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Biblioteca Culture del Mondo: Letteratura del mondo a lezioneInitiative Minderheiten: Literatur der Welt im Unterricht

Literatur der Welt im Unterricht / Letteratura del mondo a lezione

EUROPA: 83 Texte

SLAWISCHE LÄNDER
Slawische Märchen
in: Sirovátka, O. und Luzík, R. (Hrsg.).: Slawische Märchen..
Hanau / M.: Werner Dausien, 1975. 201 Seiten. ATS 276.

Inhalt: Der Sammelband enthält Märchen aus den Ost-, West- und Südslawen (Polen, Slowakei, Tschechien, Slowenien, Kroatien, Serbien und Bulgarien). Die ostslawischen Märchen zeichnen sich durch ihre herkömmliche Form und durch die archaischen Inhaltsmerkmale aus. In den Märchen der Westslawen stehen die Armen und die Reichen einander gegenüber, und der rebellische Geist, der vom Milieu der Hirten und Gebirgsbewohner getragen wird, ist deutlich erkennbar. In den Märchen der Südslawen ist der Geist des Orients eingedrungen, insbesondere ist der Widerhall der jahrhundertelangen Kämpfe mit den Türken spürbar.


POLEN
Aisnman, Zwi
Der Mensch
in: Andrej Jendrusch: Federmenschen.
Berlin: Wagenbach, 1996. Seite 13 - 21.

Hauptfiguren: der Mann und das Mädchen
Schauplatz, Hintergrund: Hinterhof
Thema, Problem: der gegenseitige Respekt von zwei Außenseitern
Inhalt: Er ist ein Außenseiter. Er hat große, klobige Hände. Die Menschen fürchten ihn. Sie wissen nicht, daß er jedes verletzte Vögelchen gesund pflegt. Ihm gegenüber wohnt das gelähmte Mädchen. Sie beobachtet ihn, sie hat ja sonst nichts zu tun. Das ist sein Glück, denn eines Tages hält man ihn für einen Mörder, und die einzige, die seine Unschuld beweisen kann, ist das gelähmte Mädchen...

Zwi Aisnman, wurde 1920 als Jude in Warschau geboren. 1939-1945 in der Sowjetunion. 1946 Rückkehr nach Polen. 1947 wurde er beim Versuch, in Palästina einzureisen, verhaftet und auf Zypern interniert. 1949 Ankunft in Israel, gehört zu Literatenkreis "Jung-Israel"; zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften, Erzählbänden. Zwi Aisnman schreibt in Jiddisch.


KIRGISIEN
Aitmatow, Tschingis
Du meine Pappel im roten Kopftuch
Zürich: Unionsverlag, 1986. 154 Seiten.

Hauptfiguren: Ilja, der Lastwagenfahrer, und Asselj, seine große Liebe
Schauplatz, Hintergrund: Pamirgebirge. Sowjetische Arbeitsmoral fordert große Leistungen
Thema, Problem: Tollkühner Männlichkeitswahn setzt alles aufs Spiel
Inhalt: Gegen alle kirgisische Tradition hat Asselj Ilja geheiratet, den verwegenen Lastwagenfahrer. Aber der ist besessen vom Gedanken, der beste und kühnste Fahrer des Pamir zu sein, und er läßt sich auf immer verrücktere Abenteuer ein.

Tschingis Aitmatow wurde 1928 in Scheker geboren. Studium an der landwirtschaftlichen Hochschule, erste Erzählungen, daraufhin Förderung: Studium am Moskauer Gorki-Institut. Erregt 1958 mit zwei Kurzromanen ("Aug in Auge" und "Djamila") Aufsehen. Beschreibt in der Folge die Menschen seiner Heimat vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs und der stalinistischen Repressionen. Später werden die Überlieferungen seines Volkes wichtige Quelle. Der letzte Roman "Der Richtplatz" warnt vor den Zerstörungen in der Natur. Aitmatow wurde vielfach ausgezeichnet.


KROATIEN
Andric´, Ivo
Das Fräulein
Frankfurt am Main: Ullstein, 1991. 240 Seiten. ATS 93.
Sprache des Originals: Serbokroatisch.

Hauptfiguren: Rajka
Schauplatz, Hintergrund: Sarajevo während des 1. Weltkriegs und der Nachkriegszeit
Thema, Problem: die Tragik des Geizes
Inhalt: Rajka Radakovic´verspricht ihrem sterbenden Vater zu sparen. Aus dem Kampf gegen die Verschwendungssucht in der Familie entwickeln sich bei Rajka Geiz, Kälte und Einsamkeit. Es sind historische und persönliche Umstände, der Zusammenbruch der privaten Welt und der von politischen Ereignissen zerrissenen Außenwelt Bosniens, die die Frau in die Verhärtung treiben. Dieses Meisterwerk ist zwar düster, aber durch die einfühlsamen Schilderungen der seelischen Zustände der Hauptfigur ganz beeindruckend.

Ivo Andric´, geb. 1892 in Bosnien, studierte Philosophie in Zagreb, Wien, Krakau und Graz. Während des 1. Weltkrieg kam er wegen seiner politischen Tätigkeit gegen Österreich ins Gefängnis. 1924 ging er in den diplomatischen Dienst. Während der Besetzung Jugoslawiens lebte er zurückgezogen und schrieb Romane. 1961 erhielt er den Nobelpreis für Literatur. Er starb 1975 in Belgrad.

Roman
ab 16 J.
240 Seiten

KROATIEN
Andric´, Ivo
Der verdammte Hof
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1965. 174 Seiten. ATS 166.
Sprache des Originals: Serbokroatisch.

Hauptfiguren: der Mönch Petar
Schauplatz, Hintergrund: ein Gefängnis in Istanbul zur Sultanszeit
Thema, Problem: Gefängnisleben voller Elend und Ungerechtigkeit
Inhalt: Der Spionage verdächtig, ist der Mönch Petar im "verdammten" Hof inhaftiert, wo er Zeuge schrecklicher Schicksale der schuldigen und unschuldigen Insassen des Gefängnisses in Istanbul zur Sultanszeit wird.

Roman
ab 16 J.
174 Seiten

TÜRKEI
Arpad, Burhan
"Das Neueste!"
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 22 - 25. ATS 268.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: der junge Zeitungsverkäufer Ömer
Schauplatz, Hintergrund: eine Stadt in der Türkei
Thema, Problem: Schilderung des harten Alltags eines armen Menschen
Inhalt: Beschrieben wird die harte Arbeit eines jungen Kolporteurs.

Burhan Arpad, geb. 1910 in Mudanya/Türkei, Erzähler und Übersetzer (aus dem Deutschen).

Erzählung
ab 14 J.
4 Seiten
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Asena, Orhan
Ali
Ankara: Ministerium für Kultur, 1993. 48 Seiten. ATS 30.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Ali
Schauplatz, Hintergrund: eine "Farm" in der Türkei
Thema, Problem: Untreue des Vaters, Kränkung der Mutter, tiefe Zerrissenheit des Kindes
Inhalt: Alis Vater hat seine Mutter betrogen, jetzt droht die Familie auseinanderzubrechen. Ali ist vollkommen verwirrt und in seinen Gefühlen zwischen Mutter und Vater hin- und hergerissen. Der Großvater versucht zu vermitteln, aber erst als Ali in seinen Träumen den zunächst in einen Frosch, dann in eine Eule verzauberten Vater durch seine Liebe erlöst, gelingt die Versöhnung. Diese Geschichte ist in mehrerer Hinsicht besonders wertvoll:
* Den Erwachsenen wird die Welt des Kindes, damit auch seine Gefühlswelt und die buchstäbliche Ohnmacht, in die es durch die Trennung der Eltern gedrängt wird, bildhaft vor Augen geführt.
* Das Kind lernt, wie schnell es selbst in den Kreislauf von Beschuldigung und Vorurteil gerät und welch große Kraft es braucht, einzig durch Vertrauen lieben zu können.
* In märchenhaften Bildern werden die Schwierigkeiten und damit auch der besondere Wert des Verzeihen-Könnens aufgezeigt. Sehr empfehlenswert!

Autoreninformation nicht vorhanden.

Theaterstück
ab 10 J.
48 Seiten
Bibliothek: Verein für österreichisch-türkische Freundschaft, Innsbruck" (vergriffen)

SERBIEN
AutorIn wird nicht benannt
Das dunkle Reich
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 236. ATS 268.
Sprache des Originals: Serbisch.

Thema, Problem: Habgier
Inhalt: Im dunklen Reich, wo man nichts sehen kann, liegen am Boden kleine Steine. Ob man diese Steine mitnimmt oder nicht, man wird es jedenfalls bereuen. Denn es sind Edelsteine. Da bereuen die einen, dass sie keine mitgenommen haben, die anderen aber, daß sie nicht mehr von ihnen mitgenommen haben.

Märchen
ab 10 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I" (vergriffen)

ALBANIEN
Basha, Eqrem
Die schwarze Brut
in: Gauß, Karl-Markus: Das Buch der Ränder.
Klagenfurt, Salzburg: Wieser Verlag, 1992. Seite 284 - 292. ATS 298.
Sprache des Originals: Albanisch.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler, und ein mittelaltriger Alleinstehender
Schauplatz, Hintergrund: eine Stadt in Albanien
Thema, Problem: wie Fremdenfeindlichkeit und Gewalt entstehen
Inhalt: Ein mittelaltriger Alleinstehender kämpft verbissen gegen Krähen, die sich rapid vermehren. Nicht einmal ein ungeheures Unwetter kann ihn davon abhalten. Das wird ihm zum Verhängnis. In dieser kurzen Erzählung beschreibt Basha, wie Fremdenhaß und Gewalt entstehen. Die Fremden - symbolisiert durch Krähen, die sich scheinbar unaufhaltsam vermehren - "sind das Übel dieser Welt, und sie müssen ausgerottet werden, bevor sie von ihr Besitz ergreifen und sie mit ihren Übeln überziehen."

Eqrem Basha wurde 1948 in Prishtinë/Kosova geboren. Er arbeitet als Schriftsteller und Journalist.

Erzählung
ab 14 J.
9 Seiten
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Behrens, Gloria (Regie)
Bahr und die Gazelle
in: Produktion: Gloria Behrens FilmBeltz Verlag

Hauptfiguren: das Mädchen Bahar
Schauplatz, Hintergrund: Türkei
Thema, Problem: Es geht um Bahars kulturelle Identität.
Inhalt: Die etwa 8jährige Bahar Marianne ist in Deutschland geboren. Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater Türke. Anläßlich der Hochzeit einer Tante reist Bahar mit ihrem Vater in die Türkei. Obwohl sie von den Verwandten sehr herzlich empfangen wird, fühlt sich Bahar fremd, verhält sich abweisend und spricht nur ungern türkisch. Als sie im Bazar ihren Vater sucht, verläuft sie sich. In einem Teppichgeschäft beginnt plötzlich eine Gazelle aus einem Wandteppich heraus zu sprechen: das Tier möchte Bahar den Weg nach Hause weisen. Bahar nimmt den Teppich und läuft los. Die Gazelle verwandelt sich in ein türkisches Mädchen, ihr zweites Ich. Die beiden verstehen sich sehr, und Bahar spielt und spricht auch mit anderen türkischen Kindern, bis sie schließlich am Haus der Tante angelangt ist. Hier verabschiedet sich die Doppelgängerin und verschwindet geheimnisvoll. Für Bahar ist der Bann gebrochen: jetzt fühlt sie sich auch hier daheim und tanzt bei der Hochzeit mit den anderen fröhlich mit. Es geht um Bahars kulturelle Identität. Das Problem des Mädchens, sich in zwei Kulturen wohl fühlen zu können, wird auf phantasievoll-poetische Weise behandelt, sodaß sich sowohl deutsche als auch türkische/ausländische Kinder mit der Hauptfigur identifizieren können. Der Einsatz der türkischen Sprache ist so bewußt gewählt, daß Kinder der Handlung mühelos folgen können. Die Perspektive bleibt immer bei der meist deutsch sprechenden Bahar.

Video
ab 6 J.
Bibliothek: LJB"
TSCHECHIEN
Brezan, Jurij
Die Abenteuer des Kater Mikosch
Würzburg: Ravensburger, 1995. 77 Seiten. ATS 61.

Hauptfiguren: der Kater Mikosch, der Löwe Hassan u.a.
Schauplatz, Hintergrund: Bahnhof, Zirkusmanege u.a.
Thema, Problem: Freunde halten zusammen.
Inhalt: Der Kater Mikosch fährt ohne Absicht mit dem Zug weg und verliert damit seinen Freund Thomas. Er trifft eine Zirkustruppe und befreundet sich mit den Zirkustieren, aber er hat Heimweh und Thomas fehlt ihm. Die Tiere, die Mitleid mit Mikosch haben, bitten den Zirkusdirektor um Hilfe. Dieser findet im Meister Nadelöhr einen guten Helfer: Nadelöhr singt im Fernsehen über die Geschichte und das Leiden von Mikosch, und der Bub Thomas versteht die Botschaft.

Jurij Brezan wurde 1916 geboren. Sein Werk umfaßt Romane, Erzählungen, Kinder- und Jugendbücher.

Erzählung
ab 8 J.
77 Seiten
Bibliothek: IM-I"
SLOWENIEN
Cankar, Ivan
Mitschüler Tone
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 94. ATS 268.
Sprache des Originals: Slowenisch.

Hauptfiguren: zwei Schulbuben
Schauplatz, Hintergrund: Schulalltag
Thema, Problem: Mißverständnisse aus der Kindheit soll man vergessen.
Inhalt: Zwei Schulfreunde sehen sich nach 25 Jahren wieder. Als Kind hat Tone seinem Freund, dem Erzähler, Unrecht getan. Seitdem plagt ihn der Gedanke daran. Eine nette Geschichte voller Menschlichkeit.

Ivan Cankar geb. 1876 in Vrhnika, gest. 1918 in Laibach, (beide in Slowenien). Studium der Technik in Wien, freier Schriftsteller, einer der bedeutendsten slowenischen Dichter: Romane, Novellen, Erzählungen, Lyrik und Drama.

Erzählung
ab 14 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
SERBIEN
Crnjanski, Milos
Das Leben
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 134. ATS 268.
Sprache des Originals: Serbisch.

Thema, Problem: Liebe zur Natur, Sehnsucht nach Wärme
Inhalt: Der Dichter ist schon zufrieden, wenn er die Erde riecht und die Wolken sieht, und wenn ihn ein fremdes frierendes Kind im Winter umarmt.

Milos Crnjanski, geb. 1893 in Czongrad, Ungarn, gest. 1977 in Belgrad, serbischer Schriftsteller: Lyrik und Romane.

Gedicht
ab 14 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Daglarca, Fazil Hüsnü
Reise
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 118. ATS 268.
Sprache des Originals: Türkisch.

Thema, Problem: eine Definition von "Verstehen"
Inhalt: Ein kleines Gedicht mit vielen Aussagen - eine tiefsinnige Definition von "Verstehen". "Verstehen / Ist eine Reise / Ins Land / Eines anderen".

Fazil Hüsnü Daglarca, geb. 1914 in Istanbul, Armeeoffizier, Buchhändler, der bedeutendste zeitgenössische Lyriker der Türkei.

Gedicht
ab 14 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
UNGARN
Dalos, György
Die Beschneidung
Frankfurt am Main: Insel, 1990. 197 Seiten. ATS 109.

Hauptfiguren: der Bub Robi
Schauplatz, Hintergrund: Budapest während der Jahre 1955/56
Thema, Problem: Probleme eines jüdischen Kindes, das unter Christen aufwächst
Inhalt: Der zwölfjährige Jude Robi Singer, der im Knabenwaisenhaus aufwächst und seine Mutter sowie Großmutter an Wochenenden sieht, ist trotz dramatischer Ereignisse der Jahre 1955/56 in Budapest mit sich selbst beschäftigt. Kann ein guter Kommunist ein Jude sein? Und wenn die Ungarn Christen sind, wie soll ein Ungar Jude sein? Die Geschichte ist verschmitzt-ironisch erzählt.

György Dalos, geboren 1943 in Ungarn, veröffentlichte 1964 sein erstes Buch; von 1962 - 1967 studierte er an der Moskauer Universität, nach Schwierigkeiten mit den Behörden seines Landes wurden ihm 1968 in einem politischen Prozeß eine Haftstrafe und Arbeitsverbote auferlegt. Heute lebt er in Budapest und Wien als Schriftsteller und Publizist.

Roman
ab 14 J.
197 Seiten

SERBIEN
Dedovic, Dragoslav
Von edlen Mördern und gedungenen Humanisten
Klagenfurt: Drava, 1997. 143 Seiten. ATS 197.
Sprache des Originals: Serbokroatisch.

Thema, Problem: Krieg, Einsamkeit und Heimatlosigkeit.
Inhalt: Die 44 Gedichte handeln von Nostalgie, Freundschaft, der Liebe zur Heimat und vom Alltag. Der Dichter kommt jedoch immer wieder zu seinen Leitthemen zurück: Krieg, Einsamkeit und Heimatlosigkeit. Folgende sind Kostproben: "hier klirren worte / wie blutige glassplitter auf der untertasse / als ob im mund merwins glas / zerbrochen wäre..." "nüchtern erwacht hast du im zimmer einer / unbekannten eine / zerstörte stadt geträumt über die straße / zerstreut fotografien / lächelnde ikonen von deren antlitz rüßige tränen rinnen / ein jahr im exil...."

Dragoslav Dedovic, geboren 1963 in Zemun, Journalistikstudium in Sarajevo, freie Mitarbeit für Radio Sarajevo, ab 1990 Verlagslektor in Tuzla. 1992 Emigration nach Deutschland, Aushilfsjobs in Nürnberg und Regensburg, zur Zeit in Aachen als Stipendiat der Heinrich-Böll- Stiftung.

44 Gedichte und ein Essay
ab 16 J.
143 Seiten
Bibliothek: IM-I"
SLOWAKEI
Dobsinsky, Pavol
Die Krötengevatterin
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.).: : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 235-236. ATS 268.
Sprache des Originals: Slowakisch.

Hauptfiguren: die jüngste Schwester
Thema, Problem: Gutmütigkeit wird belohnt
Inhalt: Die jüngste von drei Schwestern rettet einer Kröte das Leben. Als Belohnung wird sie Gast in einem Schloß und Patin eines Krötenkindes. Statt Gold und Silber nimmt sie als Geschenk nur eine Handvoll Kehricht an, und jedes Stäubchen verwandelt sich zu einem Goldkörnchen.

Pavol Dobsinsky, geb. 1828 in Slavosovce, gest. 1885 in Driencany, Pfarrer in Ost- und Mittelslowakien, sammelte und veröffentlichte slowakische Volksmärchen und Lieder.

Märchen
ab 10 J.
2 Seiten
(vergriffen)

TÜRKEI
Ecevit, Bülent
Gastarbeiter
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 138. ATS 268.
Sprache des Originals: Türkisch.

Thema, Problem: Probleme von Menschen, die fern ihrer Heimat leben
Inhalt: Gedicht über Heimweh und Einsamkeit der Gastarbeiter.

Bülent Ecevit, geb. 1925 in Istanbul, türkischer Politiker, 1978/79 Ministerpräsident der Türkei, Journalist, Lyriker und Übersetzer.

Gedicht
ab 14 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Edgü, Ferit
Ein Winter in Hakkari
Zürich: Unionsverlag, 1992. 230 Seiten. ATS 232.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler, ein Türke , und Halit, ein Kurde
Schauplatz, Hintergrund: Ein Bergdorf im äußersten Südosten der Türkei
Thema, Problem: Selbstfindungsprozeß
Inhalt: Den Ich-Erzähler verschlägt es eines Tages in ein Dorf der fernen Provinz Hakkari, im äußersten Südosten der Türkei gelegen. Er bezeichnet sich selbst als gestrandeten Kapitän, der einen ganzen Winter lang in dieser Bergregion als Lehrer dient, konfrontiert mit Menschen anderer Prägung und einer Sprache, die er nicht versteht. Die harten äußeren Lebensbedingungen, das monatelange Eingeschneitsein, die rätselhafte Krankheit, an der nacheinander Säuglinge sterben, und die Beobachtungen an einigen merkwürdigen Dorfbewohnern werden ebenso lapidar geschildert wie die Veränderungen, die der Ich-Erzähler in der Einsamkeit an sich selbst wahrnimmt. Alle Werte der bisher erlebten Zivilisation verlieren hier ihre Gültigkeit. Am Ende steht es dem Ich-Erzähler frei, die Enge des Gebirgsdorfes wieder zu verlassen. Um den Wandel des Protagonisten für den Leser nachvollziehbar zu machen, bedient sich der Autor einer extrem knappen Sprache. Stilistisch wechselt er zwischen Dialogszenen, Erzählpassagen, Tagebuchnotizen und Gedichten; der Leser wird oftmals direkt angesprochen. "So darf Edgüs Buch als Sprachkunstwerk ersten Ranges gelten, das zugleich Selbsterfahrungsbericht und Sozialroman ist.“ (Kindler Autoren-Lexikon) Aufgrund der Verschiedenartigkeit der Darstellungsformen innerhalb dieses ungewöhnlichen Romans ist zu Beginn eine Anpassungsphase an den komplexen Stil nötig. Danach allerdings gelingt ein völliges Eintauchen in den eigenwilligen Schreibstil des Autors, und die Neugier an den mit einfachen Worten geschilderten Ereignissen im Bergdorf reißt nicht mehr ab. Berührend gelingen die Beschreibungen menschlicher Begegnungen des Ich-Erzählers mit den sterbenden Kleinkindern, mit seinen Schulkindern, mit einigen der Dorfbewohner, vor allem mit Halit, der ihm in besonderer Weise zugetan ist. Aber so wenig Gewißheit darüber herrscht, ob Halit tatsächlich zwei Perser erschossen hat, so wenig verifizierbar ist die Aussage des Ich-Erzählers, er sei ein mit seinem Schiff gestrandeter Kapitän. Der Rätselcharakter des Romans und somit auch die Spannung bleiben bis zum Schluß bestehen.

Ferit Edgü, 1936 in Istanbul geboren, studierte Malerei und lebte 1958 bis 1964 in Paris. Er kehrte in die Türkei zurück, um seinen Militärdienst zu absolvieren, und wurde als Lehrer in das Dorf Pikanis, Provinz Hakkari, geschickt, wo er ein Jahr blieb. In Istanbul leitete er anschließend eine Werbefirma, eine Galerie und einen Verlag. Er veröffentlichte mehrere Romane und Kurzgeschichten-Sammlungen und gilt als ein Exponent der städtischen, experimentellen Literaturströmung der Türkei. Erden Kirals Verfilmung von "Ein Winter in Hakkari“ wurde mit dem Silbernen Bären von Berlin ausgezeichnet.

Roman
ab 17 J.
230 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ASERBEIDSCHAN
Elçin
Das weiße Kamel
Zürich: Unionsverlag, 1992. 238 Seiten. ATS 238.

Hauptfiguren: Der elfjährige Alekber und Balakerim, der Flötenspieler
Schauplatz, Hintergrund: Baku, Altstadtviertel.
Thema, Problem: Der Alltag der kleinen Leute zwischen der täglichen Unbill und der politischen Überwachung
Inhalt: Der erwachsene Alekber kommt in das Viertel zurück, in dem er seine Kindheit erlebt hat. Er sucht seine Freunde und findet nur Erinnerungen, vor allem Erinnerungen an Balakerim und dessen Geschichten vom weißen Kamel.

Elçin wurde 1943 als Sohn des Schriftstellers Ilyas Efendiyev in Baku geboren. 1966 erster Erzählband "Eine von tausend Nächten". Nach Veröffentlichung weiterer Novellen, Erzählungen, literaturkritischer Arbeiten zwei Jahre Schreibverbot während der Ära Breschnev. Übersetzt klassische und moderne Weltliteratur ins Aserbeidschanische. Elçin lebt in Baku.

Roman
ab 14 J.
238 Seiten

TÜRKEI
Eray, Nazli
Monte Christo
in: Hanne Egghardt, Ümit Güney: Frauen in der Türkei.
München: dtv, 1988. Seite 33 - 41. ATS 52.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Nebile, eine Hausfrau; ihr Ehemann; Selahattin Bey, ihr Nachbar
Schauplatz, Hintergrund: eine türkische Wohnung
Thema, Problem: Versuch einer Frau, mit Konventionen zu brechen.
Inhalt: Nebile will aus ihrem eintönig geführten Alltagsleben ausbrechen. Jeden Tag, wenn Mann und Kinder aus dem Haus sind, kratzt sie in der Besenkammer an der Wand, um eine Öffnung zur Nachbarswohnung zu schaffen, aus der sie Geräusche eines glücklichen Lebens hört. Eines Tages gelingt es ihr tatsächlich. Nachdem sie in ihrer eigenen Wohnung wie immer alles in Ordnung gebracht hat, zieht sie ein besonders hübsches Kleid an, kriecht durch die Öffnung und befindet sich in der Dunkelkammer ihres Nachbarn Selahattin Bey, der hier gewöhnlich seine Fotos entwickelt. Als er Nebile entdeckt, reagiert er zwar überrascht, ungelegen ist ihm der Besuch jedoch nicht. Auch er ist mit seiner Ehe nicht zufrieden, und so versorgt er die heimliche Mitbewohnerin zunächst mit dem Nötigsten, später auch mit Kleidern, Blumen und der Pille. Nebile genießt die aufregende Liebesbeziehung und wartet sehnsüchtig auf den Tag, an dem sie aus der Dunkelkammer in seine Wohnung würde hineingehen können. Die Geschichte Nebiles ist absurd, doch zeigt sie die große Sehnsucht nach Veränderung auf. Durch ihre Verpflichtung zum Gehorsam bleibt der Ehefrau kein Spielraum, die Eintönigkeit des Alltags abzustreifen. Den einzigen Ausweg bietet ihre Phantasie. Erstaunlich ist die Konsequenz, mit der die Autorin die Hausfrau ausbrechen läßt: eine Rückkehr zur eigenen Familie steht nicht zur Debatte.

Nazli Eray wurde 1945 in Ankara geboren. Sie absolvierte in Istanbul die American High School, arbeitete bis 1968 in einem Ministerium und veröffentlicht seit 1976 Erzählungen und Romane.

Erzählung
ab 14 J.
9 Seiten

BULGARIEN
Gantschev, Ivan
Ota der Bär
Zürich: bohem press, 1985. 24 Seiten. ATS 178.

Hauptfiguren: der Bär Ota und der junge Förster
Schauplatz, Hintergrund: ein Wald
Thema, Problem: Das Miteinanderteilen macht Freude.
Inhalt: Der Bär Ota darf ab und zu vom Garten des Forsthauses, wo ein alter Förster lebt, Obst holen. Als sich der Förster zur Ruhe setzt, folgt ihm ein junger Förster mit seiner Familie nach. Er legt um das Haus und den Garten einen hohen Zaun an, was Ota sehr traurig macht. Eines Tages geht der Förster in den Wald, um Holz zu hacken. Ein Baum fällt auf ihn nieder. Ota, der gerade seinen Winterschlaf hält, hört seine Hilferufe. Der Bär rettet ihn und trägt ihn nach Hause. Noch bevor er wieder gesund ist, brennt der Förster den Zaun nieder.

Erzählung
ab 6 J.
24 Seiten
Bibliothek: IM-I"
SLOWAKEI
Habaj, Ivan
Die Hirten
in: Gauß, Karl-Markus: Das Buch der Ränder.
Klagenfurt, Salzburg: Wieser Verlag, 1992. Seite 160 - 166. ATS 298.
Sprache des Originals: Slowakisch.

Hauptfiguren: ein alter und ein junger Hirte
Schauplatz, Hintergrund: auf dem Land in der Slowakei
Thema, Problem: Menschen haben verschiedene Sehnsüchte.
Inhalt: In dieser kurzen Geschichte erzählt Habaj vom Tagesablauf zweier slowakischer Hirten. Behutsam deutet er das Unverständnis zwischen den Generationen an. Auf der einen Seite der alte Hirte, der sich einen Nachfolger wünscht, auf der anderen Seite der Bub, der sich nichts sehnlicher wünscht, als Seemann zu werden, denn: "Wenn ich zur See fahre, kriege ich eine Uniform..."

Ivan Habaj, geboren 1943 in Urmince, nach dem Studium Arbeit als Jurist und Autor.

Erzählung
ab 14 J.
7 Seiten
Bibliothek: IM-I"
POLEN
Hautzig, Esther
Die endlose Steppe
Weinheim und Basel: Beltz & Gelberg, 1991. 243 Seiten. ATS 93.
Sprache des Originals: Englisch.

Hauptfiguren: Esther
Schauplatz, Hintergrund: Wilna/Polen und Sibirien
Thema, Problem: Ein Kind lernt das harte Leben kennen, verliert dabei aber nicht den Mut.
Inhalt: Esther Rudomin ist 10 Jahre alt und lebt wohlbehütet im polnischen Wilna. Eines Tages werden sie und ihre Familie als "jüdische Kapitalisten" von russischen Soldaten zur Umsiedlung abgeholt. Mit vielen anderen kommen sie nach Sibirien. Fünf Jahre voller Entbehrungen und Not stehen ihnen bevor. Esther erlebt Hunger, Krankheit und Tod, Erniedrigung und Einsamkeit. Aber sie findet auch Freunde und lernt sich durchzusetzen. Sie beginnt, die Steppe zu lieben, und sie liebt auch ihr Leben inmitten dieser Einsamkeit - denn es ist ihr Leben.

Esther Hautzig wurde 1931 im polnischen Wilna geboren und lebte von 1941 bis 1946 in der Verbannung in Sibirien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderte sie mit ihren Eltern nach New York/USA aus, wo sie heute mit ihren 2 Kindern noch lebt. Dort studierte sie und arbeitete in einem Verlag für Kinder- und Jugendbücher. Sie hat mehrere Bücher verfasst.

Autobiographie
ab 10 J.
243 Seiten
Bibliothek: Landesbücherei IBK"
TSCHECHIEN
Havel, Václav
Largo Desolato. Schauspiel in 7 Bildern. Mit einem Vorwort von Siegfried Lenz
Reinbek: Rowohlt Taschenbuch, 1989. 98 Seiten. ATS 73.
Sprache des Originals: Tschechisch.

Hauptfiguren: der Philosoph Kopriva
Schauplatz, Hintergrund: Tschechien zur Zeit des Nationalwiderstandes
Thema, Problem: Ein hoch geschätzter Mensch fühlt sich überfordert.
Inhalt: "Largo Desolato" ist das erste Theaterstück, das Havel nach seiner Haftentlassung 1983 geschrieben hat. Held des Stücks ist der Philosoph Leopold Kopriva. Kopriva - eine Symbolfigur des Widerstands - ist nicht mehr imstande, die Erwartungen, die in ihn gesetzt werden, zu erfüllen.

Václav Havel, 1936 in Prag geboren, arbeitete zunächst als Beleuchter, Sekretär, Regieassistent, Dramaturg und Hausautor am Prager "Theater am Geländer". Schon mit seinen beiden ersten Theaterstücken ("Das Gartenfest" 1963, und "Benachrichtigung" 1965) gelang ihm der internationale Durchbruch. Weitere Stücke folgten. 1968 wurde Havel in der CSSR mit einem Publikations- und Aufführungsverbot belegt. Als Mitbegründer und Sprecher der "Charta 77" wurde er mehrmals angeklagt und verhaftet. 1978 wurde er zu 14 Monaten ohne Bewährung verurteilt, wegen einer schweren Erkrankung jedoch einige Monate vor Ablauf der Strafe entlassen. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise im In- und Ausland, die Universitäten Toulouse und York verliehen ihm die Ehrendoktorwürde, und er ist Ehrenmitglied einiger PEN-Clubs. Nach der samtenen Revolution wurde er zum Staatspräsidenten der CSSR (später CSFR) gewählt. Seit der Trennung der beiden Staaten ist er Staatspräsident der Tschechischen Republik.

Theaterstück
ab 16 J.
98 Seiten

TSCHECHIEN
Holub, Josef
Bonifaz und der Räuber Knapp
Weinheim und Basel: Beltz & Gelberg, 1996. 242 Seiten. ATS 190.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Bonifaz
Schauplatz, Hintergrund: Böhmen im 19. Jh.
Thema, Problem: Kindheit und Abenteuer eines humorvollen Jungen
Inhalt: Die Geschichte des Waisenknaben Bonifaz beginnt mit einem Gerichtsbeschluss aus dem Jahre 1867, der besagt, dass künftig der Oheim Emil Schroll das Sorgerecht für Bonifaz übernehmen soll. Und damit hat Bonifaz Glück. Erzählt wird, wie der Knabe mit dem Räuber Knapp Freundschaft schließt, wie es ihn in das gottverlassene Dorf Graab verschlägt und warum das Leben auf dem Schulzenhof gar nicht so schlecht ist. Der Autor besitzt einen wachen Blick für Ungerechtigkeit, weiß aber die Geschichte mit Humor und Poesie kindgerecht zu machen.

Josef HOLUB, geboren 1926 in Neuern (Böhmerwald), machte eine Ausbildung als Lehrer und Verwaltungswirt. Als ausgeübte Berufe nennt er Schmuggler, Kunstgewerbler, Briefträger und Oberamtsrat bei der Post. Er hat 3 Kinder und lebt heute in Deutschland. Sein Roman "Der rote Nepomuk" wurde mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg ausgezeichnet.

Roman
ab 10 J.
242 Seiten
Bibliothek: Landesbücherei IBK"
TSCHECHIEN
Holub, Josef
Der rote Nepomuk
Weinheim und Basel: Beltz & Gelberg, 1993. 195 Seiten. ATS 146.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Pepitschek und Jirschi
Schauplatz, Hintergrund: Böhmen zur Nazizeit
Thema, Problem: Unterdrückung und Verfolgung zur Nazizeit
Inhalt: Der zwölfjährige Tscheche Pepitschek und der zwölfjährige Deutsche Jirsche sind die besten Freunde. Einen Sommer lang erleben sie in Böhmen das Paradies - bis Hitlers Truppen die Grenze ziehen zwischen den Deutschen und den "Böhmacken". Der Roman ist ein Protokoll eines zerbrechenden Vorkriegsidylls in einem Vielvölkerstaat kurz vor seinem Ende. Die Verschränkung von Abenteuererzählung und intensiver Milieuschilderung macht das Buch zu einem "Stück erzählter Geschichte" (aus: "Die Zeit").

Josef Holub, geboren 1926 in Neuern (Böhmerwald), machte eine Ausbildung als Lehrer und Verwaltungswirt. Als ausgeübte Berufe nennt er Schmuggler, Kunstgewerbler, Briefträger und Oberamtsrat bei der Post. Er hat 3 Kinder und lebt heute in Deutschland. Sein Roman "Der rote Nepomuk" wurde mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis der Stadt Oldenburg ausgezeichnet.

Roman
ab 12 J.
195 Seiten
Bibliothek: Landesbücherei IBK"
TÜRKEI
Ipsiroglu, Zehra
Das Nashornspiel
Zürich/Frauenfeld: Nagel & Kimche, 1997. 141 Seiten. ATS 166.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: die 10-jährige Zeynep, ihr 11-jähriger Bruder Emre, die Großmutter Selma
Schauplatz, Hintergrund: eine Großstadt in der Türkei, vermutlich Istanbul
Thema, Problem: Versuch eines kleinen Mädchens, aus dem Traditionsgefüge auszubrechen, und allmähliches Erkennen von Lebenszusammenhängen
Inhalt: Zeynep, die Ich-Erzählerin, verbringt mit ihrem Bruder einige Tage bei Selma. Entgegen der Tradition in ihrer Heimat möchte Selma mit ihrem Vornamen angesprochen werden und nicht mit "Großmutter". Und entgegen der Tradition spricht Zeynep ihren Bruder mit seinem Vornamen Emre an und nicht mit "Abi", einer Art Titel für ältere Brüder, was Emre besonders schmerzt. Er überredet seine Schwester, wenigstens einen Tag lang mit ihm das "Abi-Spiel" zu spielen, das in der türkischen Familie Alltagsrealität ist: die jüngere Schwester muß ihrem älteren Bruder aufs Wort gehorchen und alle seine Wünsche erfüllen. Ein harter Tag für Zeynep, den sie nie mehr wiederholen will. Aber auch in der Schule fällt ihr das Einordnen schwer. Und erst das Lernen! Ihr Kopf ist ein Sieb, sagt Zeynep von sich selbst. Mit ihrer kindlich-ungestümen Freiheitsliebe, Abenteuerlust und Verspieltheit kommt sie ständig in Konflikt mit dem streng autoritären Stil der türkischen Schule. Zum Glück gibt es Selma. Sie ist Schriftstellerin und schreibt mit Zeynep zusammen ein Buch. Während der vielen Gespräche zwischen den beiden gelingt es Selma, ihrer Enkelin die Augen zu öffnen und sie erkennen zu lassen, daß alles im Leben zwei Seiten hat: eine schlechte, die Zeynep immer als erstes bemerkt, aber auch eine gute, die nur allzuoft verdeckt ist und von ihr gern übersehen wird. Dieses Buch ist mit viel Humor, Esprit und Lebensweisheit geschrieben. Wer es zu lesen beginnt, wird es bis zum Schluß nicht mehr aus der Hand legen. Ein Muß für jede Schulbibliothek!

Zehra Ipsiroglu wurde in Istanbul geboren und besuchte dort die Universität. Später studierte sie in Berlin deutsche Literatur und Theaterwissenschaft. Heute ist sie Professorin an der Universität in Istanbul und Theaterkritikerin.

Erzählung
ab 9 J.
141 Seiten
Bibliothek: ÖTF"
ABCHASIEN
Iskander, Fasil
Sandro von Tschegem
Frankfurt am Main: Fischer, 1989. 360 Seiten.

Hauptfiguren: Sandro
Schauplatz, Hintergrund: Tschegem, ein kleines unbesiegbares Dorf, hoch oben in den Bergen von Abchasien, einer kleinen Region in Georgien
Thema, Problem: die Bestrebungen, von der allumfassenden Macht der KPdSU so unabhängig und unbehelligt wie möglich zu bleiben
Inhalt: Der dritte Band mit Geschichten von Sandro...

Roman
ab 14 J.
360 Seiten

ABCHASIEN
Iskander, Fasil
Der Hüter der Berge, oder Das Volk kennt seine Helden. Neues aus dem Leben des Sandro von Tschegem
Frankfurt am Main: Fischer, 1989. 360 Seiten. ATS 231.

Hauptfiguren: Sandro
Schauplatz, Hintergrund: Tschegem, ein kleines unbesiegbares Dorf, hoch oben in den Bergen von Abchasien, einer kleinen Region in Georgien
Thema, Problem: die Bestrebungen, von der allumfassenden Macht der KPdSU so unabhängig und unbehelligt wie möglich zu bleiben
Inhalt: Sandro, Freiheitskämpfer, Volkstänzer und Großmaul führt auch im zweiten Band den Parteiapparat an der Nase herum.... Diesmal wurde die Kolchoskasse gestohlen, Freud ist auf Besuch und ein abchasischer Denker erfindet die Marxsche Mehrwert-Theorie neu...

Fasil Iskander, 1929 in Suchumi als Sohn eines Iraners und einer Abchasierin geboren, ging in Suchumi zur Schule, studierte in Moskau, arbeitete als Journalist in verschiedenen Gegenden der Sowjetunion. 1966 literarischer Durchbruch. Die "Sandro-Bücher" brachten ihm internationale Anerkennung, waren aber großteils in der Sowjetunion lange Zeit verboten. Fasil Iskander lebt heute in Moskau und Suchumi.

Roman
ab 14 J.
360 Seiten

ABCHASIEN
Iskander, Fasil
Belsazars Feste. Aus dem Leben des Sandro von Tschegem
Frankfurt am Main: Fischer, 1989. 368 Seiten. ATS 263.

Hauptfiguren: Sandro
Schauplatz, Hintergrund: Tschegem, ein kleines unbesiegbares Dorf, hoch oben in den Bergen von Abchasien, einer kleinen Region in Georgien
Thema, Problem: die Bestrebungen, von der allumfassenden Macht der KPdSU so unabhängig und unbehelligt wie möglich zu bleiben
Inhalt: Sandro, Freiheitskämpfer, Volkstänzer und Großmaul führt immer wieder erfolgreich den Parteiapparat an der Nase herum. Und immer wieder ist irgendwo der große Stalin in der Nähe. Einmal muß Sandro sogar auf Stalins Bankett tanzen.

Fasil Iskander, 1929 in Suchumi als Sohn eines Iraners und einer Abchasierin geboren, ging in Suchumi zur Schule, studierte in Moskau, arbeitete als Journalist in verschiedenen Gegenden der Sowjetunion. 1966 literarischer Durchbruch. Die "Sandro-Bücher" brachten ihm internationale Anerkennung, waren aber großteils in der Sowjetunion lange Zeit verboten. Fasil Iskander lebt heute in Moskau und Suchumi.

Roman
ab 14 J.
368 Seiten

ABCHASIEN
Iskander, Fasil
Tschegemer Carmen
Frankfurt am Main: Fischer, 1989. 360 Seiten.

Hauptfiguren: Sandro und seine Familie
Schauplatz, Hintergrund: Tschegem, das kleines unbesiegbare Dorf hoch oben in den Bergen von Abchasien
Thema, Problem: die Bestrebungen, im Strudel der zerfallenden Sowjetunion und der unvermeidlichen Kaukasuskämpfe eine nationale Einheit zu bleiben
Inhalt: Der vierte Band ist melancholischer, da das Ende Abchasiens befürchtet wird. Was Stalin nicht zuwege brachte, den Stolz und die Unabhängigkeit der Abchasen zu brechen, scheint nun durch die Verlockung des Geldes in den Städten unausweichlich geworden zu sein.

Fasil Iskander, 1929 als Sohn eines Iraners und einer Abchasierin in Suchumi geboren, ging in Suchumi zur Schule, studierte in Moskau, arbeitete als Journalist in verschiedenen Gegenden der Sowjetunion. 1966 literarischer Durchbruch. Die "Sandro-Bücher" brachten ihm internationale Anerkennung, waren aber großteils in der Sowjetunion lange Zeit verboten. Fasil Iskander lebt heute in Moskau und Suchumi.

Roman
ab 14 J.
360 Seiten

SLOWAKEI
Jarunková, Klára
Vom Vögelchen, das einen Trick kannte
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.).: : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 182-183. ATS 268.
Sprache des Originals: Slowakisch.

Hauptfiguren: der Kanari Muko
Thema, Problem: eine tiefgehende Beziehung zwischen Mensch und Tier
Inhalt: Der Kanari Muko hängt sehr an seiner Besitzerin. Als sie für einige Zeit verreist ist, weigert er sich, zu fressen und zu singen. Dann wird er krank. Sobald er die alte Dame wiedersieht, ist er gesund und munter.

Klára Jarunková, geb. 1922 in Cervena Skala, lebt in Bratislava (Preßburg), Redakteurin, Schriftstellerin: Romane, Novellen und Kinderbücher.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
2 Seiten
(vergriffen)

ALBANIEN
Kadaré, Ismail
Blutwinter
in: Gauß, Karl-Markus: Das Buch der Ränder.
Klagenfurt, Salzburg: Wieser Verlag, 1992. Seite 312 - 316. ATS 298.
Sprache des Originals: Albanisch.

Hauptfiguren: eine hundertzweiunddreißigjährige Frau, die mehrere Kriege und Kämpfe erlebt hat
Schauplatz, Hintergrund: Albanien im Zweiten Weltkrieg
Thema, Problem: Albanier leisten Mussolinis Truppen Widerstand.
Inhalt: Als Albanien von Mussolinis Truppen besetzt ist, vereinigen sich die Stadtbewohner, um Widerstand zu leisten. Auch eine alte Frau, "Großmutter" genannt, macht tapfer mit. Die Erzählung "Blutwinter" ist ein Textausschnitt aus dem Roman "Chronik in Stein" (Salzburg, 1988).

Ismail Kadaré, geboren 1936 in Gjirokastra, studierte in Tirana und Moskau; nachher arbeitete er als Journalist. Seit den sechziger Jahren veröffentlichte er mehrere Romane. Durch seine Arbeit fand die moderne albanische Literatur erstmals internationale Beachtung.

Erzählung
ab 14 J.
5 Seiten
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Kavasoglu, Nazmi
Familienehre
in: Nazmi Kavasoglu: Mein Großvater heißt Mustafa.
Berlin: ikoo, 1985. Seite 25 - 31. ATS 76.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Zehra, und Ahmet Bey, ihr Vater
Schauplatz, Hintergrund: Istanbul und Berlin
Thema, Problem: Wandel des Ehrbegriffs als Folge der Konsumgesellschaft
Inhalt: Die kleine Zehra, die in einem Vorort von Istanbul wohnt, wird von ihrem Vater streng erzogen. Sie soll zu einem tugendhaften Mädchen heranwachsen. Als der Vater pensioniert ist, gewinnt das Fernsehgerät zunehmend an Bedeutung. Die Werbung avanciert zum Lieblingsprogramm der Familie. Wünsche werden geweckt, Streit entsteht - aber nicht nur in Zehras Familie. Die Leute beginnen, den Charakter eines Menschen an seinem Besitz zu messen. Im Laufe der Jahre nimmt das Konsumverhalten in der Umgebung von Zehras Familie zu. Auch die Eltern des Mädchens werden vom Sog der Besitzgier erfaßt, um vor Nachbarn und Freunden nicht minder zu erscheinen. Doch die finanziellen Mittel sind begrenzt. Schließlich gibt Ahmet Bey dem Wunsch seiner herangewachsenen Tochter nach, in Deutschland ihr Glück zu versuchen. Zehra findet eine Stelle in Berlin und schickt ihrer Familie jeden Monat Geld, das den Eltern zur Anschaffung von Wohlstandsgütern dient. Eines Tages wünscht sich der Vater auch noch ein Auto, um nicht immer im Wagen der Nachbarin spazieren fahren zu müssen. Doch Zehra hat inzwischen ihre Arbeitsstelle verloren und wird auf Zeitungsannoncen aufmerksam, in denen junge Ausländerinnen als Unterhaltungsdamen in Bars gesucht werden.

Nazmi Kavasoglu, geboren 1945 in Babaeski/Türkei, ist Lehrer, Journalist und Schauspieler. Er lebt seit 1971 in Berlin. Brücken der Verständigung zu bauen ist für ihn eine überparteiliche Aufgabe. Seine Erzählungen werden seit Jahren von Zeitungen aller Konfessionen und politischen Richtungen abgedruckt. Er erhielt dafür 1984 als erster Ausländer den Konrad-Adenauer-Preis für Stadtjournalismus.

Kurzprosa
ab 14 J.
7 Seiten
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Kavasoglu, Nazmi
Trifft die Dürre immer nur Türken?
in: Nazmi Kavasoglu (Hrsg.).: Mein Großvater heißt Mustafa..
Berlin: ikoo, 1985. Seite 17-18. ATS 76.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Fatma und ihr Vater
Schauplatz, Hintergrund: irgendwo in Deutschland
Thema, Problem: Wanderbewegung der Türken
Inhalt: Fatma, ein neugieriges kleines Mädchen, fragt ihren Vater, woher die Türken kommen, warum sie aus Mittelasien in die Türkei und aus der Türkei nach Deutschland gekommen sind. Der Vater bemüht sich um eine kindgemäße Erklärung und unterscheidet schließlich zwischen der landschaftlichen/klimatischen Dürre und der Dürre in so manchen Köpfen.

Kurzprosa
ab 12 J.
2 Seiten
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Kemal, Yasar
Gelbe Hitze
in: Kemal, Yasar (Hrsg.).: Gelbe Hitze..
München: dtv, 1988. Seite 7-15. ATS 72.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Osman, ein kleiner Junge
Schauplatz, Hintergrund: dörfliche Umgebung in Anatolien
Thema, Problem: Kinderarbeit aufgrund von Armut
Inhalt: Osman will um jeden Preis, dass seine Mutter ihn am nächsten Morgen weckt, damit er bei der Arbeit auf dem Feld mithelfen und mit seinem Verdienst die Armut der Familie lindern kann. Die Mutter trennt sich schwer von ihrem Jungen, der noch sehr klein und schmächtig ist. Nach Ansicht des Vaters hingegen dürfe sich das Kind nicht an Faulheit gewöhnen, sondern müsse so früh wie möglich zur Arbeit angehalten werden. Auf dem Feld darf Osman zunächst das Pferd führen, das die Kornbündel auf einem Schlitten zum Dreschplatz zieht. Aber die Hitze macht ihm schwer zu schaffen. Am Nachmittag verliert er das Bewusstsein. Osman schämt sich darüber. Nach der Rückkehr ins Dorf wartet das Kind geduldig auf seinen Lohn, um schließlich mit diesem kleinen Lohn seiner Mutter um den Hals zu fallen.

Yasar KEMAL wurde 1922 in einem Dorf Südanatoliens geboren und wuchs in größter Armut auf. Schon früh begann er unter dem Einfluss traditioneller Volkssänger Lieder zu improvisieren. Um sie niederschreiben zu können, lernte er als einziges Kind seines Dorfes lesen und schreiben. Er arbeitete als Taglöhner auf Reisfeldern und Baumwollplantagen, war Traktorfahrer, Fabriksarbeiter, Hirte, Wasserträger, Schuhmacher und Straßenschreiber in einer Kleinstadt. 1955 erschien sein erster Roman "Mehmed, mein Falke", der in der Türkei eine für dieses Land einzigartige Verbreitung in allen Volksschichten erreicht hat und auf Empfehlung der UNESCO und des Internationalen PEN-Clubs in über 30 Sprachen übersetzt wurde.

Erzählung
ab 10 J.
9 Seiten
Bibliothek: Verein für österreichisch-türkische Freundschaft, Innsbruck"
TÜRKEI
Kemal, Yasar
Die Ararat Legende
Zürich: Unionsverlag, 1981. 153 Seiten. ATS 108.

Hauptfiguren: Ahmet, der Hirte, und Gülbahar, die Tochter des Pascha
Schauplatz, Hintergrund: der Berg Ararat und die Gegend rund um den Berg
Thema, Problem: türkisches Recht contra überliefertes kurdisches Recht, Machtmißbrauch, unglückliche Liebe, Vertrauensbruch
Inhalt: Eines Tages steht vor Ahmets Hütte ein herrenloser, wunderschöner, gesattelter Schimmel und will, trotz aller Bemühungen, nicht mehr gehen. Für die Bewohner des Ararat ist das ein Geschenk Allahs, das man nicht zurückweisen darf. Der Pascha, der sein Pferd suchen läßt, sieht das nicht so. Er läßt Ahmet verhaften und einkerkern. Im Gefängnis vertreibt sich Ahmet die Zeit mit Musik: er bläst die Flöte. Durch seine sehnsuchtsvollen Melodien angelockt, besucht Gülbahar den seltsamen Gefangenen. Sie verliebt sich in Ahmet, befreit ihn und flieht mit ihm. Das fordert erst recht den Zorn des Paschas heraus.

Legende
ab 14 J.
153 Seiten

TÜRKEI
Kemal, Yasar
Memed mein Falke
Zürich: Unionsverlag, 1990. 338 Seiten. ATS 118.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Memed
Schauplatz, Hintergrund: Dörfer in Anatolien
Thema, Problem: Ein unterdrückter Mensch lehnt sich auf.
Inhalt: In den abgelegenen Dörfern am Rande des anatolischen Taurusgebirges herrscht der Grundbesitzer Abdi Aga. Auf dem fruchtlosen Boden wachsen fast nur Disteln. Und von jeder Ernte fordert der Dorftyrann zwei Drittel. Memed, der Bauernsohn, hat seinen Haß auf sich gezogen und muß in die Berge flüchten. Aus dem ängstlichen Knaben wird ein Räuber, Rebell und Rächer des Volkes. Im Kampf gegen den Aga verliert Memed seine Mutter, seine Braut und seinen Acker, den die Bauern ihm für die Zeit nach der Amnestie bereithalten. Er aber taucht unter. Sein Volk behält ihn in Erinnerung. Der Roman ist sehr spannend und ohne Sentimentalität erzählt. Auf Empfehlung der UNESCO und des internationalen Pen-Clubs wurde er in über 30 Sprachen übersetzt.

Roman
ab 14 J.
338 Seiten

ALBANIEN
Klosi, Ardian
Die Grenzstation
in: Gauß, Karl-Markus: Das Buch der Ränder.
Klagenfurt, Salzburg: Wieser Verlag, 1992. Seite 412 - 416. ATS 298.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: eine Grenzstation zwischen Griechenland und Albanien
Thema, Problem: Fremdenfeindlichkeit
Inhalt: Klosi beschreibt anhand einer Grenzstation zwischen Griechenland und Albanien die Vorurteile und den Haß, die entstehen können, wenn Menschen glauben, daß ihr "Reichtum" durch Flüchtlinge bedroht wird.

Ardian Klosi, geboren 1947 in Tirana, langjähriger Studienaufenthalt in Österreich, arbeitet als Schriftsteller und Lehrbeauftragter in München.

Erzählung
ab 14 J.
5 Seiten
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Kocagöz, Samim
An einem Sonntagmorgen
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 208 - 210. ATS 268.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Kapitän Temel
Schauplatz, Hintergrund: ein Dorf in der Türkei
Thema, Problem: Ein Mann kämpft um einen Baum.
Inhalt: Eine Straße wird geplant, und ein prächtiger Laubbaum soll gefällt werden. Ein Mann stellt sich gegen diesen "Fortschritt".

Samim Kocagöz, geb. 1916 in Izmir, Türkei, Schriftsteller: Erzählungen und Romane.

Erzählung
ab 14 J.
3 Seiten
Bibliothek: IM-I"
SLOWENIEN
Kocbek, Edvard
Kocbekovo Berilo / Kocbeks Lesebuch
in: Detela, Lev (Hrsg.): Kocbeks Lesebuch.
Klagenfurt: Hermagoras, 1997. 180 Seiten. ATS 220.
Sprache des Originals: Slowenisch.

Inhalt: Wir greifen heraus: "Das Gebet". Seite 46. Ein Gebet, das deutlich macht, dass ein Teil von uns vergänglich ist, der andere ewig besteht. "Mein Partisanenname". Seite 73. Kocbek war im 2. WK im engsten Kreis um Partisanenführer Tito. Er überlebte den Krieg und bewältigt die Erfahrungen zum Teil in diesem Gedicht. "Das Sterben der Worte". Seite 75. Der Autor vergleicht die Worte, die er einst aussandte, mit Vögeln, die erschöpft zu ihm zurückkehren. "Der Baum". Seite 81. Der Baum als ewiger Mittelpunkt und ständiger Begleiter. "Im Seminar". Seite 93. Es gibt viele Chinesen, Slowenen viel weniger. Deshalb müssen sie sich mit ihren Nachbarn zusammentun, um zu überleben. "Die schwarze Orchidee". Seite 113. Schlussabschnitt der Novelle. Der Partisan Gregor tötet, gezwungen durch den Befehl von oben, die schöne weißgardistische Spionin Katharina, die man auf frischer Tat ertappte.

Edvard KOCBEK, 1904 - 1981. Schon als Student schrieb er als christlich-sozialer Politiker Aufsätze in Zeitungen. Bald zählte er zu den führenden Jungpolitikern der Vorkriegszeit in Slowenien. Nach dem Krieg war er Minister, musste aber wegen Unstimmigkeiten mit der kommunistischen politischen Führung alle Ämter niederlegen und verdingte sich mit Übersetzungen und anonymen literarischen Texten.

Sammlung aus Lyrik, Novelle, Essay
ab 12 J.
180 Seiten
Bibliothek: IM-I" (vergriffen)

KROATIEN
Krleza, Miroslav
Die Schlacht bei Bistritza Lesna
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 143 - 146. ATS 268.
Sprache des Originals: Kroatisch.

Hauptfiguren: ein Bauer
Schauplatz, Hintergrund: ein Dorf in Kroatien im Ersten Weltkrieg
Thema, Problem: Im Krieg hilft einem niemand, vor allem wenn man in Armut lebt.
Inhalt: Eine Erzählung aus dem 1. Weltkrieg: Ein armer Bauer, dessen Frau kurz vor seinem Einrücken zur Marschkompanie gestorben ist, weiß nicht, was er mit seinen zwei kleinen Kindern tun soll. Niemand kann ihm helfen. Die Armee hat keinen Platz für Kinder. Werden sie den Krieg überleben, wenn er sie verläßt?

Miroslav Krleza, geb. 1893 in Zagreb, gest. 1981, kroatischer Dichter, schrieb Balladen, Novellen, Romane; 1971 österreichischer Staatspreis für Literatur.

Erzählung
ab 14 J.
4 Seiten
Bibliothek: IM-I"
TSCHECHIEN
Kundera, Milan
Abschiedswalzer
Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1980. 236 Seiten. ATS 125.
Sprache des Originals: Tschechisch.

Hauptfiguren: verschiedene
Schauplatz, Hintergrund: eine kleine Stadt in Tschechien
Thema, Problem: der Kampf und das Spiel zwischen Mann und Frau
Inhalt: Diese traurige Komödie über Liebe und Tod spielt in einer kleinen Badestadt, deren Quellen Frauen angeblich von der Unfruchtbarkeit heilen. Die Paare, die hier auftreten, trennen sich zu Beginn, um am Ende wieder zusammenzufinden. Durch Jakub, einem Opfer der stalinistischen Prozesse, kommt der Tod ins Spiel.

Milan Kundera, geboren 1929 in Brünn, trat kurz nach dem 2. Weltkrieg in die Kommunistische Partei ein, aus der er 1948 wieder ausgeschlossen wurde. Er arbeitete als Musiker und Arbeiter, bis er zum Film kam und als Professor am Prager Institut für Filmwissenschaft Vorträge hielt. Nach der russischen Invasion 1968 verlor er seine Arbeit, seine Bücher wurden verboten. Seit 1975 lebt Kundera in Frankreich.

Roman
ab 14 J.
236 Seiten

TÜRKEI
Kurt, Kemal
Wenn der Meddah kommt
Hamburg: Cecilie Dressler, 1995. 208 Seiten. ATS 145.

Hauptfiguren: der Märchenerzähler Meddah, der 11-jährige Oliver, dessen Freunde sowie ein merkwürdiger Unbekannter
Schauplatz, Hintergrund: Rahmenhandlung: eine Großstadt in Deutschland Märchen: osmanisches Großreich, alttürkische Stämme
Thema, Problem: das Bewußtmachen der Bedeutung mündlicher Überlieferung
Inhalt: An einem Neujahrsmorgen wollen Oliver und sein Freund Timo gerade eislaufen gehen, da begegnet ihnen ein merkürdiger alter Mann: es ist Meddah, ein Märchenerzähler. Die Kinder sind erstaunt und neugierig und hören eine erste Geschichte. In ihrer Begeisterung erzählen sie den Vorfall weiter, und als Meddah jeweils nach einiger Zeit wiederkommt, wächst seine Zuhörerschaft stetig an. Etwas ist ihm ein besonderes Anliegen: Die Märchen müssen weitererzählt werden, sonst sterben sie aus. Die Kinder erfüllen seinen Wunsch, und ein rätselhafter Unbekannter, der immer heimlich mithört, sich Notizen macht und sich am Schluß als Schriftsteller entpuppt, wird alle Geschichten aufschreiben, sodaß sie der Nachwelt erhalten bleiben. Im Laufe eines Jahres erzählt Meddah 12 Märchen. Klugheit und Menschlichkeit besiegen Dummheit und Niedertracht. Alle Geschichten sind spannend zu lesen, und die Rahmenerzählung macht das Buch zu einer sehr unterhaltsamen Lektüre.

Kemal Kurt wurde 1947 in Corlu/Türkei geboren. Seit 1975 lebt er in Berlin, wo er heute als freier Autor arbeitet. Außer Kinderbüchern schreibt er Gedichte, Essays und Beiträge für Hörfunk und Fernsehen.

Märchen, eingebettet in eine Rahmenerzählung
ab 9 J.
208 Seiten
Bibliothek: ÖTF"
TÜRKEI
Kurt, Kemal
Die fünf Finger und der Mond
Gossau Zürich, Hamburg u. Salzburg: Nord-Süd, 1997. 26 Seiten. ATS 181.

Hauptfiguren: die Gemeinschaft der Bewohner von "Anderland" und der Mond
Schauplatz, Hintergrund: das Phantasieland "Anderland"
Thema, Problem: gemeinsame Lösung eines Problems, das alle betrifft
Inhalt: In Anderland gehen die Uhren anders: hier wohnen nur Zwerge, Kobolde, Feen, Elfen und solche, für die es auf der Erde keinen Platz gibt, und sie gehen nur nachts ihren Geschäften nach; tagsüber schlafen sie. Wie auf der Erde leben die Bewohner von Anderland unter dem Einfluß des Mondes. Doch dieser wird eines Tages krank, und der Lebensrhythmus der Anderländer gerät durcheinander. Nun ist guter Rat teuer. Die alte Fee weiß, daß es nichts gibt, was die fünf Finger einer Hand nicht besorgen können, wenn sie nur wollen. Und so werden sie nacheinander herbeigerufen: Dumedott, Schleckerpott, Langelott, Goldfinger und Piccolo. Mit vereinten Kräften gelingt es, den Mond wieder gesund zu machen. Diese phantasievoll erzählte und illustrierte Geschichte ist leicht zu lesen und macht neugierig auf das Gelingen der "Mondreparatur".

Märchen
ab 6 J.
26 Seiten
Bibliothek: ÖTF"
BOSNIEN
Kusterer, Karin, und Dugaliæ, Edita
Heimat ist nicht nur ein Land
Wien: Jugend & Volk, 1994. 131 Seiten. ATS 148.
Sprache des Originals: Deutsch.

Hauptfiguren: Edita
Schauplatz, Hintergrund: das heutige vom Bürgerkrieg zerstörte Bosnien
Thema, Problem: Krieg und Alltagskultur Bosniens
Inhalt: Aus der Perspektive einer bosnischen Flüchtlingsfamilie, die sich nach Deutschland retten konnte, wird das Schicksal Kriegsvertriebener aus Bosnien dargestellt. Die sechzehnjährige Edita sowie ihre Eltern und ihr Bruder schildern nicht nur Ereignisse im Krieg, sondern auch die Kultur ihrer Heimat.

Biographie
ab 12 J.
131 Seiten
(vergriffen)

KROATIEN
Kušan, Ivan
Gefahr im Verzug
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 176-180. ATS 268.
Sprache des Originals: Kroatisch.

Hauptfiguren: der Bub Koko
Schauplatz, Hintergrund: Familienhaus in Kroatien
Thema, Problem: Liebe zu Tieren und Prahlerei bei Kindern
Inhalt: Koko verliert seinen Hund. Dieser wurde von Dieben vergiftet, die Hühner von Kokos Eltern stahlen. Rührend wird geschildert, wie Koko und seine Schwester den Hund zum Grab tragen. Der Junge lässt beim Berichten über den Diebstahl seine Phantasie blühen.

Ivan Kušan, geb. 1933 in Sarajevo, seit 1939 in Zagreb, Kroatien, Studium der Malerei, seit 1953 als Schriftsteller tätig: Novellen, Romane, Kinder- und Jugendliteratur, teilweise mit eigenen Illustrationen.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
5 Seiten
Bibliothek: IM-I" (vergriffen)

ALBANIEN
Laholli, Ferdinand
An diesem blutüberströmten Mädchen
Tirana: Lilo, 1994. 134 Seiten.
Sprache des Originals: Albanisch.

Hauptfiguren: das lyrische Ich
Thema, Problem: Liebe zu Frauen, zur Heimat und zur Menschheit; Krieg; Einsamkeit; Bitterkeit
Inhalt: Lahollis Gedichte machen betroffen durch ihre Themen und berühren durch ihre Sprache. Kostprobe: "Man führt uns entlang / finsterer Pfade von Gesetzen, / wo der Tag den Tod / seiner Geburt durchlebt. Durch die Liebe zu dir / wurde mein Gedanke / mit Schönheit geschwängert. Die Einsamkeit / füllt ihre Hände / mit toten Tagen."

Die Eltern des Dichters haben in Südalbanien gelebt. Um einer Einkerkerung zu entgehen, sah sich der Vater gezwungen, - nur einigen Wochen vor der Geburt Ferdinands - die Flucht zu ergreifen und später in die USA zu emigrieren. Die Folge davon war die Internierung seiner Familie. Ferdinand Laholli wurde am 16. Juni 1960 geboren. Erst nach Beendigung der Wehrpflicht wurde es ihm möglich, eine Abendschule zu besuchen. 1990 wanderte er nach Deutschland aus. Er schreibt Lyrik und Prosa.

Gedichte
ab 14 J.
134 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ALBANIEN
Laholli, Ferdinand
Auf der Insel der Einsamkeit
Tirana: unbenannt, 1993. 166 Seiten. ATS 110.
Sprache des Originals: Albanisch.

Hauptfiguren: das lyrische Ich
Thema, Problem: Liebe zu Frauen, zur Heimat und zur Menschheit; Krieg; Einsamkeit; Bitterkeit
Inhalt: In diesem Gedichtband schildert der Dichter sein eigenes einsames Leben. Die Liebe zu einem nahen Menschen, zur Menschheit überhaupt, hält ihn aufrecht. In einem kurzen Gedicht (S. 135) klagt er: "Ich bin / Staub aus Sehnsucht, / vom Winde der Einsamkeit / zerstreut / in eine / von Kummer / vergiftete Luft.“

Die Eltern des Dichters haben in Südalbanien gelebt. Um einer Einkerkerung zu entgehen, sah sich der Vater gezwungen - nur einigen Wochen vor der Geburt Ferdinands - die Flucht zu ergreifen und später in die USA zu emigrieren. Die Folge davon war die Internierung seiner Familie. Ferdinand Laholli wurde am 16. Juni 1960 geboren. Erst nach Beendigung der Wehrpflicht wurde es ihm möglich, eine Abendschule zu besuchen. 1990 wanderte er nach Deutschland aus. Er schreibt Lyrik und Prosa.

Gedichte
ab 14 J.
166 Seiten
Bibliothek: IM-I"
ISLAND
Laxness, Halldór
Salka Valka
Frankfurt am Main: Ullstein TB, 1987. 495 Seiten.

Hauptfiguren: Salka Valka
Schauplatz, Hintergrund: ein Dorf am Axlarfjord
Thema, Problem: Dorfgemeinschaft contra Neuzugang, die Sehnsucht und die Suche nach Geborgenheit
Inhalt: Mitten im eisigen Winter scheint für Sigurlina und ihre kleine Tocher Salka Valka die Reise durchs Ungewisse zu Ende zu sein: sie schließt sich dem Steinthor Steinsson an, im Glauben, er könne ihr und der Kleinen ein gutes Leben bereiten. Weit gefehlt..

Halldór Laxness (eigentlich: Kiljan Gudjónsson), wurde 1902 in Reykjavík geboren,. wuchs auf dem kleinen Bauernhof Laxnes auf, nachdem er sich benannte. Zahlreiche Auslandsaufenthalte während seiner Jugendjahre, Suche nach geistiger Orientierung, intensive Beschäftigung mit Katholizismus und Taoismus. 1926 - 1929 USA-Aufenthalt, Nähe zum Sozialismus. Erster großer Roman 1927, bis heute zahlreiche Romane, Gedichte, Erzählungen, Dramen, Essays. Literaturnobelpreis 1955.

Roman
ab 14 J.
495 Seiten

UNGARN
Lengyel, Dénes
In Buda war nur einmal Hundemarkt
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 228-229. ATS 268.
Sprache des Originals: Ungarisch.

Hauptfiguren: König Matyas
Schauplatz, Hintergrund: ein Bauernmarkt
Thema, Problem: Gerechtigkeit des Herrschers
Inhalt: Der gerechte, väterliche König hilft einem armen Bauern, indem er diesen einen Hundemarkt abhalten lässt und dessen Hunde kauft. Als ein anderer Bauer, der reich und egoistisch ist, auf die gleiche Weise zum schnellen Geld kommen will, darf er keinen Hundemarkt mehr abhalten.

Dénes Lengyel, geb. 1910 in Kisbaron, Ungarn, gest. 1987 in Budapest; Literaturhistoriker, Pädagoge, Schriftsteller.

Anekdote
ab 10 J.
2 Seiten
Bibliothek: IM-I" (vergriffen)

TSCHECHIEN
Macourek, Milos
Der Igel
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 185. ATS 268.

Hauptfiguren: eine Igelfamilie
Schauplatz, Hintergrund: im Haus der Igelfamilie
Thema, Problem: Durch Einfallsreichtum und Flexibilität findet man sich im Leben immer zurecht.
Inhalt: Eine Igelfamilie langweilt sich in einem Winter. Sie beschließt, einen Plattenspieler zu kaufen. Aber das Geld reicht für die Nadel nicht mehr. Das Igelkind hat eine Lösung: Man soll die Nadeln am eigenen Körper dazu benützen.

Milos Macourek, geb. 1926 in Tschechien, lebt in Prag. Er arbeitet als Drehbuchautor für Film und Fernsehen und als Schriftsteller.

Erzählung
ab 7 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
BOSNIEN
Mahmutefendic, Kemal
Verschlossener Wald
Oberwart: edition lex liszt 12., 1993. 191 Seiten. ATS 220.
Sprache des Originals: Serbokroatisch.

Thema, Problem: die Begegnung mit dem Fremden
Inhalt: In dieser Sammlung von Gedichten und Kurzprosa schreibt der Autor über die Begegnung mit dem Fremden und dem Menschen in dieser Fremde, voller Zweifel und Sehnsucht nach dem, was er - ein Flüchtling - zurücklassen mußte. Besonders lesenswert sind: Verlassen von sich selbst. S. 47-48. "Verlassen von sich selbst / sitzen sie - und kauen die Milchstraße des Unsinns." Nacht. S. 57. "Nacht ist die Fuhre, dahinter Gedärme verharren. / Nacht ist dies mein Wimmern und Schluchzen." Sinnestäuschungen der Völker. S. 65. Tagundnachtgleiche. S. 95. Begräbnis im Dorf N. S. 177-179.

Kemal Mahmutefendic, bosnischer Schriftsteller, lebt seit 1992 in Burgenland.

Gedichte, Kurzprosa
ab 16 J.
191 Seiten
Bibliothek: IM-I"
SERBIEN
Maksimovic, Desanka
Begnadigung für die Naiven
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 120. ATS 268.
Sprache des Originals: Serbisch.

Thema, Problem: Liebe zu Mitmenschen
Inhalt: Ein Gedicht, das den Leser sicher zum Denken bringt: ..."für jeden Menschen / suche ich Begnadigung." ...

Desanka Maksimovic, geb. 1898, gest. 1993, serbische Lyrikerin.

Gedicht
ab 14 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
SERBIEN
Maksimovic, Desanka
Für die Lügen aus Barmherzigkeit
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 120. ATS 268.
Sprache des Originals: Serbisch.

Thema, Problem: Liebe zu Mitmenschen
Inhalt: Ein Gedicht, das eine friedliche Atmosphäre verbreitet: ..."Ich bitte um Erbarmen..../ für jene, denen es nicht recht, / andern durch Wahrheit Schmerz zuzufügen, / für Menschen, die aus Barmherzigkeit lügen." ...

Desanka Maksimovic, geb. 1898, gest. 1993, serbische Lyrikerin.

Gedicht
ab 14 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
SLOWENIEN
Mal, Vitan
Barons jüngerer Bruder
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 153-154. ATS 268.
Sprache des Originals: Slowenisch.

Hauptfiguren: der Bub Tadej
Schauplatz, Hintergrund: Schule
Thema, Problem: Konflikt zwischen Kindern und Eltern, Lehrern und Schülern
Inhalt: Der dreizehnjährige Tadej wird von seiner Mathematiklehrerin unfair behandelt. Aus Ärger nennt er sie Ziege. Zu Hause wird er von seinen Eltern bestraft; er darf nicht mehr Fußball spielen, bis er sich bessert.

Vitan MAL, geb. 1946 in Slowenien, Jugend- und Drehbuchautor.

Kurzgeschichte
ab 10 J.
2 Seiten
Bibliothek: IM-I" (vergriffen)

SERBIEN
Miletiæ, Slobodan Sv
Monika Seleš - die Weltmeisterin, die nicht einmal zählen konnte
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.).: : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien: ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 167-168. ATS 268.
Sprache des Originals: Serbisch.

Hauptfiguren: Monika Seleš
Schauplatz, Hintergrund: Tennisplatz
Thema, Problem: Ehrgeiz
Inhalt: Der Werdegang von Monika Seleš wird geschildert. Ihr großes Talent als Tennisspielerin war schon in ihrem zarten Kindesalter bemerkbar. Durch den Ehrgeiz ihres Vaters konnte sie ihre Leistungsfähigkeit optimal steigern.

Slobodan Sv. Miletiæ, geb. 1938 in Belgrad, Serbien, Studium der Germanistik, Sportler, Tennislehrer; Lehrbeauftragter für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Novi Sad; lebt seit einigen Jahren in Klagenfurt, Schriftsteller: Lyrik; Übersetzungen, Kritiken.

Biographie
ab 10 J.
2 Seiten
(vergriffen)

SERBIEN
Miljkovic, Branko
Weltlob
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 213. ATS 268.
Sprache des Originals: Serbisch.

Thema, Problem: Umwelt
Inhalt: Der Dichter appelliert an die Bewußtseinsbildung für die Umwelt: "Verwundet nicht die Erde / Berührt die Luft nicht / Tut dem Wasser kein Übel an..."

Branko Miljkovic, geb. 1934 in Nis, Serbien, gest. 1961 in Zagreb / Kroatien, Lyriker und Essayist.

Gedicht
ab 14 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Nesin, Aziz
Surname. Man bittet zum Galgen
Zürich: Unionsverlag, 1996. 124 Seiten. ATS 108.

Hauptfiguren: Hayri, ein junger Barbier
Schauplatz, Hintergrund: türkische Gefängnisse
Thema, Problem: In diesem Roman werden mehrere Problembereiche thematisiert: Homo-/Sexualität, Kriminalität, Gefangenschaft, Todesstrafe, Frage nach der Gültigkeit der Menschenrechte.
Inhalt: Der 21jährige Barbier Hayri kommt wegen Mordes an einem sechsjährigen Jungen ins Gefängnis, wird zum Tod verurteilt und schließlich, nach vierjähriger Gefangenschaft, durch den Strang hingerichtet. In dieser großartigen Satire erzählt der Autor von den vielen Mühen, die dem Staat erwachsen, den jungen Barbier vom Leben zum Tod zu befördern, und läßt dabei ein eindrucksvolles Pamphlet gegen die Todesstrafe entstehen. "Ein heftiges und lustiges, zuweilen brutales Buch. Dieser schmale Roman gehört zur Weltliteratur.“ (Die Zeit)

Aziz Nesin (eigentlich: Mehmet Nusret), wurde 1915 als Kind anatolischer Immigranten in Istanbul geboren. Ausbildung im Internat der Istanbuler Kriegsakademie, Abschluß 1937 als Offizier. 1944 Herausgeber verschiedener kritischer und satirischer Zeitschriften. Veröffentlichte ab 1948 eigene Geschichten. Häufig Konflikt mit Zensur. Insgesamt mehr als 200 Prozesse und fünf Jahre Haft. Werke immer wieder verboten. Verfasser von über 70 Romanen, zahlreichen Erzählungen und Satiren, Theaterstücke. Humor als Waffe. Nesin starb 1995 in Çesme. Höchste internationale Auszeichnungen.

Roman
ab 17 J.
124 Seiten
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Nesin, Aziz
Der einzige Weg
Zürich: Unionsverlag, 1995. 376 Seiten. ATS 145.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Paschazade, ein Hochstapler und Betrüger wider Willen
Schauplatz, Hintergrund: Missstände in der türkischen Gesellschaft
Thema, Problem: Anprangern der Missstände
Inhalt: Der Ich-Erzähler trifft im Lauf seines Lebens immer wieder auf Paschazade, der durch Zufall zum Betrüger und Hochstapler geworden ist, und der ihm die verrücktesten Geschichten, die er gerade erlebt hat, in den buntesten Farben schildert. Die sozialen Missstände werden mittels Satire angeprangert.

Roman
ab 12 J.
376 Seiten

TÜRKEI
Nesin, Aziz
Auf dem Dach ist ein Verrückter
in: Celal Özcan und Rita Seuß: Erste türkische Lesestücke..
München: dtv, 1995. Seite 60-67. ATS 80.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: ein Verrückter, ein Alter
Schauplatz, Hintergrund: ein türkischer Stadtteil
Thema, Problem: Identifizierung mit dem Andersartigen, Sprache als Ausdruck sozialer Identität
Inhalt: Ein Verrückter steht auf dem Dach eines sechsstöckigen Hauses. Um ihn vom Sprung in die Tiefe abzuhalten, versprechen ihm die besorgten Bürger, ihn erst zum Ortsvorsteher zu machen, sodann zum Stadtratsmitglied, zum Bürgermeister, zum Präsidenten, schließlich zum Kaiser. Als solcher denkt er nun nicht mehr daran, so schnell wieder hinunterzusteigen. Schließlich findet ein Alter die richtigen Worte, ihn Stockwerk für Stockwerk herunterzuholen, indem er ihn mit Kaiserliche Hoheit, Majestät etc. und in höflichster Manier anspricht. Die Erzählung ist in einfachen Sätzen und witzig geschrieben und daher leicht zu lesen.

Erzählung
ab 9 J.
8 Seiten
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Nesin, Aziz
Ach, wir Esel!
in: Aziz Nesin: Meistersatiren.
München: C.H.Beck , 1996. Seite 63 - 68.

Hauptfiguren: der alte Esel
Thema, Problem: die Untätigkeit der Intellektuellen angesichts der wachsenden Repression, Zivilcourage
Inhalt: Der Esel bemerkt, daß sich ein Wolf anschleicht. Er redet sich aber wider besseres Wissen ein, daß er sich irrt, daß der Schleicher kein Wolf ist, ja daß sich überhaupt niemand anschleicht, bis es zu spät ist...

Fabel
ab 16 J.
6 Seiten

TSCHECHIEN
Neversilová, Olga
Die Kniestrümpfe der Grauen Wolke
in: Nitsche, Gerald Kurdoðlu (Hrsg.): Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch..
Wien : ÖBV pädagogischer Verlag, 1995. Seite 265 - 268. ATS 268.

Hauptfiguren: der Elch Wölkchen oder Graue Wolke
Schauplatz, Hintergrund: ein Wald
Thema, Problem: Tarnung als eine Überlebensstrategie
Inhalt: Der kleine Elch Wölkchen wünscht sich rote Kniestrümpfe, und seine Mutter schenkt sie ihm, obwohl sie damit nicht einverstanden ist. Als er größer geworden ist, muß er sich von der Mutter trennen. Die erste Schwierigkeit kommt im Herbst, als die Jagdzeit beginnt. Mit seinen roten Kniestrümpfen ist er die beste Zielscheibe.

Olga Neversilová, geb. 1934 in Prag, Studium der Slawistik, 1968 Emigration in die Schweiz, Lektorat an der Universität Bern, Schriftstellerin.

Erzählung
ab 7 J.
4 Seiten
Bibliothek: IM-I"
FINNLAND
Paasilinna, Arto
Das Jahr des Hasen
Berlin: Byblos Verlag, 1993. 215 Seiten. ATS 109.

Hauptfiguren: Vatanen, ein Journalist
Schauplatz, Hintergrund: Finnland
Thema, Problem: Abenteuerlust; die eigenen Träume nicht geringschätzen
Inhalt: Beinahe hat Vatanen ein Feldhäschen überfahren. Er steigt aus und sucht das Tier. Sein Mitfahrer, ein Kollege des Journalisten, wird ungeduldig. Er fährt weiter und läßt Vatanen im Wald zurück. Als Vatanen das Tierchen gefunden hat, macht er ihm in seiner Jackentasche ein bequemes Plätzchen und wandert die Straße entlang, um ein Nachtquartier zu finden. Er weiß es noch nicht, aber jetzt hat für ihn ein neues Leben begonnen.

Arto Paasilinna, 1942 in Kittilä geboren, ist Journalist und Schriftsteller. Derzeit populärster Autor Finnlands, zahlreiche Preise.

Roman
ab 14 J.
215 Seiten

TSCHECHIEN
Perutz, Leo
Nachts unter der steinernen Brücke
Reinbek: Rowohlt Taschenbuch, 1991. 250 Seiten. ATS 66.

Hauptfiguren: Kaiser Rudolf II, die Jüdin Esther, der Jude Meisl
Schauplatz, Hintergrund: Prag um 1600
Thema, Problem: Liebende suchen sich zu vereinen, auch wenn ihre Liebe "unmoralisch" ist.
Inhalt: Der Roman spielt in Prag um 1600. Kaiser Rudolf II verliebt sich in die Jüdin Esther aus dem Prager Ghetto. Doch sie ist die Frau des reichen Juden Meisl. Wie aus den beiden doch noch ein Liebespaar wird, weiß nur der Hohe Rabbi Loew.

Leo Perutz, geboren 1882 in Prag, war von Beruf Versicherungsmathematiker; er lebte in Wien. 1938 mußte er emigrieren und ging ins Exil nach Israel. "Nachts unter der steinernen Brücke" entstand in der Emigration.

Roman
ab 16 J.
250 Seiten

ALBANIEN
Podrimja, Ali
Buzëqeshja në kafaz. Das Lächeln im Käfig
Klagenfurt, Salzburg: Wieser Verlag, 1993. 125 Seiten. ATS 198.
Sprache des Originals: Albanisch und Deutsch.

Thema, Problem: Ungerechtigkeit in der Gesellschaft führt zu Bitterkeit.
Inhalt: Zornig schreibt der Dichter über das Unrecht, das täglich in seiner Heimat Kosovo geschieht. Diese Gedichte sind nicht zuletzt eine Anklage an das vereinte Europa, das sich in Ignoranz abwendet und den brutalen Status quo in Kosovo akzeptiert. Beispiele: "Der Tod singt weiter / in Sarajevo / und abgerissene Menschenköpfe / kommen weiter als Geschenk / für das schlafende Europa" Oder: "Man stirbt nicht in Kosova / die Menschen werden bloß / zu Wurzeln zu Zweigen".

Ali Podrimja, geboren 1942 in Gjakovë, lebt in Prishtinë/Kosovo. Publizierte neben Prosa und Essays seit 1961 über 10 Gedichtbände. Seine Gedichte wurden in zahlreiche Anthologien aufgenommen. Erhielt 1992 in Kosovo den Pjeter-Bogdani-Preis, eine der wichtigsten albanischen Literaturauszeichnungen.

Gedichte
ab 14 J.
125 Seiten
Bibliothek: IM-I"
SERBIEN
Popa, Vasko
Großstadtgedicht
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 213. ATS 268.
Sprache des Originals: Serbisch.

Thema, Problem: Umwelt
Inhalt: Ein Appell zur besser durchdachten Umweltplanung, bei der die Natur mehr berücksichtigt wird.

Vasko Popa, geb. 1922 in Vrsac, Serbien, gest. 1989 in Belgrad, Lyriker, Lenaupreisträger.

Gedicht
ab 14 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
SERBIEN
Raickovic, Stevan
Nach dem Regen
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 214. ATS 268.
Sprache des Originals: Serbisch.

Thema, Problem: ein inniges Verhältnis von Mensch und Natur
Inhalt: Ein wunderschönes Gedicht, das ein inniges Verhältnis von Mensch und Natur ausdrückt. Beispiel: "Brachst mit deiner Ferse einen Zweig: / Und ein Vogel flattert über deine Schulter. / Hast dein Ohr dem Boden zugeneigt: / könntest jetzt das Lied der Steine hören."

Stevan Raickovic, geb. 1928 in Neresnica / Serbien, Schriftsteller: Lyrik; Übersetzungen.

Gedicht
ab 14 J.
1 Seite
Bibliothek: IM-I"
GRIECHENLAND
Samarakis, Antonis
Der Fluß
in: Gaby Wurster: Griechische Erzählungen.
München: dtv, 1993. Seite 62 - 65.

Hauptfiguren: der Soldat
Schauplatz, Hintergrund: der Fluß
Thema, Problem: Krieg, Gehorsam oder Befehlsverweigerung
Inhalt: Strengstens verboten ist es, im Fluß zu baden: auf der anderen Seite ist der Feind. Der Soldat aber hält diese Hitze nicht aus. Noch in der Nacht schleicht er zum Fluß. Er genießt das Bad. Da entdeckt er einen zweiten Plantscher im Fluß...

Antonis Samarakis, 1919 in Athen geboren, studierte Jus. 1935-63 Beamter im Arbeitsministerium. 1954 erster Band mit sozialkritischen Erzählungen, vielfach ausgezeichnet.

Kurzgeschichte
ab 14 J.
4 Seiten

ALBANIEN
Shkreli, Azem
Ich weiß ein Wort von Stein
Klagenfurt, Salzburg: Wieser Verlag, 1993. 102 Seiten. ATS 248.
Sprache des Originals: Albanisch.

Thema, Problem: Bitterkeit und Verzweiflung des Dichters
Inhalt: Mit Hilfe von Bildern aus der Natur beschreibt Shkreli seine Gefühle von Bitterkeit und Verzweiflung am Leben. Manchmal beklagt er sich bei Gott, oder er wird trotzig und ironisch.

Azem Shkreli, geboren 1938 im Dorf Shkrel bei Pejë/Pec, lebt in Prishtinë. Er publizierte seit 1960 über 10 Gedichtbände, einen Roman, sowie Erzählungen und ein Theaterstück. Er gilt als Klassiker der modernen Dichtung im Kosovo.

Gedichte
ab 16 J.
102 Seiten
Bibliothek: IM-I"
UNGARN
Szabó, Magda
Hinter der Tür
Frankfurt am Main: Insel, 1992. 302 Seiten. ATS 291.
Sprache des Originals: Ungarisch.

Hauptfiguren: die Haushälterin Emerenc
Schauplatz, Hintergrund: Ungarn im Ersten und Zweiten Weltkrieg
Thema, Problem: Herzensgüte einer Frau, die die Nächstenliebe praktiziert
Inhalt: Emerenc verliert schon als Kind ihre Eltern. Von den Großeltern wird sie als Dienstmädchen in Budapest verdingt. Als nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Ungarn die Deportation der ungarischen Juden beginnt, rettet Emerenc den Säugling ihrer jüdischen Dienstherren und gibt das Kind als ihr uneheliches Kind in ihrem Heimatdorf zur Pflege. Trotz Demütigung hat sie noch Kraft, jüdischen Verfolgten Unterschlupf zu gewähren. Ihre Hilfsbereitschaft wird immer wieder ausgenutzt.

Magda Szabó, geboren 1917 in Debrecen, ist eine der meistgelesenen ungarischen Schriftstellerinnen. Ihre Bücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt. Sie lebt heute in Budapest.

Roman
ab 14 J.
302 Seiten

SLOWAKEI
Tatarka, Dominik
Allein gegen die Nacht
Klagenfurt, Salzburg: Wieser Verlag, 1995. 153 Seiten. ATS 248.
Sprache des Originals: Slowakisch.

Hauptfiguren: Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: die Slowakei während des Nationalaufstandes und danach
Thema, Problem: Wie ein unterdrückter Mensch sich wehrt, obwohl er machtlos ist.
Inhalt: "Allein gegen die Nacht", geschrieben Mitte der siebziger Jahre, beschreibt das Leben eines Dichters zwischen staatlicher Verfolgung und schwankenden Freunden und seiner Flucht in Träume. Es ist ein Roman, der das Leben mit einem Netz einfängt, dessen Knoten keine "Wahrheit", sondern Dichtung sind. "Solange ich irgend jemanden interessiere," sagt der Ich-Erzähler, "existiere ich nicht, und wenn einmal der Haß auf meinen Namen und das Verbot verblaßt, dann höre ich wieder auf, interessant zu sein."

Dominik Tatarka, 1913 in Drienové an der Waag/Slowakei geboren. Studium in Prag und Paris. Nahm am slowakischen Nationalaufstand teil. 1948 Nationalpreis für sein Romandebut "Die Pfaffenrepublik". Arbeit als Gießereiarbeiter, Verlagsredakteur, Filmdramaturg. Nach 1968 staatliche Verfolgung und Publikationsverbot. Verfaßte Romane, Erzählungen und Essays, die im Slowakischen weitgehend unveröffentlicht geblieben sind. 1986 wurde ihm der Jaroslav-Seifert-Preis verliehen. Dominik Tatarka starb 1989.

autobiographischer Roman
ab 16 J.
153 Seiten
Bibliothek: IM-I"
SPANIEN
Tomeo, Javier
Unterhaltung in D-Dur
Berlin: Wagenbach, 1995. 141 Seiten. ATS 218.

Hauptfiguren: der Posaunist, Ich-Erzähler
Schauplatz, Hintergrund: ein leerer Zug
Thema, Problem: Einsamkeit contra Zweisamkeit, die Grenzen der Demütigung ausloten, die Grenzen der Beherrschbarkeit erfahren, das Entstehen von Unterdrückung aus geringen Mitteln
Inhalt: Zwei Reisende in einem sonst leeren Zug. Der eine will seine Ruhe, der andere will quatschen. Es entspinnt sich ein Gespräch, das immer absurder wird. Der schweigsame Fremde tyrannisiert den Erzähler, der sich aus Gutmütkeit nicht wehrt. Schließlich scheint die Situation zu eskalieren...

Javier Tomeo, 1932 in Quicena in Aragon geboren, studierte Rechtswissenschaften und Kriminologie und arbeitete für einen internationalen Schreibmaschinenhersteller. 1968 erschien sein erster Roman. Durchbruch 1979. Javier Tomeo lebt als freier Schriftsteller in Barcelona.

Roman
ab 16 J.
141 Seiten

GRIECHENLAND
Tsiamboussis, Vassilis
Die Vespa
in: Gaby Wurster: Griechische Erzählungen.
München: dtv, 1993. Seite 220 - 225.

Hauptfiguren: Lakis
Schauplatz, Hintergrund: die kleine Stadt
Thema, Problem: Suche nach Anerkennung, es geht nicht immer alles mit rechten Dingen zu beim Fernsehen
Inhalt: In Sachen Sport kann man Lakis nichts vormachen. Er kennt sich aus. So gut, daß er es schafft, in eine Quiz-Sendung beim Fernsehen zu kommen. Er sieht sich schon als Sieger, doch die letzte Frage war so schwierig, daß er passen muß. Im Nachhinein entschuldigt sich der Quiz-Master bei ihm...

Vassilis Tsiamboussis wurde1953 in Drama geboren. Studium der Ingenieurswissenschaften in Thessaloniki. Vassilis Tsiamboussis lebt und arbeitet in Drama.

Kurzgeschichte
ab 14 J.
6 Seiten

TÜRKEI
Uzunoglu-Ocherbauer, Adelheid
Türkische Märchen
Frankfurt/Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 1991. 142 Seiten. ATS 76.

Inhalt: Das Buch beinhaltet 21 zum Teil sehr kurze Märchen, deren Ende gut, vor allem aber gerecht ist. Das Böse wird nicht sehr ausführlich geschildert, wichtig sind das Gute und Heitere. Schon die jeweiligen Eingangsmärchen sind bloße Nonsens-Geschichten, oftmals gereimt. Häufig beginnen die Märchen mit "Es war einmal", "Es war keinmal" oder auch mit Rätseln. Die Helden der Märchen sind Prinzen und Prinzessinnen, Feen und Tiere. Die mündliche Märchenüberlieferung ist auch heute noch wichtiger Bestandteil der Kommunikation in Anatolien. Altanatolische Vorstellungen vermischen sich mit zentralasiatischen Mythen, indischem, persischem und arabischem Erzählgut. Viele orienatlische Märchenstoffe sind über die Türken nach Europa gelangt.

Adelheid Uzunoglu-Ocherbauer, 1942 in Graz geboren, studierte an den Universitäten Graz, Istanbul, Moskau und Wien, promovierte dort zum Doktor der Philosophie in den Fächern Turkologie-Islamwissenschaft und Slawistik; außerdem machte sie ihren Diplom-Dolmetscher für die türkische und russische Sprache. Seit mehr als zehn Jahren lebt sie in der Türkei auf einem kleinen Landgut an der nordägäischen Küste, das sie mit ihrem Mann bewirtschaftet. Für Rundfunkanstalten und Zeitungen des deutschen Sprachraums schreibt sie literaturkritische und feuilletonistische Beiträge und übersetzt Bücher.

Märchen
ab 8 J.
142 Seiten

SLOWENIEN
Vrabic, Tomaz
Die Wolke, der Müller und die entflohene Gesundheit
Klagenfurt: Hermagoras / Mohorjeva, 1995. 34 Seiten. ATS 149.
Sprache des Originals: Slowenisch.

Hauptfiguren: die Wolke, der Müller und die Gesundheit
Schauplatz, Hintergrund: eine Mühle an einem Bach
Thema, Problem: "Ohne die Gesundheit ist alles nichts."
Inhalt: Ein einsamer, fleißiger Müller hat nur eine Staubwolke als seine beste Freundin. Als er wegen Zugluft erkrankt, sorgt sich die Wolke sehr. Um seine Krankheit zu verjagen, geht sie auf die Suche nach der Gesundheit, obwohl sie jede Zugluft fürchtet. Doch der Wind hilft der Wolke, die Gesundheit zu finden. Diese ist beleidigt, weil der Müller sie vernachlässigt hat. Aus Mitleid kehrt sie aber zu diesem zurück. Als der Müller wieder gesund wird, sorgt er dafür, daß keine stärkeren Winde wieder in die Mühle dringen.

Märchen
ab 6 J.
34 Seiten
Bibliothek: IM-I"
RUßLAND
Wassiljew, Boris
Schießt nicht auf weiße Schwäne
Weismann Verlag , 1986. 252 Seiten.

Hauptfiguren: der weise Tor Jegor
Schauplatz, Hintergrund: die Wälder Rußlands
Thema, Problem: Ausbeutung der Natur, Naturschutz
Inhalt: Jegor wird im Dorf nicht sehr geschätzt. Er arbeitet zu sorgfältig, mit zu viel Liebe zum Detail, stört daher die planvoll-sozialistische Arbeit. Da er als Zimmermann keine Arbeit mehr findet, wird er zum Forstgehilfen bestellt. Auch hier findet er vieles, was ihn stört, was er daher auf seine Weise verbessert - nicht immer zur Freude seiner Vorgesetzten. Als schließlich ein neuer Oberförster Jegors Heimatrevier inspiziert, ist er von Jegor und seinen Ideen, die Natur zu schützen und nicht auszubeuten, beeindruckt. Er befördert ihn und nimmt ihn mit in die Stadt, wo er vor der überregionalen Forstversammlung seine Ideen darstellen soll. Zuhause bleiben die Neider...

Boris Wassiljew, 1924 in Smolensk geboren, meldete sich noch als Schüler freiwillig zur Armee, um gegen die deutschen Invasoren zu kämpfen. Bis 1954 Soldat, zuletzt als Ingenieurs-Offizier. Nach der Teilnahme an einem Lehrgang für Filmautoren schrieb er zunächst Drehbücher und Dramen, um sich später auf Prosa zu spezialisieren. 1969 literarischer Durchbruch mit dem Roman "Im Morgengrauen ist es noch still". "Schießt nicht auf weiße Schwäne" erschien 1973 in mehreren Folgen in der Zeitschrift Junost.

Roman
ab 14 J.
252 Seiten

TSCHECHIEN
Zavrel, Stepán
Der letzte Baum
Zürich: bohem press, 1985. 24 Seiten. ATS 178.

Hauptfiguren: das Mädchen Lea und der Junge Said
Schauplatz, Hintergrund: ein Wald am Stadtrand
Thema, Problem: Wer die Natur zerstört, schadet sich selbst.
Inhalt: Das Mädchen Lea und der Junge Said, die am Stadtrand leben, lieben die Natur. Sie pflanzen gern Bäume. Eines Tages kommen drei Händler in die Stadt. Sie wollen ihre Edelsteine und Goldwaren gegen Holz tauschen. Die Stadtbewohner stimmen begeistert zu. Gedankenlos hacken sie Holz für die Händler, bis eine große Wüste entsteht. Sie bereuen dann ihren Leichtsinn und beginnen, mit den Bäumchen der beiden Kinder einen neuen Wald zu pflanzen.

Erzählung
ab 6 J.
24 Seiten
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Özakin, Aysel
Die Vögel auf der Stirn
Frankfurt am Main: Luchterhand, 1991. 165 Seiten. ATS 123.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: die junge Frau Armagan
Schauplatz, Hintergrund: Istanbul
Thema, Problem: Eine Frau versucht sich durchzusetzen.
Inhalt: Nachdem sie ihre Verlobung gelöst hat, verläßt Armagan die kleine Stadt, in der sie aufgewachsen ist, um in Istanbul ihren Weg zu gehen. Sie findet eine Anstellung als Korrektorin bei einer Zeitung und freundet sich mit einem Filmemacher an. Sie muß sich mühsam mit ihren eigenen Ängsten und den Vorurteilen, die einer Frau in der von Männern bestimmten Gesellschaft begegnen, auseinandersetzen. Es ist die Zeit, in der in Istanbul Arbeiter und Studenten auf die Straße gehen. Armagan fühlt sich hin und her gerissen zwischen der Suche nach Selbstverwirklichung und Glück und den politischen Überzeugungen, mit denen sie sich konfrontiert sieht.

Aysel Özakin, in Urfa in der Türkei geboren, studierte Romanistik in Ankara und Paris. Nach ausgedehten Reisen und längeren Aufenthalten in Zürich, West-Berlin und Hamburg lebt sie heute als freie Schriftstellerin in London.

Roman
ab 14 J.
165 Seiten
TÜRKEI
Özakin, Aysel
Die blaue Maske
Frankfurt am Main: Luchterhand, 1991. 200 Seiten. ATS 115.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Ich-Erzählerin
Schauplatz, Hintergrund: eine türkische Provinz
Thema, Problem: eine Frau zwischen zwei Kulturen
Inhalt: Die Suche nach der Freundin wird für eine türkische Autorin, die in einem Arbeiterbezirk groß geworden ist, zu einer Reise zurück in ihr beengtes Leben in der türkischen Provinz und zu einer bitteren Bilanz des Unverständnisses, auf das sie bei ihren Landsleuten und bei denen, die sich aufgeklärt geben, stößt.

Roman
ab 14 J.
200 Seiten
Bibliothek: IM-I"
TÜRKEI
Özakin, Aysel
Die Lehrerin
in: Özakin, Aysel: Deine Stimme gehört dir.
Hamburg-Zürich: Luchterhand, 1992. Seite 132 - 138. ATS 119.
Sprache des Originals: Türkisch.

Hauptfiguren: Lehrerin N.
Schauplatz, Hintergrund: ein Gymnasium
Thema, Problem: Undurchschaubarkeit eines Menschen
Inhalt: Lehrerin N., ledig und damit eine Gefahr für die unerschütterliche Familienehre, unterrichtet Französisch an einem Gymnasium. Sie stellt höchste Anforderungen an sich selbst und an ihre Schüler. Diese zeigen allergrößten Respekt vor ihr. Da schlägt eine Nachricht wie eine Bombe ein: Lehrerin N. wird heiraten. Plötzlich können sich die Schüler ihre Lehrerin als ganz normale Frau vorstellen: mit Morgenmantel, Pantoffeln und wallendem Haar. Nach 14-tägigem Heiratsurlaub wird sie zurückerwartet, jedoch vergeblich - der junge Ehemann, einst selbst ihr Schüler, hat sie getötet. Diese kurze Erzählung ist ein Musterbeispiel für eine Personenbeschreibung bzw. Charakterdarstellung. Objektive Schilderung wechselt ab mit Passagen, in denen die Lehrerin aus der Perspektive der Schüler gesehen wird. Eine besonders schön geschriebene und spannend zu lesende Erzählung.

Erzählung
ab 14 J.
7 Seiten
TÜRKEI
Özakin, Aysel
Stille Solidarität
in: Nitsche, Gerald Kurdoglu : Brücken. Ein interkulturelles Lesebuch.
Wien: ÖBV Pädagogischer Verlag, 1995. Seite 108 - 110. ATS 268.

Hauptfiguren: Mustafa und ein armes Mädchen
Schauplatz, Hintergrund: in einem Nachtbus nach Istanbul
Thema, Problem: die Solidarität unter armen Leuten
Inhalt: Ein armes Mädchen muß seine Eltern verlassen, um bei einer reichen fremden Frau zu arbeiten. Im Bus nach Istanbul kommt es zwischen dem Mädchen und Mustafa, der auch in Istanbul arbeiten will, zu einer stillen Verständigung, zu einer Solidarität.


Letzte Aktualisierung: 20.8.2003 | URL: www.bibmondo.it/att/percorsi/im-europa.html | XHTML 1.0 / CSS | WEBdesign, Info: M. di Vieste
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