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Biblioteca Culture del Mondo: Letteratura del mondo a lezioneInitiative Minderheiten: Literatur der Welt im Unterricht

Literatur der Welt im Unterricht / Letteratura del mondo a lezione

MIGRATION: 21 Texte

PALÄSTINA / DEUTSCHLAND
Abdel-Qadir, Ghazi
Mountainbike & Mozartkugeln
München: Erika Klopp, 1997. 135 Seiten. ATS 145.

Hauptfiguren: die kleinen Mädchen Katja und Kisma
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland
Thema, Problem: Auseinandersetzungen gehören auch zu Freundschaft.
Inhalt: An ihrem elften Geburtstag bekommt Katja ein Mountainbike, das sie zärtlich Hercules nennt. Indirekt bringt ihr Hercules eine neue Freundin: Kisma aus Tunesien. Anfangs kann Katja die Streberin Kisma, die Mozartkugeln gern ißt und nichts vom Radfahren hält, nicht leiden. Dann werden die beiden aber unzertrennlich. Eines Tages entsteht ein Mißverständnis zwischen ihnen. Kismas Mutter gelingt es, die beiden zur Versöhnung zu bringen.

Ghazi Abdel-Qadir, geboren 1948 in Palästina, mußte als 16-jährige Junge die Schule abbrechen, um in Kuwait als Hotelboy, Bauchladenverkäufer und Kellner zu arbeiten. Später holte er das Abitur nach und studierte u.a. Germanistik, Anglistik, Evangelische Theologie und Islamwissenschaft in Bonn und Siegen, wo er auch Lehrbeauftragter war. Seit 1988 lebt er als freier Schriftsteller bei Siegen.


CHILE / FRANKREICH
Carrasco, Alexandra
Adieu, Santiago!
Wuppertal: Peter Hammer, 1996. 186 Seiten. ATS 166.
Sprache des Originals: Französisch.

Hauptfiguren: Carla
Schauplatz, Hintergrund: Militärputsch in Chile 1973 und Ermordung Präsident Allendes durch die Junta
Thema, Problem: Jugend nach dem Bürgerkrieg
Inhalt: Nach einer Bücherverbrennung durch die Militärjunta darf Carla Quintana nach Paris flüchten. Sie besucht dort die Schule und wohnt mit ihrer Familie in einem Hochhaus, wo ihr allerhand illustre Leute begegnen. Einen Poncho zu tragen, kommt ihr zu folkloristisch vor. Allmählich assimiliert sie sich. In ihrer Heimat möchte sie aber nicht in Vergessenheit geraten.

Alexandra Carrasco, 1963 geboren, lebte bis zum Militärputsch 1973 bei ihrer Familie in Chile, dann in Frankreich zwischen chilenischen Flüchtlingsgruppen und neuen Bindungen. Studierte Philosophie und wurde Übersetzerin.


TÜRKEI / DEUTSCHLAND
Demirkan, Renan
Schwarzer Tee mit drei Stück Zucker
Köln: Goldmann, 1993. 139 Seiten. ATS 72.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Ich-Erzählerin
Schauplatz, Hintergrund: Kreißsaal
Thema, Problem: Gespaltenheit zwischen zwei Kulturen
Inhalt: In einem deutschen Kreißsaal begibt sich die türkische Ich-Erzählerin auf eine Erinnerungsreise. Gespalten zwischen zwei Kulturen vergleicht sie ihre Situation mit der ihrer Eltern. Selber wird sie hin- und hergerissen zwischen ihrer verklemmten Erziehung und unzureichender Sexualaufklärung türkischerseits und Phänomenen wie dem überzogenen Schutz des Eigentums („Spielen verboten“) auf deutscher Seite. Die Diskriminierung durch eine ausländische Lehrerin regt zu einem verstärkten Einsatz für Randgruppen aller Art an und bewirkt eine grundlegend kosmopolitische Ausrichtung, die die Rückbesinnung auf die eigene Tradition als Einigeln und Dialogverweigerung betrachtet. Der Auszug aus dem Elternhaus war verpönt - nun wird die nächste Generation geboren, von der eine umfassende Erneuerung zu erwarten ist.

Renan Demirkan, 1955 in Ankara geboren, in Deutschland aufgewachsen, zur Autorin und preisgekrönten Schauspielerin arriviert.


IRAN / DEUTSCHLAND
Farsaie, Fahimeh
Die Flucht und andere Erzählungen
Frankfurt am Main: dipa, 1994. 126 Seiten. ATS 219.
Sprache des Originals: Persisch.

Hauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland und Iran
Thema, Problem: Eine Perserin wird in ihrer Heimat verfolgt, hat in Deutschland aber neue Probleme.
Inhalt: In den Erzählungen verarbeitet die Autorin einerseits ihre Erfahrungen in Deutschland, andererseits ihre Verfolgung in der Islamischen Republik.

Fahime Farsaie, 1952 in Teheran geboren, wurde im Iran unter dem Schah ebenso politisch verfolgt wie unter Khomeini. 1983 floh sie in die BRD.

Erzählungen - ab 14 J. - 126 Seiten
BRITISCH GUYANA / GROßBRITANNIEN
Gilroy, Beryl
Boy Sandwich
Göttingen: Lamuv, 1992. 187 Seiten. ATS 145.

Hauptfiguren: der Junge Tyrone
Schauplatz, Hintergrund: London
Thema, Problem: Fremdenhass
Inhalt: Das Viertel, in dem Tyrone mit seinen Großeltern wohnt, wird abgerissen. Sanierungsmaßnahmen heißt es. Wo die Leute hin sollen, die dort wohnen, kümmert niemanden, am wenigsten die Brüller, die herumstehen und die Baumaschinen anfeuern. "Nigger raus!" schreien sie. Tyrone ist wütend. Seine Großeltern sind ins Altersheim gebracht worden. Dort geht es ihnen nicht sonderlich gut. Als dann noch dazu Tyrones Freundin Opfer eines Anschlags wird, beschließt Tyrone, nicht mehr zuzuschauen. "Jetzt wird gehandelt!" sagt er sich.

Beryl Gilroy wurde in den 20er Jahren in British-Guyana geboren. Lebt seit den 50er Jahren in Großbritannien, verfasst Kinderbücher, aber auch Romane für Erwachsene.

Roman - ab 10 J. - 187 Seiten - Bibliothek: Landesbücherei IBK
SIEBENBÜRGEN (RUMÄNIEN) / DEUTSCHLAND
Gündisch, Karin
Im Land der Schokolade und Bananen
Weinheim und Basel: Beltz & Gelberg, 1990. 117 Seiten. ATS 58.

Hauptfiguren: das Mädchen Ingrid, ihr Bruder Uwe und ihre Familie
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland
Thema, Problem: Ein kleines Mädchen lernt das reiche Deutschland kennen.
Inhalt: Die rumäniendeutschen Kinder Ingrid und Uwe finden den Luxus in Deutschland faszinierend und verwirrend. Sie müssen Scheu und Angst überwinden, um sich zu behaupten, und sie gewinnen schließlich Freunde. Auch ihre Eltern müssen lernen, neue Seiten an ihren Kindern zu akzeptiern.

Karin Gündisch, geboren 1948 in Siebenbürgen, Rumänien, studierte Deutsch un Rumänisch in Bukarest. Dort arbeitete sie als Deutschlehrerin, nebenbei war sie freie Mitarbeiterin bei der rumäniendeutschen Presse, bei Rundfunk und Fernsehen, veröffentlichte Kindergeschichten und arbeitete an Deutsch-Lehrbüchern mit. Seit 1984 lebt sie in Deutschland.

Erzählung - ab 8 J. - 117 Seiten - Bibliothek: IM-I
SIEBENBÜRGEN (RUMÄNIEN) / DEUTSCHLAND
Gündisch, Karin
In der Fremde
Weinheim und Basel: Beltz & Gelberg, 1993. 71 Seiten. ATS 77.

Hauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: Siebenbürgen, Deutschland
Thema, Problem: das Abschiednehmen von der Heimat der Kindheit und das Neuanfangen in der Heimat der Vorfahren
Inhalt: In diesen sieben Erzählungen schildert die Autorin die Erfahrungen von Kindern, die mit ihren Eltern und Geschwistern aus Siebenbürgen weggegangen sind, um in Deutschland zu leben. Das Abschiednehmen von der alten Heimat fällt ihnen genauso schwer wie das Neuanfangen in der neuen Heimat. Das Aussiedlerheim ist einengend, die Großstädte wirken bedrohlich, und die neuen Klassenkameraden sind nicht nett.

Erzählung - ab 9 J. - 71 Seiten - Bibliothek: IM-I
SIEBENBÜRGEN (RUMÄNIEN) / DEUTSCHLAND
Gündisch, Karin
Geschichten über Astrid
Weinheim und Basel: Beltz & Gelberg, 1985. 114 Seiten. ATS 77.

Hauptfiguren: das Mädchen Astrid und ihre Familie
Schauplatz, Hintergrund: Siebenbürgen
Thema, Problem: Ein kleines Mädchen lernt die rätselhafte Welt der Erwachsenen kennen.
Inhalt: Astrid liebt ihr Dorf und ihre Familie. Sie spielt gern Theater und paßt liebevoll auf ihren Bruder Geri auf. Mit großem Erstaunen beobachtet sie die Welt der Erwachsenen, die sich ihrer Meinung nach komisch verhalten. Sie denkt über alles nach und findet langsam Vertrauen zu sich selbst.

Erzählung - ab 7 J. - 114 Seiten - Bibliothek: IM-I
TÜRKEI / DEUTSCHLAND
Kavasoglu, Nazmi
Mein Großvater heißt Mustafa
in: Nazmi Kavasoglu: Mein Großvater heißt Mustafa.
Berlin: ikoo, 1985. Seite 38 - 42. ATS 76.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler (erwachsener Arbeitssuchender) und Herr Lolek (Firmenchef)
Schauplatz, Hintergrund: das heutige Berlin
Thema, Problem: Voreingenommenheit gegenüber Ausländern
Inhalt: Der Ich-Erzähler, der aus Angst vor weiterer Arbeitslosigkeit kaum noch schlafen kann, findet in der Morgenzeitung endlich ein Stellenangebot, das ihn anspricht, jedoch mit dem Zusatz „Kein Ausländer“ versehen ist. Er ruft trotzdem bei der Firma an und gibt sich als ranghoher Türke aus. Er beeindruckt den Firmenchef derart, daß dieser ihm die Stelle auf Anhieb zusichert. Während des Telefonats wird dem Ich-Erzähler bewußt, daß Herr Lolek von seiner türkischen Herkunft nichts bemerkt, und macht ihn ehrlicherweise auf diesen Umstand aufmerksam. Der Firmenchef nimmt seine Zusage zurück. Weil aber der Ich-Erzähler diese Arbeitsstelle unbedingt haben möchte, greift er zu einer List: er erklärt, daß seine Mutter zwar Türkin sei, sein Vater aber sei Franzose. Der Ich-Erzähler bekommt den Job. An dieser Stelle endet die eigentliche Geschichte. Was danach kommt, sind die amüsant zu lesenden Überlegungen, die der Ich-Erzähler anläßlich des bevorstehenden Einstellungsgesprächs mit seinem künftigen Chef anstellt. Sie enden mit der Angst vor Entdeckung der Wahrheit: daß sein Vater nämlich gar nicht Franzose ist, sondern Türke. Diese mit feiner Ironie erzählte Geschichte ist amüsant zu lesen. Trotzdem macht die unverhohlen zur Schau gestellte Voreingenommenheit gegenüber Ausländern betroffen.

Nazmi Kavasoglu, geboren 1945 in Babaeski/Türkei, ist Lehrer, Journalist und Schauspieler. Er lebt seit 1971 in Berlin. Brücken der Verständigung zu bauen ist für ihn eine überparteiliche Aufgabe. Seine Erzählungen werden seit Jahren von Zeitungen aller Konfessionen und politischen Richtungen abgedruckt. Er erhielt dafür 1984 als erster Ausländer den Konrad-Adenauer-Preis für Stadtjournalismus.

Kurzprosa - ab 14 J. - 5 Seiten - Bibliothek: IM-I
TÜRKEI / DEUTSCHLAND
Kavasoglu, Nazmi
Frau Zeglin
in: Nazmi Kavasoglu: Mein Großvater heißt Mustafa.
Berlin: ikoo, 1985. Seite 47 - 51. ATS 76.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler (türkisch, erwachsen, verheiratet) und Frau Zeglin (deutsch)
Schauplatz, Hintergrund: Kreuzberg (Deutschland)
Thema, Problem: Ausländerfeindlichkeit
Inhalt: Der Ich-Erzähler lebt mit seiner Frau glücklich und zufrieden in einer gemieteten Ein-Zimmer-Wohnung. Die beiden sind die einzigen Ausländer im Haus. Von den übrigen Hausbewohnern werden sie weder gegrüßt noch schenkt man ihnen ein Lächeln. Einzig Frau Zeglin, eine ältere Dame, pflegt einen herzlichen Kontakt mit ihnen. Sie besuchen sich gegenseitig und haben einander immer etwas zu erzählen. Außerhalb des Hauses aber verhält sich Frau Zeglin ganz anders: sie grüßt die beiden nur scheu und vermeidet jedes Gespräch. Als der Ich-Erzähler sie einmal nach dem Grund dafür fragt, erzählt sie ihm von der negativen Einstellung der übrigen Hausbewohner gegenüber den Ausländern und von der ständig versuchten negativen Beeinflussung. Das Verhalten der Hausgemeinschaft ändert sich nicht, wird im Laufe der Zeit nur noch feindseliger. Frau Zeglin, die bei ihren Besuchen immer vorsichtiger läutet, kommt schließlich gar nicht mehr.

Kurzprosa - ab 14 J. - 5 Seiten - Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI / DEUTSCHLAND
Keser, Ranka
Ich bin eine deutsche Türkin
Weinheim und Basel: Beltz & Gelberg, 1995. 78 Seiten. ATS 73.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Ferda
Schauplatz, Hintergrund: Deutschland und die Türkei
Thema, Problem: Entfremdung, Erwachsenwerden, Menschen zwischen zwei Kulturen
Inhalt: Ferda ist Türkin, in Deutschland geboren und aufgewachsen. Sie spricht beide Sprachen und fühlt sich in den beiden Ländern wohl. Kurz vor den Sommerferien, die sie wie jedes Jahr in der Türkei verbringen werden, sagt ihr Vater, dass er sich zu Hause nach einem Verlobten für sie umschauen will. Damit ist Ferda nicht einverstanden. Keinesfalls will sie einfach verheiratet werden wie ihre ältere Schwester, und niemand soll über sie bestimmen. Sie ist fünfzehn und möchte nach der Schule unbedingt weiterlernen. Das zu akzeptieren fällt dem Vater schwer. Doch Ferda, die manchmal selbst nicht weiß, wohin sie gehört, will ihr Leben trotz aller Vorurteile und Traditionen selbst in die Hand nehmen.

Ranka Keser, geboren 1966 in Kroatien, kam mit drei Jahren nach Deutschland und weiß aus ihrem eigenen Leben, wie es ist, als Ausländerin zu leben und zwischen zwei Kulturen zu stehen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Bayern.

Roman - ab 13 J. - 78 Seiten
LIBANON / DEUTSCHLAND
Naoum, Jusuf
Nura. Eine Libanesin in Deutschland
Wuppertal: Peter Hammer, 1996. 174 Seiten. ATS 166.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Nura
Schauplatz, Hintergrund: Psychiatrie Hamburg
Thema, Problem: subtile Unterdrückung der Frau durch europäische Männer
Inhalt: Die Ich-Erzählerin Semra Jitani wird in Hamburg psychiatrisch behandelt, weil sie beim Begräbnis ihrer Freundin Nura Karim deren deutschem Ehemann Manfred die Schuld am unerwarteten Tod gab. In diesen Rahmen eingebettet sind Semras Erinnerungen. Nuras Tod war wie eine Alarmglocke für Semra. Gemäß der arabischen Erzähltradition hat auch das Drumherum seine Berechtigung: die Geschichte mit Michael, der nicht begreift, daß seine Freundin Semra nun Zeit für sich braucht. Semra durchschaut nun Männer, die zuerst Solidarität heucheln. Trotz Gleichberechtigungsgefasel hatte Manfred Nura Arbeit verboten - mit allen Konsequenzen: bis zu Bruch und Scheidung.

Jusuf Naoum, 1941 geboren in El Mina/ Tripoli, lebt nach verschiedenen Arbeiten als freier Schriftsteller in Deutschland.

Roman - ab 18 J. - 174 Seiten - Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI / DEUTSCHLAND
Pazarkaya, Yüksel
Oktay lernt Atatürk kennen
Ankara: Yücel, 1991. 151 Seiten. ATS 42.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: der in Deutschland lebende 14-jährige Oktay, sein Onkel Sadik, der türkische Staatsgründer Kemal Atatürk
Schauplatz, Hintergrund: eine Kleinstadt in Deutschland
Thema, Problem: Kemal Atatürks Leben und Ideen
Inhalt: Onkel Sadik, der Ich-Erzähler, vermittelt Oktay, dem Sohn seines Freundes, die Bedeutung Kemal Atatürks. Dies geschieht klein dosiert und anfangs besonders kindgemäß, da auch noch Oktays jüngere Geschwister zuhören dürfen und neugierig Fragen stellen. Oktay, der aufgrund seiner schlechten Schulleistungen den Hauptschulabschluß verpaßt hat, wird von Onkel Sadiks Begeisterung angesteckt. Er will alles aus Atatürks Leben wissen und beginnt, ihm nachzueifern. Dies wirkt sich äußerst positiv auf seine Persönlichkeits-entwicklung aus. Der Ich-Erzähler versteht es, kindliche Neugier am Leben und Wirken des Staatsmannes zu wecken. Die Geschichte Atatürks und sein Vermächtnis für das türkische Volk werden in Abschnitten, angepaßt an das Alter der zuhörenden Kinder, präsentiert. Im Laufe der Erzählung reduziert sich der Dialog auf Onkel Sadik und Oktay, sodaß das Gesprächsniveau auf das des Jugendlichen ansteigt.

Yüksel Pazarkaya, geboren 1940 in Izmir; Studium der Chemie, dann der Literaturwissenschaft und Philosophie in Stuttgart; lebt seit 1958 in Deutschland. Konkrete Gedichte in internationalen Anthologien und Ausstellungen. Neben Lyrik Erzählungen, Dramen, Hörspiele, Aufsätze, literaturwissenschaftliche Arbeiten, Übersetzungen.

Erzählung, hauptsächlich in Dialogform
ab 9 J.
151 Seiten Bibliothek: ÖTF"
GRIECHENLAND / SCHWEDEN
Rosen, Billi
Helle Tage, dunkle Tage. Die Zeit in Schweden
Weinheim: Beltz & Gelberg, 1996. 205 Seiten. ATS 108.
Sprache des Originals: Englisch.

Hauptfiguren: Billi, ein griechisches Mädchen
Schauplatz, Hintergrund: Schweden / Bürgerkrieg und Diktatur in Griechenland
Thema, Problem: Freundschaften, Zusammenhalten
Inhalt: Billi ist während des griechischen Bürgerkriegs mit ihrem Vater nach Schweden emigriert. Ihr Vater arbeitet dort in einer Fabrik. Billis Mutter ist tot. In der Schule hat sie es als Ausländerin schwer, vor allem mit einem türkischen Mädchen, das sie als dreckige Griechin beschimpft. Bald stellt sich jedoch heraus, dass dieses türkische Mädchen von anderen Schülern der Schule erpresst wird. Billi empfindet Marianne, die neue Frau ihres Vaters, und ihr werdendes Kind als unliebsame Konkurrenz. Eine Annäherung zwischen beiden gelingt, als sie bei einem Überfall durch ein paar Burschen zusammenhalten. Billi geht aber wieder nach Griechenland zurück, wo ihre Großmutter sie zuerst gar nicht erkennt.

Billi ROSEN: 1942 geboren, Kindheit in Griechenland, Schule in Schweden, Beruf in England (Bildungswesen).

Erzählung - ab 12 J. - 205 Seiten - Bibliothek: IM-I"
SYRIEN / DEUTSCHLAND
Schami, Rafik
Mehmet
in: Rafik Schami: Die Sehnsucht fährt schwarz. Geschichten aus der Fremde..
München: dtv, 1988. Seite 47 - 48. ATS 94.

Hauptfiguren: Mehmet
Schauplatz, Hintergrund: ein deutsches Wohnzimmer
Thema, Problem: Ausländerfeindlichkeit
Inhalt: Ramonas Familie hat zu einem gemütlichen Abend eingeladen. Ramona kommt ziemlich spät. Sie bringt ihren Freund mit: Mehmet. Die Anwesenden sind entsetzt. Sehr verlegen bittet Ramona Mehmet, zu gehen...

Rafik Schami, geboren 1946 in Damaskus. Von 1966 bis 1969 Herausgeber und Mitautor einer Wandzeitung im alten Viertel der Stadt. Seit 1965 schreibt er neue Märchen. 1971 übersiedelte er nach Deutschland. Studium der Chemie, Promotion, Arbeit in der Industrie. Seit 1982 ist er freier Schriftsteller und lebt in Kirchheimbolanden. Er ist Mitbegründer der Literaturgruppe „Südwind“. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Kurzgeschichte - ab 14 J. - 2 Seiten
SYRIEN / DEUTSCHLAND
Schami, Rafik
Die Sehnsucht fährt schwarz. Geschichten aus der Fremde
München: dtv, 1996. 154 Seiten. ATS 73.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Gastarbeiter
Schauplatz, Hintergrund: Gastarbeiterszene in Deutschland
Thema, Problem: Diskriminierung von Gastarbeitern
Inhalt: In siebzehn Satiren und Bürokratesken spürt der Autor dem nun schon langjährigen Gastarbeiteralltag nach. Scharfsichtig bezeugt er die Mechanismen von Unterdrückung und Mißverständnissen, unerbittlich entzaubert er politisches Engagement in der dritten Welt statt vor Ort, deutlich brandmarkt er die europäische Friedenspolitik auf dem Rücken anderer Kontinente.

Erzählungen - ab 14 J. - 154 Seiten - Bibliothek: IM-I
IRAN / DEUTSCHLAND
Siege, Nasrin
Shirin
Weinheim: Beltz & Gelberg, 1996. 148 Seiten. ATS 161.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Shirin
Schauplatz, Hintergrund: Hamburg / persische Gemeinde in Hamburg
Thema, Problem: Zerrissenheit zwischen zwei Lebenswelten, Integrationsprobleme
Inhalt: Shirin kommt als Elfjährige mit ihrer Familie nach Hamburg. Sie sehnt sich jedoch nach ihrer Großmutter in Teheran zurück, die sie zum Unterschied von ihrem Vater als Mädchen nie benachteiligt hat. Das Mädchen versteht bald die strengen Sitten seiner Heimat nicht mehr und leidet unter dementsprechenden Einschränkungen, stößt aber auch auf die Vorurteile von Deutschen, die oft Tiere mehr lieben als Menschen.

Nasrin SIEGE, 1950 im Iran geboren; lebte viele Jahre in der Bundesrepublik als Suchttherapeutin, seit 1983 Aufenthalt in Tansania. Inzwischen Kinderbuchautorin.

Roman - ab 10 J. - 148 Seiten - Bibliothek: IM-I, Landesbücherei IBK"
TÜRKEI / DEUTSCHLAND
Tekinay, Alev
Das Rosenmädchen und die Schildkröte
Frankfurt/Main: Brandes und Apsel, 1991. 122 Seiten. ATS 189.

Hauptfiguren: der Märchenmann
Schauplatz, Hintergrund: ein Stadtteil in München
Thema, Problem: gegenseitige Akzeptanz unterschiedlicher Kulturen
Inhalt: Eines Tages, als sich deutsche und türkische Kinder auf dem Spielplatz streiten, erscheint der Märchenmann mit der Wasserpfeife. Er versammelt die Kinder um sich und erzählt ihnen Märchen, von nun an Tag für Tag. Je mehr die Kinder von ihm hören, desto mehr wachsen Verständnis füreinander und Freundschaft unter ihnen. Ist die Brücke zwischen Orient und Okzident geschlossen, zieht der Märchenmann weiter, weil er auch anderswo dringend gebraucht wird. Die Autorin läßt den Frieden stiftenden Märchenmann nicht nur abgeschlossene (Liebes-) Geschichten erzählen, die auch für sich gelesen werden können, sondern bettet sie in eine Rahmenerzählung, sodaß das ganze Buch überdies e i n e spannende Geschichte darstellt.

Alev Tekinay, geboren 1951 in Izmir, deutsches Abitur, studierte in München Germanistik (1976 MA, 1979 Promotion zum Dr. phil.). Sie unterrichtete Deutsch als Fremdsprache und Türkisch an verschiedenen bayerischen Universitäten. Seit 1983 Universitätsdozentin in Augsburg. Literaturpreis des Münchener Instituts für Deutsch als Fremdsprache. 1990 Förderpreis zum Adalbert-von-Chamisso-Preis.

Märchen
ab 8 J.
122 Seiten
TÜRKEI / DEUTSCHLAND
Tekinay, Alev
Dazwischen
in: Tekinay, Alev: Die Deutschprüfung.
Frankfurt am Main: Brandes & Apsel, 1990. Seite 7. ATS 155.

Hauptfiguren: lyrisches Ich (erwachsener Türke)
Schauplatz, Hintergrund: Zimmer des lyrischen Ichs in Deutschland
Thema, Problem: Zerrissenheit zwischen Leben im Ausland und Sehnsucht nach Heimat
Inhalt: Das lyrische Ich hat seine Wurzeln in der Türkei, lebt in Deutschland, wird jedoch von Sehnsucht nach seiner Heimat dermaßen ergriffen, daß es nur noch zwischen Kleiderschrank und Koffer irrt und täglich in einem imaginären Zug 2000 km in die Heimat fährt. Einfache Wörter und klarer Satzbau verleihen dem Gedicht Authentizität und erlauben eine spontane Identifikation mit dem lyrischen Ich.

Gedicht
ab 14 J.
1 Seite

ALGERIEN / FRANKREICH
Wagner, Malika
Gare du Nord
Köln: Bruckner & Thünker, 1994. 148 Seiten. ATS 204.

Hauptfiguren: Malika
Schauplatz, Hintergrund: Pariser Vorort Aubervilliers
Thema, Problem: Erwachsen-Werden, islamische Ethik und Pädagogik, (mohammedanische) Sexualaufklärung
Inhalt: Drei Freundinnen: Maud, Josyane und Malika, letztere eine von ihrem muslimischen Vater streng gehaltene Immigrantentochter, streunen in Paris herum, um dort Burschen kennenzulernen. Drei Norweger bewegen sie zu einem Treffen in deren Heimat. Doch nur eines der Mädchen darf die Reise nach Skandinavien antreten: Maud. Sie kommt jedoch ohne Ankündigung und besorgniserregend spät und verändert zurück. Das Erwachsen-Werden vollzieht sich jenseits der Träume und Illusionen.

Malika Wagner, 1960 als Tochter eines algerischen Emigranten und einer Französin geboren, in einem Pariser Vorort aufgewachsen. Studierte in den USA Politikwissenschaften. Sie lebt als freie Schriftstellerin und Journalistin in Paris.

Roman - ab 16 J. - 148 Seiten - Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI / DEUTSCHLAND
Yildiz, Serafettin
Der himmelblaue Gruß
Wien-Stuttgart: Neuer Breitschopf, 1995. 141 Seiten. ATS 149.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Murat, ein 12-jähriger Junge
Schauplatz, Hintergrund: Wien, Samsun
Thema, Problem: Entwurzelung durch Migration
Inhalt: Murat, in der nordtürkischen Stadt Samsun am Schwarzen Meer geboren, zieht mit seiner Mutter und den beiden jüngeren Schwestern nach Wien zu seinem Vater, der schon seit Jahren hier arbeitet und alles für die Niederlassung der Familie vorbereitet hat. Murat geht zur Schule, ist lernwillig und wißbegierig und pflegt allmählich Kontakte zu Nachbars- und Klassenkameraden. Trotzdem ist es für den lebhaften, kommunikationsfreudigen Jungen ein Jahr des Schweigens, in dem er pausenlos Eindrücke sammelt und sie mit der Situation und den Erfahrungen in seiner Heimat vergleicht. Auf diese Weise entsteht ein sehr lebendiges Bild des türkischen Alltags, in dem die kindlichen Bedürfnisse in den Mittelpunkt gestellt werden. Das Problem der Entwurzelung versinnbildlicht Murat selbst: Von seinem Urlaub in der Heimat bringt er einen kleinen Maulbeerbaum mit, den er in Wien hinter dem Kastanienbaum, seinem Freund, einpflanzt. Der Autor, der sich mehrmals selbst in die Geschichte einbringt, pflegt einen überaus metaphorischen Stil. Die Natur in ihren Erscheinungen ist stark personifiziert dargestellt (besonders das Schwarze Meer: es wäscht sich z.B. mit weißem Schaum das Gesicht, trocknet es mit den Wellen ab, pfaucht die Möwen an etc.), was den Zugang zu Murats Gefühlswelt erheblich erleichtert.

Serafettin Yildiz wurde 1953 im anatolischen Sürmene geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. 1978 kam er nach Wien und studierte Volkswirtschaft. Er schrieb bereits in der Türkei Lyrik und Prosa. Seine Bücher für Kinder und Erwachsene verfaßt er in deutscher und türkischer Sprache.


Letzte Aktualisierung: 20.8.2003 | URL: www.bibmondo.it/att/percorsi/im-migra.html | XHTML 1.0 / CSS | WEBdesign, Info: M. di Vieste
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