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Index

Hauptfiguren: Antuca und ihre Familie, sowie die Hunde
Schauplatz, Hintergrund: das Bergland Perus
Thema, Problem: Dürrekatastrophe; die gegenseitigen
Abhängigkeiten
Inhalt: Es ist eine seltsame Gemeinschaft im Hochland zwischen
den Hunden und ihren Herren, den Schafzüchtern: die Hunde
hüten den einzigen Reichtum der Hirten, nämlich die
Herde. Dafür gehören sie sozusagen zur Familie. Sie
haben eine gemeinsamen Feind: die Natur. Die Hirten allerdings
haben noch eine weitere Sorge: der Gutsbesitzer hat wieder die
Pacht erhöht. Da schlägt die Natur zu: eine
langanhaltende Dürre bringt die kleine Gemeinschaft
ausseinander: nur für die Menschen gibt es Essen, wenn auch
zuwenig... Die Hunde holen sich, was sie kriegen können,
aber schließlich ist der Hunger zu groß und sie
vergreifen sich an den Schafen. Aber während sich die Hirten
gegen die Hunde wehren können, sind sie dem Grundbesitzer
hilflos ausgeliefert...
Ciro Alegría (eigentlich: Ciro Alegría Bazán), 1909 auf der Hacienda Quilca nahe Huamachuco im Norden Perus geboren, kam früh mit der Kultur der indianischen Urbevölkerung in Berührung, engagierte sich sehr bald politisch als Gegner des Imperialismus, wurde 1931 und 1932 verhaftet und gefoltert und 1934 nach Chile ausgewiesen. Hier entstanden die drei Romane, die ihn berühmt machten. 1941 - 1949 lehrte er in den USA, im ständigen Kampf ums Überleben (gesundheitlich und finanziell), lebte anschließend vier Jahre in Puerto Rico und fünf Jahre in Kuba, kehrte 1960 nach Peru als Abgeordneter und Senator zurück. Alegría starb 1967 schwer krank, erschöpft und an der Welt verzweifelt in Lima.
Hauptfiguren: der gestreifte Kater und die Schwalbe
Sinhá
Schauplatz, Hintergrund: ein Park
Thema, Problem: die Freundschaft zwischen dem Kater und der
Schwalbe
Inhalt: Zauberhaft poetisch erzählt der Autor die
Geschichte von der Freundschaft zwischen dem gestreiften Kater
und der koketten Schwalbe. Einen Sommer lang streifen die beiden
durch den Park und erleben eine traumhafte Welt miteinander.
Hauptfiguren: Roberto und seine Gäste
Schauplatz, Hintergrund: die Stadt Belo Horizonte in
Brasilien
Thema, Problem: Heuchelei und Intrigen in der High Society und
das Leben unter der Diktatur in Brasilien
Inhalt: Roberto feiert Geburtstag und hat seine reichen
"Freunde" zu einem Fest eingeladen. Mit Ironie und aus
verschiedenen Blickwinkeln schildert der Autor das Leben unter
der Diktatur in Brasilien und zugleich die geheimsten
Gedankengänge der Gäste, die von Intrigen oder
Haß beherrscht sind.
Hauptfiguren: Ernesto
Schauplatz, Hintergrund: Cuzco und das Umland
Thema, Problem: Leben zwischen der überlieferten Tradition
der Inkas und den starren Zwängen der Weißen. Die
Unvereinbarkeit der beiden Denkweisen ist für Ernesto
überhaupt nicht existent
Inhalt: Ernesto wächst zwischen den Welten auf: in der Welt
der Weißen und bei den Indios, den Klienten seines Vaters,
eines umherwandernden Rechtsanwaltes. Die Wanderzeit endet
für Ernesto, als er in der Klosterschule bleiben muß,
um dort zu lernen. Er lernt allerdings vor allem den Unterschied
zwischen den weißen Herren und den verachteten Indios.
José María Arguedas, wurde 1911 in Andahuaylas/Apurímac als Sohn eines "Wander"-Rechtsanwalts, der vor allem die Indios vertrat, geboren. Er wuchst auf der Hacienda seiner Stiefmutter in zwei Welten auf: in der Weißen und in der indianischen der Bediensteten und kleinen Bauern, begleitete seinen Vater immer wieder auf dessen beruflichen Wanderungen. Er sprach bis zu seinem 14. Lebensjahr fast nur Ketschua. Dann Erziehung bei Jesuiten, Studium der Philosophie ab 1931, nebenher Jobs. 1935 erste Erzählungen. 1937 Haft wegen Unterstützung der Spanischen Republikaner. Nach Haftentlassung Lehrer, dann Angestellter im Erziehungsministerium. 1944 Doktorat in Anthropologie, 1958 Professor für Ethnologie, im selben Jahr Veröffentlichung seines Meisterwerks "Die tiefen Flüsse". Arguedas beging 1969 in Lima Selbstmord.
RomanInhalt: Legenden, die erzählen, weshalb eine Glocke sterben kann, weshalb ein Zopf den Teufel anlockt, weshalb Bildhauer gefährlich leben u.a.m.
Miguel Angel Asturias wurde 1899 in Guatemala-City als Sohn eines Anwalts und einer Lehrerin geboren. Sein Vater war Gegner des Diktators und durfte von 1900 - 1907 nicht in der Hauptstadt praktizieren. Deshalb zog die Familie in die Provinz Vera Paz. Dort enger Kontakt mit der Kultur der Maya. Während des Studiums Engagement in der Opposition. 1923 Abschluß als Jurist, Gründung der Volkshochschule in der Hauptstadt. 1924 - 1928 Studium in Paris: mittelamerikanische Volkskunde und Religionswissenschaft. Kontakte mit Surrealisten und Kommunisten. In weiterer Folge je nach der politischen Lage in seiner Heimat als Diplomat oder Exilant im Ausland. Literaturnobelpreis 1967. Miguel Angel Asturias starb 1974 in Madrid.
LegendeSchauplatz, Hintergrund: "die Erde Ilóms", das
fruchtbare Stammgebiet der Maya
Thema, Problem: der Kampf um die Eigenständigkeit der
Mayas, Unvereinbarkeit der Denkweisen von Weißen und
Mayas
Inhalt: In sieben Etappen, die sich um sieben Personen ranken,
wird die Geschichte vom Eindringen der Weißen ins Land der
Maismenschen, der Maya, erzählt; und die Geschichte vom
Widerstand der Mayas, die von Magiern und Schamanen geleitet, von
Rebellen und Kämpfern geführt, aber auch verraten
werden.
Hauptfiguren: Camilla (fünfzehnjährige
Amerikanerin)
Schauplatz, Hintergrund: Kolumbien und USA
Thema, Problem: Das Heldentum wird in Frage gestellt, und ein
junges Mädchen gewinnt an Selbstwertgefühl.
Inhalt: Nach dem Tod ihres Großvaters besucht die
fünfzehnjährige Amerikanerin Camilla das Heimatdorf
ihrer Mutter in Kolumbien. Ihr Großvater, Don Pachito, wird
dort als Held verehrt. Camilla findet aber heraus, daß er
in Wirklichkeit das Leben ihrer Großmutter zerstört
hat.
Lyll Becerra de Jenkins wurde in Bogotá (Kolumbien) geboren. Nach Abschluß der Schule absolvierte sie eine Ausbildung als Fremdsprachensekretärin und arbeitete als Schauspielerin am Städtischen Theater von Bogotá. Sie hat 5 Kinder und lebt heute in den USA.
RomanThema, Problem: Liebe, Sehnsucht, Gerechtigkeit
Inhalt: Die Dichterin schildert ihre weibliche Sehnsucht nach
Liebe, Erotik, Gerechtigkeit in der Politik und Gesellschaft,
kurz: Sehnsucht nach einem befriedigenden, ganzheitlichen Dasein.
Für sie ist die Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau
gleichbedeutend mit einer solidarischen Verbindung im
Freiheitskampf. Die meisten der Gedichte entstanden während
der nicaraguanichen Revolution oder im Exil.
Gioconda Belli wurde 1948 in Managua geboren. Sie studierte in Spanien und den USA. Ab 1970 beteiligte sie sich am Widerstand der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN gegen die Somoza-Diktatur in Managua und arbeitete vor allem im Bereich der politischen Bildung. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Los Angeles.
GedichteHauptfiguren: Rodolfo
Thema, Problem: die Kraft einer Vision
Inhalt: Der junge Erfinder Rodolfo träumt davon, ein Wesen
zu schaffen, das so farbenprächtig ist wie Blumen und
fliegen kann wie ein Vogel. Aber wie kann man Tiere und Pflanzen
miteinander vermischen? Rodolfo gelingt es, etwas Einmaliges zu
kreieren.
Hauptfiguren: das Gürteltier Victor
Schauplatz, Hintergrund: bürgerliches Wohnzimmer,
Tiergarten, Büro, Labor
Thema, Problem: Selbstfindung
Inhalt: Dem schüchternen Gürteltier Victor fällt
die Medaille auf den Kopf, die Dalva für Dauerfernsehen
bekommen hat. So lernen sie sich kennen, und Victor verliebt sich
in die schöne Angorakatze. Eigentlich war er auf dem Weg zum
Meer, das er noch nie gesehen hat. Nun sitzt er jeden Tag bei
Dalva auf dem geblümten Sofa. Doch sie hat nur Augen und
Ohren fürs Fernsehen und liest nicht einmal seine
Liebesbriefe. Durch Zufall lernt er dann doch interessante Leute
kennen, wie z.B. das Flusspferd Dona Totoo und einen
einfallsreichen Erfinder. Zum Schluss geht er den Weg seiner
Großmutter, die starb, als sie das Land, das den Indianern,
Tieren und Pflanzen gehört, verteidigte.
Lygia Bojunga-Nunes, 1932 in Brasilien geboren, wurde mit 19 Jahren Schauspielerin und leitete später eine selbstgegründete Schule für arme Kinder auf dem Land. Seit 1972 schreibt sie Kinderbücher, die in ihrer Heimat vielfach ausgezeichnet wurden. Sie erhielt 1982 den höchsten internationalen Jugendbuchpreis, die Hans-Christian-Andersen-Medaille, für ihr Gesamtwerk.
ErzählungHauptfiguren: Rolinha
Schauplatz, Hintergrund: Straßen in Brasilien, wo
Straßenkinder ihr hoffnungsloses Dasein fristen
Thema, Problem: Angst und Einsamkeit der Armen
Inhalt: Die sechsjährige Rolinha wird ausgesetzt von der
Mutter, die sie nicht ernähren kann. Sie gerät an eine
Mädchenbande, unter deren „Schutz“ sie immerhin
vorläufig überlebt. Ständige Begleiter sind Angst,
Einsamkeit, Hunger und Prügel. Die Geschichte wird knapp und
unsentimental erzählt. Klischees wie Solidarität der
Armen und Romantik der Straße sind nicht zu erwarten. Der
Autor hält sich streng an die Tatsachen. Gefühle
erwähnt er nur knapp. Der Leser kann seine Phantasie
blühen lassen.
Julio Emilio Braz wurde 1959 in Minas Gerais geboren. Als Autodidakt schreibt er seit dem 20. Lebensjahr Westernromane, Kinder- und Jugendliteratur sowie Grusel-Comics. Seine Comics sind auch in Portugal, Belgien, Holland, Frankreich und Deutschland erschienen.
ErzählungHauptfiguren: die Hündin Negrita
Schauplatz, Hintergrund: auf dem Land in Kuba
Thema, Problem: Mit Mut und Kampfgeist wird das Leben
gemeistert.
Inhalt: Nach langem Umherziehen findet Bruno Arbeit bei einem
Großgrundbesitzer, der ihn mit der Schweinezucht betraut.
Eines Tages rettet er mit seinen kleinen Söhnen eine kleine
Hündin, Negrita. Die Hündin hilft Bruno bei der Arbeit.
Als die gefährlichen Wildhunde aus den Bergen immer
häufiger in die Gehege einfallen und Jungschweine
reißen, verlangt der Großgrundbesitzer, Negrita als
Köder für den Leithund der Wildhunde an einen Baum zu
binden. Der Leithund gerät in Gefangenschaft, doch Negrita
befreit ihn und verliebt sich in ihn. Der Autor schildert nicht
nur das Leben einer Hündin; der Leser erfährt viel
über die ungerechten Besitz- und Machtverhältnisse auf
dem Land in Kuba.
Jorge Onello Cardoso, geboren 1914 in Kuba, verdiente seinen Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten, während er seinen eigentlichen Beruf, den des Geschichtenerzählers, erlernte. Er hat Erzählungen und Beiträge für Rundfunk und Fernsehen geschrieben und wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet. Negrita wurde in die Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis aufgenommen und mit der Blauen Brillenschlange ausgezeichnet.
ErzählungHauptfiguren: Tulinho
Schauplatz, Hintergrund: Brasilien unter der
Militärdiktatur
Thema, Problem: Gewalt während des Militärregimes in
Brasilien
Inhalt: Der siebenjährige Tulinho bastelt gerade an einem
Modellflugzeug, als Männer seinen Vater, seine Mutter und
seine älteste Schwester holen. Die beiden Frauen werden
später freigelassen, der Vater bleibt verschwunden. Nach und
nach verläuft das Leben wieder in gewohnter Weise. Die
Mutter weigert sich, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen. Nur
Tulinhos Schwester Dora spricht offen aus, dass der Vater tot
ist. Die Mutter aber versteckt die Zeitung, in der über die
Flucht von Rebellen berichtet wird. Der einzige Name, der
erwähnt wird, ist der des Vaters. Das ist gleichbedeutend
mit einer Todesanzeige. Die Geschichte wird in einer einfachen
Sprache mit knappen Sätzen erzählt.
Luiz Claudio Cardoso, 1931 in Rio de Janeiro geboren, studierte Jura und wurde später Diplomat. Zur Zeit ist er brasilianischer Botschafter in Damaskus. Seinen ersten Roman veröffentlichte er im Alter von 52 Jahren, in den folgenden 9 Jahren erschienen 10 weitere Bücher, davon 4 für Kinder.
RomanHauptfiguren: Foster, Matrose
Schauplatz, Hintergrund: Punta Arenas
Thema, Problem: Geldgier contra Menschlichkeit
Inhalt: Eines Wintertags ist in Punta Arenas ein seltsamer
Leichenzug zu sehen: vier Matrosen tragen einen grünen Sarg
auf ihren Schultern, ein fünfter, Foster, folgt dem Sarg.
Foster hat darauf bestanden, seinen toten Kajütenkameraden
Martín nicht, wie auf Schiffen üblich, dem Meer zu
übergeben, sondern ihn zu begraben, seine Seele in der Erde
zu fixieren. Denn Foster fühlt sich an Martíns Tod
schuldig. Er hat Angst, daß Martíns Seele sich an
ihm rächen könne. Doch der Weg vom Hafen zum Friedhof
ist weit, eine Bar lockt, die Lebenden beschließen, den
Toten später zu beerdigen...
Francisco Coloane wurde 1910 als Sohn eines Walfänger-Kapitäns auf der Insel Chiloé geboren, wuchs zwischen Seeleuten, Fischern, Robbenjägern, Tauchern, Indianern, Schatzsuchern, Goldgräbern auf. Fuhr früh zur See, wurde überzeugter Gegner des Walfangs. Arbeitete dann als Verwalter auf einer großen Schaffarm, als Matrose, als Mastwächter auf dem (Segel-)Schulschiff der chilenischen Marine, leitet Erdöl-Bohrexpeditionen in der Antarktis, zeichnet Seekarten der Region rund um Kap Hoorn. Erzählt und sammelt Geschichten. 1956 erschien der Erzählband "Tierra del Fuego - Feuerland", der ihn mit einem Schlag berühmt machte. Francisco Coloane lebt in Feuerland.
ErzählungSchauplatz, Hintergrund: Der Süden Feuerlands
Thema, Problem: Goldrausch contra Menschlichkeit
Inhalt: Schaeffer, Spiro und Novak, illegale Goldsucher, sind
auf der Flucht. Durch unwegsames Gelände versuchen sie,
ihren Verfolgern zu entkommen - schwierig, denn Schaeffer wurde
bei einem Feuergefecht verletzt. In der Nacht macht sich Spiro
mitsamt dem Packpferd davon. Novak, der unverletzt ist, bringt
seinen Kameraden in eine Höhle und pflegt ihn gesund. Als
Schaeffer wieder einige Schritte gehen kann, erkunden sie
gemeinsam die Möglichkeit, von diesem gottverlassenen Fleck
Erde wegzukommen. Da findet Schaeffer Gold...
Hauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: Argentinien
Thema, Problem: Menschen unter politischer
Unterdrückung
Inhalt: In diesen acht Erzählungen werden verschiedene
Ereignisse und Schicksale dargestellt. Scheinbar haben sie nichts
miteinander zu tun. Was sie verbindet, ist die Zeit, nämlich
die Unzeit. Das ist eine negative Zeit der Unfreiheit und des
Unrechts, in der das Militär seine Gegner jagt.
Hauptfiguren: der BBC-Reporter und Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Sierra Nevada de Santa Marta
Thema, Problem: das zurückgezogen lebende Volk der Kogi
richtet eine Botschaft an die "kleinen Brüder", die
Weißen in Europa und den USA; Umweltschutz, Umgang mit
Andersdenkenden
Inhalt: Die Weisen des Kogi-Volkes, die Mamas, laden ihn ein,
einen Film über ihr Volk zu machen. Sie wollen in diesem
Film den Zuschauern zeigen, was ihr sorgloser Umgang mit der
Umwelt schon für Schäden angerichtetet hat...
Hauptfiguren: Mathilda
Schauplatz, Hintergrund: Haiti, Port-au-Prince
Thema, Problem: doppelte Unterdrückung durch die politische
Repression und die Macht der Wodu-Priester ; sich selbst treu
bleiben trotz massivster politischer und religiöser
Bedrohung
Inhalt: Mathildas Mann Jo ist ersthaft krank, kann also kein
Geld mehr verdienen. Er glaubt, daß er verhext ist, aber
seine Frau will davon nichts wissen. Sie bringt ihn ins
Krankenhaus, aber als ihr selbst der Arzt glaubhaft machen will,
daß finstere Mächte ihren Mann auf dem Gewissen haben,
holt Mathilda ihren Mann eigenhändig aus dem Krankenhaus.
Ihre Nachbarn bewundern sie und versuchen sie nun vor der Rache
des Wodu zu schützen...
Gérard Etienne wurde 1936 in Cap-Haitien geboren. Schloss sich bereits 1950 einer Grupope Oppositioneller an. Wurde wegen Verteilens von regimefeindlichen Flugblättern sechs Monate inhaftiert. 1961 erneute Festnahme. Folterung während der Untersuchungshaft: 3 Tage Koma, bleibende gesundheitliche Schäden. Nach seiner Freilassung Lehrer und Journalist. Verläßt 1964 mittellos Haiti. Inskribierte an der Universität Montreal, arbeitete nachts als Krankrenpfleger. Seit 1971 Titularprofessor für Linguistik und Journalistik in Moncton/New Brunswick. Schreibt in (Französisch) Kreolisch.
RomanHauptfiguren: Ich-Erzählerin
Schauplatz, Hintergrund: Jamaica
Thema, Problem: Machtkampf unter Kindern, Kinderwelt contra
Erwachsenenwelt
Inhalt: Sammlung von Kurzgeschichten. Wir empfehlen: Der
Schwertkönig (S. 7-14): Als junge Frau erinnnert sich die
Erzählerin, wie sie als kleines Mädchen gelernt hat,
sich gegen gemeine, ekelhafte Menschen zu wehren. Diese Methode
wendet sie wieder an. Schlagwort: Selbstbewußtsein Das
Puppenbegräbnis (S. 15-20): Bev, die Freundin der
Erzählerin, denkt sich immer neue seltsame Spiele aus. Als
Bev mit ihrem gesamten Anhang ein Begräbnis für ihre
Puppe vorbereitet, der sie zuerst eigenhändig den Hals
umgedreht hat, darf die Erzählerin nicht daran teilnehmen.
Schlagwort: Kindheit Pinkys Fehltritt (S.21-24): Miss Chins
Tochter wächst wohlbehütet auf. Miss Chin betont das
immer, wenn sie Töchter anderer Mütter beurteilt.
Dummerweise merkt Miss Chin als letzte, daß ihre Tochter im
vierten Monat schwanger ist. Schlagworte: Menschennatur Geh
deinen Weg (S. 25-34): Sylvie lebt seit etwa einem halben Jahr in
der Stadt. Gemeinsam mit George will sie so viel Geld verdienen,
daß sie dann auf dem Land ein Bauernhaus kaufen
können, doch George sitzt seit drei Monaten im
Gefängnis und Sylvie ist im sechsten Monat schwanger. Das
Geld ist knapp, Sylvie hat kein Kleid mehr, das ihr paßt.
Da schleppt sie ihre Freundin in eine Kirchengemeinde, die nach
dem Gottesdienst milde Gaben an Bedürftige austeilt.
Schlagwort: Selbstbewußtsein Im Dunkeln möcht ich
nicht nach Hause gehen (S. 35-39): Sie ist verliebt. Er sieht gut
aus und hat viel Geld. Eines Tages zeigt er ihr seinen Besitz und
bittet sie, bei ihm zu bleiben. Doch von Liebe sagt er nichts.
Schlagwort: Liebe, Menschennatur Ein weiser Mann (S. 40-45): Sie,
eine verheiratete Frau mit zwei halbwüchsigen Töchtern,
spricht in Gedanken mit ihrem Jugendfreund, den sie immer noch
liebt. Schlagwort: Liebe Ich hab gesiegt (S. 77-84): Sie ist
Sängerin. Ihre Lieder sind gut. Das Publikum mag ihre
Lieder. Als man sie aufnehmen will, fordert jeder Mann von ihr
Gegenleistungen, aber Erfolg hat sie nicht. Schlagwort:
Selbstbewußtsein Angelita und Golden Day (S. 85-93):
Angelita ist Verkäuferin auf dem Gemüsemarkt. Und
verliebt. In Golden Days mit der schönen Stimme. Sie liebt
seine Lieder. Sie ziehen zusammen. Ihr kleines Zimmer ist wie
eine kleine verzauberte Höhle. Eines Tages wird sie sich in
ein rosa- und goldfarbenes Haus verwandeln. Und dann hat Golden
Days einen Hit... Schlagwort: Selbstbewußtsein
Lorna Goodison wurde 1947 in Kingston geboren. Sie gehört zu den herausragendsten englischsprachigen Autorinnen der Karibik. 1980 literarischer Durchbruch mit Gedichtband "Tamarind Season"1990 erste Kurzgeschichtensammlung "Baby Mothers and the King of Swords". Vielfach ausgezeichnet.
KurzgeschichtenHauptfiguren: Albert, erfolgreicher Rechtsanwalt
Schauplatz, Hintergrund: Jamaica
Thema, Problem: Sozialer Aufstieg
Inhalt: Obwohl Albert jetzt "wer ist", hat ihn seine Herkunft
aus den Slums nie losgelassen. Vor allem deshalb, weil er, um
seine Karriere nicht zu zerstören, seine schwangere Freundin
verlassen hat. Viele Jahre danach kommt sie in sein Büro und
bittet ihn um Hilfe: sein Sohn wurde wegen Ladendiebstahls
verhaftet.
Hauptfiguren: Joe Joe, Bella
Schauplatz, Hintergrund: Jamaica
Thema, Problem: Streben nach einem besseren Leben, vom Wert der
Dinge und vom Wert der Menschen
Inhalt: Bella ist Joe Joes Frau. Sie hat einen Job in New York,
kommt aber regelmäßig, um ihn und die beiden Kinder zu
besuchen. Da bringt sie immer viele Geschenke mit. Aber sie hat
sich verändert. Die Dinge, die sie sich nun leisten kann,
sind ihr sehr wichtig geworden. Joe Joe mag diese
Veränderung nicht.
Hauptfiguren: Schilling, Schülerin, 15 Jahre
Schauplatz, Hintergrund: Jamaica
Thema, Problem: Gerüchte, Träume und Realitäten,
vom Wert der Träume und vom Wert der Menschen
Inhalt: In der Schule träumt Schilling meistens. Ihr
Lieblingstraum: sie als Braut. Stunden verbringt sie damit, ihr
Brautkleid zu entwerfen. Seit sie verliebt ist, zeichnet sie
"ihn" als Bräutigam. Und dann wird sie zu einer Party
eingeladen...
Schauplatz, Hintergrund: Jamaica
Inhalt: Aus dieser Sammlung von Kurzgeschichten greifen wir
heraus: "Das große Tier". Seite 45-46. 2 Seiten Albert ist
erfolgreicher Rechtsanwalt. Obwohl er jetzt "wer ist", hat ihn
seine Herkunft aus den Slums nie losgelassen. Vor allem deshalb,
weil er, um seine Karriere nicht zu zerstören, seine
schwangere Freundin verlassen hat. Viele Jahre danach kommt sie
in sein Büro und bittet ihn um Hilfe: sein Sohn wurde wegen
Ladendiebstahls verhaftet.... Thema: Sozialer Aufstieg. "Bella
hat´s erfaßt". Seite 94-104. 11 Seiten. Bella ist Joe
Joes Frau. Sie hat einen Job in New York, kommt aber
regelmäßig, um ihn und die beiden Kinder zu besuchen.
Da bringt sie immer viele Geschenke mit. Aber sie hat sich
verändert. Die Dinge, die sie sich nun leisten kann, sind
ihr sehr wichtig geworden. Joe Joe mag diese Veränderung
nicht. Thema: Streben nach einem besseren Leben, vom Wert der
Dinge und vom Wert des Menschen. "Schilling". Seite 105-112. 8
Seiten. Die Schülerin Schilling ist 15 Jahre alt. In der
Schule träumt sie meistens. Ihr Lieblingstraum: sie als
Braut. Stunden verbringt sie damit, ihr Brautkleid zu entwerfen.
Seit sie verliebt ist, zeichnet sie "ihn" als Bräutigam. Und
dann wird sie zu einer Party eingeladen... Thema: Gerüchte,
Träume und Realitäten, vom Wert der Träume und vom
Wert der Menschen.
Hauptfiguren: Aldrick, Musiker, Tänzer und Idealist
Schauplatz, Hintergrund: Karneval, Calypso, Rolle der Steelbands
und der Tänzer im Karneval
Thema, Problem: die Berechtigung von Rebellion angesichts
sozialen Elends, die Rolle von Kommerz, Geld und Gewinn im
Zusammenleben von Menschen, die Kommerzialisierung von
ursprünglich rebellischer Musik
Inhalt: Aldrick, der sich und seinem Mädchen beweisen will,
daß er ein guter Mensch ist und kein
Müßiggänger, nimmt den kommenden Karneval zum
Anlaß, als Drache in seinem Tanz die sozialen
Ungerechtigkeiten darzustellen und seine Mitmenschen anzuregen,
ein bißchen mehr Gerechtigkeit wahr werden zu lassen...
Earl Lovelace, 1935 geboren in Trinidad. Staatsbeamter, später Journalist und Literaturkritiker. Er begann in den 60ern zu schreiben: Gedichte, Erzählungen, Romane. Mehrfach Aufenthalte in den USA.
RomanHauptfiguren: die Leute des Hinterhofs, ein buntes Gemisch
verschiedenster Typen
Schauplatz, Hintergrund: ein Hinterhof im Slumviertel von
Kingston, Jamaica
Thema, Problem: Kampf um ein besseres Leben
Inhalt: Alle wollen raus aus dem Elend, jeder versucht es auf
eine andere Weise, der eine durch Pferdewetten, der andere durch
Einbruch, wieder andere durch ehrliche Arbeit, und ein paar
versuchen es durch Beten. Aber der Hof läßt trotz
aller Anstrengungen keinen entkommen.
Roger Mais wurde 1905 in Kingston geboren. Streng religiöse Erziehung und starkes Gefühl für soziale Gerechtigkeit lassen ihn auf der Seite der Armen 1938 politisch aktiv werden. Gehört zu den Gründern der sozialdemokratischen People's National Party. Während des 2. Weltkriegs wegen seiner englandfeindlichen Haltung mehrere Monate inhaftiert. Starb 1955 in Kingston. Viele seiner Texte sind heute noch unveröffentlicht.
RomanHauptfiguren: John Power, "Brother Man" oder Bruder Mensch
genannt, Flickschuster und sehr religiöser Rasta
Schauplatz, Hintergrund: die Orangengasse im Slumviertel von
Kingston, Jamaica
Thema, Problem: Überlebenskampf in zunehmender Verelendung,
die Möglichkeit, "gut", "richtig" zu leben
Inhalt: Bruder Mensch ist einzigartig in der Orangengasse: Er
hat für jeden ein offenes Ohr, hat immer einen Rat und
hilft, wo immer Hilfe nötig ist. Aber gerade weil er so
hilfbereit ist, gerät er in böse Schwierigkeiten
Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: der Dschungel Kolumbiens
Thema, Problem: Goldfieber, Gier
Inhalt: Wie ein Hochsee-Kapitän ins kolumbianische Hochland
verschlagen wird und schließlich am Goldfieber zugrunde
geht...
Alvaro Mutis wurde 1923 in Bogotá geboren. Schulbesuch in einem Brüsseler Jesuitenkolleg. Studium in Bogotá. Diverse Berufe: Journalist für den "Expectador", Arbeiter im Brauereigewerbe, in der Ölindustrie. Angestellter bei einer Fernsehgesellschaft. 1947 Veröffentlichung erster Gedichte. Alvaro Mutis lebt seit 1956 in Mexico-City. 1960 wurde er aus politischen Gründen inhaftiert. Während dieser 18 Monate Wandlung vom erzählenden Poeten zum poetischen Erzähler.
RomanHauptfiguren: Harbans, der erste Wahlkämpfer
Schauplatz, Hintergrund: die Gegend rund um Elvira in
Trinidad
Thema, Problem: die Machtgeilheit; die Besessenheit, in der
Öffentlichkeit zu stehen, etwas zu gelten....
Inhalt: Harbans will Abgeordneter für Elvira werden. Er ist
entschlossen, alles zu tun, um die Wahl zu gewinnen. Dabie
braucht er allerdings Helfer. Jemand, der seinen Wahlkampf
organisiert. Aber Helfer gibt es in Elvira genug. Und bald auch
Gegenkandidaten. Es wird ein sehr turbulenter Wahlkampf...
V.S.Naipaul (eigentlich: Vldiadhar Surajprasad Naipaul) wurde 1932 als Sohn indischer Einwanderer geboren. Vater: Journalist, Mutter Plantagenbesitzerstochter. Wurde als Brahmane in der hinduistischen Tradition erzogen. 1950 Studium in Oxford. 1954 Übersiedlung nach London. Journalist für BBC. 1957 Veröffentlichung des ersten Romans "The Mystic Masseur". Umfangreiche Reisen. 1980 Durchbruch mit "A Bend in the River". zahlreiche Preise. V.S.Naipaul lebt seit 1970 in Wiltshire.
RomanThema, Problem: die Ignoranz der Reichen
Inhalt: Ein aussagekräftiges Gedichtchen über einen
Arzt, der keine Ahnung von Armut hat: "Ziehen Sie sofort weg von
diesem Elendsquartier / Nehmen Sie eine Wohnung in der Parkallee
/ Sie sehen wie ein Gespenst aus, gute Frau / Warum reisen Sie
nicht für eine Weile nach Miami".
Nicanor Parra (geb. 1914) in Chile; ist einer der bedeutendsten Schriftsteller Lateinamerikas. Er arbeitete als Universitätsprofessor für Mathematik. Lebt in Santiago.
GedichtHauptfiguren: Félicie
Schauplatz, Hintergrund: Guadeloupe und Frankreich
Thema, Problem: Alltagsleben, Leben zwischen zwei Kulturen
Inhalt: Die zehnjährige Félicie, die ihre Mutter nur
von einem Foto kennt, lebt bei ihrer Großmutter in einem
Dorf in Guadeloupe. Eines Tages bekommt sie einen Brief: Sie soll
nach Paris kommen, um bei der Mutter, dem Stiefvater und dem
kleinen Stiefbruder zu wohnen. Félicie kann sich in der
neuen Umgbung behaupten. Ihr bester Freund, der maghrebinische
Mohammed, mit dem sie weite Streifzüge durch die Vorstadt
unternimmt, unterstützt sie dabei. Später besucht sie
mit ihm die Großmutter in Guadeloupe, wo Mohammed zum
ersten Mal das Meer sieht. In dieser herzerfrischenden Geschichte
voller Humor und Zärtlichkeit lernt der Leser neue Kulturen
kennen. Die Herzlichkeit und Offenheit der Ich-Erzählerin
lädt zur Identifikation ein.
Gisèle Pineau wurde 1956 in Paris als Tochter von Einwanderern aus Guadeloupe geboren. Ihre Kindheit war geprägt von der Großmutter, die nur kreolisch sprach und wunderbare Geschichten und Mythen aus der Heimat erzählte.
RomanHauptfiguren: der Mann
Schauplatz, Hintergrund: der Dschungel
Thema, Problem: Aussteigergeschichten, Leben am Rand des
Dschungels
Inhalt: Der Mann wurde von einer Viper gebissen. Er hat kein
Gegengift im Haus. Voll Verzweiflung versucht er, auf dem
Fluß in die Krankenstation zu kommen...
Hauptfiguren: der Buchhalter Benincasa
Schauplatz, Hintergrund: der Dschungel
Thema, Problem: Aussteigergeschichten, Leben am Rand des
Dschungels, Gefahr unterschätzen
Inhalt: Der Buchhalter möchte etwas erleben, denn sein
Beruf ödet ihn an. Er beschließt, seinen Onkel zu
besuchen, der im Dschungel ein Holzfällerlager hat. Der
Onkel ist entsetzt über seinen abenteuerlustigen Neffen, er
gibt ihm gute Ratschläge, an die sich Benincasa
natürlich nicht hält...
Hauptfiguren: Héladio Pompeu
Schauplatz, Hintergrund: ein Krankenhaus in Brasilien
Thema, Problem: Scham und Ängste eines erfolglosen
bekannten Mannes
Inhalt: Héladio Pompeu, ein gut aussehender
fünfzigjähriger Herr, stammt aus einer alten, reichen
Familie, und sein Großonkel war ein Bischof. Aber er selbst
hat in seinem Leben noch nie etwas geleistet, worauf er stolz
sein kann. In den drei Tagen seines Spitalaufenthaltes erinnert
er sich an Episoden aus seinem Leben. Seine Scham und Ängste
werden mit Ironie dargestellt.
Hauptfiguren: diverse
Schauplatz, Hintergrund: die Insel Itaparica in der Bucht
Todos-os-Santes nahe Salvador de Bahia
Thema, Problem: das Zusammenleben von Weißen, Schwarzen
und "Ureinwohnern" im Angesicht der Gewalt, rassistische Gewalt,
Sklaven- und Herrenmentalität
Inhalt: Sehr farbig erzählte Geschichte einiger Familien,
deren Mitglieder einander durch die Jahrhunderte immer wieder
begegnen.
João Ubaldo Ribeiro wurde 1941 auf der Insel Itaparica/Bahia geboren. Studium der Politikwissenschaften. Journalist, Dozent in Rio und den USA, Stipendiat in Lissabon und Berlin. 1984 Durchbruch, internationale Anerkennung mit "Brasilien, Brasilien". João Ubaldo Ribeiro lebt seit 1991 wieder in Rio.
RomanHauptfiguren: der Junge Geraldo
Schauplatz, Hintergrund: Schulalltag in Brasilien
Thema, Problem: Jugendliebe und das Problem eines
Halbstarken
Inhalt: Als Geraldo aus der Klasse gewiesen wird und dabei einen
Blick von Maria Helena erhascht, erkennt er - er ist verliebt.
Wie aber kann er sich ihr nähern? Pandonar der Grausame, der
Supermann in Geraldos Phantasiewelt , wüsste, was zu tun
ist. Geraldo weiß es nicht. Macht sie sich etwa nichts aus
ihm? Das kann er sich nicht vorstellen. Aber er muss Gewissheit
haben - und wenn er darüber zum Klassentrottel wird. Eine
lustig und frech erzählte Geschichte.
Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: irgendwo am Strand
Thema, Problem: Kinderwelt der Straßenkinder contra
Erwachsenenwelt
Inhalt: Eines Tages nimmt der Erzähler ein offensichtlich
hungerndes, alleinstehendes Häschen bei sich auf, das aus
mehreren Gründen bemerkenswert ist: es spricht, erzählt
völlig verrückte Geschichten und wechselt dauernd seine
Gestalt.
Murilo Rubião wurde 1916 in Carmo de Minas/Minas Gerais geboren. Journalist, Landesminister, Diplomat.
ErzählungHauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: der Llano; die revolutionären
Kämpfer erhielten nach der erfolgreichen mexikanischen
Revolution Land, damit sie folglich ihren Lebensunterhalt
besteiten könnten.
Thema, Problem: unehrliche Startbedingungen für den jungen
Staat Mexiko
Inhalt: Vier ehemalige Kämpfer gehen durch den Llano, um
das ihnen zugeteilte Land in Besitz zu nehmen. Sie fühlen
sich betrogen, denn sie wissen jetzt schon, daß das Land
wenig wert ist...
Juan Rulfo wurde 1918 als Bauernsohn in San Gabriel/Jalisco geboren. Verlor Vater und viele Verwandte durch Cristero-Aufstand. Kam in ein Waisenhaus in Guadalajara. Studienbeginn mit 16, kein Abschluß. Begann 1935 zu schreiben; 1942 erste Publikation. 1935-47 Angestellter der Einwanderungsbehörde, dann bei einer Autoreifenfirma. 1953 erschien "Der Llano in Flammen", 1955 Roman "Pedro Páramo". Ab 1955 Mitarbeiter einer Kommission für das staatliche Bewässerungsprogramm in Veracruz, dann Drehbuchautor für Werbefilme. Ab 1962 Pressechef des Instituto Nacional Indigenista. 7.1.1986 in Ciudad Mexiko gestorben.
KurzgeschichteHauptfiguren: Ich-Erzählerin
Schauplatz, Hintergrund: ein Gehöft am Fluß
Thema, Problem: Mädchen ohne Heiratsgut haben keine Chance
in der mexikanischen Gesellschaft
Inhalt: Die Überschwemmung hat Serpentina, die Kuh, mitsamt
ihrem Kälbchen mitgerissen, das Heiratsgut der kleineren
Schwester der Erzählerin. Weinend suchen die beiden
Mädchen die Tiere, um dem unvermeidlichen Weg in die
Prostitution zu entkommen...
Hauptfiguren: Jackeline
Schauplatz, Hintergrund: Matagalpa in Nicaragua
Thema, Problem: Alltag der elfjährigen Jackeline
Inhalt: Die elfjährige Jackeline lebt mit ihrer Familie in
Matagalpa - ohne Vater, da er die Familie verließ. Sie
erzählt von ihrem Alltagsleben, ihren Träumen (Frieden
in der Heimat), Wünschen und Hoffnungen (Gesundheit für
die Großmutter, eine schönere Wohnung und ein
Hündchen für sich). Mit zahlreichen Bildern.
Keine Information über den Autor vorhanden.
BiographieHauptfiguren: Ti Jean, karibischer Sagenheld
Schauplatz, Hintergrund: Guadeloupe und Guinea; die Sehnsucht
der in die Sklaverei Verschleppten nach ihrer alten Heimat
Thema, Problem: das Selbstbewußtsein der
Sklavennachkommen, die Verständigung mit den Verwandten in
der "alten Heimat"
Inhalt: Ein Ungeheuer läßt sich auf Guadeloupe nieder
und verschlingt alles, was ihm nahe kommt, zuletzt auch die
Sonne. Ti Jean, der seine Freundin retten will, läßt
sich ebenfalls vom Ungeheuer verschlingen und kommt so nach
Afrika, ins Land seiner Vorfahren.
Simone Schwarz-Bart wurde 1938 geboren. Studium in Paris und Dakar. Veröffentlichte 1967 gemeinsam mit ihrem Mann "Un plat de porc aux bananes vertes", dann eigene Bücher. Vielfach übersetzt, mehrfach ausgezeichnet. Sie lebt in Frankreich.
RomanHauptfiguren: Télumée
Schauplatz, Hintergrund: Guadeloupe
Thema, Problem: einfaches Leben im "Urlaubsparadies"; die
Grundlage für ein ausgeglichenes, glückliches Leben
muß man in sich selbst finden
Inhalt: Télumée erzählt ihr Leben, wie sie
bei Großmutter aufwuchs, wie sie gemeinsam mit Elie, dem
Nachbarsjungen, Großmutters Geschichten lauschte, wie sie
erwachsen wurde und Elie heiratete, wie sie Elie
schließlich verließ und wie sie trotzdem wieder zu
einem glücklichen Leben fand.
Hauptfiguren: Guedali, der Zentaur
Schauplatz, Hintergrund: der Süden Brasiliens, das Leben
russisch-jüdischer Einwanderer
Thema, Problem: Wohin gehört ein Mensch? Einwanderer oder
Auswanderer? Neue Heimat oder Fluchtburg...
Inhalt: Nach langer Irrfahrt findet die Familie eine neue Heimat
in der Abgeschiedenheit des Bundesstaates Rio Grande do Sul. Der
Traum von der besseren Zukunft scheint sich zu verwirklichen.
Doch das erste Kind wird als Zentaur geboren - ein Symbol
für das Leben zwischen mehreren Welten...
Moacyr Scliar wurde 1937 als Sohn russisch-jüdischer Auswanderer in Porto Alegre geboren, Lebt seit 1962 als Arzt und Schriftsteller in Porto Alegre. Erste Veröffentlichungen 1970.
RomanHauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: Patagonien
Thema, Problem: Kampf gegen grausame Walfänger
Inhalt: Der Ich-Erzähler, ein für Umweltprobleme
engagierter Journalist, lebt im Exil in Deutschland. Als er von
den grauenhaften Massakern der japanischen Walfänger vor
Patagonien erfährt, faßt er den Entschluß, die
Täter zu finden.
Hauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: die Stadt
Thema, Problem: Polizeiterror
Inhalt: Die Bestbeschuhten (127-128): Wie kommen die Bettler an
die besten Schuhe dieser Stadt? Grünzeuggeschichten
(163-166): Wie in einer Stadt, die von der Farbe Grün
vollständig befreit wurde, eine Distel zum Widerstandssymbol
wird. Schatzimausis Geschichte (289-293): Julio wird Ohrenzeuge,
wie sein Nachbar verhaftet werden soll. Der Nachbar erreicht,
daß die Frau, die bei ihm ist, die ihn dauernd
"Schatzimausi" nennt, gehen kann. Dann erschießt er sich,
bevor die Polizei seine Wohnung stürmt.
Luisa Valenzuela wurde 1938 als Tochter der Schriftstellerin Luisa Mercedes Levinson in Buenos Aires geboren.Mitarbeiterin von Jorge Luis Borges in der Nationalbibliothek von Buenos Aires. Seit 1955 Journalistin in Argentinien und den USA. Lebte1957 - 1961 in Frankreich, dann Chefredakteurin in Argentinien. 1970 Fulbright Stipendium für die USA, literarischer Durchbruch mit "El Gato Eficaz".Ab 1979 Exil in den USA. 1989 Rückkehr nach Argentinien, lebt seither in Buenos Aires.