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Die Märchen
Hintergrund-informationen
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Areté: das Fest
In der Sprache der Guaraní bedeutet Areté
"besonderer Tag". Es ist eines der größten Feste der
Guaraní-Gemeinschaften, das zum Dank für die reiche
Mais-Ernte und die Großzügigkeit Tumpas gefeiert
wird.
Areté wird einmal im Jahr gefeiert, immer dann, wenn der
Mais gereift ist. Die Vorbereitungen für dieses Fest dauern
mehrere Wochen, während der die erfahrensten Frauen ein
traditionelles Getränk aus Mais, die Chicha, vorbereiten.
Der Mais wird zerdrückt, gekocht und dann einige Tage lang
gären gelassen. In der Zwischenzeit kümmern sich die
Männer darum, genügend Wild für alle
Festgäste zu jagen.
Während des Fests wird, wie bei jedem richtigen Fest,
gegessen und getrunken und es wird zu einer besonderen Musik, die
von ausgewählten Musikern gespielt wird, getanzt.
Während man in alten Zeiten im Rhythmus der Maracas und
eines rituellen Chores, von einem Dorfalten dirigiert, tanzte,
spielt man heute auch eine fünf-löchrige Flöte
(pinguyo), eine etwas kleinere Flöte, mehrere Trommeln und
einen Bombo.
Es werden hauptsächlich zwei verschieden Arten von Tanz
vorgeführt:
- der "molino" (Mühle), der von Paaren getanzt wird, die
sich gegenseitig an der Hüfte halten. Dieser Tanz wird
meistens von jungen Leuten getanzt.
- Die "ronda" (Reihe) wird von Erwachsenen ausgeführt, die
in rhythmischen Schritten einen Kreis formen, der abwechselnd
enger und weiter wird.
Das Areté-Fest ist in verschieden Phasen unterteilt: Zu
bestimmten Zeitpunkten scherzen und spielen die Gäste im
"patio" (Innenhof) derGastgeber, zu anderen Zeitpunkten gehen sie
von Haus zu Haus, um die Ahnen zu ehren, die durch die Masken,
die die Gäste tragen, symbolisiert werden.
Die Masken haben bei diesem Fest eine besondere Wichtigkeit, denn
sie symbolisieren die Anwesenheit der Vorfahren, die aus dem im
Osten liegenden Haus der Geister angereist sind, um mit ihren
Nachfahren das Fest des Mais und der göttlichen Güte zu
feiern.
Die Masken werden mit viel Mühe und Sorgfalt aus Papier,
Karton oder Holz angefertigt und dann mit bunten Federn
verschiedener Vögel geschmückt. Zuletzt dient ein
Anstrich mit weißem Kalk als Hintergrund für bunte
Farbverzierungen. Jede Maske hat einen Namen und eine spezifische
Bedeutung. In der bolivianischen Region der Guaraní gibt
es z. B. folgende Masken:
- Aña-aña, deren Bedeutung
ausschließlich auf den Geist der Ahnen bezogen ist;
- Ndechi-ndechi, was "Alte Leute" bedeutet und
sich auf jene Verwandte bezieht, die zum Fest kommen, um zusammen
mit der Familienangehörigen zu feiern;
- Agüero-güero stammt vom spanischen
Wort "abuelo" (Großvater) ab und steht für alle
langbärtigen Masken.
Das ganze Fest wird von einem Anführer, der von allen
respektiert wird, geleitet und kontrolliert. Er muss sich darum
kümmern, dass die Feierlichkeiten fehlerfrei ablaufen und
die Regeln, so wie sie von den Ahnen übertragen wurden,
eingehalten werden. Gegen Ende des Festes müssen sich alle
an einen weit entfernten Platz begeben, der an einem Bach, einem
Fluss oder einem See liegt: Hier findet das Ritual des
Grußes an die Ahnen statt, die gekommen sind, um diesen
Augenblick des Glücks mit allen zu teilen. In der Regel
dauert Areté mehrere Tage, je nach Menge der vorhandenen
Chicha und des guten Ausgangs der Ernte.
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