auf dem er Mais und Bohnen pflanzt. Dann taucht ein Delphin auf, der seine Einsamkeit lindert. Später entdeckt er, daß der Delphin in Wirklichkeit eine Meerfrau ist. Wunderschöne Illustrationen.

Legende
ab 8 J.
30 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Jovanovic, Ilija
Gott und der Engel
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 65 - 66. ATS 268.
Sprache des Originals: Romanes.

Schauplatz, Hintergrund: Himmel und Erde
Thema, Problem: Gott, der alles regelt und befiehlt; der barmherzige Todesengel, der die Seelen holt.
Inhalt: Gott schickt den Engel aus, daß er die Seele einer Frau hole; der Engel sieht, daß sie ein kleines Kind hat, kehrt mit leeren Händen zu Gott zurück und erzählt ihm alles. Gott läßt ihn daraufhin einen Stein aufschlagen, in dem ein kleiner Wurm kriecht, und sagt: Ich sorge für diesen Wurm, also werde ich auch für das Kind sorgen, du brauchst dir nicht den Kopf zu zerbrechen, was geschehen wird. Der christliche Einfluß ist hier sehr stark, was eher untypisch für Roma ist, die normalerweise eher den Totenglauben pflegen und ansonsten die jeweilige Religion des Landes, in dem sie leben, annehmen. Man kann hier auf das Problem des totalen, blinden Gehorsams ohne Nachdenken hinweisen. Im Einklang mit der Bibel steht die Aussage, daß Gott sich um wirklich alles kümmert.

Ilija Jovanovic. Rom, geboren 1950 in Rumska/Serbien, seit 1972 in Österreich, arbeitet im Allgemeinen Krankenhaus in Wien, Präsident des Roma-Vereins Romano Centro, Lyriker (Romanes, Serbokroatisch, Deutsch).

Parabel
ab 9 J.
2 Seiten
Bibliothek: IM-I"
KÄRNTNER SLOWENEN / ÖSTERREICH
Kuchar, Helene
Jelka - aus dem Leben einer Kärntner Partisanin
Basel: A.P.I., 1984. 143 Seiten. ATS 75.

Hauptfiguren: Ich-Erzählerin
Schauplatz, Hintergrund: Kärnten zur Zeit der Zwangsaussiedlung der Kärntner Slowenen unter den Nationalsozialisten
Thema, Problem: Widerstand der Partisanen macht es möglich, drei Jahre hindurch der militärischen Macht zu trotzen.
Inhalt: Packende Lebenserinnerungen in einfachen Worten. Helene erlebt die beginnende Zwangsaussiedlung der Kärntner Slowenen unter den Nationalsozialisten. Die Alleinerzieherin von 5 Kindern – der Mann wurde zur Wehrmacht eingezogen – entschließt sich zum Widerstand. Wird insgeheim Partisanin unter dem Namen „Jelka", unterstützt die „Waldleute" von ihrem Hof aus, sammelt Lebensmittel, Kleidung, Informationen, läßt sich nicht in Fallen der Gendarmerie locken. Fliegt dann doch auf, flieht in die Berge, erlebt Kämpfe, wird gefangengenommen und in Klagenfurt inhaftiert. Einer List ihrer Tochter verdankt sie ihr Leben. Enttäuschung nach dem Krieg: Englische Besatzer protegieren Nazis aus Angst vor jugoslawischen Ansprüchen. Doch die mutige Frau läßt sich nicht unterkriegen – „Wir werden uns nimmer das Maul verbieten lassen!"

Helene Kuchar (gest. 1985), Kärntner Slowenin, Magd, Bäuerin. Während des 2. Weltkrieges Partisanin, nach dem Krieg in der OF (Demokratische Front der Kärntner Slowenen) engagiert.

Autobiographie (Tonbandprotokoll)
ab 14 J.
143 Seiten
Bibliothek: IM-I"
KÄRNTNER SLOWENEN / ÖSTERREICH
Kulnik, Marica
Tai
Klagenfurt: Drava, 1984. 22 Seiten. ATS 130.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Das Waisenkind Tai, das neue Eltern findet.
Thema, Problem: Elend der Kinder, Folgen des Krieges, Neubeginn in einer fremden Welt.
Inhalt: Der Junge Tai hat seine Eltern im Krieg verloren, ist ganz allein und wird schließlich von einer Rot-Kreuz-Schwester in ein fernes Land gebracht, wo bereits neue Eltern auf ihn warten. Mit deren Hilfe bewältigt er sein Schicksal, doch ganz vergessen wird er seine Heimat nicht.

Maria KULNIK, geb. in Kärnten. Lebt in Kärnten und Wien.

Erzählung
ab 10 J.
22 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Lainscek, Feri
Halgato. Lacki roma - statt zu leben
Klagenfurt: Hermagoras Verlag / Mohorjeva , 1994. 231 Seiten. ATS 220.
Sprache des Originals: Slowenisch.

Hauptfiguren: Halgato
Schauplatz, Hintergrund: Slowenien/das Über-Mur-Gebiet, die Barackensiedlung Lacki roma; Titos Regiment der Nachkriegszeit
Thema, Problem: Außenseitertum, Flucht vor der Realität
Inhalt: Halgato (eigentlich heißt er Sandor, „Halgato“ ist auf Ungarisch die Bezeichnung für ein melancholisches Musikstück), dessen Leben hier erzählt wird, ist ein kleiner Junge, der zum Geigenspielen gezwungen wird; später beherrscht er dieses Instrument außergewöhnlich gut, für ihn ist die Musik eine Möglichkeit, vor der Realität zu fliehen; auch wenn Halgato die Augen schließt, kapselt er sich völlig von seiner Umgebung ab. Er ist völlig verwirrt, als seine Familie sich radikal verändert, und er weiß nicht, was er tun soll oder kann. Dadurch gilt er bald als Außenseiter. Später vergewaltigt er die Freundin seines Halbbruders Pisti, Iza, und wird einige Zeit später krank; was ihm bleibt, ist ein bitterer Triumph über Pisti und der Entschluß, seine Hütte weiter weg von Lacki roma aufzubauen - er flieht. Iza verschwindet (ins Kloster). Als Pisti einige Zeit später als großer Herr zurückkommt, für sein Milieu wohlhabend, bemerkt er, daß er zwar ein Haus hat, aber allein verlassen ist. Das ist Halgatos bitterer Triumph über seinen Bruder: Dieser will kein Zigeuner mehr sein, aber was er will, kann er nur mit Hilfe der Zigeuner erreichen, und Halgato wird ihm dabei nicht helfen. Pisti erschießt sich. Der Roman fordert ein gewisses Maß an Verständnis für die Denkweise der Roma. Der Stil ist realistisch und nüchtern und unterstützt die Atmosphäre der Handlung. Der Leser nimmt ein Gefühl von Hoffnungs- und Hilflosigkeit mit.

Geboren 1939 im slowenischen Über-Mur-Gebiet . Bisher wurden vier Gedichtbände, drei Dramen und acht Romane publiziert. „Halgato“ (im Original: „Namesto koga roza cveti“ - Statt wessen die Rose blüht“) in Slowenien 1992 zum Roman des Jahres gekürt, verfilmt („Halgato“, 1993/94).

Roman
ab 16 J.
231 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Lee, Ronald
Verdammter Zigeuner
München: dtv, 1987. 217 Seiten. ATS 130.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: Kanada der fünfziger und sechziger Jahre
Thema, Problem: Ein Mann sucht seine Wurzel; Lebensbedingungen der Roma in Kanada
Inhalt: Der autobiographische Roman spielt im Kanada der fünfziger und sechziger Jahre. Lee ist ein Rom, der von Nicht-Zigeunern erzogen wurde. Als junger Mann kehrt er zu den Zigeunern zurück. Durch seine Arbeit (Bildung eines Zigeunerkomitees, Beitritt zum internationalen Romakomitee) versucht er die Verelendung der kanadischen Zigeuner zu stoppen. Ein Vorhaben, das letztendlich scheitert. Am Ende wandert Lee mit seiner Frau und seinen drei Töchtern nach Europa aus.

Autobiographie
ab 16 J.
217 Seiten

KÄRNTNER SLOWENEN / ÖSTERREICH
Levstik, Vran
Martin Krpan
Klagenfurt: Drava, 1983. 36 Seiten. ATS 123.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Der Bauer Martin Krpan, der Kaiser in Wien, der bösartige Riese Brdavs
Schauplatz, Hintergrund: österreichische Monarchie
Thema, Problem: Der Kaiser holt den Bauern, wenn er nicht mehr weiter weiß
Inhalt: Der fürchterliche Riese Brdavs fordert alle Helden des Kaiserreiches zum Kampf heraus, doch er scheint unbesiegbar. Der Kaiser lässt den starken Bauern Krpan kommen, der es tatsächlich schafft, den Riesen zu besiegen. Die Kaiserin jedoch, die mit seinem Benehmen nicht ganz einverstanden ist, will ihn um seinen Lohn prellen, sogar als Hofnarren möchte man ihn in Wien behalten. Doch der stolze Bauer bekommt am Schluss, was ihm zusteht.

Keine Information über den Autor vorhanden.

Sage
ab 10 J.
36 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Maharemi aus Pristina
Das Haus des Alten aus Salz
in: Erich, Renata; Heinschink, Mozes; Jevremovic, Dragan; und Sinnensz-Juhsz, Christiane (Hrsg.): Roma. Das unbekannte Volk. Schicksal und Kultur..
Wien: Romano Centro, 1996. Seite 8.
Sprache des Originals: Romanes.

Hauptfiguren: eine Alte und ein Alter
Schauplatz, Hintergrund: ein Haus aus Kraut und ein Haus aus Salz in einer Märchenwelt
Thema, Problem: Liebesgeschichte zwischen alten Leuten - ein Thema, das sehr selten in Märchen aufgegriffen wird
Inhalt: Das Haus aus Salz des Alten zerrinnt in einem Regenguss, und er bittet die Alte, zu ihr kommen zu dürfen; zuerst widerstrebend, lässt sie ihn ein. Dann bittet er, sich an ihrem Ofen wärmen, sich auf die Matratze legen, unter ihre Decke kriechen und schließlich sie, die Alte, wärmen zu dürfen. Sie erlaubt alles, immer zuerst ablehnend; die Geschichte schließt mit dem Satz: „Schnell machten sie eine ganz besondere Hochzeit. Die Alte und der Alte hatten geheiratet. Dort das Schlechte - bei uns das Gute.“ Die Idee Haus aus Salz und Haus aus Kraut ist bemerkenswert; eventuell haben Salz und Kraut in der Kultur der Roma auch symbolische Bedeutung: Salz kommt in der abendländischen Märchenkultur öfters als wichtigste Zutat in Speisen, d.h. als wichtigstes geschmackgebendes Gewürz auch des Lebens vor (z.B. die Königstochter, die ihrem Vater sagt, sie liebe ihn so sehr wie Salz - Die Schöne und das Biest).

Autoreninformation nicht vorhanden

Märchen
ab 12 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Maximoff, Matéo
Verdammt zu leben
Bern: Zytglogge, 1988. 176 Seiten. ATS 176.
Sprache des Originals: Französisch.

Hauptfiguren: Khantschi, der junge, schöne Rom, der immer auf der Flucht ist, und sein Freund Georges
Schauplatz, Hintergrund: das kaiserliche Russland vor und während des Ersten Weltkrieges, Spanien, Frankreich, England und Amerika; im Zweiten Weltkrieg Hitlerdeutschland
Thema, Problem: Das Leben eines Ausgestoßenen, Unterschiede zwischen der Denkweise der Gadje und dem Weltbild der Roma
Inhalt: Die Kris (das Romagericht) einer Romasippe in Russland (noch zur Kaiserzeit) verurteilt Khantschi, einen jungen Rom, und stößt ihn aus, weil er seine Ehefrau umgebracht hat (aus Eifersucht). Von da an ist Khantschi ( der Name bedeutet „nichts“) ständig auf der Flucht. Er wird von der Polizei verhaftet und deportiert, kann aber später fliehen. Dann heiratet er Rakli, eine Romni. Ihre Sippe nimmt ihn trotz seiner Ächtung auf und akzeptiert ihn. Nach Jahren trifft Khantschi Georges, der in Khantschis alte Sippe eingeheiratet hat. Bald müssen sie das Gebiet verlassen, sie werden auf ein Schiff gebracht, wo Khantschi von Pervo, seinem Ex-Schwager, und den anderen gefunden und halb umgebracht wird. Die Revolution ist in vollem Gange. Zu dieser Zeit zieht die Familie in Frankreich und Spanien umher und versucht, den Kriegswirren des Ersten Weltkrieges möglichst zu entkommen. Als die Sippe in einer kleinen Stadt länger bleibt, werden Khantschi und Rakli zum Christentum bekehrt. In der Zwischenkriegszeit ziehen sie herum; im Zweiten Weltkrieg wird die gesamte Familie deportiert und in ein Konzentrationslager gebracht. Pervo gesteht Khantschi, dass dessen Frau ihn wirklich betrogen hatte, Khantschi somit nach dem Roma - Gesetz zu Unrecht geächtet wurde und sein Leben lang unschuldig flüchten musste... Als Pervo Khantschi fragt, ob er ihm verzeihen kann, wie es Christenpflicht ist, sagt Khantschi, er müsse es als Christ wohl tun, aber - er sei ein Rom. Der Text ist relativ einfach zu lesen, mit unkomplizierter Syntax, einfachen Sätzen und vielen kurzen Absätzen.

Mateo MAXIMOFF: geboren 17.01.1917 im Hafenviertel von Barcelona, Vater: Kalderash-Rom aus dem Kaukasus, Mutter: Manouche-Zigeunerin aus dem Baskenland. 1920 Umzug nach Frankreich; notdürftiges Erlernen von Lesen und Schreiben; sein Vater konnte 14 Sprachen und brachte ihm vieles bei. Mit 14 wird Mateo Waise und ernährt seine vier Geschwister als Kesselflicker und Stummfilm-Vorführer. Mit 40 beginnt er, die Welt zu bereisen; er war zweimal verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 1962 lebt er als Pastor der Zigeunermission in Romainville bei Paris.

Roman
ab 12 J.
176 Seiten
Bibliothek: Vergleichende Literaturwissenschaft, Uni Innsbruck"
INDIANER / AMERIKA
McLaughlin, Marie L
Wir suchen das Feuer und lernen vom Wind
Freiburg: Herder / Spektrum, 1997. 155 Seiten. ATS 123.
Sprache des Originals: Amerikanisch.

Hauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: Amerika im 19. Jh. beim Stamm Sioux
Thema, Problem: Weisheit der Natur, die List der scheinbar Schwachen, die Macht der Liebe und Freundschaft
Inhalt: In diesen 33 Geschichten werden Mythen, Märchen und Legenden der Sioux erzählt. Die Indianer betrachten die Natur als Ratgeberin und vertrauen deren geheimnisvollen Kräften. Die Liebe spielt eine zentrale Rolle in ihrem Leben, auch wenn sie manchmal enttäuscht. Ihre Gesellschaft kennt keine soziale Trennung zwischen arm und reich. Vermeintliche Toren sind in Wirklichkeit Weise. Auch die Kleinen können durch List die Starken besiegen. Tod und die Überwindung der Trauer spielen auch eine wichtige Rolle.

Marie L. McLaughlin, geb. 1842, hat die Mythen und Legenden der Sioux 1913 aufgeschrieben. Sie war zu einem Viertel Indianerin; ihre Großmutter gehörte zum Stamm der Sioux. Da sie bis zu ihrem 14. Lebensjahr bei den Indianern aufwuchs und auch später mit ihrem Ehemann in der Nähe des Stammesgebietes lebte, beherrschte sie deren Sprache und kannte deren Geschichten aus "erster Hand".

Mythen, Märchen
ab 9 J.
155 Seiten
Bibliothek: IM-I"
KÄRNTNER SLOWENEN / ÖSTERREICH
Messner, Janko
Ein Kärntner Heimatbuch
Klagenfurt: Drava, 1997. 294 Seiten. ATS 198.

Hauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: Kärnten
Thema, Problem: Liebe zur Heimat; Kampf gegen den Nationalismus, Kampf für die Minderheiten
Inhalt: Eine Muß-Lektüre für den Leser, der sich für die Minderheiten in der heutigen Gesellschaft interessiert. Mit seiner Wortgewalt schreibt der Autor für seine heimatliche Sprache und gegen alten sowie neuen Nationalismus. Während er episodenweise seine Lebensgeschichte erzählt, gibt er - gewürzt mit Ironie und Humor - Einblick in seine Kultur. Besonders lesenswert sind: Micka S. 15-16 Das erste Auto S. 18-21 Ignaz Muri S. 23-25 Jägerlatein S. 28 Aufklärungsstunde S. 31-32 Die Flucht S. 48-52 Törli S. 53-56 Eine turbulente Nacht S. 77-80 Filzhammer & Co S. 125-132 Eine merkwürdige Geschichte S. 170-181 Die Nougateisbombe S.227-238 Fragen eines Kindes in Kärnten S. 213-215: Eine kleine Geschichte über Umweltfragen. Warum wachsen kein Mohn mehr und keine Kornblumen im Kornfeld? Eine Kinderfrage, die alle Erwachsenen unmittelbar angeht.

Janko Messner, 1921 in Aich/Dob bei Bleiburg/Pliberk als Bauernsohn geboren. Gymnasium in Klagenfurt/Celovec und St. Paul im Lavanttal. 1941 Nazi-Wehrmacht, Strafbataillon. Schwerkriegsgeschädigt, die Hoffnung auf Medizin- oder Klavierstudium ausgeträumt. 1946-1949 Studium der Slowenistik in Ljubljana, danach Honorarprofessor am Gymnasium in Ravne na Koros*kem (Slowenien). 1955 Rückkehr nach Österreich, hier bis 1962 arbeitslos. Übersetzer aus dem Slowenischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Slowenische. Von 1962-1980 Professor am Bundesgymnasium für Slowenen in Klagenfurt/Celovec. Lange Jahre Vorsitzender des Slowenischen Schriftstellerverbandes in Österreich/Drus*tvo slovenskih pisateljev v Avstriji. Träger zahlreicher literarischer Auszeichnungen. Wohnhaft bei Klagenfurt/Celovec.

Erzählungen
ab 14 J.
294 Seiten
Bibliothek: IM-I"
KÄRNTNER SLOWENEN / ÖSTERREICH
Messner, Janko
Schwarzweisse Geschichten
Klagenfurt: Drava, 1995. 311 Seiten. ATS 278.

Hauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: Kärnten und andere Orte
Thema, Problem: Alltag bei den Kärntner Slowenen
Inhalt: Ein Sammelband mit vielfältigen Geschichten voller Witz und Scharfsinn über Kärntner Slowenen. Besonders lesenswert sind: Amanda S. 102-128: Ein Mann erzählt seiner Frau über eine sizilianische Widerstandskämpferin, der er im 2. Weltkrieg begegnet ist. "Arme Menschen sind in allem wahrhaftiger ... überhaupt in der Gastlichkeit." Sexbombe S. 184-198: Köstlich witzige, aber auch tragikomische Geschichte über einen Mann, der das Wort "Bombe" nicht leiden kann. Hühnergeschichte S. 242-244: Beispiel für selbstlose Liebe einer Mutter, die zugunsten ihrer Kinder auf gutes Essen verzichtet. Warte mit dem Essen nicht auf mich S. 261-276: Die Fernsehsendung "Wer will mich?" bringt den arbeitslosen Hansi Skok auf eine originelle Idee, die ihn und seine Frau retten soll.

Janko Messner, 1921 in Aich/Dob bei Bleiburg/Pliberk als Bauernsohn geboren. Gymnasium in Klagenfurt/Celovec und St. Paul im Lavanttal. 1941 Nazi-Wehrmacht, Strafbataillon. Schwerkriegsgeschädigt, die Hoffnung auf Medizin- oder Klavierstudium ausgeträumt. 1946-1949 Studium der Slowenistik in Ljubljana, danach Honorarprofessor am Gymnasium in Ravne na Koros*kem (Slowenien). 1955 Rückkehr nach Österreich, hier bis 1962 arbeitslos. Übersetzer aus dem Slowenischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Slowenische. Von 1962-1980 Professor am Bundesgymnasium für Slowenen in Klagenfurt/Celovec. Lange Jahre Vorsitzender des Slowenischen Schriftstellerverbandes in Österreich/Drus*tvo slovenskih pisateljev v Avstriji. Träger zahlreicher literarischer Auszeichnungen. Wohnhaft bei Klagenfurt/Celovec.

Erzählungen
ab 14 J.
311 Seiten
Bibliothek: IM-I"
KÄRNTNER SLOWENEN / ÖSTERREICH
Messner, Janko
Gedichte - Canti - Pesmi
Klagenfurt: Drava, 1996. 160 Seiten. ATS 197.
Sprache des Originals: Slowenisch.

Inhalt: Die Liebe ist alles: Geht ohne Liebe alles den Weg des Bösen? S. 24 Pygmalions Rache: In Anlehnung an den Sagenkönig Pygmalion, der sich eine Mädchenstatue schuf und sich in sie verliebte. Aphrodite hauchte ihr Leben ein. S. 51 Hommage à Joica Flander-Meta: Erinnerung an einen Freund, der als Partisane erschossen wird, und zugleich Warnung vor dem Neonazismus in Kärnten. S. 68 Monolog mit Goethe: Im Stil des großen Dichters. S. 95 Insel Lastovo: Beschreibung einer Insel, aber auch der Beziehung zwischen Mann und Frau. S. 132

Janko Messner, 1921 in Aich/Dob bei Bleiburg/Pliberk als Bauernsohn geboren. Gymnasium in Klagenfurt/Celovec und St. Paul im Lavanttal. 1941 Nazi-Wehrmacht, Strafbataillon. Schwerkriegsgeschädigt, die Hoffnung auf Medizin- oder Klavierstudium ausgeträumt. 1946-1949 Studium der Slowenistik in Ljubljana, danach Honorarprofessor am Gymnasium in Ravne na Koros*kem (Slowenien). 1955 Rückkehr nach Österreich, hier bis 1962 arbeitslos. Übersetzer aus dem Slowenischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Slowenische. Von 1962-1980 Professor am Bundesgymnasium für Slowenen in Klagenfurt/Celovec. Lange Jahre Vorsitzender des Slowenischen Schriftstellerverbandes in Österreich/Drus*tvo slovenskih pisateljev v Avstriji. Träger zahlreicher literarischer Auszeichnungen. Wohnhaft bei Klagenfurt/Celovec.

Gedichte
ab 14 J.
160 Seiten
Bibliothek: IM-I"
JENISCHE / ÖSTERREICH
Mungenast, Romedius
Es ist ein kalter wintertag
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 43 - 44. ATS 268.
Sprache des Originals: Jenisch / Deutsch.

Hauptfiguren: ein Zigeunerkind und seine Mutter
Schauplatz, Hintergrund: eine Stadt im Winter
Thema, Problem: Je mehr man hat, desto weniger gern gibt man. Oder: Die Armen sind großzügiger als die Reichen.
Inhalt: Als Bettler erlebt der Autor in seiner Kindheit die Bereitschaft zum Geben eher bei den Leuten, die wenig besitzen, als bei den Wohlhabenden.

Romedius Mungenast, geb. 1953 in Tirol, ÖBB-Angestellter, Erzähler, Lyriker.

Gedicht
ab 9 J.
2 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Nikolic*, Miroslav
... und dann zogen wir weiter
Klagenfurt: Drava, 1997. 142 Seiten. ATS 197.

Hauptfiguren: der Autor und seine Familie
Schauplatz, Hintergrund: verschiedene Orte in Europa
Thema, Problem: Episoden aus dem Leben einer Romafamilie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Inhalt: Es ist die Geschichte einer Flucht vor dem Entwurzelt-werden. Sie fängt mit der Liebesgeschichte der Eltern des Autors an. Dann folgen die Gründung der Familie, die Flucht während des Zweiten Weltkriegs und die Begegnung mit der Frau seines Leben, der Sängerin Ruzsa Lakatos. Der Autor erzählt mit Humor, Lebensfreude, aber auch mit Schmerz. Auffallend kurz ist das Kapitel über den Naziterror und den Mord an über 600.000 Roma. Da spürt der Leser die Sprachlosikeit des Schmerzes.

Miroslav Nikolic*, geboren 1940 in Serbien, verbrachte sein Leben in Jugoslawien, Italien, Frankreich, Belgien, Deutschland und Österreich. Er hat viele Berufe ausgeübt. Er spielt Gitarre und Geige in einem Roma-Ensemble.

Autobiographie
ab 14 J.
142 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Nitsch, Karl
Der Priester und der Teufel
in: Erich, Renata; Heinschink, Mozes; Jevremovic, Dragan; und Sinnensz-Juhsz, Christiane (Hrsg.): Roma. Das unbekannte Volk. Schicksal und Kultur..
Wien: Romano Centro, 1994. Seite 8.
Sprache des Originals: Romanes.

Hauptfiguren: ein Priester, der sich mit Frauen eingelassen hat und dadurch sündig geworden ist
Schauplatz, Hintergrund: ein Dorf in einer Märchenwelt
Thema, Problem: das alte Märchentopos von einem schlauen Menschen, der den Teufel prellt und täuscht, und ein dummer Teufel, der sich täuschen lässt
Inhalt: Einen sündigen Priester will der Teufel holen, gibt dem Delinquenten jedoch noch eine Chance: Dieser muss ihm etwas zeigen, was er noch nie zuvor gesehen hat. Der Priester sucht und sucht und findet nichts, niemand kann ihm helfen. Als er eine Ziege in ihrem Stall sieht, hat er eine Idee: Er holt seine dicke Magd, zieht sie aus und stellt sie statt der Ziege in den Stall. Als der Teufel um Mitternacht erscheint, muss er aufgeben: Er hätte noch nie eine Ziege gesehen, die die Euter vorne und den Bart hinten hätte... und der Priester lebt weiter.

Karl NITSCH war ein bekannter und traditionsbewusster Lovara aus Wien und Ehrenmitglied von Romano Centro. Er starb im Dezember 1993 in Wien.

Märchen
ab 12 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
BURGENLÄNDISCHE KROATEN / ÖSTERREICH
Novosel, Andi
Wo ist die Sonne geblieben
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 231-232. ATS 268.

Hauptfiguren: Kinder versus Erwachsene
Schauplatz, Hintergrund: ein Dorf auf dem Lande
Thema, Problem: Kinder lösen Probleme anders
Inhalt: Eines Tages verschläft die Sonne. Die Erwachsenen geben jede Hoffnung auf oder versuchen mit Gewalt, sie aufzuwecken. Nur die Kinder haben Verständnis für dieses kleine Missgeschick und wecken mit ihren freundlichen Rufen die Sonne auf.

Novosel, Andi. Geboren 1948 in Neuberg/Nova Gora, Burgenland. Arbeitermittelschule, Mitarbeiter beim ORF, Dichter: Lyrik, Erzählungen (Kroatisch und Deutsch).

Erzählung
ab 10 J.
2 Seiten
Bibliothek: IM-I"
KÄRNTNER SLOWENEN / ÖSTERREICH
Oswald, Jani
jaz / ich
in: Baumgartner, Gerhard.: 6 x Österreich..
Klagenfurt: Drava, 1995. Seite 42. ATS 277.
Sprache des Originals: Deutsch / Slowenisch.

Hauptfiguren: ein Angehöriger der slowenischen Volksgruppe
Thema, Problem: Heimatlosigkeit, Verunsicherung
Inhalt: Der Erzähler schwankt zwischen Hass und Liebe aufgrund der Tatsache, dass er zwei Kulturen angehört und zweisprachig ist. Manchmal verliert er dabei das innere Gleichgewicht.

Jani OSWALD, von 1981 bis 1989 Herausgeber und Redakteur der Literaturzeitschrift "mladje", schreibt Gedichte.

Gedicht
ab 12 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
STEIRISCHE SLOWENEN / ÖSTERREICH
Pavel, Avgust
Sie können meinem Glauben die Kraft nicht rauben, und andere Gedichte
in: Pannonisches Institut: Pannonisches Jahrbuch.
Wien: Literas, bzw. Pannonisches Institut, 1996. Seite 125 - 132.

Thema, Problem: Der Mensch strebt nach einer besseren sozialen Ordnung.
Inhalt: In der Lyrik drückt sich der Kampf zwischen dem Bedürfnis nach einer besseren sozialen sowie geistlichen Ordnung und einer rücksichtslosen Realität aus.

Avgust Pavel wurde 1886 in Cankova (Kaltenbrunn) im damaligen Ungarn geboren und starb 1946 in Szombathely (Steinamanger). Er überlebte zwei Weltkriege, die auch in seinen Werken ihren Niederschlag gefunden haben. Er war Dichter, Übersetzer, Ethnograph und Bibliothekar.

Gedicht
ab 14 J.
8 Seiten
Bibliothek: IM-I"
STEIRISCHE SLOWENEN / ÖSTERREICH
Prelog, Josefa
Unendlichkeit
in: Artikel-VII-Kulturverein für Steiermark: Signal, Informationsschrift des Artikel-VII-Kulturvereins für Steiermark.
Graz: Winter, 1995. Seite 19.

Thema, Problem: Liebe zur Natur
Inhalt: Ein kleines Gedicht über eine kleine unbekannte Blume, von der die Dichterin sich Wärme verspricht. Die 19 in einfacher Sprache geschriebenen Zeilen laden ein zum Nachdenken, Weiterdenken und Weiterphantasieren.

Josefa Prelog, geb. 1926, begann mit 55 Jahren zu schreiben. Ihre Lyrik schreibt sie sowohl deutsch als auch slowenisch.

Gedicht
ab 14 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
BURGENLÄNDISCHE KROATEN / ÖSTERREICH
Schoretits, Ana
Der Waasensteffl
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖVB pädagogischer Verlag, 1995. Seite 222 - 224. ATS 268.
Sprache des Originals: Zweisprachig: Kroatisch / Deutsch.

Hauptfiguren: der Waasensteffl
Schauplatz, Hintergrund: ein See im Burgenland
Thema, Problem: unerwiderte Liebe
Inhalt: Der Fischer Niklas zieht eines Tages ein grünes Geschöpf, das wie halb Zwerg halb Frosch aussieht, ans Land. Die Familie des Fischers nimmt das Geschöpf zu sich und nennt es Waasensteffl. Waasensteffl, der einfache Arbeiten geschickt verrichtet, kann nicht sprechen und keine Gemütsregung zeigen. Er hängt aber an der jüngsten Tochter der Familie. An dem Tag, an dem sie einen Mann aus dem Dorf heiratet, verschwindet er.

Ana Schoretits, geboren 1952 in der kroatischen Gemeinde Zagersdorf/Cogrs*tov im nörd-lichen Burgenland; Lyrik, Theaterstücke, Prosa; freie Mitarbeiterin beim ORF, seit es kroatische Radiosendung gibt.

Sage
ab 8 J.
3 Seiten
Bibliothek: IM-I"
BURGENLÄNDISCHE KROATEN / ÖSTERREICH
Schoretits, Ana
Geradeaus
Eisenstadt: Nentwich, 1989. 126 Seiten. ATS 150.
Sprache des Originals: Kroatisch und Deutsch.

Thema, Problem: sozialkritische Gedichte
Inhalt: In diesem zweisprachigen Lyrikband sind ausgewählte Gedichte aus dem umfangreichen Werk der wortgewaltigen Dichterin zu finden. Sie sind kritisch mit einem satirischen Einschlag. Beispiele: „immer mehr / versucht mein Ohr / die Rufe der / Marktschreier des Lebens / zu ignorieren, / die ihre Ware / verschleudern / im Ausverkauf der Welt" „geradeaus / kompromißlos / als Einzelgestalt / den Sturm der Lüge / im Gesicht / getragen"

Ana Schoretits, geboren 1952 in der kroatischen Gemeinde Zagersdorf/Cogrs*tov im nördlichen Burgenland; Lyrik, Theaterstücke, Prosa; freie Mitarbeiterin beim ORF, seit es eine kroatische Radiosendung gibt.

Gedichte
ab 14 J.
126 Seiten
Bibliothek: IM-I"
INDIANER / KANADA
Seven Deers, David
Die Menschen an meinem Ufer. Ein Fluss erzählt die Geschichte der Skwahla-Indianer
Frederking & Thaler, 1996. 119 Seiten. ATS 218.

Hauptfiguren: der Fluss
Schauplatz, Hintergrund: südliche Pazifikküste Kanadas
Thema, Problem: Alltag bei Indianern
Inhalt: David Seven Deers, ein Bildhauer, will seine Heimat verlassen und in Europa Kunst studieren. Vor seiner Abreise übergeben ihm die Ältesten aus dem Dorf ein Bündel eng beschriebener Seiten, die aufgezeichneten Geschichten des Stammes, samt der Bitte, das Dorf nicht zu vergessen. In Hamburg entschließt sich Seven Deers, den Skwahla-Fluss die Geschichte seines Stammes erzählen zu lassen.

David Seven Deers wurde in den 40er Jahren im Dorf der Skwahla am Ufer des Stolo (=Fraser River) in British Columbia geboren. Bildhauer, ging vor etwa fünf Jahren nach Europa, Hamburg. Hier redigierte er die Geschichte seines Volkes aus den Aufzeichnungen, die ihm die Ältesten mitgegeben hatten. Lebt in Hamburg und arbeitet an einem Totempfahl, der Grundstein für ein neues Rundhaus seines Volkes werden soll.

Legende
ab 10 J.
119 Seiten

ROMA-SINTI
Stojka, Ceija
Reisende auf dieser Welt. Aus dem Leben einer Rom-Zigeunerin
in: Karin Berger (Hrsg.).: : Roma. Das unbekannte Volk. Schicksal und Kultur..
Wien: Picus, 1992. 154 Seiten. ATS 218.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Ceija Stojka, als junges Mädchen und dann als Mutter.
Schauplatz, Hintergrund: Wien, Österreich und angrenzende Länder in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute
Thema, Problem: Ein Leben nach dem Krieg, Probleme, schöne Momente und Erlebnisse, Familiensorgen und die Entwicklung einer Persönlichkeit
Inhalt: Nach dem Konzentrationslager zieht die Familie Ceijas in einem alten Wohnwagen herum. Die Erzählung überspringt häufig große Zeiträume, sodass bald von den Kindern Ceijas die Rede ist, die sie aufzieht und wieder verliert (der Sohn Jano stirbt durch eine Überdosis Heroin), ihre Tochter Silvia heiratet; ihr zweiter Sohn, Hojda, bleibt lange unverheiratet. Ceijas Leben in der Familie ist das Thema des Buches, das lebendig und ansprechend behandelt wird; der Stil des Buches ist der mündlichen Rede ähnlich. Dieser Eindruck wird durch das Interview mit Ceija im zweiten Teil des Buches noch verstärkt. Durch die Lückenhaftigkeit der Erzählung wirkt auch der Stil so, als wären Erinnerungsbilder, besonders aus der frühen Kindheit, ohne engen Zusammenhang nebeneinander gestellt. Als „Milieuschilderung“, als Schilderung einer heute vergessenen Lebensweise, ist das Buch sehr interessant, aber auch desillusionierend: kein leichtes Zigeunerleben, sondern Arbeit, Probleme mit den Behörden und manchmal ungewolltes Anpassen an die Welt der Gadje (Nicht-Zigeuner). Da der Standpunkt der Frauen in der Familie besonders hervorgehoben wird, ist das Buch auch in der Behandlung dieses Aspektes interessant.

Ceija STOJKA wurde 1933 in einem Gasthaus in Kraubath/Steiermark geboren. Sie kommt aus einer Familie reisender Roma. Nach der Rückkehr aus dem KZ, das außer ihr nur einige Geschwister und ihre Mutter überlebten, lebte sie als Marktfahrerin in Wien und Umgebung, heute ist sie im Ruhestand. Neben ihrer Autobiographie „Wir leben im Verborgenen“ (Picus 1988) verfasste Ceija Stojka Gedichte, Lieder und Liedtexte auf Romanes und Deutsch.

Autobiographie
ab 13 J.
154 Seiten
Bibliothek: Vergleichende Literaturwissenschaft, Uni Innsbruck"
ROMA-SINTI
Stojka, Ceija
Wir leben im Verborgenen. Erinnerungen einer Rom-Zigeunerin
in: Karin BergerWien: Picus, 1988. 155 Seiten. ATS 198.

Hauptfiguren: die Autorin
Schauplatz, Hintergrund: verschiedene, auch mehrere Konzentrationslager
Thema, Problem: Kampf ums Überleben zur Zeit des Nationalsozialismus
Inhalt: Im erzählerischen ersten Teil des Buches (beim zweiten Teil handelt es sich um ein ausführliches Gespräch, das die Herausgeberin Karin Berger mit der Autorin führt) wird der Leser mit den Lebenserfahrungen eines Zigeunerkindes zur Zeit des Nationalsozialismus (Ceija Stojka war in mehreren Konzentrationslagern eingesperrt) konfrontiert. Im Interview mit Berger ist es die Erwachsene, die über die Situation der Roma in Österreich reflektiert, deren Probleme analysiert und sich an die frühen Kindheitsjahre erinnert, als sie noch mit ihrer Familie durch Österreich fuhr.

Autobiographie
ab 14 J.
155 Seiten

ROMA-SINTI
Stojka, Karl, und Pohanka, Reinhard
Auf der ganzen Welt zu Hause. Das Leben und Wandern des Zigeuners Karl Stojka
Wien: Picus, 1994. 141 Seiten. ATS 218.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Karl Stojka mit seiner Familie
Schauplatz, Hintergrund: Österreich 1931 - 1937; ab 1943 die Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald. Dann die Nachkriegszeit in Wien und Frankreich bis 1968; Amerika Anfang der Siebzigerjahre, schließlich ab 1973 wieder Wien
Thema, Problem: Das Leben und Überleben in den deutschen Konzentrationslagern, das erzwungene Selbständigwerden eines Kindes, Erfolg und Sesshaftwerdung, das Familienleben und die Sippenhaftung der Roma, Probleme mit der Gesellschaft
Inhalt: Als Karl vor einer Autobahnkreuzung steht denkt er an sein bisheriges Leben: die Geburt und Kindheit in Österreich in einer fahrenden Romafamilie, 1931 bis 1937 die freie Lebensweise, die nächsten zwei Jahre noch weiteres Fahren, bis die Stojkas 1939 in Wien eine Hütte bauen; Karl wird eingeschult. Dann die Verhaftung seiner Sippe und schließlich seiner Familie (1943) und der Abtransport ins Konzentrationslager Auschwitz, ein Jahr später nach Buchenwald. Das Überleben dieser Jahre und des Todesmarsches nach Flossenbürg folgen, dann die Befreiung. Schließlich 1946 Wiedersehen in Wien mit seiner Mutter und seinen drei Schwestern - sechs Überlebende der gesamten Sippe. 1948 geht Karl zur Fremdenlegion und fährt nach Frankreich, flieht aber wieder, kommt auf Umwegen nach Wien zurück und heiratet 1949 die Roma - Frau Ruppa, die ihn jedoch nach drei Jahren mitsamt den Kindern verlässt, da er immer viel herumreist und hausiert. 1956 heiratet er zum zweiten Mal und betreibt bis zur Reise nach Amerika ein Teppichgeschäft. 1973 kommt die Familie nach Wien zurück. Am Schluss des Bandes sind auch einige Fotos der Stojka-Sippe enthalten.

Karl STOJKA: 1931 in der fahrenden Sippe der Stojkas geboren. Zu seiner Lebensgeschicht siehe oben. Er hat auch eine Karriere als Maler gemacht und seine Werke seit 1990 auf bedeutenden Ausstellungen gezeigt.

Autobiographie
ab 13 J.
141 Seiten
Bibliothek: Vergleichende Literaturwissenschaft, Uni Innsbruck, Landesbücherei IBK"
ROMA-SINTI
Tcherenkov, Lev
Die alte Frau und die Ziege. Ein Romamärchen aus Bessarabien
in: Verein „Romano Centro": Zeitschrift "Romano Centro", Heft 19 / Dezember 1997.
Wien: Eigenverlag, 1997. Seite 6. ATS 25.
Sprache des Originals: Romanes.

Hauptfiguren: eine alte, arbeitsame, energische Frau
Schauplatz, Hintergrund: ein Dorf
Thema, Problem: die tägliche Arbeit einer Bäuerin und die sich dabei immer neu ergebenden Probleme
Inhalt: Eine alte Frau kauft mit einem gefundenen Geldstück ein Schaf; dieses will ihr seine Wolle nicht geben, weil es nicht genügend Milch bekommt; die Ziege will nicht mehr Milch geben, weil etc. Die Kette endet bei der Schwiegertochter, die geschlagen wird, damit sie gehorcht - ab hier läuft die Kettenreaktion rückwärts. Den fröhlichen Schluß bildet ein großes Fest, bei dem der Erzähler „anwesend" ist. Es ist ein lustiges Märchen, das einem im deutschen Sprachraum bekannten Schema folgt - die Kettenreaktion, die vor- und rückwärts abläuft, die sprechenden Tiere und Elemente, etc. Neu ist hier die Rahmenhandlung: eine Frau findet Geld und kauft Vieh; am Schluß verdient sie viel Geld und gibt ein großes Fest. Die Behauptung des Erzählers, er habe an dem Fest teilgenommen, dient der Legitimation der Erzählung, also ihrem Anspruch auf Wahrheitsgehalt.

Lev Tcherenkov ist ein international geschätzter Experte auf dem Gebiet Roma-Sprache und -Kultur. Er selbst ist in zwei Kulturen beheimatet (die Mutter ist Romni, der Vater Russe).

Märchen
ab 6 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
ROMA-SINTI
Tuckermann, Anja
Muscha
München: Klopp, 1988. 218 Seiten. ATS 181.

Hauptfiguren: das Zigeunerkind Muscha
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus
Thema, Problem: Ein Kind lernt, mit Haß und Fremdenfeindlichkeit umzugehen.
Inhalt: Das Zigeunerkind Muscha wird 1938 von einem deutschen Ehepaar adoptiert und bekommt einen deutschen Namen. Sie müssen es vor den Nazis verstecken. Eindrucksvoll wird beschrieben, wie Muscha zuerst mit anderen Kindern befreundet ist, dann aber von ihnen gemieden und ausgestoßen wird.

Anja Tuckermann, geb. 1961, lebt in Berlin. Sie ist Schriftstellerin und Journalistin, schreibt Prosa und Lyrik für Kinder und Erwachsene. 1992 wurde sie mit dem Kurt-Magnus-Preis ausgezeichnet.

Roman
ab 14 J.
218 Seiten

KÄRNTNER SLOWENEN / ÖSTERREICH
Vedernjak, Del
Ich kann Tihoja nirgends finden / Tihoja unterhalb von Zagorje / wo ich Kind war
in: Baumgartner, Gerhard.: 6 x Österreich..
Klagenfurt: Drava, 1995. Seite 40-41. ATS 277.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Ein Erzähler, Mitglied der slowenischen Volksgruppe in Österreich
Schauplatz, Hintergrund: Österreich, Volksgruppengesetz 1976
Thema, Problem: Assimilierung führt zu Verlust von Identität
Inhalt: Slowenischnamige Orte werden eingedeutscht. Der Autor sucht die Orte seiner Kindheit und findet sie nicht.

Gedicht
ab 10 J.
2 Seiten
Bibliothek: IM-I"
KÄRNTNER SLOWENEN / ÖSTERREICH
Voranc, Prezihov
Maiglöckchen
Klagenfurt: Drava, 1993. 134 Seiten. ATS 168.

Hauptfiguren: verschiedene Kinder
Schauplatz, Hintergrund: Kärnten
Thema, Problem: Alltag und Kindheit in Kärnten
Inhalt: Diese Geschichten schildern slowenische Kinder in Südkärnten mit warmer Zuneigung und ohne Idealisierung. Besonders lesenswert sind: Schmerz (S. 41-50): über kindliche Abneigung gegen die Schule. Der erste Brief (S. 83-94): eindringliche Schilderung, wie ein Kind nach dem Diktat der Mutter an seinen Bruder schreibt. Maiglöckchen (S. 7-14): Ein Bub hat Angst, in eine Schlucht, die man "Hölle" nennt, zu gehen. Aber aus Liebe zur Mutter, die sich Maiglöckchen wünscht, überwindet er seine Angst und pflückt in der Schlucht die Blumen für sie.

Voranc Prezihov (eigentlich Lovro Kuhar), geb. 1893 in Köttlach (Unterkärnten) und gest. 1950, war Waldarbeiter sowie Autodidakt.

Erzählungen
ab 14 J.
134 Seiten
Bibliothek: IM-I"
INDIANER / KANADA
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Kleiner Bruder
Göttingen: Lamuv, 1993. 234 Seiten. ATS 137.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Thema, Problem: Naturschutz in Kanada
Inhalt: Der Ich-Erzähler und seine Frau leben, wie es die Indianer seit jeher getan haben. Sie freunden sich mit Bibern an und ziehen zwei Biberjunge auf.

Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule wurde 1888 als Archibald Belaney in Hastings/Großbritannien geboren. Mit 16 ging er nach Nordamerika, wurde von den Cree in ihren Stamm aufgenommen, gab 1928 Jagd und Fallenstellerei auf und kämpfte schreibend und auf Vortragsreisen für den Naturschutz. Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule starb 1938 in Beaver Lodge, Prince-Albert-Nationalpark.

Erzählung
ab 10 J.
234 Seiten

KANADA / INDIANER
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Jetzt bist du blind!
in: Wäscha-kwonnesin (Hrsg.).: Im Land der Nordwinde..
Göttingen: Lamuv, 1990. Seite 83-92. ATS 93.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Thema, Problem: Überleben in der Wildnis
Inhalt: Durch die Mißachtung einiger wichtiger Überlebensregeln in der Wildnis wird der Ich-Erzähler vorübergehend schneeblind.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
10 Seiten

KANADA / INDIANER
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Der Weise vom Pelikansee
in: Wäscha-kwonnesin (Hrsg.).: Im Land der Nordwinde..
Göttingen: Lamuv, 1990. Seite 53-66. ATS 93.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Thema, Problem: indianische Lebensweise
Inhalt: Die Weisheiten und die Lebensgeschichte seines indianischen Lehrers.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
14 Seiten

KANADA / INDIANER
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Hiawatha
in: Wäscha-kwonnesin (Hrsg.).: Im Land der Nordwinde..
Göttingen: Lamuv, 1990. Seite 73-82. ATS 93.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Thema, Problem: indianische Lebensweise
Inhalt: Die Geschichte von Hiawatha, wie sie bei den Indianern erzählt wird.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
10 Seiten

KANADA / INDIANER
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Red Landreville
in: Wäscha-kwonnesin (Hrsg.).: Im Land der Nordwinde..
Göttingen: Lamuv, 1990. Seite 43-51. ATS 93.

Hauptfiguren: Red Landreville, ein junger Trapper
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Thema, Problem: Überleben in der Wildnis
Inhalt: Wie ein unerfahrener Trapper trotz der vielen Mißgeschicke, die ihm widerfahren, seinen Humor nicht verliert.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
19 Seiten

KANADA / INDIANER
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Von der Zerstörung der Natur
in: Wäscha-kwonnesin (Hrsg.).: Im Land der Nordwinde..
Göttingen: Lamuv, 1990. Seite 117-121. ATS 93.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Thema, Problem: Naturschutz
Inhalt: Überlegungen zum Naturschutz und wie der Ich-Erzähler selbst vom Jäger zum Naturschützer geworden ist.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
5 Seiten

INDIANER / KANADA
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Im Land der Nordwinde
Göttingen: Lamuv, 1990. 121 Seiten. ATS 93.

Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Inhalt: Aus dieser Sammlung von Kurzgeschichten greifen wir heraus: "Kii-wä-kennos Söhne". Seite 7-12. 6 Seiten. Die Geschichte eines Baums, und was er in seinem langen Leben alles gesehen hat. Thema: Alltag der Indianer. "Wenn ein Waldläufer herumgewirbelt wird". Seite 13-17. 5 Seiten. Der Ich-Erzähler verwendet bei seiner Nachtwanderung zum ersten Mal eine Taschenlampe und verirrt sich. Thema: Überleben in der Wildnis. "Eine verborgene Stadt". Seite 31-42. 12 Seiten. Eine Reisegesellschaft wird in einer indianischen Stadt beherbergt. Thema: indianische Lebensweise, Zusammenleben zwischen Weißen und Indianern. "Red Landreville". Seite 43-51. 9 Seiten. Wie ein unerfahrener Trapper trotz der vielen Missgeschicke, die ihm widerfahren, seinen Humor nicht verliert. Thema: Überleben in der Wildnis. "Der Weise vom Pelikansee". Seite 53-66. 14 Seiten. Die Weisheiten und die Lebensgeschichte des indianischen Lehrers des Ich-Erzählers. Thema: indianische Lebensweise. "Hiawatha". Seite 73-82. 10 Seiten. Die Geschichte von Hiawatha, wie sie bei den Indianern erzählt wird. Thema: indianische Lebensweise. "Jetzt bist du blind!". Seite 83-92. 10 Seiten. Durch die Missachtung einiger wichtiger Überlebensregeln in der Wildnis wird der Ich-Erzähler vorübergehend schneeblind. Thema: Überleben in der Wildnis. "Da der Indianer nicht mehr ist, ist auch deine Stunde gekommen". Seite 93-116. 24 Seiten. Die Geschichte eines Baums, und was er in seinem langen Leben alles gesehen hat. Thema: Kampf um Naturschutz in Kanada. "Von der Zerstörung der Natur". Seite 117-121. 5 Seiten. Überlegungen zum Naturschutz und wie der Ich-Erzähler selbst vom Jäger zum Naturschützer geworden ist. Thema: Naturschutz.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
121 Seiten

KANADA / INDIANER
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Eine verborgene Stadt
in: Wäscha-kwonnesin (Hrsg.).: Im Land der Nordwinde..
Göttingen: Lamuv, 1990. Seite 31-42. ATS 93.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Thema, Problem: indianische Lebensweise, Zusammenleben zwischen Weißen und Indianern
Inhalt: Eine Reisegesellschaft wird in einer indianischen Stadt beherbergt.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
12 Seiten

KANADA / INDIANER
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Wenn ein Waldläufer herumgewirbelt wird
in: Wäscha-kwonnesin (Hrsg.).: Im Land der Nordwinde..
Göttingen: Lamuv, 1990. Seite 13-17. ATS 93.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Thema, Problem: Überleben in der Wildnis
Inhalt: Er verwendet bei seiner Nachtwanderung zum ersten Mal eine Taschenlampe und verirrt sich.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
5 Seiten

KANADA / INDIANER
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Kii-wä-kenos Söhne
in: Wäscha-kwonnesin (Hrsg.).: Im Land der Nordwinde..
Göttingen: Lamuv, 1990. Seite 7-12. ATS 93.

Hauptfiguren: die beiden Jungen, 13 und 14 Jahre alt
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Thema, Problem: Alltag der Indianer
Inhalt: Kii-wä-keno kommt im Winter bei der Jagd ums Leben. Seine beiden Söhne beschließen, so wie es vorgeschrieben ist, den Tod des Vaters registrieren zu lassen und machen sich auf den beschwerlichen Weg vom Winterlager in die 200 km entfernte Handelsniederlassung.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
6 Seiten

INDIANER / KANADA
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Ihre Mokassins hinterließen keine Spuren
Göttingen: Lamuv, 1992. 160 Seiten. ATS 108.

Hauptfiguren: der Baum
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Thema, Problem: indianische Lebensweise, Kampf um Naturschutz in Kanada
Inhalt: 8 Geschichten vom Trapper- und vom Indianerleben.

Erzählung
ab 10 J.
160 Seiten

KANADA / INDIANER
Wäscha-kwonnesin/Grau-Eule
Da der Indianer nicht mehr ist, ist auch deine Stunde gekommen
in: Wäscha-kwonnesin (Hrsg.).: Im Land der Nordwinde..
Göttingen: Lamuv, 1990. Seite 93-116. ATS 93.

Hauptfiguren: der Baum
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Kanadas, das Leben in der Wildnis
Thema, Problem: Kampf um Naturschutz in Kanada
Inhalt: Die Geschichte eines Baums, und was er in seinem langen Leben alles gesehen hat.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
24 Seiten

ROMA-SINTI
Wölfel, Ursula
Mond Mond Mond
Düsseldorf: Hoch-Verlag, 1986. 144 Seiten. ATS 137.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Nauka und Pimmi
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg
Thema, Problem: Ächtung, Ausstoßung aus der Sippe und Verflucht-Werden; Liebe, die durch das Eindringen eines bedauerswerten und lieben Mädchens unabsichtlich auf die Probe gestellt wird; ein inniges Verhältnis der Schwestern zueinander
Inhalt: Nauka ist ein schönes fünfzehnjähriges Zigeunermädchen, das die Marionettentanzpuppe Sara besonders gut tanzen lassen kann; sie soll Mateo, den jungen Puppenschnitzer, heiraten und hat eine siebenjährige Schwester, Pimmi, auf die sie immer gut aufpasst; Pimmi ist störrisch, wild und auf ihre Art weise. Als Nauka und Pimmi sich zwischen den Dörfern verirren und nicht zurückkommen, zieht ihre Sippe weiter. Zufällig treffen die Schwestern Onkel Panelon, Mateos Vater, der vor langer Zeit den Tod seiner Frau Parni und seiner vier Kinder verschuldet hat. Panelon wurde fünf Jahre lang geächtet und wird bis jetzt von den Totengeistern und seiner Schuld getrieben. Nauka und Pimmi finden endlich ihre Sippe im Winterquartier wieder. Als das taubstumme Zigeunermädchen Tereina von ihren Dienstherren, sesshaften Zigeunern, zu sehr gequält wird, nimmt die Sippe sie auf. Da Mateo sich um sie kümmert, wird Nauka eifersüchtig und traurig. Die Familie Naukas verlässt die Sippe, weil Mateo Nauka damit beleidigt hat, die Sitte verletzt und damit Zank und Streit in die Sippe gebracht hat. Schließlich jedoch treffen sie sich im Frühling beim Sarafest im Süden (in Frankreich) wieder; dort heiraten Mateo und Nauka, und Tereina wird als Mateos Schwester und Panelons Tochter anerkannt. Ein leicht lesbarer und poetischer Roman. Die Sippe erscheint als Zentrum des Lebens, wird aber manchmal fast zu positiv dargestellt; möglicherweise ist das die Perspektive eines Kindes.

Ursula Wölfel, 1922 in Duisburg geboren; Studium der Germanistik und Pädagogik. Zuerst Lehrerin und pädagogische Assistentin, seit 1961 freie Schriftstellerin. 1962 Mond Mond Mond. Deutscher Jugendbuchpreis. 1972 Mitglied im PEN-Club. Österreichischer Förderpreis für Jugendliteratur. 1991 Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises. Weitere Werke sind: Fliegender Stern (1959), Sinchen hinter der Mauer (1960), Joschis Garten (1965), Die grauen und die grünen Felder (1970) u.v.a.m.


Letzte Aktualisierung: 20.8.2003 | URL: www.bibmondo.it/att/percorsi/im-min-et.html | XHTML 1.0 / CSS | WEBdesign, Info: M. di Vieste
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